Pressing 2013

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  • #489575
    Spongebob wrote:
    Wie ist denn dein Standpunkt zum Angriffpressing? Möchtest du, dass es wiederkommt oder sollen die Spieler später Druck auf den Gegner ausüben?

    ich tendiere eher zu der „später ansetzen“ variante.

    situativ kann ein angriffspressing in kombination mit einem schnellen umschaltmoment bei ballgewinn sicherlich eingesetzt werden. genauer benannt wäre das dann der fall, wenn der gegner offensichtlich um eine spielerische lösung bemüht ist, bzw einen kontrollieren spielaufbau aus der abwehr heraus sucht. ein ballgewinn im letzten drittel kann zusammen mit der im spielaufbau unter umständen vorhandenen unordnung beim gegner (zb. durch das aufrücken des ballführenden verteidigers) zu einer leicht herausgespielten, guten torchance führen.

    das problem: die wenigsten gegner spielen auf diese weise gegen uns.

    wie von dir bereits erwähnt, praktizieren die meisten gegner gegen uns ein schnelles umschaltspiel, agieren mit langen bällen und spekulieren auf- oder provozieren kontersituationen (bestes beispiel real madrid). bei welchen sie auf geschwindigkeit oder die physische überlegenheit ihrer stürmer beim kampf um die ersten hohen und vorallem die zweiten bälle setzen, gerade bei letzteren haben unsere verteidiger oft das nachsehen. wenn ein physisch starker gegenspieler den hohen weiten ball auch nur halbwegs an- und mitnehmen kann, ist das ziel des gegners erreicht, weil platz in unserer spielfeldhälfte ohne hin zu genüge vorhanden ist.

    ein angriffspressing ist daher also in vielen fällen nicht notwendenig, bzw in manchen situationen sogar kontraproduktiv. ein angriffspressing erfordert das aufrücken der offensiven spieler und ändert die grundordnung, bzw hebt diese zu einem gewissen teil auf. wenn dann auch noch eigentliche defensivspieler ins angriffspressing einbezogen werden (namentlich alves, zb gut zu sehen gegen milan im rückspiel. bei ballverlust setze er im pressing an, anstatt den absichernden rückweg anzutreten. er hat das nebenbei erwähnt gut gemacht) geht der defensive die breite und dadurch die absicherung abhanden. rückt busquets, um das aufzufangen, in die linie der verteidiger, dann hat dieser beim eigentlichen pressing in der eigenen hälfte weniger zugriff auf den gegner, was verheerend sein kann und ihn einer seiner paradedisziplinen beraubt.

    da ich prinzipiell auch der meinung bin, dass ein angriffspressing bei den aktuellen begebenheiten nicht die bestmögliche lösung darstellt, will ich noch kurz auf eine lösungsvariante eingehen, die meiner meinung nach besser der aktuellen situation bei der grossen mehrheit unserer gegner entspricht:

    schnelles umschalten in die defensive und starkes pressing (zb wie von dir erwähnt ab der mittellinie).

    ein 2. ball ist sehr viel schwieriger zu behaupten, wenn die anspielstationen des verteidigenden spielers in der deutlichen überzahl oder die eigenen anspielstationen zugestellt sind, da die optionen des angreifers minimiert werden und er sich gegen mehrere gegenspieler durchsetzen muss. ein pressing erfordert, dass sich mehere spieler an einem einzelnen, ballführenden gegner orientieren. das ist aber bei einer gleichzahl situation nicht möglich. bei einem konter mit 2 stürmern gegen 3 verteidiger können nicht 2 spieler auf den ballführenden spieler gehen, bzw könnten sie das natürlich schon, wenn dieser den ball jedoch weiterleitet hätte der verbliebene angreifer aber genau so eine situation mit nur einem gegenspieler, also dass, was es zu verhindern gilt.

