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Tito Vilanovas Diversifikationsstrategie

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    Anonym

    Anhand des Artikels sieht wie schnell sich die Dinge scheinbar und damit auch die Beurteilungen im Fußball ändern können. Denke es liegt auch daran gegen welche Gegner man dann eben auf welchem Niveau spielen muss und welche Ansprüche man eben hat. Milan und Real ist halt was anderes als Getafe und Córdoba. Ganz banal. Jedenfalls war in den beiden Spielen von einer Diversifikationsstrategie nichts mehr zu sehen. Was nicht heißt dass es diese vorher nicht gab.

    #474528

    Die Málaga-Trilogie liegt nun hinter uns. Vielleicht ist es an der Zeit, die letzten Spiele etwas Revue passieren zu lassen. Schließlich handelt es sich bei Málaga nicht um Fallobst, sondern um eine starke Mannschaft, was sie auch gestern wieder unter Beweis gestellt hat.

    Barça hatte gestern in der ersten Halbzeit lediglich 58% Ballbesitz – der Kommentator wählte angesichts dieser Zahl das Wort „lächerlich“. Am Ende aber gelang es der Mannschaft, die Ballbesitzquote auf 70% anzuheben, was von zunehmender Ballzirkulation zeugt. Florian deutet den verhältnismäßig geringen Ballbesitzanteil in seinem Artikel als eine Folge der Bemühungen von Málaga. Ich dagegen halte eine andere Erklärung für wahrscheinlicher: Das Spiel des FC Barcelona ist zum Teil einfach sehr zielstrebig und geradlinig, vertikale Momente im Spiel schließen zu den horizontalen Einlagen auf. Unter Pep Guardiola war allzu häufiges schnelles Umschalten verpönt, es sollte die allumfassende Spielkontrolle wiederhergestellt werden.

    Tito Vilanova scheint hinsichtlich der Angriffsstrategie einen anderen Weg zu gehen. Zwar ist auch sein Spiel überwiegend auf Kontrolle ausgelegt, doch wenn sich die Möglichkeit ergibt, schnell nach vorne zu spielen und den Gegner in einer Umordnungsphase zu erwischen, dann sollen die Spieler diese Gelegenheit tunlichst am Schopf packen. Sehr schnell zirkuliert der Ball dann nach vorne und erreicht dann die Spitzen.

    Die anderen Spieler brauchen dann immer ein wenig, um nachzurücken. Der Stürmer ist meist auf sich allein gestellt. Er kann den Ball allerdings zumeist gegen den unmittelbaren Gegner(AV, manchmal auch IV) verteidigen und den Ball weiterleiten, wenn die eigenen Spieler nach- und ausgerückt sind. Der Gegner kann seine optimale Defensivordnung zwischenzeitlich nicht herstellen, sodass die Barça-Spieler Räume vorfinden, um individuell oder in durch eine Interaktion mit einem anderen Spieler zum Abschluss zu kommen bzw. den Ball an einen gefährlichen Ort durchzustecken.

    Die Spieler können, müssen aber nicht sofort den Weg zum Tor einschlagen. Sie können das Spiel auch verzögern, und darin besteht meines Erachtens ein Vorteil dieser Spielweise. Durch das schnelle Spiel nach vorne und die nachrückenden Spieler des FC Barcelona wird der Gegner schnell aus dem Barça-Spielfelddrittel bzw. der Barça-Hälfte hinausgedrückt. Somit ist dies auch ein plausibler Weg, schnell die Spielkontrolle wiederzuerlangen, wenn dies gewünscht ist.

    Ach ja, das vorstehende reduziert sich in seiner Bedeutung auf das Spiel aus der Abwehr heraus nach dem Gewinn des Balles in der Abwehrzone. Das zielstrebige Spiel des FC Barcelona lässt sich aber auf dem ganzen Feld beobachten. Pässe durch die Schnittstellen sind immer mit mehr Risiko verbunden. Gegen Málaga konnte man sogar bei Busquets beobachten, wie er einige riskante Pässe an den Mann zu bringen versuchte. Teilweise waren schwierige Diagonalpässe darunter, die, wenn sie geglückt wären, eine hundertprozentige Torchance zur Folge hätte.

    Wie dem auch sei: Es ist nicht zu übersehen, dass sich das Spiel von Barça in dieser Saison deutlich zu den vergangenen Jahren unterscheidet. Ich kenne einige Barça-Fans, die dieser Entwicklung mit Misstrauen entgegensehen. Ihnen gefällt dieses riskante Element im Spiel nicht, sie möchten mehr Tiki Taka im letzten Spielfelddrittel.

    Mich würde interessieren, wie ihr dazu steht. Hat das Spiel von Barça an Attraktivität gewonnen oder verloren?

    Ich für meinen Teil bin froh über die Entwicklung. Mehr Optionen für eine Spieleröffnung zu haben macht Barça weniger ausrechenbar. Ich bin mir sicher, damit hat der FC Barcelona in dieser Saison schon einige enge Spiele zu seinen Gunsten entschieden. Zudem bin ich durchaus der Meinung, dass das Spiel weiterhin sehr ansehnlich ist.

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