Barça-Transferpolitik

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Austrokatalane antwortete auf das Thema: Gerücht: Douglas Pereira dos Santos

Meine Informationsquellen? Ich halte mich neben Barçawelt auch noch in anderen Foren auf. Dort gibt es einige Insider die den Verein schon länger verfolgen, als die meisten von uns alt sind, direkt in Barcelona ansässig sind und teilweise auch Kontakte haben die näher am Verein sind. Ergo haben sie eine Fülle an Informationen, die auch vertrauenswürdig sind. Die haben von Rosell über Laporta bis Gaspart etc. alles erlebt und sich auch mit den Thematiken auseinander gesetzt. Dass man als in Barcelona lebender Mensch mit fließenden katalanisch Kenntnissen an mehr Infos kommt, als es die meisten hier tun, ist Fakt. Weiter gebe ich auf deren Informationen sehr viel, da sie den Verein besser kennen als jene, die Barça erst seit Guardiola oder gar später richtig verfolgen. Man kann Erlebtes nicht mit Büchern oder Artikeln einholen. Kurz gefasst: Dort habe ich selten Informationen ohne Wahrheitsgehalt erhalten. Deshalb ist fcbarcelona.ch (bzw. eher drei bis vier Mitglieder) eine gute Informationsquelle für mich. Barçawelt hingegen ist meine Diskussionsplattform. Kurzgefasst: Das sind meine Informationsquellen und aufgrund von Erfahrungen vertraue ich diesen auch. Mehr als irgendwelchen Journalisten, die Artikel in die deutsche Sprache übersetzen.

Nett, Dinge überspitzt zu formulieren. Zuerst ist es blinder Hass, jetzt heißt es „geliebter Laporta“. Klar war auch bei Laporta nicht alles astrein, aber wenn man sich die Katastrophen-Präsidenten ansieht, die wir hatten, war er insgesamt gesehen einer der besseren. Er hat Barça nach Gaspart 2003 aus dem Dreck gezogen und hat es 2008 angefangen mit der Verpflichtung Peps erneut geschafft. Klar passierte das ganze auf Anraten von Cruyff, aber mit Sandro an der Spitze hätten wir aller Voraussicht nach Scolari bekommen. Auch dass Laporta Valdés immer wieder den Rücken stärkte, als von überall auf ihn eingedroschen wurde rechne ich ihm hoch an. Weiter war es Rosell, der Laporta vor Gericht brachte und ihm teilweise Dinge unterstellte, die so nicht geschehen waren. Pep war damals angeblich auch fuchsteufelswild und wütend auf Rosell, weil ihm dessen Vorgehensweise überhaupt nicht passte. Cruyff legte sein Ehrenpräsidentschaftsamt nieder. Klar war Laporta ein wenig der Charlie Sheen des Fußballs, aber er hat zumeist schlichtweg gute Entscheidungen getroffen, vor allem was das Sportliche angeht. Beispielsweise sprach er Rijkaard das Vertrauen aus. Den Rest der Geschichte kennen die meisten. Seine Handhabe bei den Socis war außerdem auch gut. Er hat es geschafft in seiner Amtszeit die Mitgliederzahl um knapp 70.000 zu steigern, wenn ich mich Recht erinnere (ist übrigens eine Steigerung von 70! %). Dieses grandiose Wachstum basierte aber bei weitem nicht nur auf dem sportlichen Erfolg. Da einges an harter Arbeit dahinter. Seit Rosells Truppe da ist, kann man gar nicht mehr regulär Mitglied werden sondern muss sich einem netten Procedere unterziehen, bei welchem man über einen Zeitraum jährlich seine Antragskarte aktualisieren muss. Angeblich wegen zu hohem administrativen Aufwand, der mit einer so großen Anzahl an Mitgliedern einher geht. Dann gab es ja noch den ominösen Zensus 2012, bei dem ich als Österreicher auf die spanische Botschaft gehen musste, um meine Identität beglaubigen zu lassen. Soviel dazu. Dass die Mitgliedsbeiträge auch um über 10% angestiegen sind und man mittlerweile keine Rabatte mehr im Onlineshop bekommt etc. ist auch sehr nett. Dass Rosell und Co. damit nur ihre Position festigen wollten wird ebenfalls außer Acht gelassen. Aber es geht noch weiter: Rosell war Pep von Anfang an ein Dorn im Auge war. Als Pep über Rücktrittsgedanken sprach war er angeblich gar froh, da ihm Guardiola immer unangenenehm war. Er war kein Trainer der sich leicht fügte und außerdem hatte er eine andere Vorstellung von Barça als er. Weiter hatte er ein zu hohes Standing und war Klubintern auf Basis der vorangegangenen Erfolge zu mächtig. Auch die völlig überraschenden Statutenänderungen sind ganz astrein. Ist ja nicht so, dass Rosell seiner Truppe dadurch zwei Jahre extra Amtszeit beschert hat und wir das Board nun bis 2016 und nicht nur bis 2014 ertragen müssen. Meiner Meinung nach ist es ziemlich gewagt Laporta die Beteiligung am sportlichen Erfolg abzusprechen. Seine Entscheidungen waren, wie bereits erwähnt, teilweise ausschlaggebend. Die Tatsache wie der Umgang mit den Spieler von Statten ging hat durchaus etwas mit dem Erfolg zu tun. Nur hatte den Rosell in seinen ersten zwei Jahren mitunter nahezu genauso wie Joan, aber ok. Hier gibt es bestimmt gar keinen Zusammenhang damit, dass Víctor nicht mehr bei uns spielt. V.V. hat Rosell beim Teamfoto letzte Saison sicher auch unabsichtlich nicht die Hand geschüttelt. Hat er wohl vergessen. Dass Laporta als Ex-Präsident bei Xavis Hochzeit (wenn ich mich nicht irre) anwesend war, hat auch gar nichts zu sagen. Auch die Begrüßung der Spieler, die er beim Abschiedsevent von Puyi erhielt war ziemlich herzlich. Aber gut.

Die Transfers von damals habe und werde ich auch keineswegs gutheißen. Dennoch: Wenn wir damals einen Spieler wollten, bekamen wir ihn in der Regel. Heute eiern wir herum und bezahlen dann schlussendlich eine überhöhte Ablösesumme. Flops waren im Übrigen auch genug dabei. Der Unterschied: Unter Laporta bzw. mit Begiristain als Sportdirektor wurden zwei bzw. respektive drei Teams zusammengestellt, die die Champions League gewonnen haben. Davon können Rosells Trupp und Zubi nur träumen. Txiki hatte zwar auch schlechte Deals drinnen, aber die gibt es bei jedem Sportdirektor.

Zum Douglas Deal: Er gehört Traffic Sports Marketing, so wie ziemlich jeder Spieler in Brasilien. Mit denen haben wir seit Neymar unsere Beziehungen nochmal intensiviert, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Aber es hätte ja weit schlimmer kommen können. Kurzzeitig war ja auch im Zusammenhang mit Neymar die Rede davon, dass wir gleich einen Deal mit zwei weiteren Santos-Akteuren eingefädelt haben. Die Spielen aktuell zum Glück noch nicht bei uns.

Dass es mir beim Neymar-Deal mehr um das Drum herum geht, ist dir offensichtlich auch mehrmals entgangen. Mal ganz abgesehen von den unsauberen Geldern die hier flossen, ist es schlichtweg lächerlich, dass Neymar auf Kosten des Vereins Freunde aus Brasilien einfliegen darf und dass 40 Mio. Euro an ihn und seinen Vater gingen und sein Vater dem Verein dadurch immer noch an der Backe klebt ist auch einfach unglaublich. Das alles nur damit Neymar sich bei seiner Ankunft wohl fühlt. Neymar war neu in Europa, ein unbeschriebenes Blatt für Barça und wurde quasi in die Kaiserliga zu Léo, Xavi, Andrés und Co. gehoben, nur weil er Prestige einbrachte. Aber den Neymar-Deal haben wir ja schon mehrmals ausdiskutiert und sind nie auf einen gemeinsamen Nenner gekommen, ergo schätze ich das als sinnlos ein. Meine Meinung kannst du aber gerne nochmal nachlesen. War es das Rosell Thema? Ich kann mich an deine noch gut genug erinnern. Von meiner Seite aus werden weitere Ausführungen folglich als sinnlos angesehen.