    die lösung ist also meiner meinung nach, dass die mannschaft viel schneller umschaltet bei ballverlust und zwar nicht um in einen sofortiges pressing zu verfallen, sondern um so schnell wie möglich eine gewisse defensive grundordnung herzustellen. zu oft sieht man, wie barca bei ballverlust und einem ersten prellball mit 5 mann vor dem ball steht, dieser schnell in richtung barcahälfte gespielt wird und die 5 spieler mehr zurück joggen, als rennen (pedro bildet hier eine ausnahme, wenn er den ball verliert, dann rennt er – immer).

    das zurückeilen der gesamten mannschaft verhindert nicht nur überzahlsituationen der gegner, sondern ermöglicht es durch die zahlenmässige überlegenheit auch, ein starkes pressing aufzuziehen. ausserdem schliesst es lücken und erleichtert das verhindern von flanken durch verbreiterung der abwehrkette.

    das anschliessende behaupten des balles durch umspielen des gegners wird durch die vorhanden anspielstationen so auch erleichtert und der folgende spielaufbau ebenso.

    ich meine in dieser saison auch das bestreben nach einem primären herstellen der defensiven grundordung (also dem klassischen 433) zu erkennen. es wird dannach zwar noch nicht konsequent gepresst, aber die priorität von vilanova scheint für mich das herstellen der defensivformation zu sein und kein angriffspressing, bzw allgemein ein kollektives gegenpressing. wenn er diesen weg konsequent verfolgt und die erforderlichen, weiterführenden schritte einleitet und durchsetzt, dann kann diese strategie und das daraus resultierende defensivspiel durchaus erfolgsversprechend sein.

    #489574
    Kalelarga82
    Teilnehmer

    Und falls man für nächste Saison doch keinen Top Verteidiger verpflichtet und dafür bei Gegebenheiten Adriano in die Innenverteidigung rückt (was ich nicht hoffen will), wäre das Angriffspressing absolute Pflicht. Wenn wir wieder auf den Gegner in eigener Hälfte „warten“ ohne zu pressen wie in dieser Saison dann kassieren wir wieder einige Buden im Camp Nou, sogar gegen Underdogs !!! In diesem Fall tendiere ich dann wieder auf Angriffspressing.

    #489571
    Anonym

    Ich würde gerne wieder das berüchtigte Angriffspressing bei Barca sehen. Auf diese Art und Weise konnte man die Defensive um einiges besser entlasten. In dieser Saison hat man deutlich gesehen, dass wenn man sich zuweit nach hinten drängen lässt und spielstarken Gegnern die Kontrolle im Mittelfeld überlässt, das Mittelfeld überfordert wirkt und die Defensive ins schwimmen gerät (besonders wenn der Gegner über die Flügel kommt). Das führt zwangsweise halt auch dazu, dass die Aussenstürmer zeitweise die AV geben, was nicht dauerhaft gut gehen kann wenn man sich eine zufiedenstellende Torquote dieser erwünscht. Busquets kann auch nicht jedes Loch stopfen. Es sollten alle am Pressing teilnehmen (eingeschlossen Messi) und man sollte wieder versuchen im Kollektiv die Räume eng zu machen und zu pressen um schnellen Ballgewinn zu ermöglichen. Warum man das nicht durchziehen konnte oder wollte in dieser Saison könnte mit mehreren Dingen zusammenhängen (Fitness, Motivation, Anweisung etc.). Ich hoffe jedenfalls, dass man zur nächsten Saison wieder das Angriffspressing anwendet. Mit einer ordentlichen Rotation sollte es dann auch mit der Fitness nicht allzuviele Probleme geben.

    #489569
    Grandoli Newells Barca wrote:
    Ein sehr interessantes thema, danke sponge!

    Bin grad in der mittagspause und hab wenig zeit, daher nehme ich nur kurz einen punkt vorne weg.

    Ich hatte in dieser saison das gefühl, dass barca nicht mer das gewohnte spiel spielt. Ich bin auch der meunung, dass das mangelde (angriffs-) pressing vilanovas plan ist und nicht einfach faulheit der spieler. Ich denke in diesem zusammenhang ist titos krankheit ein entscheidender faktor. Tito war abwesend, zu einem zeitpunkt des umbruchs. Er hatte bereits einige altbewährte mittel abgebaut, jedoch die neuen, die „ersatzmittel“ noch nicht installiert. Das führte dazu, dass barca nicht mer das alte system spielt, allerdings auch das neue noch nicht spielen konnte / kann.

