Michael Weilch

Michael Weilch

Treuer Culé seit Beginn der Ära Messis und der festen Überzeugung, dass Barça "més que un club" ist. Denn wie in der Vereinshymne geschrieben steht: "tots units fem força". Im Forum als Barçabest anzutreffen.

Kontakt: michael.w[at]barcawelt.de

In einem früheren Artikel haben wir bereits erwähnt, dass der FC Barcelona bei der Supercopa eventuell Probleme mit den Nicht-EU-Spielern bekommen könnte. Mit Coutinho, Vidal, Arthur und Malcom stünden vier Spieler bereit, wobei nur drei von ihnen spielberechtigt wären. Marlon wurde bei dieser Rechnung bereits rausgenommen, da Valverde wohl nicht auf ihn setzen wird, aber auch er fällt in diese Kategorie. Diese Probleme haben sich nun in Luft aufgelöst, da die RFEF (Real Federación Española de Fútbol) verkündete, dass besagte Regelung in der Supercopa nicht gelte.

Nach dem Abgang Andrés Iniestas musste ein neuer Kapitän bei Barça bestimmt werden: Die Wahl fiel auf Lionel Messi, der bereits letzte Saison die Vertretung des nach Vissel Kobe abgewanderten Regisseurs gab. Auch auf den Nachfolgeplätzen wurde das Karussell in Gang gesetzt und hinter dem Zauberfloh folgen drei weitere neu erwählte Ersatzkapitäne. Besonders erfreulich hierbei: Es handelt sich ausschließlich um Spieler, die in La Masia ausgebildet wurden!

Der Transfer Vidals nach Barcelona wurde nun bereits vor Tagen auf Seiten der Vereine bestätigt, doch die Wogen glätten sich kaum. Was löst diese Aufregung rund um Vidals Wechsel aus? Noch viel wichtiger: Ist sie überhaupt berechtigt? Ich lade Euch zu einem überspitzten und etwas verdrehten Gedankenspiel mit anschließender Analyse ein, um die derzeitige Situation zu veranschaulichen. Aber – Vorsicht! – lest bis zum Ende, wenn Ihr die Konklusion nicht verpassen wollt!

Montag, 06 August 2018 16:36

Adrián Ortolá Vañó

  • Geburtsdatum: 20.08.1993
  • Geburtsort: Xàbia, Spanien
  • Nationalmannschaft: Spanien U-20 (bis 2013)
  • Größe: 187 cm
  • Position: Tor
  • Bildquelle: Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
FC Villarreal B 2012-2013
FC Barcelona B 2013-2016
Deportivo Alavés (Leihe) 2016-2017
FC Barcelona B 2017-2018
FC Barcelona 2018
Deportivo La Coruña (Leihe) seit 2018

Adrián Ortolá wurde zur Saison 2018/19 vom FC Barcelona an Deportivo La Coruña verliehen. Zuvor spielte der Spanier vier Spielzeiten lang für die Barça B.

Über Adrián Ortolá

Ein Traumstrand an der Ostküste Spaniens – dieser Gedanke versetzt uns Mitteleuropäer in Urlaubsstimmung und lässt die Herzen höher schlagen. Für den jungen Adrián Ortolá war solch ein Panorama der Normalzustand. Er wurde in Xàbia (sp. Jábea) geboren, einer kleinen Stadt in der Provinz Alicante, also in der Comunidad Valenciana. Der Ort liegt direkt am Meer und beherbergt knapp 29.000 Einwohner. Doch Ortolá ist bei weitem nicht der einzige berühmte Sportler aus diesem mediterranen Paradies: Niemand geringerer als David Ferrer nennt den Ort seine Heimat. Neben Ferrer ist mit Xavi Torres ein weiterer Fußballer von dort.

An diesem uns nun nicht mehr ganz so unbekannten Ort wurde am 20.08.1993 Adrián geboren. Heute erreicht er eine Höhe von 187 cm, sein besserer Fuß ist der linke.