Und dass du auf meiner Präferenz bzgl. Cuadrado im Gegensatz zu anderen Spielern herumreitest ist in meinen Augen schier lächerlich. Ich bin der Meinung dass er uns eine Fülle an taktischen Möglichkeiten eröffnen würde, Punkt. Dass Lucho ihn auch unbedingt will wird seine Gründe haben. Weiter würde er unser Problem auf der rechten Seite schon ziemlich lösen, wenn denn ein anderes System praktiziert werden würde und wir nicht mehr mit Viererkette, die zwei offensive Außenverteidiger beinhaltet spielen würden. Aber gut, ich bin der, der sich wie ein kleiner Junge verhält, der sein Spielzeug nicht bekommt. Man kann sich immer alles so drehen und wenden wie man will, oder? Mir wirfst du vor ich würde es praktizieren, bei dir selbst missachtest du es allerdings. Das aber nur am Rande, da ich es gerne vermeiden würde persönlich zu werden, weil ich sachliche Diskussionen mit dir immer sehr geschätzt habe.

Übrigens ein weiteres Missverständnis bzw. eine weitere Fehlinterpretation: Es ist keineswegs so, dass ich Douglas nicht als Person/Spieler an sich akzeptiere. Ich akzeptiere den Transfer nicht. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich lasse mir meinen Frust nicht an ihm aus, sondern zeige nur meine Abneigung gegenüber dem Transfer. Hier im Forum wurde das immer aus einem einseitigen Blickwinkel betrachtet. Ich habe absolut nichts gegen den Spieler Douglas an sich, nur ich zweifle bei ihm, genauso wie bei Mathieu, die Tatsache an, ob er denn wirklich die Klasse hat, bei Barça zu spielen. Nichts weiter. Ich habe weder etwas gegen den Spieler Douglas, noch etwas gegen den Spieler Vermaelen, noch etwas gegen Mathieu oder Suarez. Einzig gegen die Transfers an sich habe ich etwas. Bei Neymar ist es nicht nur der Transfer, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Beim Douglas-Deal geht es mir in erster Linie darum, dass der Transfer scheinbar einfach auf Beziehungspflege basiert und nicht auf solidem Scouting. Aber ok. Soweit meine Meinung dazu.

Es wäre im Übrigen nett, wenn du mir im nächsten Posting nicht alle Worte so im Mund umdrehst und mein Verhalten mit dem eines kleinen Kindes vergleichst. Aussagen solcher Art habe ich bei dir auch versucht zu vermeiden, und meines Empfindens nach ist es mir besser gelungen als dir. Das soll aber jetzt keineswegs ein Angriff sein. Ich schätze die Diskussionskultur in diesem Zusammenhang immer noch als sehr hochwertig ein.
5 Jahre 3 Wochen her
#21
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Roland antwortete auf das Thema: Gerücht: Douglas Pereira dos Santos

Ich verstehe. Du kennst also selbsternannte Insider, die den Verein vermutlich sehr lange verfolgen und Kontakte bis zum geht nicht mehr haben. Außer deren Dafürhalten hast du noch was außer deren Meinung, die etwas beweist, das wir hier noch nicht wüssten ? Und diese Personen, die vermutlich ganz zufällig politisch gleichgesinnt sind, ziehst du dann als Referenz heran, während irgendwelche Journalisten absolut unglaubwürdig sind. Mir sind irgendwelche Pseudo-Insider in irgendwelchen Foren ziemlich egal. Wenn das die Stützen meiner Meinung wären, dann gute Nacht.

Blinder Hass und geliebter Laporta klingt natürlich überspitzt, kommt aber nicht von ungefähr. Diesen Eindruck hast du nämlich nicht nur auf mich in diversen Threats wie dem Cuadrado und Douglas-Threat oder alles rund um Rosell und Laporta gemacht. Und meinst du nicht, dass du mit nicht alles astrein die teilweise desaströsen Verfehlungen von Laporta ziemlich untertreibst ? Laporta hat Pep Guardiola verpflichtet, was zu diesem Zeitpunkt Mut bedeutet und auch die richtige Entscheidung war. Dieser leitete dann mit seiner Taktik und mit der goldenen La-Masia-Generation den Erfolg ein. Ohne Messi, Busquets, Pique, Iniesta etc. hätte auch Pep vermutlich nie diese Erfolge verzeichnen können. Ohne Pep stünde Laporta nicht so gut dar. Diese Kausalität zu leugnen macht es nicht besser. Laporta verpflichtete Pep und Rijkaard. Das muss man ihm zugute halten, weil er es für richtig gehalten hat und den Mut aufgebracht hat, Trainer ohne Weltformat zu verpflichten. Auch Rosell hat mit Vilanova und Tata auf Trainer gesetzt, die er für richtig gehalten hat. Beide waren keine Trainer von Weltformat. Bartomeu verpflichtete Luis Enrique. Die Auswahl der Trainer hat sich zwischen Laporta, Rosell und Bartomeu nicht gravierend verändert. Und dass die Socios während der sportlichen Höhepunkte zufrieden sind und dem Präsidenten das Vertrauen aussprechen, ist normal und häufig zu beobachten. Selbst dieser konnte aber nicht kaschieren, dass man dann aufgrund Misswirtschaft, Fehltransfers und sonstigen privaten Vergnügen von Laporta sich immer weiter verschuldet hat. Es gibt eine Reihe Argumente, die gegen Rosell sprechen, aber genauso gibt es eine Reihe Argumente, die gegen Laporta sprechen. Ob der eine der Einäugige unter den Blinden war oder nicht, ist mir am Ende herzlich egal. Beide waren schlecht und haben ihre persönlichen Ziele auf Kosten der Vereins ausgelebt.

Die Transfers von damals waren teilweise grottig. Aber ja, wenn man sich zu dem Zeitpunkt bemüht hat, hat man die Spieler auch gekriegt. Die Situation ist heutzutage auch eine leicht andere. Mit dem Eintritt immer mehr Investoren in den Markt haben sich die Preise bekannter Stars enorm in die Höhe katapultiert. Abwehrspieler sind seitdem viel mehr in den Fokus gerückt was sich auch an den Ablösesummen bemerkbar gemacht hat. Insgesamt war der Transfermarkt wohl noch nie so umkämpft wie heutzutage. Das macht es ungleich schwerer für die neue Führungsriege, meinst du nicht ? Außerdem ist das Ausmaß der Flops unter Rosell deutlich geringer als unter Laporta. Spontan fällt mir nur Song ein, während Laporta scheinbar eine ganze Sammlung hatte. Und auch hier: die treibenden Kräfte des Gewinns der Championsleague waren Pep und die die La-Masia-Fraktion bestehend aus Xavi, Piqué, Messi, Iniesta, Puyol, Pedro, Busquets und Valdés.

Zum Douglas Deal: Richtig, er gehört zu Traffic Sports Marketing, wie fast jeder andere namhafte Spieler dort. Wieso ist das ausgerechnet bei Douglas ein Beweis dafür, dass es ein Rosell-motivierter Transfer war ? Unter Rosell gab es übrigens keine vermeintlichen noname-Transfers aus Brasilien. Sein Vorgänger hatte mit Henrique und Keirisson gleich zwei Spieler aus Brasilien nach Barcelona gewonnen. Was umso mehr verwundert, wo doch Rosell angeblich so viel Interesse daran haben sollte. Überhaupt hat Laporta ein Vielfaches mehr an Brasilianern verpflichtet. Die Verbindung zwischen Rosell und Douglas wirkt einfach abwegig und konstruiert und und die mit Neymars Vater umso mehr. Die zwei Santos-Spieler sind auch nicht in Katalonien gelandet und werden das in den nächsten Jahren vermutlich auch nicht. Wenig überraschend, außer man will unbedingt daran glauben.

Mir ist keineswegs verborgen geblieben, dass es dir beim Neymar-Transfer auch um das ,,Drumherum" ging. Stand jetzt ist nicht gesagt, dass es unsaubere Gelder überhaupt gegeben hat. Das wird aktuell geprüft. Selbst wenn, inwiefern ist es Neymars' Schuld, wenn Rosell und sein Team den Sachverhalt nicht richtig versteuert haben ? Das spricht gegen Rosell, nicht gegen Neymar. Und nein, Neymar wurde nicht in die Kaiserliga gehoben, weil er nur Prestige brachte, sondern weil er für sein Alter vermutlich das größte Talent der Welt ist, was er nicht zuletzt im Confed Cup, der WM und zahlreichen Barcelonaspielen gezeigt hat und darüber hinaus die größte Sportmarke der Welt ist. Kleiner aber feiner Unterschied. Und selbst wenn man Ablösesummen-ferne Kosten hinzuzählt sind es 86,2 Mio. EUR. Vor einem Vergleich muss er sich also nicht scheuen, wenn wir die Cavanis, Suarez', James', Bales und co dieser Welt betrachten, deren Ablösesummen auch ohne Zurechnung anderer Kosten schon teilweise auf dem Niveau sind.

Weiter würde er unser Problem auf der rechten Seite schon ziemlich lösen, wenn denn ein anderes System praktiziert werden würde..