    So sind vielleicht such aussagen wie die von xavi „wir wussten nicht wie wir spielen sollten“ zu erklãren.

    Wie ist denn dein Standpunkt zum Angriffpressing? Möchtest du, dass es wiederkommt oder sollen die Spieler später Druck auf den Gegner ausüben?

    #489545

    Ein sehr interessantes thema, danke sponge!

    Bin grad in der mittagspause und hab wenig zeit, daher nehme ich nur kurz einen punkt vorne weg.

    Ich hatte in dieser saison das gefühl, dass barca nicht mer das gewohnte spiel spielt. Ich bin auch der meunung, dass das mangelde (angriffs-) pressing vilanovas plan ist und nicht einfach faulheit der spieler. Ich denke in diesem zusammenhang ist titos krankheit ein entscheidender faktor. Tito war abwesend, zu einem zeitpunkt des umbruchs. Er hatte bereits einige altbewährte mittel abgebaut, jedoch die neuen, die „ersatzmittel“ noch nicht installiert. Das führte dazu, dass barca nicht mer das alte system spielt, allerdings auch das neue noch nicht spielen konnte / kann.

    So sind vielleicht such aussagen wie die von xavi „wir wussten nicht wie wir spielen sollten“ zu erklãren.

    #489540

    Meine Meinung dazu: Das Angriffspressing muss nicht zurückkehren, damit Barça wieder erfolgreich spielt. Ich würde mir aber wünschen, dass der Gegner schwerer in die Hälfte von Barça eindringen kann. Darin liegt meiner Einschätzung nach eine großes Defizit in dieser Saison. Barça lässt sich zuweilen einfach sehr tief fallen und der Gegner hat 10-15m vor dem Barça Strafraum zu viel Zeit und Raum. Deshalb sollte man

    1. ab der Mittellinie ein scharfes Pressing praktizieren, das verschiedene Formen annehmen kann(Manndeckung, Zustellung der Pass- und Laufwege – je nach Gegner), um den Gegner nicht so leicht in gefährliche Regionen zu lassen

    2. in den gefährlichen Regionen vehementer zu Werke gehen und eine bessere Tiefenstaffelung offenbaren.

    Wenn der Gegner ab der Mittellinie ansetzen kann, wird er bestimmt eher geneigt sein, eine spielerische Lösung zu finden(anstatt den Ball nach vorne auf die Stürmer zu spielen), weil der größere Abstand zum eigenen Tor das Risiko eines Ballverlustes relativiert. Spielt der Gegner trotzdem hohe Bälle, so liegt es an den Verteidigern, den ersten oder zweiten Ball zu erobern.

    Im Ballbesitz hängt die weitere Vorgehensweise davon ab, wie sich das Spielbild darstellt. Wenn der Gegner mit vielen Spielern aufgerückt ist, sollte der Ball vertikal gespielt werden, damit der Gegner veranlasst wird, sich zurückzuziehen. Sodann könnte man durch Passtaffetten und das Tiki Taka die Spielkontrolle zurückgewinnen. Das wäre die kollektive Angriffsoption mit einem geordneten Gegner. Alternativ kann man auch die Extraklasse der Spieler nutzen und schnell umschalten. Man muss nicht stets kollektiv angreifen, um zum Torerfolg zu kommen. Allerdings droht dann ein höheres Spieltempo, weil sich Barça nicht zum Gegenpressing formieren kann.

    Alles eine Frage der Gegebenheiten und des Gegners, wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Aber mit dieser Feststellung bin ich schon einen Schritt zu weit. Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist ja der fremde Ballbesitz und unser Verhalten hierbei. Ich plädiere für ein grundsätzliches Mittelfeldpressing. Sofern es der Gegner erfordert, kann man auch früher ansetzen. Für mich ist ein Mittelfeldpressing die optimale Herangehensweise. Die Abwehr muss nicht so weit aufrücken und man steht dennoch äußerst kompakt.