Der mittlerweile 24-jährige Adrián Ortolá begann beim CD Roda das Fußballspielen, ehe er 2010 zu der Jugendmannschaft des FC Villarreal wechselte. Von dort kam er im Sommer 2013 zu der B-Mannschaft des FC Barcelona. Bei Barça B stand er in 97 Spielen auf dem Rasen und hielt sein Tor dabei 26 Mal sauber. In der Saison 2016/17 wurde er bereits an Deportivo Alavés ausgeliehen und durfte somit zum ersten Mal Luft in der Primera División schnuppern. Insgesamt bestritt er jedoch nur zwei Partien in Spaniens erster Liga und sechs in der Copa del Rey.

Informationen über seine Leihe

Ortolá wird für die komplette Saison 2018/19 an Deportivo La Coruña ausgeliehen. Zwischen den Vereinen wurde eine Kaufoption vereinbart, über die jedoch beide Klubs bisher noch keine genaueren Angaben machten. Da sein aktueller Marktwert bei etwa 1,5 Mio. Euro liegt, darf man von einer ähnlichen Summe ausgehen. Sein Vertrag beim FC Barcelona läuft noch bis 30. 6. 2020, also noch ein Jahr länger als seine Leihe. Ob er jedoch noch einmal zu den Katalanen zurückkehren wird, ist fraglich. Nachdem er bei Barça noch kein einziges Mal in der ersten Mannschaft zum Einsatz kam, wären seine Möglichkeiten auch weiterhin sehr gering gewesen.

Für den FC Barcelona, der im Moment nur über zwei Torhüter im Profikader verfügt, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass nun ein neuer dritter Spieler gesucht werden muss, um den freien Platz zu füllen. Ob eine Neuverpflichtung getätigt werden wird oder man einem jungen Torhüter aus den Nachwuchsmannschaften das Vertrauen schenkt, ist bisher unklar. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass die Position gar nicht nachbesetzt wird.

Zitate Ortolás rund um seine Leihe

„Als sie [Deportivo, Anm. d. R.] mich anriefen, merkte ich, dass ich gut in dieses Konzept passen würde. Es ist das, was sie und ich beide suchten.“

„Wenn eine Kaufoption besteht, dann ist das so, weil beide Seiten diese bewilligt haben. Meine Priorität ist es, bei und für Depor zu arbeiten und dem Klub dabei zu helfen, weiterzuwachsen. Wenn sie mich kaufen, bin ich sehr zufrieden damit.“

„Ihr wisst alle, welche Torhüter es gerade bei Barça gibt, und als mich der Sportdirektor Depors anrief, machte ich alles mir Mögliche, um hierherzukommen. Ich bin mit der Entscheidung, die ich getroffen habe, sehr zufrieden.“

„Der Aufstieg mit Depor wird sicher sehr schwierig werden, aber wir werden kämpfen, um am Ende möglichst weit oben in der Tabelle zu stehen.“

Wichtige Artikel zum Spieler

Und nun ist es so weit: Arturo Vidal wird in den kommenden Stunden oder Tagen einen Vertrag beim FC Barcelona unterschreiben. Der Medizincheck steht noch aus, aber beide Vereine gaben den Wechsel Vidals am späten Abend des 3. August bereits bekannt. Barça kündigte an, bald nähere Informationen zu verlautbaren, aber es scheinen die meisten Details schon an die Öffentlichkeit gelangt zu sein. Ob frohlockend oder schlechter Stimmung - als Culé muss man sich nun an eine Zukunft mit dem chilenischen Nationalspieler gewöhnen.

Donnerstag, 02 August 2018 16:13

Clément Lenglet

  • Geburtsdatum: 17.06.1995
  • Geburtsort: Beauvais, Frankreich
  • Nationalmannschaft: Frankreich
  • Größe: 186 cm
  • Position: Abwehr
  • Bildquelle: JOSEP LAGO/AFP/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
AS Nancy (Jugend) 2010-2013
AS Nancy B 2013-2014
AS Nancy 2014-2017
FC Sevilla 2017-2018
FC Barcelona seit 2018

„Angesehen als einer der Abwehrspieler mit der größten Zukunft auf diesem Planeten, besticht Lenglet mit seiner Balleroberung und der Fähigkeit, den Ball nach vorne zu treiben. Ebenso wertvoll sind seine Spielintelligenz und seine Durchschlagskraft.“ Mit diesen Worten bewarb der FC Barcelona seinen Neuzugang auf der offiziellen Website des Vereins. Ob der Franzose den hohen Erwartungen wohl gerecht werden wird und vielleicht wie sein Landsmann Umtiti einschlägt?

