Der Bücher Thread

#550315
rumbero
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Als Historiker kriege ich Bauchgrimmen, wenn ich lese, dass jemand als erster Berichterstatter von irgendwo auftritt. Todenhöfer – den Herbert Wehner sarkastisch in „Hodentöter“ umkalauerte – hat sicher nicht die Absicht, das IS-Regime zu rechtfertigen. Aber wie die meisten „ersten westlichen Journalisten“ wird er nicht überall hindürfen und einen Bewacher bei sich haben. Selbst wenn er die lokalen Sprachen spricht, wird man ihm aus Angst nicht immer die Wahrheit sagen. Was soll also bei dem Projekt an objektiven Informationen rauskommen, zumal Todenhöfer Medienmanager und nicht Wissenschaftler ist?

Und was den „Hass“ betrifft, glaube ich nicht, dass das Verhältnis zwischen den Volksgruppen im Irak/Syrien immer so vergiftet war, wie es jetzt teilweise erscheint. Da hat der Irakkrieg von 2003 und der folgende Bürgerkrieg eine ganze Region in den Grundfesten erschüttert. Ich bin aber optimistisch, dass der „Hass“ irgendwann auch wieder auf ein „normales“ Maß zurückgestutzt werden kann.