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Idealist oder Pragmatiker?

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  • #498135

    Die Liebe zum Ideal hat mich zu Barça geführt, meine Sehnsucht nach weiteren Erfolgen macht mich zum Pragmatiker. Zwei Herzen wohnen, ach, in meiner Brust :)

    Ein Barça ohne Tiki Taka kann ich mir einfach nicht vorstellen. Aber Idealismus bedeutet Stillstand, und das ist ein Synonym für Misserfolg. Aus Tiki Taka 2.0 muss langsam die Version 3.0 heranreifen, ansonsten wird man von den anderen Vereinen überholt und läuft dann jahrelang hinterher. Ich glaube daran, dass Barça den Zeitpunkt noch nicht verpasst hat, sehe der Zukunft aber mit einer gehörigen Portion Unbehagen entgegen. Auf dem Spielfeld wartet das Spiel von Tata Martinos Mannschaft mit vielen neuen Variationen auf, und ich würde mir wünschen, dass auch in der Mannschaft bald ein frischer Wind weht. Man muss die romantisch verklärte Sichtweise ablegen und die Altstars endlich dort hinschicken, wo sie hingehören.

    Eines darf man nämlich bei der Diskussion nicht außer Acht lassen: Der spätere Idealismus ist aus dem Pragmatismus hervorgegangen. Tiki Taka war anfangs kein Selbstzweck, sondern diente dazu, die Gegner zu dominieren und Erfolge einzufahren. Dementsprechend wird auch der neue Stil maßgeblich vom Pragmatismus beeinflusst werden. Spielstile, die keinen Erfolg bringen, sterben aus. Ich bin mir aber sicher, dass das Tiki Taka und der Totaalvoetbal nicht aussterben wird. Er wird sich nur weiterentwickeln.

    #498114
    Anonym

    Danke Grandoli :)

    Ich bin dann wohl eher der Idealist. Für mich ist es wichtig, dass man dem Gegner sein Spiel aufzwingt, dass der Stil der Gleiche bleibt, dass man das Kurzpass-Spiel beibehält.. Ich glaube, mein Name sagt das schon in gewisser Maßen.. ;) Natürlich muss nicht alles gleich bleiben, denn der Fußball lebt von Veränderungen, aber der Still sollte im Großen und Ganzen beibehalten werden. Das macht diesen Verein doch aus.
    Ich möchte unbedingt, dass neue Jugendspieler integriert und gefördert werden, man sollte nicht wie Real werden oder ein Scheich-Klub werden, die mit dem Geld herumwerfen wie es ihnen gerade passt. Für mich ist wichtig, dass La Masia weiterhin eine hervorragende Ausbildungsarbeit macht und viele Spieler in die 1. Mannschaft kommen und dort eine wichtige Rolle spielen. Der Umgang mit der Jugend bzw. deren Einsatzminuten gefallen mir heuer gar nicht. Der Mannschaftsdurchschnitt wird eindeutig älter, damit meine ich die Spieler, die von Beginn an spielen.
    Titel zu gewinnen ist natürlich ein super Gefühl, aber der langfristige Erfolg ist mir wichtiger. Denn wenn beispielsweise Xavi und Iniesta jetzt stur weiterhin ihre Jahre von Beginn an spielen, wird das langfristig oder sogar kurzfristig keine guten Auswirkungen haben, da man den Zeitpunkt für neue, frische, hungrige Spieler verpasst hat.

    So oder so, zu stur sollte man natürlich auch nicht sein, sonst wird alles zu durchsichtig. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre ich wohl eindeutig ein Idealist.

    Austrokatalane schrieb:

    Quote:
    Ich wollte hier von der ganzen Forengemeinde wissen, ob du Idealist oder Pragmatiker bist oder wieso?

    Da verlangst du ja was.. :lol:

    #498113
    Anonym
    Mühsam wrote:
    Joker wrote:
    Es kommt auf eine gute Mischung an, finde ich.

    Ja, darauf kommt es an. Ich würde mich daher als pragmatischer Idealist sehen oder auch als idealistischer Pragmatiker. Ein Idealist ohne jeglichen Pragmatismus wird halt leicht zum Visionär.

    Und genau dieser Visionär war Guardiola – er hatte Erfolg, wie wir alle wissen.

    Ich bin insofern in dieser Richtung idealistisch, weil für mich persönlich einfach wichtig ist, dass wir unseren Fußball spielen und ihn unserem Gegner aufzwingen.

    Das mag vielleicht einwenig komisch klingen, aber mir ist es lieber, wir scheiden in der Manier gegen Chelsea aus wie 2011/12 als dass wir mit dem Fußball, den wir gegen die Bayern letztes Jahr, oder heuer gegen Rayo, also mit langweiligem oder wenig beeindruckendem Fußball, ins Finale kommen. Da bin ich vielleicht zu stur, aber naja.

    Aber ich habe natürlich nichts dagegen wenn wir unseren Fußball erweitern, das macht Tata auch sehr gut. Aber ich habe eben Angst, dass dadurch etwas verloren geht und ich glaube diese Angst ist aktuell auch berechtigt. Aber mal sehen wie das weitergeht.

    #498108
    tiki taka barca wrote:
    P.S: Ist jetzt hoffenlich nicht zu dumm rübergekommen.. :huh:

    :lol: Nein keine Sorge!

    Also in Extremform ist ein Idealist einer, der die Ideale des Vereins über Alles stellt. Er will lieber einen mittelmäßigen Canterno als einen guten gekauften Spieler, er nimmt gerne finanzielle Einbußen in Kauf, um das Trikot frei von Werbung zu halten, er will lieber sehen, wie die Spielphilosophien gezeigt wird und die Mannschaft verliert, als dass sie dreckig gewinnt.