    #489537
    bruce83
    Teilnehmer
    Herox wrote:
    Sponge und kein Taktikfuchs :D was muss ich dann von mir behaupten? :)
    Zurück zum Thema: ich denke, dass das Pressing auf jeden Fall ein Schritt nach vorne bedeuten würde. 2011 war das z.B. ein wichtiger Faktor, der uns zum Erfolg führte. Nun bleibt die Frage, ob die Spieler dazu physisch in der Lage sind? Das muss man sehen…
    Des Weiteren scheint es nun ein Gegenmittel gegen das Pressing zu geben (hohe Bälle, kürzerer Weg zum gegnersichen Tor und keine Gefahr aufgrund eines Ballverlustes in der eigenen Hälfte). Ich denke nicht, dass dieser Vorgehensweise universell ist, sondern nur bei bestimmten Gegnern zum sicheren Erfolg führt. Man muss die Taktik gegen jeden Gegner neu anpassen.
    Meiner Meinung nach wird das Pressing nicht sofort das „frühere Barca“ hervorrufen. Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle.
    Bei uns stimmen auch die Abstände überhaupt nicht. Zwischen Angriff-Mittelfeld-Abwehr stimmt die Abstimmung nicht und somit sind die Bereiche meist auf sich alleine gestellt, vor allem die Abwehr. Wie oft wurde unser Angriff und das Mittelfeld mit einem einzigen Pass überhebelt?? In dieser Saison sehr oft. Dann stehen Gegner nur noch der Abwehr gegenüber und müssen diese ausspielen, was leichter ist, als sich noch mit dem Mittelfeld auseinandersetzen zu müssen. Es sind nicht nur die Verteidiger an den ganzen Gegentoren schuld…
    Ein anderer Punkt ist, dass wir eigentlich kein Tiki-Taka mehr spielen. Ich habe den Eindruck, dass wir uns nicht mehr so viele 100% Chancen erspielen wie in der Vergangenheit. Es ist wenig Herausgespieltes dabei.
    Die Erkenntnis daraus ist, dass wir nicht mehr als Team auftreten, sondern über die individuelle Klasse kommen. Wir haben vielleicht die stärksten Individualisten, aber was bringt dir das, wenn sie als Mannschaft nicht funktionieren. In der jüngsten Vergangenheit (als wir das Triple gewannen) agierten wir vor allem als Team. Die individuelle Klasse war nur noch das Sahnehäubchen (z.B. Messis Solo gegen Real) und rundete die unglaubliche Mannschaftsleistung ab.
    Ich befürchte, dass wir durch den Neuzugang Neymar weiterhin auf dieser Schiene bleiben und auf individuelle Geistesblitze hoffen. Dumm nur, dass die beste Mannschaft, d.h. das beste eingespielte Team, die Titel abräumt.
    Der Faktor Pressing ist wichtig, sogar sehr wichtig, denn er fordert mannschaftliche Geschlossenheit und Leistung. Ein Einzelner kann das Pressing nicht betreiben. Es müssen alle mitmachen und dies könnte der erste Anhaltspunkt sein, um wieder primär als Team zu funktionieren.
    Bei uns hapert es an vielen Stellen ein wenig und in der Summe ist es eben zu viel. Das muss Tito korrigieren.

    Vollkommen richtig! Wir sind ab den 16 irgendwie ratlos und Ideenlos und kommen dann von aussen mit Flanken obwohl wir keine Kopfballasse im Team haben und das schnelle gegen Pressing wie zuletzt gegen Milan machen wir auch nicht mehr. Und tötliche Pässe sind auch ziemlich rar geworden, aber das war Titos 1 Jahr als Cheftrainer, lassen wir uns mal überraschen wie die nächste Saison beginnt!

