Präsidentenwahl 2021

#618847
mäsi1893
Teilnehmer
Schwuppdiwupp wrote:
In der Folge werde ich mich nochmals diesem Thema widmen. Ganz offensichtlich haben die hier Kommentierenden das Video, welches ich euch empfohlen habe, noch nicht gesehen. So lässt sich auch nicht inhaltlich über Fonts Plan diskutieren. In der Folge werde ich mich deshalb nur Laporta widmen und warum er nicht Präsident werden sollte. Jedoch sehe ich von der Frage ab, weshalb Font Präsident werden muss.

Auf Mesqueunclubs Aussage möchte ich jedoch eingehen. Er meinte, dass Font ihm zu sehr ein Theoretiker sei. Mit Delta und vielen weiteren Firmen wurde er mehrfacher Millionär. Der Typ weiß wovon er redet. Sein Plan sieht auch nicht genaue Einzelheiten vor, sondern vielmehr grundsätzliche Anhaltspunkte denen er sich widmen will, wie der Digitalen Infrastruktur, einer höheren Mitbestimmung der Mitglieder an vereinsrelevanten Fragen etc. Er will diese einzelnen Projekte situationsbedingt umsetzen, weshalb ich dir widerspreche und finde er ist kein Theoretiker sondern ein Pragmatiker. Dies erkennt man auch daran, dass er sich für die Umsetzung seiner Ideen Fachkompetenz im Namen ehemaliger Präsidenten, Trainer und Spieler holt.

Gegen Laporta spricht:
• Viele Laporta-Jünger vergessen es, aber vielen Socios ist präsent unter welchem Präsident die Gehaltsstukturen zu wackeln begannen. Unter welchem fragt ihr euch? Richtig, Laporta.
• Viele Laporta-Jünger vergessen es, aber vielen Socios ist präsent, dass als Laporta Präsident wurde und es sportlich bergauf ging, war Sandro Rosell zuständig für den sportlichen Bereich. Und während Laporta mit dem Beckham-Versprechen floppte, holte SR Namen wie Ronaldinho (das sportliche Symbol für die Wiederauferstehung).
• Viele Laporta-Jünger vergessen es, aber vielen Socios ist präsent, dass Laporta einst Bartomeu und Rosell in den Verein holte. Sie waren jahrelang beste Freunde. Sind sie aus demselben Holz geschnitzt? Eine Beantwortung der Frage erübrigt sich, und da spielt es auch keine Rolle mehr, ob Laporta Bartomeu zuletzt kritisierte.
• Viele Laporta-Jünger vergessen es, aber vielen Socios ist präsent, dass alle Bartomeu im Barcagate-Skandal kritisierten, aber Laporta selber mehrere Millionen ausgab um Spieler und Funktionäre auszuspionieren.
• Viele Laporta-Jünger vergessen es, aber vielen Socios ist präsent, dass der Verein nach Laporta ohne den finanziellen Aufschwung des internationalen Fußballs und ohne den sportlichen Erfolg der frühen 2010er Jahre in den finanziellen Ruin getrieben worden wäre. Bei der Hälfte des aktuellen Umsatzes, hatten wir in Relation zu heute doppelt so viele Schulden. Laporta ist der Grund für unseren überschuldeten Verein.
• Viele Laporta-Jünger vergessen es, aber vielen Socios ist präsent, dass gegen Laporta in dessen Amtszeit ein Misstrauensvotum gestartet wurde. 61% der Socios haben da für eine Absetzung als Präsident gevotet. Im Amt blieb er jedoch nur, weil 66% nötig gewesen wären. Dennoch zeigte sich, dass die Mehrheit der Socios mit seiner Arbeit nicht zufrieden gewesen sind. Dies bestätigte sich 2014 bei der Wahlklatsche.
• Viele Laporta-Jünger vergessen es, aber vielen Socios ist präsent, dass die Anstellung von Eric Abidal als Sportdirektor 2020 eine heftig kritisierte Entscheidung war, die bereits nach wenigen Monaten in der Entlassung Abidals endete. Aber: Wer war 2014 in der Kampagne von Joan Laporta als Sportdirektor vorgesehen gewesen? Richtig, Eric Abidal. Und wer hat ihn schlussendlich als Sportdirektor eingestellt? Richtig, Laportas Busenfreund Bartomeu.
• Viele Laporta-Jünger vergessen es, aber vielen Socios ist präsent, dass Guardiola lediglich damaliger Trainer der A Mannschaft wurde, weil keine geeignete Alternative bestand und Guardiola mit dem Aufstieg Barcelona B`s in die Sekunda Division für Furore sorge. Ein glückliches Händchen Laportas also, nicht mehr.
• Viele Laporta-Jünger vergessen es, aber vielen Socios ist präsent, dass die damalige La Masia Generation nicht wegen Laporta gut wurde. Er gab ihnen eine Chance im Kader und das rechne ich ihm auch hoch an. Jedoch wurde der Grundstein der exzellenten La Masia Ausbildung unter Joan Gaspart und Cruyff gelegt. Seit 2010 kam jedoch kein wirkliches Talent mehr aus La Masia in die erste Mannschaft. Und wer war, als diese Spieler die vermeintlichen Entwicklungsschritte im Alter von 15/16 Jahren machen mussten, aber nicht gemacht haben, Präsident? Wer hat demzufolge La Masia vernachlässigt? Richtig, Laporta. Welch Ironie, gerade der Präsident, der La Masia immer so geschätzt hat.

