Forum Home FC Barcelona – Verein 1. Mannschaft Ex-Barça Francesc Fàbregas Soler

Francesc Fàbregas Soler

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  • Dieses Thema hat 264 Antworten und 66 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 3 Jahre von rumbero.
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  • #488207
    Barca_undso
    Teilnehmer

    Die gesamte Saison über spielt Fabregas nicht schlecht. Er spielt die komplette Rückrunde schlecht. Die Hinrunde von ihm war stark.

    #488203
    Anonym

    Habe vor kurzem gelesen, dass er damit liebäugeln soll zu Arsenal zurück zu gehen. Weil es da so schön oder schöner war oder so ähnlich. Und dass ihn angeblich Wenger gern zurück haben würde. Ob das alles so stimmt weiß ich nicht.

    #488201
    Herox
    Teilnehmer
    tottey wrote:
    Pfiffe gegen Cesc beim CL Retourspiel.
    Mir ist aufgefallen das beim Match Barca – Bayern im Camp Nou immer wenn Cesc am Ball war (vor allem in der 2 Hälfte) es Pfiffe von den Rängen gab. Entweder täusche ich mich oder es ist irgendwas vorgefallen? Weiß irgend wer was von euch ob da irgend was dran ist?

    Er hat letztens gemeint, dass er sich zu seiner Zukunft nicht äußern wird/kann.
    Des Weiteren finde ich die Pfiffe in Ordnung, denn die Fans dürfen ihre Meinung kundtun. Cesc spielt diese Saison unterirdisch. Ihm aber allein die Schuld zu geben finde ich
    allerdings unfair. Dann müsste man ja einen Alves genauso auspfeifen.
    Man merkt, dass niemand mit der aktuellen Situation zufrieden ist.

    #488199
    tottey
    Teilnehmer

    Pfiffe gegen Cesc beim CL Retourspiel.
    Mir ist aufgefallen das beim Match Barca – Bayern im Camp Nou immer wenn Cesc am Ball war (vor allem in der 2 Hälfte) es Pfiffe von den Rängen gab. Entweder täusche ich mich oder es ist irgendwas vorgefallen? Weiß irgend wer was von euch ob da irgend was dran ist?

    #486524
    Spongebob wrote:
    ..die bisher allerdings nur wenig Früchte getragen hat. Fábregas hat einen anderen Spielstil, das ist unbestritten. Aber seine Leistungen unterliegen enormen Schwankungen, die man nicht einfach mit dem Hinweis auf eine andere Spielerveranlagung wegdiskutieren kann. Denn er bekommt den Freiraum, um sich zu entfalten, nutzt ihn aber zu selten. Hinzu kommt, dass er bei Weitem nicht mehr so vertikal agiert, wie man es sich wünschen würde – er nimmt seine Eigenart immer mehr zurück, aus welchen Gründen auch immer. Er verliert zu viele Zweikämpfe in der Defensivbewegung und hat auch nach vorne Schwierigkeiten, sich durchzusetzen. Die offensiven Glanzlichter sind nicht mehr so präsent, feine Pässe in die Schnittstelle gehen ihm gegenwärtig ein wenig ab.

    da muss ich dir leider zustimmen. cesc`s leistungen sind wirklich nicht konstant. aber wäre es nicht möglich, dass diese schwankungen in der leistung und im spielstil, mit dem inneren konflikt zwischen „sich anpassen“ und „seinen eigenen stil einbringen“ in zusammenhang stehen?

    ein satz in dem artikel lautet ja (frei übersetzt):

    „cesc muss nicht versuchen wie xavi zu spielen. er muss seinen eigenen stil spielen. erst wenn er sich dessen selbst bewusst geworden ist, wird er in der lage sein, die leistungen zu zeigen, welche die fans, der trainerstab und vorallem er selbst von ihm erwarten“

    ich kann mir schon vorstellen, dass da etwas dran ist. die besten spiele von ihm im barcadress waren bisher die, in denen er seine eigene, vertikale spielweise präsentiert hat. als paradebeispiel fällt mir da deportivo ein.