    Ein Pragmatiker, ebenfalls in Extremform, ist im Grunde das Gegenteil :)

    Ich stimme der Mischungstheorie zu. Die Spielweise ist mir sehr wichtig, sie muss aber entwickelt werden, da Stillstand bekanntlich Rückschritt ist. Bei der Spielweise darf gerne eine Kombination aus erfolgreich und schön gewählt werden. Wo ich eher Idealist bin, ist das drum herum. Ich ziehe einen La Masia Schüler einem Söldner immer vor, die Jugend soll konsequent gefördert werden und ich will bei Niederlagen kein madrilenisches Verhalten sehen. Die Trikotwerbung ist jetzt nicht schön, aber ich denke die ist heutzutage leider notwendig.

    Also Ich denke, bei mir persönlich ist der Übergang vom Pragmatikern zum Idealisten fließend. In einigen Bereichen bin ich Idealist, fast schon Romantiker, in anderen Bereichen sehe ich die Sachlage pragmatischer, wohl auch schlicht rationaler.

    Interessantes Thema!

    #498106
    Anonym

    Ganz ehrlich gesagt weiß ich die Defintion davon im Fußball nicht zu 100%. Natürlich sagt es mir was, aber ich bin mir nicht mehr so sicher, deshalb möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, ohne es konstruktiv begründen zu können. :dry:
    Ich will zuerst sicher gehen, dass ich es wirkich richtig meine, bevor ich dann einen Blödsinn hinschreibe, der überhaupt keinen Sinn ergibt. Ist jetzt zwar peinlich, aber vielleicht kennt jemand von euch einen guten Link oder macht sich selbst die Mühe, was ich natürlich nicht von euch forderte, da es so einer Frage wohl nicht wert ist.. :unsure:

    P.S: Ist jetzt hoffenlich nicht zu dumm rübergekommen.. :huh:

    #498098
    Anonym
    Joker wrote:
    Es kommt auf eine gute Mischung an, finde ich.

    Ja, darauf kommt es an. Ich würde mich daher als pragmatischer Idealist sehen oder auch als idealistischer Pragmatiker. Ein Idealist ohne jeglichen Pragmatismus wird halt leicht zum Visionär.

    #498090
    Anonym

    Naja, ich will mich hier nicht selbst in irgendeine Schublade stecken :)

    Es kommt auf eine gute Mischung an, finde ich. Es gibt halt bestimmte Sachen, die den FC Barcelona auszeichnen und uns alle zu seinen Fans gemacht haben. Die sollten auch weiterhin so gut es geht erhalten bleiben. Ansonsten sind wir ja nichts mehr, als jeder x-beliebige Club in Europa. Aber an bestimmten Stellen muss man auch Abstriche setzen, da sonst der Erfolg ausbleiben wird. Also nach meiner Sicht sollte Barcelona primär erfolgsorientiert arbeiten, aber nur in dem Maße, dass die Seele das Vereins erhalten bleibt.

    #498082

    Also ich bin Pragmatiker, ansonsten hätte ich die 22 Jahre als Barça-Fan nicht überlebt. Alleine, wenn ich an die sechs Trainer in den sieben Jahren zwischen Cruyff und Rijkaard denke :woohoo: . Davon zweimal van Gaal, eine echte Bewährungsprobe! Auch Tito war für mich von Anfang an nicht der richtige Chefcoach, da wusste noch niemand, dass seine Krankheit zurückkehren würde. Er war, meiner Wahrnehmung nach, 5 Jahre lang (1 Jahr Barça B + 4 Jahre A-Mannschaft) der „gute Cop“ und Pep der böse, und ich befürchtete, dass er dieses Image nicht würde ablegen können; ganz einfach, weil er eben der gute, ruhige Trainer war und ist – die Barça-Boys jedoch einen „Antreiber und Auspeitscher“ brauchen. Bei Pep haben in der Halbzeitpause schon mal die Katakomben gebebt, so hat er geschrien. Tata Martino? Ein guter Trainer, auch wesentlich rühriger in der Coachingzone, und … eine gute Übergangslösung. Für mich derzeit nicht mehr und nicht weniger. Er wird es nicht sein, der Barça wieder zu „Gipfelstürmern“ macht, aber er wird dazu die Basis am Boden schaffen. Der winzig kleine Idealist in mir flüstert mir zu, dass es in zwei/drei Jahren ein anderer Trainer wieder schaffen wird (ich weiß jetzt nicht, für wie lange Tata unterschrieben hat?) – mit einer ganz anders zusammengesetzten jungen Truppe – und das, obwohl der Pragmatiker dagegen hält und sagt, aus der jetzigen Barça-B-Truppe sei nicht viel herauszuholen. Also lehne ich mich zurück, genieße das, was mir geboten wird und warte ab :) .

    #474796
    Anonym

    Das Thema ist mir neulich gekommen und um ehrlich zu sein, interessiert es mich auch brennend.

    Ich wollte hier von der ganzen Forengemeinde wissen, ob du Idealist oder Pragmatiker bist oder wieso?

    Also das bezieht sich jetzt natürlich hauptsächlich auf die Spielweise, also nicht auf irgendwelche Lebenseinstellungen oder sonstwas, sondern in diesem Thema geht es konkret nur um die Spielweise.

    Von meiner Seite aus, bin ich ein totaler Idealist, ein guardiolistischer Idealist, der Tata zwar sehr sympathisch findet und ihn auch für einen guten Trainer hält, dem aber dieses verzaubernde Atemberaubende Kurzpassspiel irgendwie fehlt. Aber da kommt noch mehr. Nur als kurzer Denkanstoß.

    Gruß Austro ;)

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