Mit anderen Worten, der Cuadrado-Transfer macht nur dann Sinn, wenn für ihn das System geändert werden muss. Na, wenn es weiter nichts ist. Und das Argument mit der Erweiterung der taktischen Möglichkeiten trifft wohl auf fast jeden Kauf eines Stars zu. Deshalb muss man sie aber noch lange nicht kaufen.
Der Kolumbianer ist ein guter Fussballer, aber er ist auch recht teuer und bedeutet Integrationsaufwand in Form von Systemwechsel mit all den Konsequenzen. Es gibt sinnvollere Aktionen, die man auch schon heute bewerkstelligen kann, ohne überhaupt noch Transfers machen zu müssen. So bietet es sich beispielsweise an, wieder mit einer asymmetrischen Viererkette zu spielen. Diesmal über links, wo mit Alba ein herausragender Offensivakteur bereitsteht. Als gelernter (Flügel-)Stürmer bringt er in dem Bereich wie bekannt auch einige Argumente mit. Warum also einen Transfer forcieren, der teuer ist, Integrationsaufwand bedeutet und den den Nachwuchsspielern der Katalanen im Weg steht, wenn man mit Alba eine gute Alternative hat ? Es ist nicht so, dass ich komplett abgeneigt bin, Cuadrado zu verpflichten, aber nicht zu den Konsequenzen, die er im 4-3-3 bedeutet und ob ein Systemwechsel der ganz große Wurf, ist auch fraglich. Wenn er das am Ende nämlich nicht ist, hat man mit Cuadrado und Alves schon zwei fürtlich bezahlte Spieler, die man nicht braucht.

Gerade Mathieu war einer der großen Gewinner der Vorbereitung und hat gezeigt, dass er so vieles mitbringt, was Barcelona zuvor schmerzlich gefehlt hat. Das zeigt, wie wichtig es ist, sportliche Kritik von einer grundsätzlichen Management-Kritik zu trennen. Und um das ging es mir eingangs. Ein Mathieu ist nicht verantwortlich für die hohe Ablösesummeforderungen von Valencia, ein Douglas ebensowenig. Mathieu hat aber gezeigt, dass er sportlich ein Gewinn ist. Das konnte er nur zeigen, weil er die Chance dazu erhalten hat. Diese hatte Douglas noch nicht und deswegen ist jegliche Kritik um Fussballer Douglas auch nicht leistungsbezogen und unfair. Deine Managementkritik ist an dieser Stelle klar auf deine Antihaltung gegenüber des aktuellen Boards zurückzuführen und zwar mit Argumenten, die teilweise höchst spekulativ (keiner weiß wieviel Rosell in den aktuellen Transfers steckt, Rosell selbst hat bisher nur einen einzigen Spieler aus Brasilien verpflichtet) oder sehr abwegig (Wenn Neymars Vater überhaupt sowas wie Scouting macht, dann sind seine Vorschläge nicht mehr als Vorschläge. Der Sportdirektor beziehungsweise der Vorstand trifft die Entscheidungen). Will heißen, sowohl deine sportliche Kritik als auch deine Managementkritik ist hier entweder Fehl am Platz oder eben gänzlich unbegründet und entspringt der gleichen Quelle, wie so viele Verschwörungstheorien auch.

Deine Anti-Gebaren gegenüber allem, was das aktuelle Board unternimmt, plant und entscheidet und die Art und Weise, wie du in den letzten Tagen und Wochen versuchst Stimmung gegen die Transferperiode im Allgemeinen und Doulas im Speziellen mit absolut fragwürdigen Argumenten und Beweisen aus selbstverständlich äußerst vertrauenswürdigen Insiderinformationen, erinnert aber leider an eine sehr engstirnige Betrachtungsweise. Untermauert wird das auch von den teils sehr selektiven Informationsquellen. Einmal sind es Zeitungsberichte von Journalisten, als es darum geht, Rosell auf Teufel komm raus eine Verwicklung in den Douglas-Transfer zu beweisen, und später sind es dubiose Insiderquellen, weil Zeitungsberichte nicht vertrauenswürdig sind. Auf mich wirkt das in der Tat nicht sehr reif. Falls du dich angegriffen fühlst von dem Spielzeug-Vergleich, dann ziehe ich den gerne zurück. Blinder Hass finde ich an der Stelle aber sehr beschreibend für die Tatsache, dass du fortwährend gegen das Board hetzt, positive Aspekte auslässt und vermeintlich negative übertrieben darstellst, auch wenn die Argumentation oftmals mehr als schwammig ist. Das zieht sich nun auch über Monate, so dass es eben genauso wirkt wie blinder Hass. Deswegen habe ich es so genannt.

In Punkto Doppelmoral läufst du aktuell auf dünnem Eis. Auf der einen Seite argumentierst du mit Barcelonas Werten. Auf der anderen Seite verteidigst du einen Präsidenten, der maßlos Vereinsgeld für private Annehmlichkeiten ausgegeben, Leute ausspionieren lassen und den Verein immer weiter verschuldet hat. Auch die Jugendarbeit, die eine tragende Säule des Vereins ist und zu der Vereinskultur gehört, ist auch gerne mal weniger wichtig, wenn ein Cuadrado kommen soll. Katar passt nicht zu Barcelona ? Stimmt, tut's nicht, aber wo bleibt die Kritik an Mit-Initiator Laporta, der die Werte angeblich unvergleichlich besser vertreten hat ? Du beschwerst dich über das aktuelle Scouting, vergisst aber, dass die Masse an Flop-Transfers Laporta zu verantworten hat. Bei Neymar argumentierst du mit Ablösewerten, die sachlich betrachtet absoluter Unsinn sind, tust es bei Cuadrado aber nicht. Du sagst, du gibst allen Spielern eine faire Chance, verurteilst den Douglas-Transfer aber vor Zustandekommen scharf und stellst seine spielerischen Qualitäten in Frage, obwohl du ihn nicht hast spielen sehen.

Um die vielen Zeilen einmal prägnant auf das Douglas-Thema zusammenzufassen: Deine Beweise für einen politisch motivierten Transfers von Rosell oder gar Neymars Vater stammen aus Usermeinungen irgendwelcher selbsternannter Foren-Insider, deren Belastbarkeit natürlich niemand prüfen kann. Und da du Douglas auch noch nie spielen gesehen hast, ist demnach sowohl deine Managementkritik als auch deine Fussballer-Douglas Kritik einfach haltlos.
5 Jahre 3 Wochen her
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Dr.Doofenshmirtz antwortete auf das Thema: Gerücht: Douglas Pereira dos Santos

Da holt man für den Sturm zwei Spieler für 150+ Mio und hinten spart man jeden Cent. Der große FC Barcelona kauft jetzt einen Spieler für 6 Mio für eine Position, die laut vielen schon seit zwei Jahren nicht ordentlich besetzt ist. Alves soll schlecht sein und Montoya sei eh kein Stammspieler, weil zu jung. Aber ein Brasilianer, der 6 Mio kostet und den die meisten nicht mal gekannt haben bis heute soll gut genug sein, um Alves zu ersetzen? Wieso spielt er dann nicht in der Nationalmannschaft? Oder hat nur unser Sportdirektor-Genie Zubi den Durchblick und sieht in ihm etwas, was kein anderer sieht, weshalb nur Barca ihn kaufen will und dabei ohne Konkurrenz vorgehen kann. Allein schon aufgrund der Vorgehensweise der Klubführung, die sehr wenig Geld für eine wichtige Position ausgeben will, seh ich den Transfer nicht unbedingt positiv. Man spart an falschen Stellen. Aber so ist wohl das Risiko nicht groß. Wenn er einschlägt war es ein Top-Transfer ansonsten sinds ja nur 6 Mio. Die zahlt man aus der Neymar-Party-Kassa.

