Manchester City 0-2 FC Barcelona 18.02.14

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Das Fazit von Schnack gefällt mir richtig gut und bringt es auf den Punkt.

Ich habe mich bisweilen noch nicht zum Spiel gegen Manchester City geäußert. Unmittelbar nach dem Spiel zeigte ich mich zufrieden mit dem Ergebnis, aber enttäuscht über die Spielweise. Mit ein wenig Abstand zu der Sache und euren Beiträgen sehe ich die Dinge nun ein wenig anders. Ich kann nachvollziehen, warum die Mannschaft so wenig Risiko gegangen ist. Nur weil Manchester Zurückhaltung walten ließ, heißt das nicht, dass keine gerechtfertigten Gründe vorlagen, vorsichtig zu spielen. Ballbesitz gehörte zur Defensivstrategie Barças.

Nur: Soll es jetzt zur Normalität werden, dass wir in großen Spielen ein paar Gänge runterschalten? Bei der herausragenden Offensive? Mir tut es in der Seele weh, wenn ich unsere Mannschaft in der Liga wie verrückt stürmen sehe und in der Champions League nur eine Light-Version von Barça bekomme. Ich will nicht, dass sie sich so stark verbiegen und zu stark über den Gegner nachdenken. Sie sollen sich auf ihre Stärken konzentrieren und ihrer Offensivkraft freien Lauf lassen. Das Spiel war viel zu passiv, als dass man auf diese Weise die CL gewinnen könnte – das sollte uns klar sein. Nur mit Leichtigkeit, Spielwitz und Selbstbewusstsein kann man Großes vollbringen. Das war zum Teil so eindimensional, dass sich die Spieler selbst eingeschläfert haben und die einfachsten Dinge nicht geklappt haben.

Und nun zu etwas anderem: Im Mittelfeld fehlte uns defensiv gesehen bei Ballbesitz des Gegners die Intensität. ManCity konnte zum Teil mühelos Silva im Zwischenlinienraum erreichen oder aber auf dem Flügel sah sich unser AV zwei Gegenspielern gegenüber. Unser Mittelfeld verschob behäbig, zudem war nicht genug Druck vorhanden. Xavi hat vielleicht eine passable Leistung abgeliefert, aber in den wichtigen Spielen wird er uns den Kopf kosten – da lege ich mich fest. Es geht nicht darum, wie viel er gelaufen ist. Wichtig ist, wie er gelaufen ist und welche Intensität er in unser Mittelfeld bringen konnte. In der CL-Ko-Phase ist die konstante Laufintensität das A und O. Die sehe ich bei Xavi bei bestem Willen nicht. Und weil auch unsere anderen Spieler naturgemäß in dieser Hinsicht keine Wunder vollbringen können, haben wir gegen starke Mannschaften ein Problem. Mit Xavi hatten wir eine gute Kontrolle mit dem Ball, mit Pedro hätten wir auch ohne den Ball besser ausgesehen.

Ich möchte nicht, dass der Eindruck entsteht, ich hätte mich auf Xavi eingeschossen. Er war genau so gut wie alle anderen. Ich spreche nur einen strategischen Punkt an, der uns meiner Einschätzung nach anfällig macht.