Yerry Mina als Matchwinner: Gruppensieger mit Kolumbien

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Es ist das eingetreten, was niemand nach der Auftaktniederlage gegen Japan erwartet hätte. Kolumbien steigt ins Achtelfinale auf, noch dazu als Sieger der Gruppe H. Zum Abschluss gab es einen späten, aber insgesamt nicht unverdienten 1:0-Sieg gegen Senegal, das wiederum die Koffer packen muss. Wieder konnte ein Mann dabei besonders aufzeigen, Yerry Mina. Näheres dazu und was für eine Rolle zwei gelbe Karten am letzten Spieltag dieser Gruppe gespielt haben.

Senegal ohne Elfer nach VAR – James verletzt raus

Die Anfangsphase der Partie war wahrlich nicht schön anzuschauen. Reines Abtasten, kaum gefährliche Szenen. Senegal konnte sich leichte Vorteile erarbeiten, die aber keineswegs zu einem Tor führen konnten. Nach 12 Minuten bekamen die Kolumbianer einen Freistoß in Strafraumnähe, Quinteros Aufsetzer ins lange Eck konnte aber von N’Diaye pariert werden. Fünf Minuten später dann der erste Aufreger des Spiels: Mané fällt nach einem vermeintlichen Foul von Sánchez im Strafraum, Schiedsrichter Mazic zeigt auf den Punkt. In der Normalgeschwindigkeit scheint es eine klare Sache zu sein, doch der Videobeweis durfte auch hier nicht fehlen. Es kam wie es kommen musste, der Elfmeter wurde zurückgenommen, nach mehrmaligem Studium der Szene zurecht. Somit stand es nach knapp 20 Minuten weiterhin 0:0.

Wenig später konnte auch Falcao zeigen, dass er auf dem Platz steht und war bei einem Kopfball zur Stelle, allerdings stand er dabei im Abseits. Trotzdem war es immer noch keine Partie zum Zungeschnalzen. Viel Vorsicht auf beiden Seiten, gefährliche Aktionen waren so gut wie gar nicht vorhanden. Nach einer guten halben Stunde dann der Schock für ganz Kolumbien: James Rodríguez musste ausgewechselt werden, nachdem er im Vorfeld der Partie nicht ganz fit wirkte. Eine große Schwächung für die Südamerikaner, für ihn kam Sevilla-Stürmer Muriel ins Spiel. In der 37. Minute bekamen die Senegalesen einen Freistoß zugesprochen, den Sané jedoch deutlich über die Latte setzte. Gefahr sieht anders aus, von der für den Rest der ersten Halbzeit immer noch wenig kam.

Insgesamt gesehen war das 0:0 ein gerechtes Ergebnis zur Pause. Senegal wirkte aufgrund der Tabellensituation eher lustlos, während die Kolumbianer nach dem Ausfall von James sich wieder finden mussten. Doch Ideen kamen keine heraus, weil die Abwehr der Senegalesen hellwach war. Yerry Mina stand nach dem Spiel gegen Polen erneut in der Startelf, war aber eher unauffällig ohne nennenswerte Momente.

Yerry Mina schlägt wieder zu – Senegal ohne Antwort

Mina war sofort nach Wiederanpfiff im Mittelpunkt, allerdings als Opfer eines Fouls von Niang, der dafür Gelb sah. Am Spielverlauf änderte sich wenig, der Ball wurde von den Kolumbianern hin und her geschoben, Senegal blieb vorsichtig und lauerte auf Konter. Nach 55 Minuten wurde das Tempo aber immer schneller, die Partie schien Fahrt aufzunehmen. Knapp zehn Minuten später gab es aus vielversprechender Position einen Freistoß für die Afrikaner, Topstar Sané rutschte aber aus und der Ball segelte meterweit über das Tor. Es war bisher einfach nicht seine WM. Kurz darauf hätte es im Strafraum von Senegal gefährlich werden können, der Schuss von Muriel wurde jedoch zur Ecke abgefälscht, die nichts einbrachte. James fieberte währenddessen an der Seitenlinie mit, bis zur Minute 74: Corner für die Südamerikaner. Wer ist bei solchen Situationen besonders gefragt? Richtig. Yerry Mina schraubte sich hoch und versenkte den Kopfball mit der Gewalt eines Schusses per Aufsetzer ins Tor, N’Diaye war dran, aber ohne Abwehrchance. Die kolumbianische Fiesta konnte also beginnen, der Torjubel wurde zur obligatorischen Tanzeinlage.

Nur drei Minuten später hätte es aber auch hinter Ospina fast geklingelt, einen Schuss von Niang konnte der Arsenal-Torhüter aber parieren. Senegal kam nun, Sarr schoss über das Tor. Den Senegalesen drohte nun das Aus, gegen das sich die Löwen stemmten. Falcao konnte sich in Minute 89 noch feiern lassen und verließ den Rasen, für ihn wurde Borja eingewechselt. Vier Minuten Nachspielzeit gab es, die die Senegalesen aber nicht nutzen konnten, um den so wichtigen Ausgleichstreffer zu erzielen. Das Match war entschieden, aber wie bitter ist denn das? Während Kolumbien den Gruppensieg feiern durfte, ist Senegal nur aufgrund von zwei gelben Karten aus dem Turnier ausgeschieden. Zwei Verwarnungen zu viel, wie sich am Ende herausstellte. Punktgleich mit Japan sowie mit derselben Tordifferenz, musste die Fair Play-Wertung her, die Japan zusammen mit den Kolumbianern ins Achtelfinale schickte.

„Dieses Tor widme ich ganz Kolumbien“

Einem war es egal: Yerry Mina. Der junge Innenverteidiger vom FC Barcelona avancierte zum Matchwinner für sein Land und konnte nach dem Torerfolg gegen Polen erneut seine Gefährlichkeit bei Standardsituationen unter Beweis stellen. Im Interview nach dem Spiel wirkte der 23-jährige sichtlich erleichtert: „Ich bin sehr glücklich, ich versuche alles, was ich kann, um meiner Mannschaft zu helfen. Dieses Tor widme ich allen, meiner Familie, meinen Freunden, ganz Kolumbien.“ Der Abwehrhüne fand aber auch lobende Worte für den Gegner: „Senegal war wirklich stark, sie haben schnelle Spieler, die es uns schwer gemacht haben. Wir durften ihnen daher keine Räume geben, aber wir wurden immer besser und übernahmen die Kontrolle über das Spiel. Wir haben unsere Möglichkeit genutzt und stehen jetzt im Achtelfinale.“

Zu seiner Leistung kann gesagt werden, dass diese recht unauffällig, aber solide war. Mit Partner Sánchez wurde die Offensive rund um Sadio Mané über weite Strecken des Spiels lahmgelegt und wieder durfte der Barça-Akteur über die volle Distanz ran. Das Goldtor zum 1:0-Sieg wird das Selbstvertrauen des jungen Mina weiter steigern, was für den weiteren Verlauf des Turniers von Vorteil sein wird. Unglaublich aber wahr: Mina ist somit Kolumbiens Toptorjäger bisher im Turnier. Hat Yerry Mina mit diesen zwei Toren auch ein Ausrufezeichen in Richtung Barcelona-Kader für 2018/2019 gesetzt? Eine Chance ist ihm zu vergönnen.

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