PS: Und wenn man sich mal über ihn informieren will im Internet, liest man leider sehr wenig Gutes, um optimistisch zu sein.
5 Jahre 3 Wochen her
#23
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Austrokatalane antwortete auf das Thema: Gerücht: Douglas Pereira dos Santos

Vorweg: Deinen aktuell äußerst aggressiven Diskussionsstil (@ Roland) erachte ich als deplatziert und nicht der Situation entsprechend. Zum Thema:

Mir ist klar, dass dir meine Referenzen in diesem Zusammenhang egal sind und sie durchaus auch belang- und haltlos erscheinen. Dennoch habe ich meine Meinung nicht von ungefähr und sie hat sich über die Jahre hinweg durch Eindrücke und Vorgänge im und um den Verein gebildet. Dass dir irgendwelche Insider in anderen Foren egal sind ist in meinen Augen durchaus verständlich, nichtsdestotrotz lege ich auf ihre Informationen sehr viel Wert, da mir diese bis dato gute Dienste erwiesen haben und sich diverse Prognosen schlussendlich als nahe an der Wahrheit bzw. als schlichtweg richtig herausgestellt haben. Dass du das im Zusammenhang mit Argumentation nicht als seriöse Belegung durch Quellen wahrnimmst ist mir klar. Ich beziehe meine Informationen anderweitig als du, und bin bis dato gut damit gefahren. Du bist mit deiner Methode des Informationserwerbs offensichtlich ebenfalls mit einem für dich zufriedenstellenden Erfolg gesegnet, also können wir ja beide zufrieden sein. Manche Zusammenhänge erschließen sich erst im Auge des Betrachters. Ich ziehe andere Rückschlüsse als du und sehe Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Du tust das umgekehrt natürlich ebenfalls. Das einzige, was sich hierbei sagen lässt ist, dass wir beide eine subjektive Wahrnehmung gewisser Vorgänge haben, nicht mehr und nicht weniger. Dennoch respektiere ich deine Meinung und auch dich als Diskussionspartner – als solchen schätze ich dich sogar, umgekehrt vermittelst du, zumindest mir, den Eindruck, dass das nicht so ist.

Ich muss zugeben, dass ich diverse Aussagen oftmals mit einem überspitzten Unterton tätige. Dennoch ist meine Herangehensweise an eine solche Diskussion eine andere, als deine. Bei dir habe ich das Gefühl, dass von Beitrag zu Beitrag ein gewisser Wutpegel ansteigt. Du wirst meine Ansicht zu einem Thema nicht ändern können, ich deine genauso wenig. Das Ziel hierbei ist es schlichtweg, dem Diskussionspartner die eigene Meinung zu erläutern und ein Verständnis dafür einzuholen. Aber in dieser Diskussion werden wir dieses Ziel wohl leider nicht erreichen. Aber weiter im Text:

Wie viel Zutun des Präsidenten für sportlichen Erfolg erforderlich ist, kann niemand genau definieren. Dafür gibt es schier keinen Messwert. Ich bemesse den Handlungen des Präsidenten im sportlichen Zusammenhang mehr Bedeutung als du. Das ist okay und nicht in irgendeiner Form weit hergeholt. Das ist schlichtweg eine Einschätzungs- bzw. Interpretationsfrage. Genauso wie die Einschätzung bzw. die Wertbemessung von Verfehlungen. Dass unter anderem Cruyff und Pep ebenfalls eine unverkennbare Antipathie gegen das aktuelle Präsidium hegen kommt nicht von ungefähr. Tut mir Leid, aber ich ordne der Meinung von Vereinslegenden einfach eine mitunter nicht zu ignorierende Bedeutung zu. Die beiden haben mit 100%iger Sicherheit mehr Ahnung von Fußball, als wir alle zusammen, und mit Sicherheit auch von Barça. Dass bei ihnen persönliche Beziehungen eine nicht zu verachtende Rolle spielen will ich nicht bestreiten. Die Frage ist hierbei schlichtweg, wem man Glaubwürdigkeit zuschreibt. Nun aber zurück zu den Verfehlungen Laportas und Rosells.

Ich sehe Rosells Verfehlungen als schlimmer an, du Laportas bzw. bemisst ordnest du ihnen einen ähnlichen Grad zu – das ging für mich nicht genau aus deinen bisherigen Beiträgen hervor. Unter Laporta waren wir einer der angesehensten Vereine – wenn nicht sogar der angesehenste; weltweit wohlgemerkt. Laporta hat im Zusammenhang mit den Mitgliedern und Fans hervorragende Arbeit geleistet, Rosell hat dies eingerissen und mitunter zerstört. Undurchsichtige „Mitgliedszählungen“, das Abschaffen eines „handelsüblichen“ Registrierungsprozesses für neue Mitglieder, die Verlängerung der Amtszeit etc. Im Prinzip hat er alles dafür getan, um so lange wie möglich an der Macht zu bleiben. Laporta hingegen hat meines Wissens die Statuten dahingehend geändert, dass die Amtszeit überhaupt erst beschränkt wird. Weiter im Text. Du hältst Laporta den grob fahrlässigen Umgang mit Finanzen vor. Hierbei muss aber in einem verstärkten Maße vor der Tür des aktuellen Boards gekehrt werden. Uns wird vom Präsidium aktuell ein nahezu perfekter Sparplan vorgespielt. Dass Rosell ein neues Stadion bauen wollte diente aber wohl kaum dem finanziellen Wohle Barças. Im Gegenteil; er wollte sich schlichtweg in den Geschichtsbüchern als Erbauer des neuen, großartigen Stadions verewigen. Dass nun ein Rückzieher gemacht wurde, schmälert die Kuriosität dieses Vorhabens keineswegs. Man lässt über eine Renovierung abstimmen ohne konkrete Pläne vorzulegen, zeigt Grafiken, die mit ziemlicher Sicherheit jeder halbwegs talentierte Photoshop-User mindestens genauso gut hinbekommen hätte und gibt dann einen variablen Kostenvoranschlag an, der im Vergleich zum Komplettumbau des Bernabéu, beispielsweise, sehr hoch wirkt. Das wäre nun einmal ein wichtiger Teil der Handlungen, die von mir als gröbere Verfehlungen angesehen werden – zum „Drüberstreuen“. Auf das Thema Transfers, speziell zu Douglas, werde ich in den folgenden Absätzen nochmals gesondert eingehen.

Ich stimme dir voll und ganz zu, dass einige Transfers mehr als grottig waren. Nur nehmen sich die beiden hierbei in meinen Augen nicht viel. Ich habe viele Transfers damals nicht gutgeheißen und tue das aktuell auch nicht. Dennoch bin ich der Meinung, dass man damals mehr Deals gelandet hat, die uns wirklich weiter geholfen haben. Aber auch das ist wieder mitunter subjektiv, da jeder anderen Säulen einen gewissen Erfolg zuschreibt. Das Verkaufsverhalten bei Villa war aber beispielsweise mehr als katastrophal. Dass man Thiago verschlafen hat kann man mitunter auch dem Board (bei Thiago trägt natürlich auch der Trainer eine Schuld) ankreiden, ebenso wie den dubiosen Neymar-Deal. Dass die Säulen unseres Erfolgs glasklar von den La Masia Akteuren gebildet wurden ist natürlich ohnehin nicht weiter zu erläutern, das sieht denke ich jeder so. Dass es heutzutage schwieriger ist, auf dem Transfermarkt Erfolg zu haben und sich die Zeiten geändert haben, ist mir nicht entgangen. Trotzdem konnten sich andere Vereine dahingehend verbessern und anpassen und wir haben das offensichtlich eben nicht geschafft. Dass ich allerdings die Ansprüche an die Verantwortlichen von Barça, einen der größten Vereine der Welt stelle, ist aber nicht vermessen, meiner Meinung nach.

Okay, es ist Stand jetzt nicht gesagt, dass wirklich unsaubere Gelder geflossen sind. Aber Rosell wird wohl kaum ohne Grund das Zepter so wehrlos und schnell abgegeben haben, oder? Versteh mich nicht falsch, es ist genauso eine Frage der Einstellung welche Informationen man hierbei glaubt, aber es müssen schlichtweg illegale Machenschaften vonstatten gegangen sein, denn sonst wäre Rosell nie und nimmer so schnell zurückgetreten.

Und Neymar trägt natürlich in diesem Zusammenhang keine Schuld. Dennoch gibt es genug Gründe, wieso ich auch eine Antipathie gegenüber dem Spieler Neymar hege. Genauere Erläuterungen wurden ja schon in diversen Threads vorgenommen. Und wenn er und sein Vater nicht die vierzig Millionen Handgeld gefordert hätten, hätte es die wohl auch nicht gegeben. Rosell und Konsorten werden ihm diesen Batzen Geld wohl kaum hinterher geworfen haben, so dämlich sind nicht einmal die.

Außerdem: Berechtigt ihn die Tatsache als eines der größten Talente eingeschätzt zu werden dazu, „mir nichts dir nichts“ auf eine Stufe mit Messi, Xavi und Iniesta gestellt zu werden? Wenn das so ist, dann gute Nacht. Die Argumentation mit der Marke Neymar leuchtet mir auf finanzieller Ebene ein, aber sie auch als Begründung hinsichtlich seiner Einstufung im Vergleich zu unantastbaren Vereinslegenden und dem wohl besten Fußballer allerzeiten zu Rate zu ziehen, finde ich, um es in deinen Worten zu sagen: haltlos.