    #489534
    Herox
    Teilnehmer

    Sponge und kein Taktikfuchs :D was muss ich dann von mir behaupten? :)
    Zurück zum Thema: ich denke, dass das Pressing auf jeden Fall ein Schritt nach vorne bedeuten würde. 2011 war das z.B. ein wichtiger Faktor, der uns zum Erfolg führte. Nun bleibt die Frage, ob die Spieler dazu physisch in der Lage sind? Das muss man sehen…
    Des Weiteren scheint es nun ein Gegenmittel gegen das Pressing zu geben (hohe Bälle, kürzerer Weg zum gegnersichen Tor und keine Gefahr aufgrund eines Ballverlustes in der eigenen Hälfte). Ich denke nicht, dass dieser Vorgehensweise universell ist, sondern nur bei bestimmten Gegnern zum sicheren Erfolg führt. Man muss die Taktik gegen jeden Gegner neu anpassen.
    Meiner Meinung nach wird das Pressing nicht sofort das „frühere Barca“ hervorrufen. Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle.
    Bei uns stimmen auch die Abstände überhaupt nicht. Zwischen Angriff-Mittelfeld-Abwehr stimmt die Abstimmung nicht und somit sind die Bereiche meist auf sich alleine gestellt, vor allem die Abwehr. Wie oft wurde unser Angriff und das Mittelfeld mit einem einzigen Pass überhebelt?? In dieser Saison sehr oft. Dann stehen Gegner nur noch der Abwehr gegenüber und müssen diese ausspielen, was leichter ist, als sich noch mit dem Mittelfeld auseinandersetzen zu müssen. Es sind nicht nur die Verteidiger an den ganzen Gegentoren schuld…
    Ein anderer Punkt ist, dass wir eigentlich kein Tiki-Taka mehr spielen. Ich habe den Eindruck, dass wir uns nicht mehr so viele 100% Chancen erspielen wie in der Vergangenheit. Es ist wenig Herausgespieltes dabei.
    Die Erkenntnis daraus ist, dass wir nicht mehr als Team auftreten, sondern über die individuelle Klasse kommen. Wir haben vielleicht die stärksten Individualisten, aber was bringt dir das, wenn sie als Mannschaft nicht funktionieren. In der jüngsten Vergangenheit (als wir das Triple gewannen) agierten wir vor allem als Team. Die individuelle Klasse war nur noch das Sahnehäubchen (z.B. Messis Solo gegen Real) und rundete die unglaubliche Mannschaftsleistung ab.
    Ich befürchte, dass wir durch den Neuzugang Neymar weiterhin auf dieser Schiene bleiben und auf individuelle Geistesblitze hoffen. Dumm nur, dass die beste Mannschaft, d.h. das beste eingespielte Team, die Titel abräumt.
    Der Faktor Pressing ist wichtig, sogar sehr wichtig, denn er fordert mannschaftliche Geschlossenheit und Leistung. Ein Einzelner kann das Pressing nicht betreiben. Es müssen alle mitmachen und dies könnte der erste Anhaltspunkt sein, um wieder primär als Team zu funktionieren.
    Bei uns hapert es an vielen Stellen ein wenig und in der Summe ist es eben zu viel. Das muss Tito korrigieren.

    #489529
    Anonym
    Spongebob wrote:
    PS: Ich bin kein Taktikfuchs, kenne nur die Grundlagen :-) diese kann sich jeder hier innerhalb von 2h aneignen.

    Na, na Sponge, jetzt stell dein Licht nicht unter den Scheffel. Mit 2 Stunden ist da nichts getan. :)

    #489526

    Danke euch beiden für eure Stellungnahme. Mal schauen, was die Anderen dazu sagen.

    PS: Ich bin kein Taktikfuchs, kenne nur die Grundlagen :-) diese kann sich jeder hier innerhalb von 2h aneignen. Viele hier sind in dieser Hinsicht schon sehr belesen, gibt genug gute Seiten ;-)

    #489525
    Anonym

    Das ist eine ziemlich schwierige Frage. Mich hat das Angriffspressing immer sehr beeindruckt, auch wenn es in dieser Saison zum Einsatz kam. Es spiegelt ja irgendwie den Willen wieder, dass man selber spielen will und nicht der andere.