    #486522
    Grandoli Newells Barca wrote:
    ich habe gerade einen sehr spannenden artikel zu cesc fabregas und seiner rolle gegen rayo, sowie allgemein in barcelona gelesen.

    http://www.totalbarca.com/2013/opinion-pieces/barcas-new-look/#more-130177

    die kernaussage ist: cesc ist nicht bei barca um wie xavi oder iniesta zu spielen, bzw einen der beiden 1 zu 1 zu ersetzen. er hat einen anderen spielstil, grob gesagt einen vertikaleren, vermutlich geprägt von dem in england vorherschenden „kick and rush“. und das dies eine wirkungsvolle weiterentwicklung, bzw erneuerung von barcas spielstil mit sich bringen könnte.

    ..die bisher allerdings nur wenig Früchte getragen hat. Fábregas hat einen anderen Spielstil, das ist unbestritten. Aber seine Leistungen unterliegen enormen Schwankungen, die man nicht einfach mit dem Hinweis auf eine andere Spielerveranlagung wegdiskutieren kann. Denn er bekommt den Freiraum, um sich zu entfalten, nutzt ihn aber zu selten. Hinzu kommt, dass er bei Weitem nicht mehr so vertikal agiert, wie man es sich wünschen würde – er nimmt seine Eigenart immer mehr zurück, aus welchen Gründen auch immer. Er verliert zu viele Zweikämpfe in der Defensivbewegung und hat auch nach vorne Schwierigkeiten, sich durchzusetzen. Die offensiven Glanzlichter sind nicht mehr so präsent, feine Pässe in die Schnittstelle gehen ihm gegenwärtig ein wenig ab.

    #486513

    ich habe gerade einen sehr spannenden artikel zu cesc fabregas und seiner rolle gegen rayo, sowie allgemein in barcelona gelesen.

    http://www.totalbarca.com/2013/opinion-pieces/barcas-new-look/#more-130177

    die kernaussage ist: cesc ist nicht bei barca um wie xavi oder iniesta zu spielen, bzw einen der beiden 1 zu 1 zu ersetzen. er hat einen anderen spielstil, grob gesagt einen vertikaleren, vermutlich geprägt von dem in england vorherschenden „kick and rush“. und das dies eine wirkungsvolle weiterentwicklung, bzw erneuerung von barcas spielstil mit sich bringen könnte.

    #483476
    If
    Teilnehmer
    Barca_undso wrote:
    Finde ich extrem schade. Er war gerade in sehr guter Verfassung. Hoffentlich spielt er nach seiner Verletzung wieder so stark.

    Das wollen wir alle hoffen. :)

    #483473
    Barca_undso
    Teilnehmer

    Finde ich extrem schade. Er war gerade in sehr guter Verfassung. Hoffentlich spielt er nach seiner Verletzung wieder so stark.

    #483457
    barca_18
    Teilnehmer

    Cesc Fàbregas fällt für 3-4 Wochen mit einer Oberschenkelverletzung aus. – von facebook geklaut ^^

    #483328
    The-Power
    Teilnehmer

    Cesc bringt also in letzter Zeit nicht nur gute Leistung auf dem Platz, sondern auch außerhalb – unsere Nummer 4 wird Vater einer kleinen Tochter, wie er heute verlautbaren ließ. Dann hoffen wir mal, dass ihn das noch mehr beflügeln wird!

    #482737

    The-Power, herzlichen Dank für deine treffende Abhandlung über Cesc. Ich kann dir hinsichtlich jedem von dir behandeltem Aspekt nur Recht geben, natürlich nur unter dem Vorbehalt des gestrigen Spiels, was die Vollkommenheit seiner Handlungen anbetrifft. Aber ich habe ein gutes Gefühl, Cesc ist auf dem richtigen Weg und schon jetzt ein integraler Bestandteil dieser mit Weltstars gespickten Mannschaft.

    Mittlerweile dürfte auch der geschiedene Coach Pep Guardiola seine Wertschätzung für den Spieler ein wenig verändert haben. Nachdem Pep seinen Hut genommen hat, äußerte Cesc Unmut über den Trainer und seine Zeit unter ihm. Er spürte sein Vertrauen nicht und seiner Spielart kam die restriktive Aufgabenzuweisung durch Guardiola nicht gerade entgegen. Als zentraler Mittelfeldspieler konnte Cesc seine Qualitäten unter Guardiola nur zu selten ausspielen. Er ist bei Arsenal zu einem Spieler gereift, der naturgemäß viele Freiheiten für sich in Anspruch nimmt und es war von vornherein klar, dass eine Integration in das Spiel von Barcelona nicht ohne Reibungen verlaufen würde. Seine mageren Leistungen in der Rückrunde der vergangenen Saison hatten damit viele Ursachen. Guardiola war überfordert, Cesc ebenso. Als Guardiola sah, dass Iniesta auf dem Flügel gar durch Cesc von Xavi und Busquets isoliert wurde, hat sich die Lage von Cesc nochmal verschärft.

