Achtkampf im Barça-Mittelfeld: Wer nach dem Saisonstart die besten Karten hat

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Während Frenkie de Jong und Sergi Roberto in allen drei Ligaspielen in der Startformationen standen, aber nicht überzeugen konnten, blieben Arturo Vidal und Ivan Rakitic bislang nur die Jokerrolle. Welche Spieler im überbesetzten Mittelfeld des FC Barcelona könnten und sollten künftig das Stammtrio bilden? Eine Analyse der Mittelfeldsituation. 

Bis zum Schließen des Transferfensters hielten sich die Gerüchte, dass Ivan Rakitic den FC Barcelona noch auf den letzten Drücker verlassen könnte – der Kroate blieb jedoch bei den Katalanen. Somit streiten sich nun acht (!) zentrale Mittelfeldspieler um die drei verfügbaren Plätze in der Schaltzentrale der Blaugrana. Wir wagen einen Ausblick, welche Mittelfeld-Akteure gute Karten auf einen dauerhaften Platz in Ernesto Valverdes Startformation haben und welche Spieler sich des Öfteren mit der Zuschauerrolle anfreunden müssen.

Sergio Busquets, Frenkie de Jong, Arthur, Arturo Vidal, Ivan Raktic, Carles Aleñá, Sergi Roberto und aushilfsweise Riqui Puig – das Mittelfeld des FC Barcelona verspricht für die Saison 2019/2020 jede Menge Qualität. Schickt Barça-Coach Valverde seine Farben wie in den ersten drei Saisonspielen in einem 4-3-3-System auf den Platz, können nur drei der acht Spieler gleichzeitig auf dem Platz stehen. Darüber hinaus handelt es sich mit Ausnahme von Sergi Roberto, der auch auf den Außenbahnen eingesetzt werden kann, allesamt um Spieler, die nahezu nur im zentralen Mittelfeld spielen können.

Aleñá und Puig als Rotationsspieler – Roberto überrascht

Wenig überraschend ist dabei, dass Mega-Talent Riqui Puig in der jungen Saison noch keine Einsatzminuten bei der ersten Mannschaft erhalten hat. Aufgrund der hohen Konkurrenz wird dies wohl vorerst auch so bleiben und das Eigengewächs wird überwiegend bei Barça-B zum Einsatz kommen. Apropos Eigengewächs: Trotz seiner überraschenden Startelfnominierung im Auftaktspiel gegen Athletic Club aus Bilbao wird auch Aleñá wohl nur die Rolle des Rotationsspielers bleiben.

Überraschend für viele Culés stand Sergi Roberto, der ebenfalls in La Masia ausgebildet wurde, bislang in allen Ligaspielen in der Startformation – und bis auf die zweite Halbzeit im dritten Spiel gegen CA Osasuna spielte er dabei stets im zentralen bzw. offensiven Mittelfeld. Seine Leistungen enthielten dabei sowohl Licht, als auch Schatten. Während Roberto beim 5:2-Sieg gegen Real Betis eine tolle Leistung zeigte und zwei Assists beisteuerte, war seine Performance in den anderen beiden Spielen eher durchwachsen.

De Jong mit Startschwierigkeiten

Neben Roberto war Neuzugang Frenkie de Jong der einzige Blaugrana-Mittelfeldakteur, der in allen drei Spielen der Startformation angehörte. Dabei agierte der 75-Millionen-Neuzugang im ersten Spiel als Busquets-Ersatz auf der Sechserposition und in den beiden Folgespielen auf der halblinken Achterposition. Seine Leistungen waren dabei in allen Spielen geprägt von Anpassungsproblemen und man merkte dem Niederländer an, dass er sich noch an die Laufwege und das Passspiel der Katalanen gewöhnen muss. Allerdings zeigte Frenkie insbesondere im Spiel gegen den Ball bereits sehr gute Ansätze und aufgrund seiner unbestritten hohen Qualität dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis er auch im Barça-Trikot an seine Leistungen bei Ajax anknüpfen kann.