Erste Schritte im hohen Norden Frankreichs

Clément Lenglet erblickte am 17.06.1995 in Beauvais das Licht der Welt. Die Stadt zählt etwa 55.000 Einwohner und ist zugleich Hauptstadt des Départements Oise. Gelegen im nördlichen Teil Frankreichs, ist Beauvais vor allem für seine Kathedrale bekannt. In ebenjener Umgebung entdeckte der junge Clément seine Liebe zum Fußball und begann erstmals mit dem Kicken. Doch, um ernsthafte Ausbildungsmöglichkeiten zu bekommen, musste er bereits früh seine Heimat verlassen, denn das Jugendzentrum des AS Nancy klopfte an und bot eine unverhoffte Chance. So trat er dem Klub bei und begann bei den hiesigen Jugendmannschaften seine Profi-Ausbildung. Nancy liegt fast viereinhalb Autostunden von Beauvais entfernt und die neue Umgebung stellte für Clément Lenglet wie für fast alle junge Fußballer eine Herausforderung dar.

Debüt und Gewinn der Ligue 2

Beim AS Nancy spielte er sich durch starke und souveräne Leistungen in der Innenverteidigung in den Vordergrund und durfte daher am 27.09.2013 sein Debüt für die erste Mannschaft in der Ligue 2 feiern. Er wurde nach 32 Minuten eingewechselt und die Partie endete torlos. Nachdem er sich immer mehr in die Startformation hineingespielt hatte, war er während der Saison 2015/16 bereits ein fixer Bestandteil des Teams und hatte mit 34 Einsätzen einen erheblichen Anteil am Gewinn der zweiten französischen Liga. Beim entscheidenden Spiel schoss er sogar nach einem Eckball ein Kopfballtor, das gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die Ligue 1 war. In der darauffolgenden Spielzeit zählte er wieder zu den Größen des Teams und bestritt bis Jänner 2017 18 Spiele in der Ligue 1. Doch dann bot sich plötzlich eine unerwartete Wechselmöglichkeit, denn ein spanischer Top-Klub bekundete sein Interesse.

Der FC Sevilla als Sprungbrett

Die Andalusier sprachen intensiv mit Lenglet und seinem Berater und offenbarten ihnen, dass sie bereits seit seinen guten Auftritten in der Ligue 2 seine Entwicklung mitverfolgten. Die Gespräche dauerten nicht lange und am 04.01.2017 wurde Clément Lenglet als neuer Bestandteil des „Conjunto Sevillista“ vorgestellt. Als Ablöse flossen etwa 5,4 Mio. Euro an Nancy. Bei Sevilla sollte er den kurz davor abgewanderten Timothée Kolodziejczak ersetzen und so erhoffte sich der junge Franzose zurecht Einsatzzeit in der Primera División. Sein erster Einsatz sollte nicht lange auf sich warten lassen: Nur acht Tage später spielte er in der Copa del Rey – und zwar gegen niemand Geringeren als Real Madrid. Die Partie endete 3:3, doch trotz der drei Gegentore hatte Lenglet offensichtlich einen guten Eindruck hinterlassen. Auch in der Primera División konnte er sich durchsetzen und er entwickelte sich trotz des jungen Alters zu einem überraschend abgebrühten Verteidiger. Gerade diese Tatsache – seine zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre gepaart mit defensiver Souveränität – brachten ihn in den Fokus des FC Barcelona. Durch das Interesse der Katalanen schien Lenglet nun endgültig in der Elite des Weltfußballs angekommen zu sein.

Verpflichtung und Vorstellung bei den Blaugrana

Am 12.07.2018 war es dann so weit: Lenglet wurde offiziell von Barça unter Vertrag genommen. Er unterschrieb beim Traditionsverein aus Katalonien ein Arbeitspapier, das ihn bis Sommer 2023 an jenen binden sollte. Dass man beim FC Barcelona Hoffnungen in ihn setzt, verdeutlicht unter anderem seine Ausstiegsklausel, denn diese beträgt stolze 300 Mio. Euro. Um ihn von Sevilla loszueisen, bezahlte Barça die festgeschriebene Klausel in Höhe von 35,9 Mio. Euro.