    Es verwundert daher kaum, dass Cesc in der Sommerpause über die Position des zentralen Mittelfeldspielers lamentierte. Er sei auf den ersten Metern zu langsam und er fühle sich in diesen Regionen auf dem Spielfeld zu beengt, klagte Cesc über sein Schicksal. Und doch wird er heute einen zufriedenen Abend verbringen und nicht einen Gedanken an die Inkompatibilität seines Spielstils mit der Acht verschwenden. Es haben sehr früh intensive Gespräche mit Tito Vilanova stattgefunden, die Fàbregas‘ vermeintliche Verschwendung im zentralen Mittelfeld zum Inhalt hatten. Heute zeigt sich, dass die Gespräche gut gewesen sein müssen.

    Cesc hat seinen Platz im Team gefunden. Er ist kein Xavi, kein Iniesta und auch kein Busquets – er ist ein Spieler eigener Art, welcher der Mannschaft eine Dimension gibt, die bisweilen noch nicht vorhanden war. Nicht nur, dass er im zentralen Mittelfeld nun besonnener agiert und immer häufiger die richtigen Entscheidungen trifft, spielt er die Gegner darüber hinaus im Zusammen- und Wechselspiel mit Messi schwindelig. Es ist nicht weniger als ein fußballerisches Gedicht, das sich uns offenbart, etwas Einzigartiges auf der Fußballwelt, um das die Katalanen jeder große Verein beneidet. Hierdurch bekommt Cesc den nötigen Freiraum, zeigt sich im Gegenzug aber auch lernfähig und bereit, bisweilen unbeliebte Verhaltensweisen zu internalisieren und sich in bestimmten Aufgabenbereichen zu verbessern. Es ist ein Geben und Nehmen, ein Pakt zwischen Spieler und Trainer, um gemeinsam zu profitieren.

    Wenn Cesc die Leistung im gestrigen Spiel bestätigen kann, ist er fast komplett. Passspiel, tödlicher Pass, vertikaler Zug, Präsenz im Zentrum und dazu noch ein passables defensives Auftreten – was will ein Trainer mehr?

    Einschränkend muss man allerdings anmerken, dass Cesc es immer noch zuweilen übertreibt mit seiner Offensivfreudigkeit, ein Grund dafür, warum er im Spiel gegen Deportivo frühzeitig das Feld verlassen musst. Zuvor hat er aber auch die Innenverteidigung von Deportivo gemeinsam mit Messi seziert ;)

    PS: The-Power, auch hier die Frage: Deine Abhandlung ist gut und mit ein bisschen Korrekturlesen reif für die Startseite. Bekommt die Abhandlung eine größere Bühne? :)

    #482733
    The-Power
    Teilnehmer

    Er ist spätestens jetzt endgültig angekommen, der verlorene Sohn.

    Nach einer tollen Hinrunde zum Einstand, lief die Rückrunde für ihn nicht so gut wie erhofft – und von vielen Anhängern erwartet -, weshalb eine Diskussion um seine Person aufloderte.

    Von der allgemeinen Kritik an seiner schwachen Chancenverwertung zu der Zeit, meist an dem Spiel gegen Chelsea in der CL illustriert, steigerte sich die Intensität der Debatte zunehmend und schlug letztlich in eine andere Qualität um – eine Grundsatzdiskussion entbrannte.

    Ist eigentlich Platz für Cesc im System von Barca? Gibt es die optimale Position für in einem System mit zwei zentralen Mittelfeldspielern? Eine lange Zeit war die Meinung vieler culés wohl, dass Cesc als ‚false 9‘ in vorderster Front zu ungefährlich vor dem Tor sei und er im zentralen Mittelfeld seine Qualitäten kaum so gut einbringen konnte, wie im offensiven Mittelfeld bei Arsenal. War die Fußball-Romantik bereits nach einer Saison gescheitert? War die Rückholaktion des verlorenen Sohnes am Ende nicht mehr als der innere Drang, der langjährigen Nostalgie ein Ende zu setzen?

