Bojan Krkić Pérez

#591681
Anonym

Jetzt schreibe ich doch noch mal was, da offenkundig eine falsche Vorstellung und Unwissenheit über solche Erkrankungen in weiten Teilen der Gesellschaft und auch hier im Forum zugrunde liegt.

Das Ende einer Profikarriere führt nicht automatisch zum Ende einer psychischen Krankheit.

Wenn man es aus sozialen, gesellschaftlichen, humanistischen Aspekten ernst meinst, sollte man psychische Krankheitsbilder respektieren und sie bitte nicht mit einem gesunden Dönerverkäufer (unabhängig von seinen finanziellen und persönlichen Umständen) vergleichen. Das ist Äpfel-Birnen-Logik.

Schlechte Laune, selbst finazielle Schwierigkeiten sind nicht automatisch eine depressive Erkrankung. Die kann man nämlich auch bekommen, wenn man monitär weich gebettet ist, ein soziales Umfeld etc. hat – kurz gesagt, sie kann jeden treffen.

Die Aussage, er kann weiterhin sein Leben gut leben ist absolut falsch. Mit einer psychischen Erkrankung kann man sein Leben nicht gut leben, es geht einem schlecht, sehr schlecht, ob man will oder nicht. Daran ändert Geld oder die Frage, ob man Arbeit hat oder nicht, gar nichts.

Es kann natürlich für die Genesung oder eine Besserung bei einer psychischen Erkrankung hilfreich sein, wenn man nicht zusätzlich noch finanzielle Sorgen hat, die einen zusätzlich belasten. Auch kann eine solche Erkrankung natürlich durch den Verlust der Arbeit, Familienangehörigen oder Schulden ausgelöst werden.

Es ist aber nicht so, dass finanzielle Sorgen/Arbeitslosigkeit = psychische Erkrankung bedeuten, ebenso wie Geld/Erfolg = keine psychische Erkrankung bedeuten.

Bei einer Krebserkrankung argumentiert ja auch niemand, dass es dem Millionär damit besser geht als dem Verkäufer im Supermarkt.