    Ob es erfolgreich ist, ist wieder eine andere Sache. Alle Verteidigungsstrategien haben ja ihre Vor- und Nachteile und die sind je nach Mannschaft unterschiedlich stark ausgeprägt. Ich meine, dass es bei Barça gefährlicher ist, wenn der Gegner nahe am Strafraum ist, als bei anderen Mannschaften – also dürfen sie da nicht hin. Wenn man zu spät presst kommen aber schon ein paar Spieler in die Nähe das Tores und können dort auch mal an den Ball kommen. Ganz grob ist das Ganze doch eine Entscheidung, ob man weniger 1 gegen 1 und mehr Flanken oder weniger Flanken und mehr 1 gegen 1 haben will. Und da wähle ich mal das zweite.

    Aber insgesamt bin ich mir hier wirklich nicht ganz sicher. Tendiere auf jeden Fall zu einem früheren Pressing als zur Zeit, was man dann von Gegner zu Gegner natürlich variieren und anpassen muss.

    #489520
    Kalelarga82
    Teilnehmer

    Danke für die Eröffnung dieses Themas. Ein sehr wichtiges Thema. Da ich selber kein Taktikfuchs ala „Spongebob“ bin :-)muss ich mich selber nocheinmal mit der Thematik Angriffspressing oder besser gesagt dem allgemeinem Pressing beschäftigen damit ich dann in Zukunft eine klare Meinung dazu habe und diesbezügl. Stellung nehmen kann.
    Deswegen von mir nur ein paar Gedankengänge:

    Ich habe die ganze Saison schon das Pressing vermisst, bis auf wenige Ausnahmen (z.B. des Milanspiels) war davon nichts zu sehen. Und ich bin absolut deiner Meinung.
    Dies ist ganz allein Titos Massnahme gewesen aus den Gründen die Sponge auch oben erwähnt hatte. Das ist sein Plan gewesen. In der Liga hat das ja auch wunderbar geklappt und wir haben wieder viele Tore geschossen und haben sogar die Auswärtsspiele gewínnen können. Das letzte Jahr unter Pep sah das noch ganz anders aus und wir mussten uns in gegnerischen Stadien die Zähne ausbeissen.
    Tja, leider wissen wir alle das dies in der diesjärigen Königsklasse nicht optimal war und wir absolut Toranfällig waren.

    Es sah immer gleich aus. Man hat den Gegner spielen lassen und der Ball zirkulierte in deren Reihen und über die Flügel wurden sie immer gefährlich. (Über Dani`s Seite mehr als über Albas). Siehe die Milan und PSG Rückspiele…
    dort haben wir uns die letzten 20 min. zurückgezogen und ich habe gebetet und gebetet das wir keinen rein bekommen. In dieser Phase z.B. wäre ein Gegenpressing viel. Notwendig gewesen. Man hat gesehen das insbesondere Busquets überfordert war.

    Ein ganz kompliziertes Thema das nicht so einfach zu beantworten ist. Aber im ersten Moment wäre ich auch für ein „Vielleicht“ und würde das Pressing immer auswählen je nach Gegner…

    #489519

    Bin auch nur am Handy gerade, deshalb nur kurz: Die Spieler wissen aber, wie man erfolgreich presst. Entweder sie können nicht oder wollen nicht, vielleicht beides.

    Dann bleibt ja noch die normative Frage, ob es überhaupt gegen Mannschaften mit starken Offensivkräften betrieben werden soll. Was wäre sie Alternative? Ich bin etwas überfragt, muss ich ehrlich zugestehen.

    Ich denke aber, bei dieser Frage entscheidet sich die nächste Saison.

    #489515
    Anonym

    Interessantes Thema. Vorab nur so viel, ich glaube nach wie vor nicht dass Tito da großartig was geändert bzw. einstudiert oder angewiesen hat. Für mich hat sich das eher so ergeben, das war nicht so geplant. Werde mich noch etwas ausführlichen zum Thema äußern.