    Die Kritik übertrug sich auch in diese Saison, das Stigma des ‚Chancentods‘ wird er nur schwerlich wieder los – wie es eben so ist, wenn ein Spieler erst einmal gebrandmarkt wurde. Widrige Bedingungen für ein Aufflammen seiner Qualitäten. Denn Cesc ist vom Spielstil her ein Spieler, der Vertrauen benötigt. Vertrauen in seine Fähigkeit und Vertrauen durch den Trainer und das Team. Das scheint nun gegeben und er dankt es mit tollen Auftritten, avanciert zum Leistungsträger und ist in der Liga der Top-Scorer nach dem Floh. In 9 Spielen konnte er 10 Scorerpunkte sammeln (3 Tore, 7 Vorlagen; effektive Spielzeit by the way nur 7 1/3 Spiele) und diese auch noch auf hohem Niveau. Seine Pässe in die Schnittstelle und in den Raum sind einzigartig, seine Übersicht im letzten Drittel ist auf einem Niveau mit Xavis Übersicht in der Schaltzentrale. Cesc ist also wohl endgültig bei Barca angekommen und das ist gut so!

    Doch die zu Beginn aufgeworfene Frage wurde damit noch nicht hinreichend beantwortet: Gibt es DEN Platz für Cesc im Barca-Spiel? Die Antwort gibt er in letzter Zeit regelmäßig, illustrieren kann man es sehr gut anhand des letzten Spiels.

    Er lief – wie unter Tito bis dato immer – nominell als zentraler Mittelfeldspieler auf. Die Position, für die er nicht geschaffen sei, wie des Öfteren zu hören war. Doch da er auf dieser Position bisher herausragende Performances anbot, muss die kritische Hinterfragung bezüglich der Tragbarkeit dieser Aussage erlaubt sein. Hat er es seinen Kritikern bewiesen? Laut eigener Aussage fühlt er sich mittlerweile sehr wohl auf der Position in der Schaltzentrale, was keine 0815-Aussage sein dürfte, da er sich während der letzten Saison ehrlicherweise noch kritischer diesbezüglich äußerte und anmerkte, dass er sich noch an das Spiel, an die Umstellung gewöhnen müsse.

    Gestern brillierte er nicht nur in der Offensive, erfüllte nicht nur den Auftrag einen einen offensiven Mittelfeldspieler exzellent. Er wuchs regelrecht in seine Rolle herein und offenbarte all die notwendigen Fähigkeiten, die es im zentralen Mittelfeld bedarf.

    1. Laufarbeit und Zweikampfverhalten
    Ein Kritikpunkt von mir befasste sich immer mit Cesc‘ Zweikampfverhalten in der Defensive. Beim Defensivzweikampf manifestierte sich des Öfteren ein schwaches Stellungsspiel, wodurch er den Gegner nicht immer so unter Druck setzen konnte, wie es notwendig gewesen wäre. Hinzu kam, dass er häufig nicht adäquat nachsetzte und zudem ein ums andere Mal ‚ungeschickt‘ agierte. Kurzum: Als 8er sui generis, wie er beim Barca-System existiert, fehlte ihm etwas. Diese Saison sieht das anders aus und lässt große Hoffnung, dass er in absehbarer Zeit vollständig in die Rolle des – offensiven – 8ers hinein wächst. Gestern ging er mit vorbildlichem Einsatz voran, gewann entscheidende Zweikämpfe und verstand es, den Gegner zumindest so stark zu stören, dass der sich von seinem Vorhaben abwenden und das Aufbauspiel neu strukturieren musste. Im zentralen Mittelfeld ist das bereits ausreichend, weil die entscheidende Zweikämpfe bei einer von beiden Mannschaften intakten Grundordnung von der Viererkette, dem 6er sowie auf den Außenbahnen im Allgemeinen geführt werden. Als 8er reicht unter dieser gegebenen Prämisse einer entsprechenden Struktur auf beiden Seiten – ergo sind spezielle Konter, Offensivpressing sowie in Teilen das Unterzahlspiel exkludiert – reicht es zunächst aus, den Spielaufbau des Gegners zu stören indem man den Gegner zu Rückpässen oder Pässen zur Seitenlinie zwingt und damit fürs Erste den Weg zum Tor oder den sauberen Pass in die Spitze zu verhindern. Im gestrigen Spiel konnte Cesc auch in diesen Punkten glänzen und überwand damit eine schon chronisch anmutende Schwäche auf dieser Position.