Zur Systemfrage und Cuadrado will ich folgende Frage in den Raum stellen: Wie erfolgreich sind wir seit dem Abgang Peps mit unserem System gewesen? Wie hat der Fußball ausgesehen den wir gespielt haben? Ich bin nicht der Ansicht, dass hierbei ein Paradigmenwechsel Einkehr finden sollte, ganz im Gegenteil. Ich bin lediglich der Ansicht, dass sich einige Dinge verändern sollten, und dass man Veränderungen verschlafen hat. Personell wurden sie nun getätigt, ob es die richtigen waren wird sich zeigen. Taktisch ist jetzt Lucho am Zug. Aber man konnte ja immer wieder wahrnehmen, dass er offensichtlich auf einen Cuadrado-Transfer pocht. Dass die Ablöse übertrieben ist, will ich gar nicht bestreiten und ich finde die Preise heutzutage auch allgemein irrational. Nur Barça bezahlt diese aktuell. Deshalb wäre es für mich persönlich ein positiver Effekt, wenn sie das Geld für Spieler in die Hand nehmen, die eventuell Sinn machen könnten. Das hat aber nichts mit Doppelmoral zu tun. Es steht mir nicht zu meine Meinung über andere zu stellen, das tue ich auch nicht. Dennoch kann ich sie sehr wohl äußern und in meinen Augen macht ein Transfer von Cuadrado einfach mehr Sinn als es bei anderen der Fall ist. Deiner Ansicht nach macht er weniger Sinn, das sind zwei verschiedene Sichtweisen und ohne die wäre Fußball auch langweilig, aber das ist noch kein Grund meine in diesem Zusammenhang zu verteufeln. Wie viele verschiedene Ansichten gibt es im Fußball, wahrscheinlich mehr, als es Fußballfans gibt – um es überspitzt zu formulieren. Tatsache ist, dass wir beide leidenschaftliche Culés sind und jeder gewissen Dingen mehr oder weniger Bedeutung bemisst. Das ist aber überall so, nicht nur im Fußball. Wir leben unser Fan-Dasein unterschiedlich aus, so wie es jeder tut. Ich sehe dahinter nichts schlechtes. Wenn man das weiterspinnt, kann man das auf verschiedene Charaktertypen zurückführen. Optimist gegen Pessimist. Realist gegen Idealist oder Pragmatiker gegen Idealist usw. (da ich dich nicht persönlich kenne, kann ich das nur im Bezug auf Barça beurteilen). Ich bestreite hierbei aber gar nicht, dass ich ab und an sehr verbissen bin. Der Punkt ist: Wir werden uns noch oft auf die Nerven gehen, das wird sich nicht vermeiden lassen. Bei uns treffen schlichtweg zwei zu konträre Ansichten aufeinander. Aber ich sehe das nicht unbedingt als schlecht oder falsch an. Ansonsten wäre das Forum langweilig. Da dieser Beitrag aber auch noch ein Ende finden soll, kehre ich nun wieder zur eigentlichen Thematik zurück.

Wenn ich mich recht entsinne ist nun Mathieu an der Reihe. Mathieu hat bis dato zwei Spiele für Barça absolviert, es waren zwei unbedeutende Freundschatsspiele. Ein erstes wirklich fundiertes Urteil kann man sich in meinen Augen aber erst nach einer nicht allzu geringen Anzahl an Pflichtspielen bilden. Überzeugt er dort ebenfalls, und zwar nicht nur auf nationaler Ebene in der Liga, sondern auch international in der Champions League, wird mir mit Sicherheit das Eingeständnis über die Lippen kommen, dass er mitunter gar nicht so überteuert war, wie ich es anfangs vermutet hatte. Aktuell stehen aber nur zwei Freundschaftsspiele zu Buche. Eine stichfeste Beurteilung des Transfers, beruhend auf Erfahrungen, ist in meinen Augen daher noch nicht möglich. Deshalb erläutere ich es nochmal und ich will bitte nicht, zum gefühlt hundertsten Mal, von jemandem missverstanden werden. Ich beurteile den Transfer von Mathieu aktuell auf Basis der mir vorliegenden Fakten. Er ist 31, hat nie dauerhaft auf absolutem Top-Niveau außerhalb der Liga gespielt, sprich Champions League KO Runde, er gibt offen und ehrlich zu sich ab und an Zigaretten zu genehmigen, Barça hat für ihn die Ausstiegsklausel von 20 Millionen bezahlt und er ist ebenfalls kein reiner Innenverteidiger. Auf der Habenseite stehen die Tatsache, dass er schnell, groß und kopfballstark ist. Weiter wollte er unbedingt zu uns und er ist ein Verteidiger. Vergleiche ich diese beiden Seiten miteinander komme ich, für mich persönlich, zu dem Schluss: Mathieu war zu teuer und ist nicht der Innenverteidiger auf den die meisten, darunter ich, gewartet haben. Wenn er um gut die Hälfte gekommen wäre und zwar nicht von vornherein offensichtlich als Stammspieler, sondern vorerst als Verstärkung in der Breite, hätte ich den Transfer von Beginn an gutgeheißen, weil dann, in meinen Augen, das Positive überwogen hätte. So ist das, und wieder kann ich nur für mich sprechen, aktuell nicht der Fall. Ergo warte ich seine ersten Einsätze in wichtigen Pflichtspielen ab, um mir eine fundierte Meinung zu seinen Qualitäten für Barça bilden zu können. Stand jetzt: Ist der Deal insgesamt schlichtweg nicht gut, wieder meine Ansicht. Und nochmal: Ich hege keine Abneigung gegenüber dem Spieler Mathieu und mache ihn für nichts verantwortlich (außer dafür, dass er raucht – aber das kann ich als Außenstehender nicht beurteilen, deshalb kann man diesen Negativ-Punkt auch gerne etwas verkleinern. Dennoch ist es für einen Sportler in meinen Augen ein klares No-Go). Sprich, er kann weder etwas für seine Ablösesumme noch für den Hergang des Transfers an sich. Dass man mir erneut unterstellt, ich würde Mathieu die Schuld geben, verstehe ich offengestanden nicht.

Beim Douglas Deal ist es im Übrigen ähnlich. Ich hinterfrage nur, ob sein Talent wirklich so groß ist, dass er a) unseren Rechtsverteidigern aus La Masia vorgezogen werden sollte und b) ob der Transfer ohne den Neymar-Deal und Rosells Kontakten in Brasilien zustande gekommen wäre. So spekulativ ist das in meinen Augen gar nicht. Oder glaubst du, es liegt daran, dass unser Scouting-System den anderen Vereinen so haushoch überlegen ist, dass bis dato noch niemand das Talent von Douglas erkannt hat? Ich erachte hierbei den Zusammenhang mit dem Neymar-Deal und vor allem mit den Beziehungen in Brasilien als wesentlich realistischer. Douglas ist immerhin auch schon 24. Ich bezweifle dass er ein absoluter Spätentwickler ist und sein Talent, sofern es doch in der Hülle und Fülle vorhanden ist, um ihn zu Barça zu holen, bis dato übersehen wurde. Es gibt hierbei in meinen Augen einfach zu viele Indikatoren die gegen einen Transfer sprechen, der auf gutem Scouting basiert. Im Zusammenhang mit Cuadrado argumentierst hingegen du nicht weniger mit La Masia und den Werten Barças, als ich es tue. Du hast mehr als nur angedeutet, ich würde diese bei Cuadrado ignorieren bzw. außer Acht lassen. Das habe ich in meinen Augen nicht getan. Ich sehe aktuell nur keinen Spieler, der auf dem Sprung in die erste Mannschaft ist (bzw. nahe dran ist) und die Vielseitigkeit eines Cuadrados mitbringt. Das ist vielleicht auch nur Wahrnehmungssache, aber ich denke, dass wir auf Position des reinen Rechtsverteidigers in der Jugend mehr als gute Alternativen haben, die Douglas überflüssig machen. Wenn er besser wäre als unsere Talente, wäre das wohl in Europa hinlänglich - und somit gemeinhin auch uns - bekannt. Dass Douglas im Gegensatz zu Cuadrado etwa ein Neuntel kosten würde, ist natürlich nicht außer Acht zu lassen. Dennoch sehe ich es hierbei nicht als unabdingbar an, einen Zusammenhang zu den Wertvorstellungen herstellen zu müssen. Hierbei ist es in meinen Augen sogar fragwürdiger der Jugend gegenüber, einen unbekannten Brasilianer zu verpflichten, der nun doch schon 24 ist, als einen Spieler, der in Europa angesehen ist und uns ohne Zweifel mehr Breite und Variabilität geben würde, als es Douglas tut. Das wage ich so zu beurteilen, auch ohne ihn zu kennen.
5 Jahre 3 Wochen her
#24

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JimmyBucket antwortete auf das Thema: Gerüchteküche (Barça-Neuzugänge)

Ich will dich nicht irgendwie angreifen, aber ehrlich gesagt nervt dieses bashing mich schon. Vielleicht solltes du, zumal du auch Moderator bist, dich etwas zurückhalten. Ich finde es jetzt nicht so seriös, jemandem bzw. mehreren Personen vorzuwerfen, dass sie sich "idiotisch" angestellt haben. Deine Beiträge gehen aber seit geraumer Zeit alle in diese Richtung.