Lenglets Spielweise

Clément Lenglet gilt als sehr intelligenter Innenverteidiger, der sowohl links als auch rechts hinten beheimatet ist. Er soll schnell im Vorrücken sein und eng am Mann verteidigen. Besonders die Fähigkeit, gewisse Bälle zu erahnen und richtig zu antizipieren, zählt zu seinen Charakteristika. Auch sein taktisches Verständnis soll auf höchstem Niveau sein, was beim FC Barcelona ohne Zweifel notwendig sein wird. Selbstverständlich ist er spielerisch gut und kann auch mit dem Ball am Fuß umgehen, ein Merkmal, das für alle Barça-Spieler unabdinglich ist. Die Erwartungen an seine erste Saison bei den Katalanen sind zwar sicher hoch, aber dennoch wird er genügend Zeit bekommen, um sich an die spezielle Spielphilosophie zu gewöhnen. Er wird aller Voraussicht nach hinter Umtiti und Piqué der dritte oder eventuell vierte Innenverteidiger sein und somit als Backup fungieren. Da die beiden Erstgenannten nicht alle Partien werden bestreiten können, könnte Lenglet durchaus zu beachtlich viel Spielzeit kommen. Dies wird jedoch vom Verlauf der Saison und möglichen Verletzungen abhängig werden. Im Geheimen weckt Lenglets Verpflichtung aber Hoffnungen auf etwas ganz Bestimmtes: Einen zweiten Samuel Umtiti. Mit Sicherheit wird Lenglet viel von seinem Landsmann lernen können, der wie er selbst vor wenigen Spielzeiten zu den Katalanen kam und nun bereits eine Institution in der Defensive darstellt. Ob Clément Lenglet also der nächste Umtiti wird? Zu wünschen wäre es ihm und uns Culés gleichermaßen.

Aussagen Lenglets kurz nach seiner Präsentation

„Ich bin sehr froh und stolz, für einen Verein wie Barça spielen zu dürfen. Ich bin hier, um Titel zu gewinnen!“

„Mein Idol ist Ronaldinho, trotz seiner Position auf dem Spielfeld. Seit ich ihn zum ersten Mal habe spielen sehen, mochte ich ihn sehr. Seine Freude am Fußball hat mich beeindruckt und dadurch, dass er aus Fußball eine Party machte, zog er mich mit.“

„Es ist unglaublich! Wenn mir das [sein Wechsel zu Barça, Anm. d. Red.] jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, hätte ich ihn ausgelacht. Es war alles andere als klar, denn ich fühlte mich bei Sevilla sehr wohl. Sie haben mich damals seit meiner Zeit in der Ligue 2 verfolgt und dann das Risiko gewagt, mich zu verpflichten. Ich schulde Sevilla daher sehr viel. Aber auf der anderen Seite hat man mir angeboten, Teil eines außergewöhnlichen Projekts zu werden und das bei einem historischen Klub wie Barcelona. Ich habe mich dafür entschieden und glaube, dass es die richtige Entscheidung war. Ich habe Lust, von den Besten zu lernen, und wo geht das besser als bei Barça?“

Seine Meinung zum Konkurrenzkampf: „Ich weiß, dass Piqué und Umtiti zwei Spieler sind, die letztes Jahr sehr gute Auftritte hatten, aber das stellt mich vor kein Problem. Ich werde von ihnen lernen, da sie mehr Erfahrung als ich haben, vor allem in großen Spielen. Aber ich werde sie jeden Tag im Training beobachten und mir ihre Ratschläge anhören. Jeden Tag gegen Messi anzutreten, ist ebenfalls ein Traum. Ich werde mein Spiel ohne Zweifel perfektionieren.“

Lenglet in der Nationalmannschaft?: „Ich habe alle Jugendmannschaften bei Les Bleus durchlaufen. Ich habe auch ein spezielles Gefühl, wenn ich mir dieses Trikot überstreife, das ich nun bereits seit langem trage. Ich bin mir sicher, dass die Nationalmannschaft eine wichtige Etappe in meiner Karriere sein wird. Und nun bin ich in einem Klub, bei dem so viele Nationalspieler unter Vertrag stehen. Daher glaube ich, dass ich bald einberufen werde und mein Ziel erreichen kann.“