    2. Strukturierung des Aufbauspiels
    Die zentralen Mittelfeldspieler sind in unserem Fall die entscheidenden Akteure zur Strukturierung des Aufbauspiels, zur Bestimmung des Tempos, zur Spielverlagerung sowie zur Initiation von Angriffen. In der defensiveren Ausprägung eines 8ers ist es zumeist Xavi, der sich die Bälle abholt und den Taktstock schwingt, während sein Nebenmann auf der 8 etwas weiter vorne agiert und seinen entscheidenden Einfluss in der gegnerischen Hälfte ausübt. Gestern war gut eine Art Wechselspiel zu erkennen, die den Spielaufbau des Teams im Gesamten noch deutlich variabler gestaltet. Cesc war also nicht nur auf Bälle aus der Defensive angewiesen, sondern verlagerte seine Präsenz selbst häufig in die eigene Hälfte und sorgte neben Xavi für eine gute Ballverteilung. Trotz Cesc‘ offenkundigen Offensivdrangs führt er also auch die andere, defensivere Rolle in letzter Zeit mit Bravour aus. Er gewann im Laufe der Zeit an Ballsicherheit und lernte noch besser, wann er den einfachen Ball spielen musste und wann seine starken – aber eben riskanteren – vertikalen Pässe angebracht sind. Mittlerweile stimmt die Mischung, wie es scheint und das sorgt dafür, dass er auf der einen Ebene an Qualität im seinem Spiel gewinnt, ohne auf der anderen Ebene nachzulassen.

    Zu guter Letzt ein ganz entscheidender Aspekt, der hier noch einmal aufgegriffen werden soll.

    Cesc und Leo – die Geschichte einer Symbiose

    Wie allen weitläufig bekannt ist, genießt Messi in unserem Spiel einen Sonderstatus. Messi wird von Pressing-Aufgaben in großen Teilen befreit und darf im Endeffekt den ganzen Platz als Bühne nutzen, sich dort positionieren, wo er den größten Einfluss auf das Spiel nehmen kann. Als nomineller zentraler Akteur in der Spitze wird sogleich evident, dass er bei Erhaltung des Positionsspiels einen Rochade-Partner benötigt. Würde er auf die Seite ausweichen, um von dort aus etwa einem dicht besetzten Zentrum zu entgehen, müsste ein Flügelspieler für ihn in die Mitte rücken. Doch Messi ist anders gestrickt, will am Spiel partizipieren und lässt sich daher häufig fallen, um ins Spielgeschehen eingreifen zu können und selbst den Spielaufbau voranzutreiben. Mit Cesc hat er den idealen Partner hierfür gefunden, der seine Rolle als offensiver 8er – weil die Rochade meist auch nur in der gegnerischen Hälfte vollzogen wird – an Messi ab und stößt ins vordere Zentrum vor, wo er jedoch weiterhin – wie es überhaupt seine grundsätzliche Art ist – den Ball fordert, folglich viel in Bewegung ist. Diese Stellung der beiden Ausnahmekönner bietet enorm viel Potenzial und führt nicht selten zu einer im Fußball kaum gekannten Kongenialität. Messi, der den Ball bekommen hat, sucht den sich anbietenden Fabregas, bringt den Ball zu ihm und beginnt damit eine Kombination, die nicht selten zu großer Gefahr führt. Messi und Cesc können beide auf engem Raum und unter höchster Bedrängnis den Ball direkt weiterleiten, können beide den entscheidenden Pass durch die Lücke in den Raum hinter der Abwehrkette spielen und suchen zudem beide auch als Nicht-Ballführende den Weg in eben genau diesen Raum. Diese Co-Produktion als solche gepaart mit eine Durchführung auf höchstem Niveau ist eine Waffe. Eine Waffe, von der beide Spieler profitieren – in dieser Konstellation entstehen Synergien, die in dieser Form, Ausprägung und Intensität nur selten zu finden sind. Im Prinzip gibt es für meine Begriffe keine Spielerkombination, die dieses offensive Zusammenspiel so exzellent hinbekommen und auch für Messi fällt mir spontan kein einziger Spieler ein, der als Partner im letzten Spielfeld-Drittel besser geeignet wäre als Cesc. Dieses Band muss noch weiter gestärkt werden, denn das schlummernde und bereits ausgetretene Potenzial ist schlichtweg unglaublich.

