Meine Erfahrungen nach einer Woche Barca-Hautnah

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    Jonas
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    Vamos Cules
    Ich küsse eure Augen, wenn ihr das lest und hoffe euch geht es allen gut in dieser schweren Zeit.

    Einleitung
    Letzte Woche durfte ich das Spiel Barcelona gegen Stuttgart angucken und danach weilte ich mit einem Freund vier Tage in Donaueschingen beim Trainingslager des FC Barcelona. In der Folge möchte ich euch meine Erlebnisse schildern sowie meine Schlüsse daraus erläutern. Ich möchte nochmals betonen, dass dies meine Interpretationen sind und so nicht der Wahrheit entsprechen müssen. Ich hoffe ich kann euch mit diesem Text zum Nachdenken anregen, weil diese Tage haben mich enorm verändert genauso wie meine Sicht auf viele Dinge.

    Das Spiel
    Das Spiel war ein wahres Erlebnis. Schon vor dem Spiel haben wir uns mit anderen Fans connected. Der Hype war förmlich aus der Luft zu greifen und die 25‘000 Fans machten ordentlich Stimmung. Es zeigt einmal mehr, die Barcaliebe geht um die Welt und ist selbst in Deutschland deutlich spürbar. Mes que un club! Das Beste war sowieso das zufällige Treffen mit Barcatikitaka :)

    Beeindruckend empfand ich beim Aufwärmen, über welch unglaubliche Technik die Jungs verfügen. Bälle aus 30-50m aus der Drehung, punktgenau. Das hat schon Spaß gemacht ihnen da zuzugucken. Zum Spiel selbst muss ich wohl wenig sagen – viele von euch werden es gesehen haben. Besonders auffällig und so für mich am TV sonst kaum erkennbar war, dass die Spieler von Stuttgart mehrfach die Bälle so annahmen, dass ihnen der Ball 20-30cm vor den Fuß sprang. Sie wurden dann gleich unter Druck gesetzt und Barca gewann die Bälle zurück. Es war unglaublich faszinierend zu sehen, wie so kleine Unterschiede in der individuellen Qualität zu mehreren Ballverlusten führten.

    Das Trainingslager
    Es ist eine Ehre und ein Traum eines jeden Fans so nah an die Spieler heranzukommen. Vier Tage lang habe ich sie mehrfach am Tag auf 5m Distanz gesehen. Ich könnte jetzt lange Ausführungen zu den einzelnen Malen machen, wenn ihr darauf Lust habt, kann ich diese auch nachliefern, aber z.Z. habe ich keine Zeit dafür. Aber lasst mich euch etwas sagen, die Jungs sind unglaublich arrogant. Vor allem Pique und Alba. Von meinem vorletzten Satz ausgeschlossen sind Nico, Gabi, Roberto, Busi, Pjanic und Neto.

    Wir redeten mit dem Koch, redeten mit den Securities des FC Barcelona, ich hörte einmal bei einem Gespräch zwischen einem Hotelgast und einem Rezeptionisten mit und vor allem erzählten uns die ganzen anderen angereisten Cules ihre Storys von diesem „arroganten Pack“.

    Um mal einige Geschichten zu schreiben: Pique schöpft sich gemäß dem Koch immer so das Essen vom Buffet, dass die Hälfte davon auf den Boden fällt. Oliven spickt er sich vom Buffet auf den Teller und die die rausfallen lässt er einfach liegen. Und das jeden Tag!
    Ebenerwähnter Pique gönnt sich abends eine Shisha aufs Zimmer, um mit seinen Habibis eine zu ziehen. Manchmal habe ich das Gefühl wir Fans sind dem FC Barcelona mehr gewidmet als ein paar dieser Diven. Naja, rauch ruhig weiter Pique, nach der nächsten CL Pleite dann wieder weinen haha. In anderen Leistungssportarten würde man so etwas zumindest nicht sehen,…
    Der Koch erzählte weiter, dass Pique das ganze Team auf irgendein ranziges Bier eingeladen hat. Hat schnell mit der Platinkarte 2000€ bezahlt und 100€ als Trinkgeld dagelassen. Das Bier hat keiner getrunken und stand dann nur herum.

    Er meinte, Pique behandelt die Angestellten wie Dreck, schnauzt nur herum etc. Alba ist die ganze Zeit ruhig, grüßt aber nie und redet nur mit Pique und Puig. Griezmann schaut die ganze Zeit durch einen hindurch und man hat das Gefühl der nimmt die Angestellten gar nicht wahr. Viele der anderen Spieler sollen auch nie grüßen und die Angestellten wie Abschaum behandeln. Pjanic und vor allem Busquets wurden von ihm gelobt, die zwei würden immer vorbeikommen und mit ihm reden und hätten ihm auch ein Trikot versprochen.

    Lustig und bedenklich zugleich: Das (Fitness)trainerteam soll sich abends immer mit Hasch eingeraucht haben.

    Spannend; die Angestellten müssen eine Strafe von 5‘000€ zahlen, wenn sie die Spieler mit etwas ansprechen, was nicht zu ihrem Job gehört.

    Wer jetzt denkt, diese Arroganz komme nur bei Barca zu tragen, der irrt. Die Security Firma beschützt auch andere Vereine auf ihren Trips wie bspw. Real Madrid und das Hotel hat in der Vergangenheit auch schon andere Großvereine gastieren lassen. Es heißt in anderen Teams – vor allem den Topgroßvereinen – ist es nicht anders.