Versteht mich nicht falsch, Laporta hatte auch ein paar wenige gute Seiten an sich und er wusste vor allem mit sportlichem Erfolg zu überzeugen, aber betrachten wir das gesamte Gefüge ist er genauso schlecht wie Bartomeu, wenn dieser 2019 die CL geholt hätte. Es ist für mich schlichtweg zu einfach gesagt „Laporta hatte Erfolg, darum sollte er wieder Präsident werden.“

Viele von euch waren zu Laportas Zeiten noch jung, und rückblickend ist es immer schwer über einzelne Sachverhalte zu streiten. Aber lasst euch nicht vom Erfolg blenden. Hiermit gebe ich das Sprachrohr wieder an andere ab. In diese Diskussion werde ich mich wieder einschalten, wenn über konkrete Pläne der einzelnen Kandidaten debattiert wird. Dennoch nimmt mich Wunder, ob ein paar jetzt ihre Meinung zu Laporta überdenken? @Barcatikitaka, wenn Guardiola auch unter Font käme, wärst du dann für Font oder immer noch für Laporta? @Konfuzius, Haba, mäsi und Andrucha, eure Meinung würde mich auch interessieren, wie natürlich die Meinung von jedem anderen. Fühlt euch frei mir zu antworten.

Ich gehe mit der These: Laporta wird sich Fonts Projekt anschließen und sich nicht zur Wahl aufstellen lassen.

Was 1 Beitrag. Stimmt aber natürlich, viele Fans sehen wohl mit einer rosa Brille auf Laportas Amtszeit zurück. Ausserdem hatte Laporta (so wie ich das verstanden habe) bis vor kurzem gar nicht vor, sich zur Wahl aufstellen zu lassen. Die Möglichkeit einer Kandidatur ist ihm wohl erst vor kirzem gekommen. Zumindest habe ich erst vor kurzem überhaupt erfahren, dass Laporta nun trotzdem kandidieren will. Scheint mir einfach nicht wahnsinnig seriös. Si al futur kann man gut oder schlecht finden, doch was man anerkennen muss: es ist ein langfristiges und gut durchdachtes Projekt. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, welchen Schaden ein absolut planlos agierendes Board anrichten kann. Ich möchte niemanden an der Spitze des Clubs sehen, der einfach mal kandidierte, weil er gerade Zeit hatte. Da ist mir Font mit seinem langfristigen Projekt um einiges sympatischer.