Meiner Meinung darf man kritisieren, gar keine Frage, aber man sollte sich selber immer mal hinterfragen, wie man es meint und wie man es zum Ausdruck bringt. Keiner von uns kann wirklich in den Vorstand schauen und keiner weiß, was wirklich bei Verhandlungen abläuft. Da hängen oft so viele Leute mit drin, da finde ich es einfach einem Zubi gegenüber unfair, dass er immer alles abbekommt. Auch wenn er wohl in der Vergangenheit Fehler gemacht hat.
5 Jahre 3 Wochen her
#25
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Roland antwortete auf das Thema: Gerücht: Douglas Pereira dos Santos

Danke für die Ausführung, wie du deine Information herbekommst, worauf du deine Meinung aufbaust und wie du damit bisher gefahren bist. Im Grunde geht es aber nicht darum, wie du deine Meinung aufbaust, denn da bist du frei wie ein Vogel und so sollte es auch sein. Wenn man allerdings harte Vorwürfe formuliert wie ohne Rosell wäre der Transfer nie zustandegekommen, dann gehört das belegt. Und genau dort verwechselst du Meinung mit Wissen. De facto hast du überhaupt keine Ahnung darüber, ob es so ist oder nicht. Du hast ein paar User kennengelernt, die sich als Insider ausgeben und du ihnen vertraust. Das ist zwar in Ordnung, wenn man sich seine Meinung bilden möchte, aber absolut ungenügend um derartige Vorwürfe zu erheben. Als ich eingangs fragte, ob du auch nur einen einzigen der Vorwürfe belegen kannst, wäre nein die wahrheitsgetreue und richtige Antwort gewesen. Das hätte später viele Zeilen und Schreibminuten erspart. Das solltest du dir künftig merken.
Ebenso solltest du künftig damit sparen, mir Aggressivität, Wut oder sonstetwas zu unterstellen, die wenn man so wollte, sehr gut bei dir selbst herauslesen könnte. So schnell werde ich nicht wütend ;). Grundsätzlich solltest du ohnehin die Ebene verlassen, mich fortwährend emotional bewerten zu wollen. In dieser Hinsicht, habe ich mich zurückgehalten. Das sollte auch so bleiben. Hängt aber von dir ab.

Und du hast Recht, am Ende geht es darüber Meinungen auszutauschen. Der Ausgangspunkt der Diskussion war allerdings der Punkt, dass du deine Meinung für bare Münze verkauft hast, ohne auch nur eine einzige Quelle mit Substanz zu liefern. Die Alternative dieser Diskussion wäre, dass sowohl deine sportliche Kritik wie auch die Managementkritik an Douglas und dem Board den Eindruck hinterlassen hätten, sie wären fundiert. Jetzt muss man festhalten, dass rein gar nichts davon fundiert ist und auf, nimm es mir nicht übel, dubiose Usermeinungen aus anderen Foren basiert. Alleine deswegen hat es sich gelohnt, die Qualität deiner Kritik richtigzustellen. Unangetastet bleibt hier deine rein persönliche Meinung, ob ein solcher Transfer Sinn aus deiner Sicht Sinn macht und ähnliches.

Eigentlich geht aus meinen Posts recht deutlich hervor, dass ich beide Präsidenten für nicht würdig halte dieses Amt zu bekleiden. Dafür gibt es gute Gründe. Sportlicher Erfolg und gute Präsidentenarbeit haben natürlich ihre Schnittstellen, können aber sehr wohl getrennt werden. Wäre ein Watzke beispielsweise ein schlechterer Präsident, wenn Klopp nicht zum richtigen Zeitpunkt bereitgestanden hätte, die Borussen sportlich zu übernehmen? Nein, wäre er sicherlich nicht, denn seine Aufgabe besteht darin, die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass der Verein sowohl wirtschaftlich wie auch sportlichen Erfolg hat. Während er den wirtschaftlichen Erfolg zum Teil aktiv steuern kann, muss oder sollte er (*hust* Perez) den sportlichen Erfolg in die Kompetenz der Trainers und Sportdirektors geben. Das heißt, die Schnittstelle des Präsidenten und dem sportlichen Erfolg hängt zum großen Teil an der Entscheidung der Personalie. Diese Entscheidung hat Laporta gut gelöst indem er Rijkaard und später Pep Guardiola verpflichtete. Dafür gebührt ihm der Respekt eine so große Mannschaft wie den FC Barcelona in eher unerfahrene Trainerhände zu geben. Der Mut hat sich gelohnt. Rosell‘s Besetzung der Trainer war nah an der von Laporta. Mit Vilanova baut er auf jemanden, der der Verein sehr gut kannte, die Philosophie vertrat, aber keine große Erfahrung als hauptverantwortlicher Trainer hatte. Mit Martino folgte ein Trainer, der in Europa weitgehend unbekannt war, einen ähnlichen Spielstil hatte und auch menschlich passte. Auch das waren zwei aus meiner Sicht mutige und auch richtige Entscheidungen gewesen. Bartomeu bleibt dieser Linie treu und verpflichtete Enrique. Der abgesehen von etwas mehr Trainererfahrung vergleichbar mit Pep und Vilanova ist. Man sieht, dass der größte Einflussbereich des Präsidenten auf den sportlichen Erfolg und zwar die Bestimmung des Trainers, sich seit Laporta nur wenig verändert hat. Das heißt, hier hat Laporta mitnichten eine viel bessere Arbeit geleistet als Rosell und Bartomeu. Dass am Ende dabei mehr herausgesprungen ist als bei Laporta, ist am Ende auch das nötige Glück. Verteidigend muss man Rosell auch zugutehalten, dass Pep, aus welchen Gründen auch immer, das Schiff beim ersten Anzeichen des Sinkens auch verlassen hat. Parallelen zu Sir Alex Ferguson würden wohl böse Zungen behaupten. Dass Vilanova leider schwer erkrankt ist und letztlich daran starb, bedeutete auf der einen Seite, dass man schon nach einem Jahr wieder einen neuen Trainer suchte und den bekam man dann zu einem äußerst unglücklichen Zeitpunkt. Martino übernahm das Thema kurzfristig, ohne Vorbereitung und ohne eigene Transfers. Schwerer kann man es wohl kaum haben. Dass dann nicht das Triple herausgesprungen ist, dürfte kaum überraschen. Die Entscheidungen waren an sich aus meiner Sicht alle absolut nachvollziehbar und nicht schlechter als die von Laporta. Mit Enrique kommt jetzt ein Trainer, der wohl mehr als eine Saison trainieren darf (teu, teu, teu), eine Vorbereitung genießt und auch eigene Transfers hatte.
Abgesehen von der Besetzung der sportlichen Leitung, kann der Präsident noch via Transfers Einfluss nehmen. Im Idealfall orientiert sich das an den Vorgaben derjenigen, die Ahnung haben und zwar der eben genannten sportlichen Leitung. Jetzt ist es schwierig zu entscheiden, welche Transfers in der Pep-Zeit auf Pep zurückzuführen sind und welche auf Laporta. Bestehen bleibt aber, dass es zwar einige wirklich sehr gute und sehr viele wirklich schlechte Transfers gegeben hat. Als Flop muss man rückwirkend Henrique, Keirisson, Chygrynsky, Ibrahimovic, Hleb und Caceres bezeichnen. Rosell’s Liste ist sehr überschaubar und besteht im Grund nur aus Song. Dein Punkt, dass sich beide Präsidenten bei den Flops nicht viel nehmen, stimmt nicht. Rosell schneidet deutlich besser ab. Der Verlust von Thiago war schade und hätte nicht passieren dürfen. Dass es aber erst soweit kam, lag vor allem an Vilanova, der die Aufstellungen vorgibt und Thioago viel zu wenige Einsatzzeiten eingeräumt hat, auch wenn sie sich mehr als nur angeboten haben. Es setzt auf einen körperlich schwächelnden Xavi. Rosell’s Fehler lag aber darin, dass er sich nicht um dieses Talent bemüht hat. Das kreide ich ihm auch an. Der Verkauf von Villa war selbst zu den Konditionen absolut sinnvoll. Die Situation war eine ähnliche wie die von Alves heute. Er konnte nach der Verletzung bei weitem nicht an seine Leistungen anknüpfen und war ein Großverdiener im Team, obwohl er nur noch wenig zum Erfolg beigetragen hat. Ihn loszuwerden, etwas Ablöse zu kassieren und das Gehalt einzusparen ist das Sinnvollste, was man machen konnte. Die Tatsache, dass sich nicht gerade viele Interessenten um einen alternden und lange verletzten und nicht in Form kommenden Villa mit seinen Gehaltvorstellungen bemüht haben macht es nicht gerade leicht, eine gescheite Ablöse zu erzielen. Die Tatsache, dass Villa wegen seiner Familie auch unbedingt in Spanien bleiben wollte, die ohnehin knappen Interessanten noch deutlich eingegrenzt. Das ist leider Marktwirtschaft und nicht wünsch-dir—eine-Ablösesumme. Atlético hat Villa auch nur ein Jahr später wieder abgeschoben. Spricht vieles für Rosell und wenig für Villa.

