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Präsidentenwahl 2021

#620416
konfuzius
Teilnehmer

@BarcaTikiTaka

Font hat bereits verkündet, was er von Phrasendrescherei hält – nichts. Er lädt Laporta dazu ein, die Wahl bitte von Emotionen außen vor zu lassen und inhaltlich zu streiten. Das hat er besonders im Hinblick auf das Konterfei in Madrid gesagt.

Hier zeichnet sich also bereits ein Bild ab, was die mögliche Kooperation unter denen erschweren würde. Font, der bisher lieber inhaltlich aufarbeiten möchte und Laporta, der bisher viel Wirbel macht.

Das Problem ist, beide wollen Chef sein. Daher ist solche eine „Doppeltführung“ sehr gefährlich. Es müsste schon wie damals in Bayern mit Uli und Beckenbauer sein. Die Rollen sind klar verteilt und die Aufgaben bestimmt. Uli, der das Geschäftliche an sich nahm und Beckenbauer, der sich als eine Art Werbemann platzierte aufgrund seines Status in der Fußballwelt. Zudem hatten sie eine langjährige Freundschaft. Heißt, beide wussten, was sie da eingingen.

Aber bei Laporta und Font sehe ich solch eine Grundlage nicht. Der Gedanke „streitet zusammen für Barca“ ist ein netter Ansatz, aber ist meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt, zumindest mit Laporta und Font.

Es sei denn, beide wollen das und machen deutlich klar, wer welche Rolle und Aufgaben hat. Spätestens bei der Fragestellung, wer denn bisschen mehr zu sagen hat, würde es zu keinem Einvernehmen kommen, Stand jetzt.

Ich persönlich tendiere derzeit zu Font. Laporta, und das darf man bei aller Euphorie nicht vergessen, hatte das große Glück, Xavi, Iniesta und das Jahrhunderttalent Messi in ihren Beast-Jahren zu haben. Und die Tatsache, dass Ronaldinho mehr eine kurzfristige Notlösung als eine langfristige Planung war, sollte man auch nicht aus den Augen verlieren.

Des Weiteren ist es doch auch nicht von der Hand zu weisen, dass Laporta offensichtlich gehen musste und nicht wollte, da zuvor Misstrauenswahlen zu seinem Nachteil ausfielen und im Verein es auch brodelte, wo sich ein unscheinbarer Rosell (Alan Harper) durchsetzte. Warum lässt sich ein Laporta freiwillig verjagen, dann noch inmitten der besten sportlichen Epoche des Vereins, wo Barca das Maß aller Dinge im Weltfußball war?

Und der Fakt, dass Messi nicht einmal die Werbetrommel für Laporta wirbelte oder andere ehemalige Spieler wie Puyol oder Xavi sollte auch aufhorchen lassen. Und als Wunsch wäre so eine Werbung durchaus legitim, da müsste Messi beispielsweise nicht zurückhaltend sein. Ich meine, diplomatische Werbung ist schon längst salonfähig, so wie Sätze „könnte ich mir vorstellen“ wären durchaus möglich gewesen.

Auf der anderen Seite nutzt Laporta jede Möglichkeit aus, um mit Messi zu werben, wie gut man sich verstünde. Letzten Endes ist auch dies eine inhaltlose Argumentation. Denn gefühlt jeder neue Chef wird klug genug sein, sich mit dem wichtigsten Spieler im Verein gut zu verstehen. Das gilt für alle Vereine, nicht nur Barca.

Also im Ganzen gibt es viel Potential für einen spannenden Wahlkampf. Bin gespannt, wie und was Font argumentieren wird und wie Laportas Argumente sind. Richtweisend wird meiner Meinung nach sein, wie sehr man bemüht sein wird, den Verein wieder in einen Ruhepol zu bringen, von da aus man dann wieder mehr FC Barcelona sein kann als jetzt. Denn das ist gegenwärtig wohl der sehnlichste Wunsch vieler Cules, wieder mehr als ein Verein zu sein, vor allem moralisch und sportlich.