    Fazit: Cesc hat seinen Platz gefunden. Als offensiverer Part des zentralen Mittelfelds agiert kann er seine Stärken beim finalen Pass stark ausspielen, ohne dabei – bedingt durch eine gute Entwicklung – die defensiven Pflichten zu vernachlässigen. Diesbezüglich präsentiert er sich stark verbessert und stets engagiert, im Vergleich zu weiten Teilen der letzten Saison, wo er jedoch auch nicht immer diese Position inne hatte. Hinzu kommt sein herausragendes Spiel mit Messi, der in Cesc die Person gefunden hat, die seine Rochaden optimal ermöglicht und zudem dafür sorgt, dass auch nach dem Fallenlassen noch Gefahr entstehen kann für die gegnerische Hintermannschaft.

    PS: Diese Abhandlung wurde von mir in einem Guss runtergeschrieben und auch nicht Korrektur gelesen. Verzeiht mir daher etwaige Tippfehler und schlechte Ausdrücke sowie möglichen Redundanzen. Wer bis hierhin gekommen ist, dem sei gratuliert und gedankt – ich hoffe es wurde im Nachhinein nicht bereut, diesen Text zu lesen.

    #480902
    Anonym

    Auf lange Sicht wird es eher so sein, dass wir unser System auf ein Spiel ohne Xavi anpassen müssen.

    Es gibt für keinen Spieler auf der Welt einen 1:1 Ersatz, für einen Xavi schon gar nicht. Sein Spielstil ist dafür zu individuell. Man muss einfach schauen, dass man die Lücke die er hinterlassen wird, mehr oder weniger schließen kann. Dafür müssen dann eben andere Spieler sich zum Beispiel die Xavi-Rolle teilen. Wie man das dann handhabt wird sich erst zeigen.

    Eins sieht man jedenfalls ziemlich deutlich, ohne Xavi fehlt etwas die Ruhe und Einteilung im Mittelfeld, bzw. wenn er einen schlechten Tag hat (Supercopa-RS, ist vlt. eher unauffällig da er kaum schlechte Tage hat, so gut wie keine). Lässt sich Messi dann sehr ins MF zurückfallen, kommt wieder mehr Ordnung hinein (auch hier ziehe ich das Supercopa-RS als Beispiel heran. Da hat Messi zeitweise auf einer etwas offensiveren 6er Position agiert).

    Im Klartext sieht es wie folgt aus, meiner Meinung nach: Wir haben in unseren Reihen eine Menge junge Spieler mit sehr großem Potential. Auf Dauer wird dieses Potential Xavi ersetzen müssen, und nicht ein Spieler.

    Fabregas wird uns dabei sicher noch von Nutzen sein. Die Frage ist eben auf welche Art und Weise.

    #480900
    Anonym
    Quote:
    Ich sehe eher in Busquets den neuen Xavi.

    Das ich kann ich nicht sekundieren. Busquets ist der klare 6er bei uns im System. Xavi ist offensiver, wobei das Wort „offensiver“ hier relativ ist, denn er bekleidet eine Position vor Busquets, diese interpretiert Xavi ziemlich defensiv, die Position ZM (8er).

    Quote:
    Thiago ist für mich eher der neue Iniesta, weil beide mehr Zug zum Tor haben als Xavi.

    Das stimmt. Thiago hat einen recht similären Spielstil wie Xavi. Thiago kann/spielt auch diese lange Pässe und ist technisch exzellent und hat noch nicht die Übersicht eines Xavis, aber das kommt mit der Zeit. Da bin ich recht zuversichtlich.

    In Sergi Roberto sehe ich den adäquaten Ersatz für Iniesta. Sergi Roberto ist offensiver als Thiago und somit noch eine Position vor Thiago, die Position OM (10er).

    Wobei es bei Barca so ist, dass sich Xavi und Iniesta die 8er Position teilen, Xavi die defensivere Variante und Iniesta die offensivere Variante.

    Quote:
    Wie gesagt: Für mich ist Thiago vom Spielstil her der neue Iniesta. Nur dass Thiago technisch vielleicht noch einen Ticken besser werden kann.

    Dem schließe ich mich an.

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