Die Nominierung von de Jong im Auftaktspiel bedeutete gleichzeitig, dass Vize-Kapitän Sergio Busquets im Auftaktspiel zum Zuschauen verdammt war. Das Fehlen Busquets’ machte sich dabei das ganze Spiel über anhand von fehlender Struktur, Ordnung und Stabilität bemerkbar. Darüber hinaus zeigte der 30-Jährige im Spiel gegen Real Betis (ausgenommen eines Fehlpasses, der zum 0:1 führte) eine Top-Leistung und stellte damit einmal mehr seine Wichtigkeit unter Beweis. Gegen CA Osasuna folgte dann eine ordentliche, für seine Verhältnisse jedoch eher durchwachsene Partie. Dennoch ist zu erwarten, dass Busquets in einem Großteil der Spiele – insbesondere in den wichtigen – 90 Minuten auf dem Platz stehen wird.

Rakitic und Vidal mit Außenseiter-Chancen

Bislang ohne Startelf-Einsatz ist das Trio Rakitic, Vidal und Arthur – dennoch sind die Vorzeichen komplett unterschiedlich. Um Rakitic rankten sich lange Gerüchte, dass der Kroate Paris Saint-Germain als Tauschmasse in einem möglichen Neymar-Deal angeboten wurde, respektive vor einem Wechsel zu Juventus Turin stand. Ein Vertrauensbeweis sieht anders aus. Und auch die Tatsache, dass Rakitic in den letzten beiden Ligaspielen nicht einmal eingewechselt wurde, spricht nicht gerade für gute Stammplatzchancen. Mindestens verwunderlich war Valverdes Nichtberücksichtigung des verlässlichen Kroaten, der schließlich in den letzten beiden Jahren absolut unverzichtbar für den Trainer des FC Barcelona war.

Fraglich ist daher, ob jetzt, nach dem Schließen des Transferfensters, Rakitic wieder zum Stammspieler reifen wird oder ob er künftig lediglich als Rotationsspieler eingeplant ist. So oder so, die Qualitäten des Vize-Weltmeisters sind nicht zu unterschätzen und es ist auch bekannt, dass Valverde robuste und hart arbeitende Mittelfeldspieler sehr schätzt.

In diese Kategorie fällt auch Arturo Vidal: Der kampfstarke Chilene kam bislang zu zwei Kurzeinsätzen und erzielte dabei einen Treffer. Welche Rolle Valverde für ihn vorgesehen hat, kann aktuell nur schwer vorhergesagt werden. Allerdings sollte Vidal nicht abgeschrieben werden – denn gerade in hart umkämpften und engen Spielen kann er durch seine Mentalität und seinen Einsatz den Unterschied ausmachen. Und genau die Mentalität Vidals hat Barça in den vergangenen Spielen des Öfteren gefehlt.

Nächster Schritt erhofft: Arthur glänzt bei Kurzeinsatz

Last but not least: Arthur. Der Brasilianer gewann mit der Nationalmannschaft die Copa America und startete deshalb mit Trainingsrückstand in die neue Saison. Und dennoch konnte er bei seinem ersten Einsatz gegen CA Osasuna in nur rund 40 Minuten die Fans begeistern und ein Tor erzielen. Arthur wirkte spritzig, bereit Risiken einzugehen und bespielte immer wieder die Tiefe – alles Eigenschaften, die die Katalanen in beiden Auswärtsspielen in der noch jungen Saison bislang vermissen ließen.

Wirkte der Brasilianer in seiner Debütsaison für die Blaugrana noch zurückhaltend und scheute mitunter das (offensive) Risiko, ist nun in seiner zweiten Spielzeit nicht nur aufgrund seines Talents zu erwarten, dass Arthur einen weiteren Schritt nach vorne macht und kreativer Strippenzieher im Zentrum des katalanischen Spiels sowie absoluter Stammspieler wird.

Prognose: Busquets, de Jong und Arthur mit den besten Karten

Aufgrund der großen Anzahl an Spielen sowie der hohen Qualität der Akteure kann Valverde auf den drei Mittelfeldpositionen aus dem Vollen schöpfen sowie im Sinne der Belastungssteuerung guten Gewissens rotieren.

Da es sich bei den Mittelfeldspielern darüber hinaus um teilweise gänzlich verschiedene Spielertypen handelt, kann der Coach der Katalanen auch auf die Spielweise des Gegners und die jeweiligen taktischen Bedürfnisse einer Partie reagieren und das passende Personal auf den Rasen schicken. Eine Stammformation bestehend aus Busquets, Arthur und de Jong verspricht am meisten Ballbesitz, Kreativität und Finesse – Attribute, die man sich als Fan des FC Barcelona wünscht. Dieses Mittelfeld dürfte sicherlich die Herzen der Culés höher schlagen lassen.

 

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