    Zum Glück konnte ich mit allen Spielern ein Foto machen, habe ein Check mit Griezmann bekommen und wurde vom Kader und vor allem Pique und Alba angefeuert als ich Puigs Golfcart nachgerannt bin, aber leider erging es nicht jedem so gut.
    Kaum Unterschriften, kaum Fotos (manche waren Tage dort und haben weder Foto noch Unterschrift) und wir angereiste Fans (ca. 30 jeden Tag) dachten zuerst es war wegen Corona. Aber nein, die Securities meinten die Spieler haben einfach keine Lust zu uns zu kommen und sich diese zwei Minuten Zeit zu nehmen. Ständig sah man die Spieler sonst nur hinter Absperrungen. Sie fuhren an all den schreienden Fans vorbei und haben uns nicht einmal angeguckt. Lediglich oben genannte Spieler haben gewunken etc. Einem Dejong habe ich bspw. mehr zugetraut… Oder Memphis der arrogante Sack hat den Ball, den er signieren sollte, genommen und einfach weggekickt.

    Man kann mir jetzt erzählen sich jeden Tag fünf Minuten für die Fans Zeit zu nehmen sei nicht ihr Job. Tja, zeigt halt auch in welcher Welt sie leben, abgehoben sind sie. Verdienen Millionen durch ihre Fans und konnten sich keine fünf Minuten Zeit nehmen. Erbärmlich! Warum feuert man eigentlich ein Team lauter Diven an? Weil schlussendlich ist ein Fußballverein nicht mehr als die Spieler, die ihn verkörpern. Also ich als Trainer würde jeden Spieler jeden Tag 15min rausschicken für die Fans.

    Mein Bild vom Verein hat sich durch die Ferien komplett geändert. Früher habe ich meine Idole vergöttert, aber wie der Koch meinte, es ist gut, dass wir sie nur aus dem TV kennen, denn laut ihm haben sie viele Ecken und Kanten. Es wirkte, wie ein riesiger Zirkus, den der FC Barcelona aufführte. Gefühlt Securityhundertschaften wegen 30 Fans, großes Drama, lauter kleiner Diven, und dann wundert man sich warum wir eine Milliarde Schulden haben, und ständig wegen Überheblichkeit in der CL die Fresse poliert bekommen. Ein riesiger Zirkus eben.

    Ein Hotelmitarbeiter sagte bei ihrer Abreise, dass er glücklich ist, dass sie nun gehen, da die Spieler sehr anstrengend seien. Seine Worte sprechen denke ich für sich, vor allem in einem Fünfsternsuperior Hotel, in welchem die Angestellten gar nicht alles erzählten dürfen und wo die Angestellten sich ein anspruchsvolles Publikum eigentlich gewohnt sind.

    Koeman soll nie mit einem Spieler geredet haben. Ich mag ihn taktisch nicht, aber menschlich inzwischen doch. Er und Larsson haben sich immer Zeit für uns genommen, genauso wie Vizepräsident Rafa. Koeman ging auch einfach ohne Security in Donaueschingen spazieren und Abendessen. Er scheint kein gutes Standing im Team zu haben vor allem bei der Arroganzfraktion um Pique Alba Puig etc. Er wirkt komplett alleingelassen in dem Team. Wie gesagt der Koch meinte in sieben Tagen hat Koeman nicht einmal mit einem Spieler geredet und auch wir haben nichts gesehen. Die Meldung, die letztes Jahr herum ging, dass Puig Probleme mit manchen Führungsspielern hätte, entpuppt sich meiner Meinung nach als Fake, da Puig die ganze Zeit mit diesen gechillt hat. Was man aber recht deutlich gesehen hat, ist die Grüppchenbildung im Team. Die Franzosen, der FC Friends, die Jugend,… das ist etwas, was man sich für kein Team wünscht.

    Das Training selbst haben wir ein paar Mal von einem nahen Hügel mit einem Feldstecher beobachtet. Hartes Training ist was anderes, häufig haben sie freies Spiel gemacht.

    Es war toll, all die Spieler so nah zu sehen, aber eben ich denke es genügt sie aus der Distanz zu bejubeln und nicht von nahe. Barcelona Fan sein wegen der Art wie sie spielen und nicht wegen den Spielern, welche sie repräsentieren, denn solange so viel Geld in dem Sport ist, wird ihr Nichtstun sie sowieso in die Arroganz werfen. Leider. Da habe ich andere Erfahrungen mit Sportstars wie Federer, Nadal, Peter Sagan etc. gemacht. Der Club wirkte, wie in einer riesigen Blase wo alles golden ist, die Nähe zur Realität völlig verloren.

    Letzte Erzählung von einem ehemaligen Fan, welcher in Barcelona lebte. Er bediente uns am Spieltag in Stuttgart in einem Restaurant. Er erzählte uns, er kam als Barcafan nach Barcelona und nach ein paar Jahren war er kein Fan mehr. Er sagte so ein abgehobener Club mit all dem Riesenzirkus habe ihn irgendwann nur noch angewidert. Damals habe ich ihn nur belächelt, heute verstehe ich ihn.

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