Beinahe ohne Vorwarnung kommt der nächste Transfer an die Öffentlichkeit: Moussa Wagué, Spieler des KAS Eupen, wechselt zum FC Barcelona. Der junge Neuzugang spielt als Rechtsverteidiger und war bereits bei der Weltmeisterschaft mit dem Senegal vertreten, wo er alle drei Partien von Beginn an spielte. Aber wie sieht dieser Transfer nun genau aus? Und warum wurde Moussa Wagué eigentlich verpflichtet? Wir geben einen schnellen Überblick über wichtigsten Informationen.

Neben dem spektakulären und äußerst dubios verlaufenden Wechsel Malcoms zu den Blaugrana gibt es eine weitere Neuigkeit auf dem Transfermarkt, die beinahe untergegangen wäre: Adrián Ortolá, momentaner dritter Torhüter beim FC Barcelona nach ter Stegen und Cillessen, wird für ein Jahr an Deportivo La Coruña ausgeliehen! Bekanntgegeben wurde die Leihe auf der offiziellen Seite Barças nur zwei Stunden nach der Verkündung der Malcom-Verpflichtung.

Montag, 23 Juli 2018 19:18

Nélson Semedo

  • Geburtsdatum: 16.11.1993
  • Geburtsort: Lissabon, Portugal
  • Nationalmannschaft: Portugal
  • Größe: 177 cm
  • Position: Abwehr
  • Bildquelle: Alex Caparros/Getty

Karriere

VereinZeitraum
SU Sintrense (Junioren) 2008-2011
SU Sintrense 2011-2012
Benfica Lissabon B 2012
Fátima (Leihe von Benfica) 2012-2013
Benfica Lissabon B 2013-2015
Benfica Lissabon 2015-2017
FC Barcelona seit 2017

Nélson Cabral Semedo, genannt „Nelsinho“, wechselte am 14.07.2017 für 30,57 Mio. Euro zum FC Barcelona und verließ damit seinen Jugendverein Benfica Lissabon, bei dem er sich in den Jahren zuvor immer mehr von einem Mittelfeldspieler zu einem vielversprechenden Rechtsverteidiger entwickelt hatte. Zusätzlich wurde zwischen den beiden Vereinen vereinbart, dass die Katalanen für jedes 50. Spiel, das Semedo für sie bestreitet, einen Betrag in Höhe von fünf Mio. Euro an den portugiesischen Serienmeister überweisen müssen. Somit könnte sich die endgültige Summe, welche die Blaugrana für Semedos Dienste zahlen, im Laufe der Jahre noch erhöhen. Beim FC Barcelona sollte er die Lücke auf der Rechtsverteidigerposition schließen, die Dani Alves‘ Abgang ein Jahr zuvor hinterlassen hatte. In diesem Sinne trat er in den direkten Konkurrenzkampf mit Eigengewächs Sergi Roberto, der als angestammter Mittelfeldspieler bisher diese Rolle übernommen hatte. Aufgrund seines noch sehr jungen Alters und seiner spielerischen Anlagen wurde Semedo von vielen Culés eine große Zukunft beim FC Barcelona nachgesagt.

Nélson Semedos fußballerische Anfänge

Geboren am 16.11.1993 in der Hauptstadt Portugals, begann Nélson Cabral Semedo bei seinem ersten Jugendverein, dem SU Sintrense, mit dem Fußballspielen. Dieser Klub, der im Stadtteil Sintra im Bezirk Lissabon ansässig ist und über eine Herren-Kampfmannschaft in den portugiesischen Profiligen verfügt, sollte für seine spätere Entwicklung entscheidend sein, verbrachte Semedo doch seine gesamte Kindheit dort. Ursprünglich spielte er bei seinem Team auf einer Position im Mittelfeld und er arbeitete sich mit seinen Leistungen von den Jugendmannschaften über die U17 und die U19 bis in die erste Mannschaft Sintrenses vor, in der er mit 17 Jahren debütierte.

