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Mein „Autoren“-Senf zur Spielerkritik

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  • #572393
    Anonym

    Wurde diskutiert, aber für’s Erste fallen gelassen, da das Schulnotensystem für uns Autoren einfacher ist.

    #572392
    Anonym

    Was haltet ihr denn von einer Bewertung mit 1,0-10Punkten ?

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    #572379
    rumbero
    Teilnehmer

    Spielerkritiken sind grundsätzlich immer subjektiv, das liegt in der Natur der Sache. Jeder hat andere Werte, andere Vorstellung von Relevanz. Zählt eine Torvorlage so viel wie ein Tackling am 16er, ein direkt verwandelter Freistoß aus 20 m mehr als das Fischen des Balls aus dem Toreck? Druckt man unterschiedliche Bewertungen in Zahlen (Noten) aus, wird’s eher noch schlimmer: war der Spieler mit der Note 1 etwa doppelt so gut wie der mit der 2? Selbst angeblich objektive statistische Spielerbewertungen in Echtzeit (whoscored) sind es nicht, weil niemals Einigkeit über die Gewichtung von einzelnen, vielleicht messbaren Aspekten herrschen wird. Ich lese eh keine Spielerkritiken, aber sie gehören nunmal zum Unterhaltungsprogramm beim Fußball und lösen ja auch immer wieder herrlich unfruchtbare Diskussionen aus.

    #475622
    Anonym

    Es wurde eh schon unter einem Artikel, als auch auf Facebook geteilt, aber es ist mir einfach wichtig, es auch im Forum noch festzuhalten:

    Ein paar Anmerkungen zur Spielerkritik und etwaigen Kontroversen:

    1. Spiegelt der Artikel einzig und alleine die Meinung des Autors wider. Natürlich ist es oft so, dass wir uns im Team absprechen und gegenseitig nach den Meinungen fragen, damit einfach ein reger Austausch stattfindet und die Artikel an Fundiertheit gewinnen, dennoch steht am Ende ein Name unter dem Artikel und das ist der des Autors, der schlussendlich die Entscheidungsge walt darüber hat, was darin steht.

    2. Ist es nicht zu unterschätzen, wie schwierig es ist, alle Spieler mit der gleichen Objektivität und Verlässlichkeit zu bewerten. Zum einen ist es so, dass gewisse Spieler in einem Spiel immer mehr im Fokus stehen, sei es durch ihre Art zu spielen oder ihre Position, zum anderen ist es außerdem so, dass man nicht allen elf bzw. oftmals 14 Akteuren die gleiche Aufmerksamkeit widmen kann. Das geht nicht. Jeder sieht ein Spiel anders, teilweise gibt es sogar massive Unterschiede im Auffassen von Spielsituatione n – siehe Forum.

    Weiter sind alle Autoren hier Culés und langjährige Fußballfans. In dieser Zeit entwickeln sich unterschiedlich e Zugänge zum Verein, zu einer Spielidee und vor allen Dingen zu den diversen Spielern. Natürlich versuchen wir immer, soweit es geht, unsere Präferenzen und Meinungen außen vor zu lassen, oftmals baut man die aber unterbewusst in Artikel ein. Das passiert nicht nur uns, sondern auch Journalisten der New York Times etc.

    Eben dadurch, dass wir alle Culés sind, ist es für uns nahezu unmöglich, ich kann hier zumindest für mich sprechen, nahezu unmöglich, Emotionen außen vor zu lassen. Ich denke, da geht es den meisten ähnlich, aber ich für meinen Teil würde nicht wollen, dass man mich nach Toren etc. herumhüpfen sieht. Da ist Guardiola harmlos dagegen. Insofern ist ein nüchterner Artikel nach einem emotionsgeladen en Spiel, und das war das am Sonntag definitiv, doppelt schwer.

    Und zu guter Letzt: Wir lesen uns selbstverständl ich sämtliche Kommentare zu unseren Artikeln durch. Wenn da eine Bewertung angezweifelt wird, ist man unterbewusst beim nächsten Artikel doppelt vorsichtig – und zwar nicht, weil man das schreiben will, was die Leser/innen lesen wollen, sondern, weil man sich bewusst und unterbewusst sofort fragt, ob man in eine zu gute bzw. zu schlechte Bewertung nicht doch zu sehr seine subjektive Meinung zum Spieler einfließen hat lassen. Dadurch tendiert man dann dazu, einen Spieler im nächsten Spiel in die Gegenrichtung zu bewerten auch wenn man es nicht will. Zu solchen Problemen des Vorwissens gibt es ganze philosophische Abhandlungen.

    Ich hoffe dennoch, dass die Artikel bei euch weiterhin auf Beliebtheit stoßen, das ist das, was uns am meisten freut.

    Soweit mein Senf dazu.

    Gruß
    Rafael

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