Um zurück auf Laporta zu kommen, dass der Verein unter ihm ein höheres Ansehen genossen hat, stimmt zwar, ist aber auch die logische Konsequenz aus 3 CL-Titeln. Nichts weiter. Die Rahmenbedingungen, die Laporta geschaffen hat, waren kaum anders als die von Rosell und Bartomeu. Die Personalien wurden ähnlich besetzt, bei den Transfers schneidet Rosell sogar insgesamt besser ab. Hier spanne ich wieder den Bogen zum BVB und Watzke. Weder Watzke noch der BVB hätte ein ähnlich hohes Ansehen, wenn Klopp dort nicht die herausragende Arbeit geleistet hätte. Das lässt sich auch auf Laporta übertragen. Demnach muss man festhalten, dass Laporta nicht mehr für den sportlichen Erfolg getan hat als die Nachfolger, aber mit Pep und Rijkaard zwei Trainer hatte, die erfolgreich waren, mehr als nur ein Jahr hatten, um ein Team aufzubauen und eigene Transfers hatten. Sportlich gesehen war Laporta nicht besser als Rosell. Die Trainer waren es.
Ich bin bei dir, wenn es darum geht, Rosell in Hinsicht auf seine Tätigkeiten zum Machterhalt zu kritisieren. Ich finde auch, dass es absolut nicht sein kann und das ist einer der Hauptgründe für mich, warum Rosell kein würdiger Barca-Präsident war. Genauso vertrete ich die Meinung, dass Bartomeu ein nicht legitimierter Präsident ist. Selbst wenn die Statuten das mittlerweile zulassen, ein Präsident gehört gewählt und das wurde Bartomeu nicht. Es sollte Neuwahlen geben. Ich werde Laporta keinen grob fahrlässigen, sondern einen amateurhaften und absolut nicht hinnehmbaren Umgang mit den Finanzen vor. Selbst in den sportlichen Glanzzeiten, hat er es geschafft, den Verein immer weiter zu verschulden, obwohl das klare Mandat bei der Wahl lautete, die Bücher zu konsolidieren. Die Art und Weise wie er mutmaßlich private Dinge auf Kosten des Vereins ausgelebt hat, spricht Bände. Das ist für mich genauso schlimm, wie die Verfehlungen Rosells im Rahmen seiner Machtspielchen. Die aktuellen Bilanzen, speziell die Nettomittelverschuldung, unter Rosell zeigen ein deutlich besseres Bild. Solange es weder von den Wirtschaftsprüfern, den Stakeholder oder sonst wem Gründe für Zweifel an der Richtigkeit gibt, solange werde ich das auch glauben. Alles andere ist höchste Spekulation, wie der Rosell-Einfluss auf Douglas.
Die Stadionpläne unterstütze ich nicht, die Rosell damals vorgestellt hat und hoffe, dort kommt nochmal Bewegung rein. Fakt ist leider, dass das ehrwürdige Camp Nou baufällig ist. Früher oder später muss man es komplett renovieren oder eben ein neues bauen. Ich bin aber bei dir, dass die Kosten insgesamt sehr hoch sind. Gerade Immobilien wie ein Stadion eignen sich hervorragend für illegale Machenschaften wie zum Beispiel Geldwäsche oder Schmiergelder. Gerade dort sollte alles extrem transparent sein. Es gibt also viele Gründe an den Vorhaben von Rosell und Bartomeu bezüglich des Stadions zu zweifeln.
Beim Neymar-Transfer ist Stand jetzt noch nichts unsauber. Was nicht so bleiben muss und ich persönlich würde Rosell absolut zutrauen, dass er dort mitgemischt hat. Nur solange nichts bestätigt ist, gilt für ihn, wie auch jeden anderen Menschen die Unschuldsvermutung. Diese dürfen wir ihm nicht absprechen. Es sind ja auch insgesamt zwei Verfahren anhängig. Einmal auf Vereinsebene und zwar die Steuerhinterziehung. Dort muss man etwas relativieren. Er dermaßen komplexer Transfer, wie der von Rosell ist für jeden Steuerberater eine reinste Horror. Dort wirken verschiedene Steuern, mit verschiedenen Gesetzen. Das auch noch international. Wenn es sich also herausstellen sollte, dass ein kleiner Betrag, sagen wir 2- 3 Mio. EUR wirklich nicht richtig versteuert war, dann habe ich soetwas wie Verständnis. Der Vorwurf ist aber bedeutend höher, so dass ich das, sollte dich dies so rausstellen, dann auch als Absicht werten würde. Bleibt aber abzuwarten.
Die Ablösesumme Neymars ist vor dem Hintergrund seines Talents, der Fähigkeiten, seines Alters und dem Werbewert keineswegs zu hoch. Das Gehalt ist da schon etwas anderes. Natürlich ist man bei Gehaltszahlungen versucht, die Zahlen mit anderen Spielern zu vergleichen. Das ist aber nicht so wie es heutzutage läuft. Wenn du bei dir auf der Arbeit die Gehälter aller Mitarbeiter wissen würdest, dann würdest du dich sehr wundern. Darauf gebe ich dir eine Garantie. Du wirst feststellen, dass es ein paar Leute gibt, die deutlich mehr arbeiten als du und etwa das gleiche verdienen. Du wirst aber auch sehen, dass einige, die weniger als du arbeiten, deutlich mehr verdienen. Das liegt daran, dass neben deiner Qualifikation, auch andere Faktoren zählen, wie Zeit, Verhandlungsgeschick, Druck die Stelle schnell nachzubesetzen und vieles mehr. So läuft das in der Marktwirtschaft. Ob das fair ist, ist eine andere Frage und die Frage, was man unter fair versteht. Nur ist das eine Frage, auf die die Gesellschaft eine Antwort finden muss. Nicht der FC Barcelona.
Neymar hat ohne Zweifel einen Mega-Deal für sich rausgeschlagen. Man könnte meinen, der Vorstand hat zu schlecht verhandelt. Man muss aber auch bedenken, dass zum Zeitpunkt der Verhandlungen Man City und Real Madrid ganz aktiv mitgeworben haben und sowohl die Ablösesumme als auch das Gehalt extrem in die Höhe geschaukelt haben.

Zu Cuadrado: Ich möchte nur kurz nochmal klarstellen, dass ich nicht grundsätzlich gegen Cuadrado bin. Er ist ein klasse Fussballer und könnte auch Barcelona weiterhelfen. Mein Punkt ist in diesem Zusammenhang, dass man extra für ihn das System wechseln müsste, damit er zu Geltung kommt. Wenn Enrique das System ohnehin ändern will und glaubt, Cuadrado passt gut hinein, dann bin ich damit einverstanden. Über Enriques‘ Interesse berichteten die Zeitungen am Anfang der Transferperiode. Seit dem ist Zeit vergangen, Transfers wurden getätigt. Keiner von uns weiß, ob das Interesse nach wie vor so ist. Vielleicht war man in Verhandlungen und hat sie auf Abraten von Enrique wieder fallen gelassen, vielleicht hat man nicht auf Enrique gehört und sich komplett gegen den Transfer gestellt. Wir wissen es nicht. Und das ist auch das einzige, was wir wissen. Es kann viele Gründe haben, warum Cuadrado nicht verpflichtet wurde oder wird. Oder vielleicht kommt er noch. Mir geht es darum, dass ein notgedrungener (in Abgrenzung zu einem gewünschten) Systemwechsel, um einen Spieler zu integrieren, die wohl schlechteste Alternative ist. Dafür dann weitere 50 Mio. EUR auszugeben, während man bereits viel ausgegeben hat und mit Alba eine super Alternative in der asymmetrischen Viererkette bereitsteht, viel zu viel. Außerdem steht er als Offensivakteur so einigen La-Masia-Absolventen im Weg. Meiner Meinung nach haben wir ohnehin schon viele Stars mit Ausnahmefähigkeiten. Jetzt sollte man auch Platz schaffen, für Nachwuchskräfte. Wie gesagt, wenn es so ist, dass Enrique unbedingt das System ändern will und dafür Cuadrado bracht, dann okay. Bin ich mit einverstanden, aber ich habe meine Zweifel, dass es so ist.