Der Weg in die erste portugiesische Liga

Im Jahr 2012 wurden Benficas Scouts auf den jungen Semedo aufmerksam und er wurde noch im selben Jahr verpflichtet. Um ihm allerdings mehr Spielpraxis bieten zu können und um seine Entwicklung voranzutreiben, verlieh man ihn, er war nun 18 Jahre alt, sogleich an CD Fátima für eine Saison. In Portugals dritter Liga waren ihm schließlich Einsatzminuten gewiss. 2013 kam er zur B-Mannschaft Benficas zurück und nach seinem Debüt am 10. August erkämpfte er sich dort einen Stammplatz, wobei er sich im Laufe der Zeit zurückfallen ließ und die Position des Rechtsverteidigers ausfüllte. Insgesamt bestritt er in Portugals zweiter Liga 63 Spiele, wobei ihm fünf Tore und neun Vorlagen gelangen.

Weitere zwei Jahre später, im Sommer 2015, wurde Nélson Semedo zur A-Mannschaft beordert und sein Debüt erfolgte am 9. August 2015 bei der 0:1-Niederlage gegen Sporting CP. Er behauptete sich schnell, doch eine Verletzung im Oktober 2015 warf ihn zurück und er musste sich einer Operation unterziehen. Aufgrund seines dreimonatigen Absenz verlor er seinen Stammplatz und musste sich erneut im Training für höhere Aufgaben empfehlen. Die darauffolgende Saison 2016/17 wurde dann Nélson Semedos bis dahin beste Spielzeit, der Trainer setzte wieder regelmäßig auf ihn und am Ende bekam er die Auszeichnung zum besten jungen Nachwuchsspieler des Jahres der Liga verliehen. In der Liga NOS, Portugals höchster Spielklasse, kam er in 43 Partien zum Einsatz, erzielte zwei Tore und gab acht Vorlagen. Er durfte auch bereits Erfahrungen in der Champions League sammeln und erzielte gegen Beşiktaş beim 3:3 in der Gruppenphase einen Treffer.

Die Nationalmannschafts-Karriere

Nélson Semedo bestritt sein erstes Spiel im Trikot Portugals am 11.10.2015 gegen Serbien in einer Partie in der Gruppenphase für die Qualifikation für die Europameisterschaft 2016. Er startete von Beginn an und spielte die kompletten 90 Minuten als Rechtsverteidiger durch. Die Partie, die durchaus von Bedeutung war, wurde dank der Tore von Nani und João Moutinho mit 2:1 gewonnen und Semedo durfte sich über einen gelungenen Einstand freuen. Bei der Europameisterschaft 2016 schaffte es Semedo nicht in den Kader, dafür wurde er beim nächsten Turnier, dem Confederations Cup 2017, der traditionell den Jugendspielern eine Chance geben möchte, einberufen. Dort bestritt er zwei Partien und gewann mit seiner Mannschaft die Bronze-Medaille.

Bei der Vorbereitung für die Weltmeisterschaft 2018 war Semedo ebenfalls dabei und er war Teil des vorläufigen 35-Mann-Kaders. Trotz der hohen Erwartungen und zur Überraschung vieler Experten verzichtete Nationaltrainer Fernando Santos schlussendlich auf seine Dienste und der mittlerweile bei Barcelona spielende Semedo musste die WM von zu Hause aus mitverfolgen.

Spielweise und Fertigkeiten: Dynamisch und offensiv

Die Blaugrana verpflichteten Semedo aufgrund mehrerer Attribute, mit denen er dem Spiel der Katalanen helfen könnte. Er ist ein schneller und junger Spieler mit großen Ambitionen und dem Willen, sich bei Barça durchzusetzen. Warum ihm das auch wahrscheinlich gelingen wird? Semedo kam in seiner Jugend öfters im Mittelfeld zum Einsatz, daher bringt er auch gewisse Erfahrung im Spielaufbau und der Verteilung von Bällen mit, ein Umstand, der ihm sicherlich zu Gute kommt. Er ist ein sehr dynamischer Rechtsverteidiger und sucht den Weg nach vorne, um offensiv Akzente zu setzen und auf der Außenbahn eine Überzahlsituation zu schaffen. Das traditionell hohe Stellungsspiel der Außenverteidiger bei Barças Spielaufbau stört ihn daher nicht, da er so, je nach Spielsituation, mit Läufen in die Tiefe für Gefahr sorgen kann oder sich etwas zurückfallen lässt, um den Aufbau selbst zu forcieren. Er verfügt über beste technische Fertigkeiten und ist somit auch in der Lage, in Drucksituation den Ball zu kontrollieren und zu halten. Bei gegnerischem Pressing behält er daher die Kontrolle und ermöglicht ein geordnetes Vorrücken. Trotzdem ist Semedo immer bestrebt, den schnellsten Weg nach vorne zu suchen und seine Qualitäten im Passspiel sowie bei schnellen Gegenstößen werden ohne Frage wichtig sein.