    #474625

    Der FC Barcelona ohne Pressing – für viele unvorstellbar. Doch diese Saison hat zumindest das Angriffspressing der Mannschaft deutlich zu wünschen übrig lassen, wenn es nach der Meinung vieler Fans geht. Soll das Angriffspressing der Vergangenheit zurückkehren? Viele bejahen diese Frage, ich sage: vielleicht.

    Man sollte stets von Spiel zu Spiel schauen und nicht blindlings eine Taktik anwenden, die womöglich für den Gegner ungeeignet ist. Auch darüber hinaus blicke ich einem permanenten Angriffspressing kritisch gegenüber. Das diesjährige Champions League-Finale war wieder ein Beleg dafür, dass sich die Topmannschaften nur ungern pressen lassen. Sowohl Dortmund als auch die Bayern verfügen über Akteure vorne, die sich im Kampf um einen hohen Ball behaupten oder zumindest den zweiten Ball gewinnen können. Dementsprechend sah man bei beiden Teams verhältnismäßig viele hohe Zuspiele in die Spitze, mit dem sie dem gegnerischen Pressing entkommen wollten. Für sie erscheint es nämlich zu riskant und sie wollen sich nicht darauf einlassen. Viel lieber befördern sie den Ball nach vorne und rücken kollektiv auf, verzichten also auf den Ballbesitz für eine 50% Chance, weiterhin im Ballbesitz zu bleiben, allerdings in einem Bereich auf dem Spielfeld, der weniger Gefahr birgt, sollte der gegnerische Druck erfolgreich sein. Zudem ist man dadurch schnell näher am gegnerischen Tor – und das risikoarmer.

    Für Real Madrid gelten analoge Erwägungen. C. Ronaldo hat unserer Innenverteidigung in der Vergangenheit ganz schön zugesetzt. Um beim Angriffspressing kompakt zu bleiben, muss auch die Defensive weiter aufrücken und droht überspielt zu oder aber in riskante Zweikämpfe verwickelt zu werden. Gegen den AC Milan sind wir nur durch sehr viel Glück weitergekommen, weil der Spieler der Italiener den Ball im 1vs1 mit Valdés an den Pfosten setzte. Im Vergleich zu den vorangegangenen Spielzeiten fällt mir grundsätzlich auf, dass wir nun weniger solcher 1vs1-Situationen hatten. Dafür sind anderweitige Probleme zutage gefördert worden, sicherlich.

    Mir gefiel in dieser Saison die durch die Medien gegeisterte Feststellung nicht, Barças Pressing habe deutlich abgebaut. Für mich war das von Vilanova gesteuert, die Mannschaft geht nicht mehr volles Risiko drauf. Für mich sah es eher so aus, dass die ganzen -scheinbar- sinnlosen Bewegungen eines oder zwei Spielers von Barça auf die Innenverteidiger kein Angriffspressing waren, sondern als strategisches Element bei der Steuerung der gegnerischen Angriffe eingesetzt worden sind. Ansonsten hätte Tito Vilanova seine Spieler und vor allem mehr Spieler veranlassen können, nach vorne hin Druck auszuüben. Zum frühen Zeitpunkt der Saison war die physische Verfassung noch in Ordnung, aber unabhängig davon können Profis ohne Probleme 10-20min Pressing spielen. Bei Barça hat man es aber so gut wie nie gesehen, jedenfalls nicht so, wie es aus anderen Spielzeiten bekannt ist.

    Ich hab den Eindruck, die Mannschaft ist noch etwas unbeholfen bei der Realisierung der neuen taktischen Vorgaben. Aber das liegt wohl nicht nur daran, weil es Veränderungen gab.

    Mich würde allgemein interessieren, wie ihr zum Angriffspressing steht. Soll es zurückkehren oder soll es aus den von mir genannten Gründen nicht mehr praktiziert werden?

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