Du hast schon Recht, wenn du sagst, eine wirklich valide Aussage über Mathieu kann man nur noch ein paar Pflichtspielen machen. Das ist natürlich so. Die Einsätze von Mathieu konnten wir bisher nur in unbedeutenden Freundschaftsspielen, dazu zähle ich auch Léon, sehen. Allerdings konnten wir dort auch andere Innenverteidiger sehen, wie Mascherano, Piqué und Bartra. Und für mich, aber auch für einige andere hier, war Mathieu dort der beste Verteidiger. Die Fähigkeiten, die er mitbringt, Schnelligkeit, Zweikampfstärke, Größe (keine Fähigkeit, ich wie) und Spieleröffnung hat sehr gut extrem gut zur Geltung gebracht und damit vieles von dem, was uns letzte Saison fehlte, gezeigt. Aber wie gesagt, alles unter Vorbehalt, da die wirklich wichtigen Spiele erst heute beginnen. Die Zweifel, die du weiter beschrieben hast, kann ich nachvollziehen und finde es auch okay. Du argumentiert hier komplett anders, als du es bei Douglas getan hast.

Damit komme ich dann auch zum letzten Punkt. Douglas. Deine Kritik an Douglas ist eine andere, als die an Mathieu. Beim Douglas-Transfer hast du ohne Substanz das Einwirken von Rosell oder Neymars-Vater unterstellt, indem du sagtest, der Transfer wäre nicht ohne Rosell zustandegekommen. Das sind keine bloßen Bedenken, das sind harte Vorwürfe, die wie gesagt komplett ohne belastbare Quellen erhoben wurden und nach aktuellen Erkenntnissen nicht richtig sind. Das wiederum kann und werde ich nicht akzeptieren und muss da nachhacken. Kritik ist okay, wenn sie fair ist. Fair ist sie nur dann, wenn wir ihn auch bewerten können. Das können wir allerdings nicht und damit ist Kritik an Fussballer-Douglas unfair. Leistungsbezogene Kritik kann also nicht gestellt, werden, da es nichts zu kritisieren gibt, da noch keine Leistung vorliegt. Die Managementkritik ist auch ohne Leistung von Douglas möglich, aber hier haben wir Stand heute keine großen Gründe dazu. Weder der Einfluss von Rosell noch der von Neymars Vater ist fundiert und geht damit ins Reich der Spekulationen ein. Wenn wir außerdem glauben, dass Enrique großen Einfluss auf die Transferaktivitäten hat, was spricht also dagegen, dass Douglas von Enrique abgeknickt wurde ?

Ob Douglas an sich ein großes Talent ist oder nicht weiß ich nicht und auch du nicht. Keiner von uns, der ihn nicht hat über einen längeren Zeitraum beobachtet hat. Talent ist wie gesagt auch nicht das Einzige. Es gibt weitere wichtige Faktoren wie Spielertyp, Fähigkeiten, Mentalität und so weiter, die ebenso wichtig sind. Ich habe auch so meine Zweifel an ihm, werde aber Kritik solange zurückhalten, bis ich ihn beurteilen kann. Das ist die Fairness, die ich ihm gegenüber aufbringen muss. Und ich finde es an der Stelle auch traurig, dass ich selbst als Zweifler ihn verteidigen und die Minimal-Fairness einfordern muss.

Ich glaube nicht, dass das Talent-Scouting so hervorragend ist, aber ausschließen kann ich nicht, dass man hier vielleicht einen Treffer hat. Wie soll ich das auch ausschließen, wenn ich gar nichts über diesen Fussballer weiß ? Das gilt im selbigen Umfang für alle die, die ihn genauso wie ich, nicht kennen. Deswegen sollten wir ihm gegenüber die Minimal-Fairness aufbringen und leistungsbezogene Kritik stellen. Die kann es erst geben, wenn wir ihn haben spielen sehen. Sollte er dann floppen, werde ich einer der ersten sein, der ihr kritisiert.
5 Jahre 3 Wochen her
#26

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Austrokatalane antwortete auf das Thema: Gerücht: Douglas Pereira dos Santos

Eigentlich war es nicht wirklich meine Absicht, meine Meinung für bare Münze zu verkaufen. Ich bin mir nun, beim nochmaligen überfliegen der vergangenen Beiträge zu Douglas, bewusst geworden, dass das durch meine sarkastische Art im Vorfeld etwas falsch rüberkam. Wie gesagt: Mir erscheint die Theorie mit den Konakten Rosells und der Zusammenhang mit dem Neymar-Transfer schlichtweg plausibler, als der mit dem guten Scouting. Er ist für mich schlichtweg logischer. Das kann natürlich auch mit meiner Meinung zum Board zu tun haben, aber es ist meine persönliche Ansicht, Spekulation und Vermutung. Belegen kann man hier sowieso wenig, da wir alle zu weit vom Geschehen entfernt sind. Wie gesagt, das Missverständnis, das zu vermeiden gewesen wäre, tut mir Leid.

Bei den Präsidenten haben wir uns schlichtweg festgefahren. Es gibt einige Dinge, die ich Laporta zu Gute halte und bereits erwähnt habe. Du bewertest das Ganze anders, was dein gutes Recht ist. Beide haben "Dreck am Stecken", Rosells Verfehlungen waren in meinen Augen schlichtweg schlimmer, in deinen Augen nehmen sich die beiden nicht viel.

Bzgl. des Neymar-Deals ist sein hohes Gehalt noch lange nicht dadurch gerechtfertigt, dass andere Vereine mitgeboten haben. Sofern ein Neuankömmling die Integrität des Gehaltsgefüges zerstören würde, soll er in meinen Augen einfach nicht kommen. Das sehe ich nicht nur bei Neymar, sondern auch bei jedem anderen potenziellen Transfer so. Talent hin oder her. Ich hätte kein Problem, wenn wir einen Spieler deshalb nicht bekommen, egal wer es ist.

Sofern Lucho Cuadrado nicht ausdrücklich fordert, ist ein Transfer in meinen Augen ohnehin überflüssig. Da sind wir uns also einig. Nur wäre es für mich schlichtweg logisch, dass Lucho Cuadrado fordert und da mir die Varianten mit ihm auch sehr logisch erscheinen, wäre ich von einem Transfer eben sehr angetan.

Nun zum Mathieu-Douglas-Vergleich:

In meinen Augen gehe ich bei beiden Transfers völlig ident vor. Ich war vor dem Zustandekommen des Mathieu-Transfers dagegen. Bei Douglas bin ich es genauso, nur bin ich dem Douglas-Transfer im Vorfeld gegenüber einfach mehr abgeneigt. Mathieu ist aber gekommen - ich muss mich also mit der Situation arrangieren. Er ist da, ergo gebe ich ihm eine faire Chance. Ab dem Zeitpunkt ab dem Douglas dann hier ist, werde ich zwar seufzen, aber ihm eine faire Chance einräumen - genauso wie Mathieu und allen anderen auch. Aber einstweilen wäre es mir immernoch lieber, wenn er nicht kommt. Es bei Mathieu sind es einfach zwei verschiedene Situationen. Mathieu ist schon da, Douglas noch nicht.

So, das wäre es von meiner Seite auch schon. Da das Spiel gleich losgeht, ziehe ich hier einen Schlussstrich. Wir werden uns allerhöchstens weiter im Kreis drehen und das ist die Tastenhauerei dann nicht wirklich wert. Dein letzter Beitrag hat zumindest mir den Eindruck vermittelt, dass nun Akzeptanz gegenüber meiner Meinung herrscht, ich akzeptiere deine ebenfalls. Ob schon Verständnis für alle Punkte herrscht wage ich bei beiden zu bezweifeln, aber immerhin hat man sich angenähert.
5 Jahre 3 Wochen her
#27

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Roland antwortete auf das Thema: Gerücht: Douglas Pereira dos Santos

Ich finde auch, dass wir hier einen Schlussstrich ziehen sollten, da die Ansichten hinreichend dargestellt sein dürften.

Jetzt widmen wir uns dem zu, was uns beide zweifellos verbindet und das ist die Hingabe zum Verein und die Hoffnung, dass die Katalanen heute den ersten Dreier der Saison einfahren !

:barca:
5 Jahre 3 Wochen her
#28

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Austrokatalane antwortete auf das Thema: Gerücht: Douglas Pereira dos Santos

Ein wahres Wort zum Abschluss. :)
5 Jahre 3 Wochen her
#29

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Hans Gamper antwortete auf das Thema: Gerüchteküche (Barça-Neuzugänge)

JimmyBucket schrieb: .



Richtig!!!!!!!
5 Jahre 3 Wochen her
#30

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