Trotz dieser grundsätzlich offensiven Deutung seiner Position vernachlässigt er auch die Defensive nicht und er gilt als unermüdlicher und äußerst unangenehmer Gegenspieler. Seine Ausdauer und Lauffreudigkeit sind wichtige Eigenschaften, um nach Ballverlust wieder rasch die Verteidigerposition einzunehmen. Auch hier ist seine Geschwindigkeit von Vorteil, da er bei Kontern oft als einer der ersten am Gegenspieler dran ist und gefährliche Situationen entschärfen kann. Mit seiner Körpergröße von 177 cm ist er zudem bei Kopfbällen zu gebrauchen und hat beim Absprung ein gutes Timing.

Aufgrund all dieser Charakteristika, die ihn zu einem Prototyp des modernen Außenverteidigers machen, scheint er Zukunft bei den Blaugrana zu haben. Der gegenwärtige Fußball verlangt von Außenverteidigern immer mehr und er besitzt ohne Zweifel das Potential, die hohen Erwartungen zu erfüllen und ein wichtiger Teil des Teams zu werden.

„Ich bin seit dem Kindesalter Barça-Fan.“

Bei den ersten Interviews nach Bekanntgabe seines Transfers zu den Katalanen gewährte Semedo einige Einblicke in seine Gedanken und erklärte unter anderem, warum er Barça-Fan wurde und welche Erwartungen er bei den Blaugrana hegt. Hier die wichtigsten Aussagen:

„Ich bin zum besten Team der Welt gewechselt. Seit dem Kindesalter bin ich Fan des FC Barcelona und mir gefiel ihr besonderer Spielstil immer. Besonders Ronaldinho hat mich beeinflusst und wegen ihm habe ich dann sogar im Mittelfeld gespielt. Er war, nein, er ist mein Idol.“

„Dani Alves ist ein Vorbild für mich, weil wir mehr oder weniger die gleichen Eigenschaften haben. Er ist auch sehr offensiv und ich versuche, von ihm zu lernen, wie ich von allen großen Spieler lernen möchte.“

„Mein Ziel ist es, mit Barça alles zu gewinnen. Ich bin Teil eines Vereins, der es gewohnt ist, zu gewinnen und dieser Anspruch gilt natürlich auch für mich.“

„Ich liebe es, Fußball zu spielen. Ich gebe den Ball nie auf und spiele bis der Schlusspfiff ertönt. Barça kann Vertrauen in mich haben, denn ich werde alles tun, um diese Trikot zu ehren.“

„Jeder will für den FC Barcelona spielen, ich stelle da keine Ausnahme dar. Ich war natürlich sehr aufgeregt, als ich das Angebot bekam, aber ich verstehe auch die Verantwortung, die meine Aufgabe mit sich bringt.“

Robert Fernández über Semedo: „Nélson ist sowohl physisch als auch technisch sehr gut. Wir haben seine Entwicklung mitverfolgt. Er ist ein junger Spieler mit einer großen Zukunft. Ich bin mir sicher, dass er dem Team wird helfen können und sich schnell anpasst.“

Beim FC Barcelona tut sich natürlich auch während der Sommerpause ein bisschen was. Neben den beiden fixen Neuverpflichtungen für die nächste Saison gibt es zum Beispiel Rekordeinnahmen zu verbuchen und Stadionbesuche sollen dank eines innovatives Konzepts billiger werden. Den Gegner im Spiel um die Joan Gamper Trophäe kennt man nun bereits auch schon. Und was wurde eigentlich auf der Versammlung des Managements besprochen, die vor kurzem stattfand? Wir haben für euch ein paar News zusammengetragen.

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