Barça hadert mit der Schiedsrichterleistung und Getafes grober Gangart

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Der FC Barcelona verliert sein erstes Spiel in dieser Saison gegen die rustikal auftretenden Akteure Getafes. Ronald Koemans Umstellungen in der Offensive zahlten sich dabei nicht aus und die unklare Linie des Schiedsrichters bestimmte den Spielverlauf auch mit. Die Brennpunkte zu Barças 0:1 in Getafe. 

Offensive Veränderungen ohne Ertrag

Gegen Getafe sorgte Ronald Koeman für personelle Veränderungen in der Offensivabteilung. Lionel Messi startete auf halbrechter Position, während Antoine Griezmann als Neuer von Beginn an ran durfte. Zudem ersetzten Ousmane Dembélé und Pedri die auf Länderspielreise gewesenen Ansu Fati und Philippe Coutinho auf Linksaußen und im Zentrum.

Doch diese Wechsel in der Startformation sollten sich nicht auszahlen. Getafe stellte sich als äußerst undankbar für Pedris Startelfdebüt im Trikot der Blaugrana dar. Der erst 17-Jährige kam zwar etwas schwer in die Partie, war aber – wenn er den Ball am Fuß hatte – kaum vom Spielgerät zu trennen. Mit der Zeit arbeitete er sich in die Partie hinein und wusste mit geschmeidigen Bewegungen und Schlüsselpässen zu überzeugen. So setzte der Mittelfeldspieler in der 30. Minute mustergültig Griezmann in Szene, der Franzose versagte jedoch alleine vor Getafes Schlussmann David Soria. Es war die auffälligste Aktion des 29-Jährigen, der wieder einmal darum bemüht war, in Barças Spiel integriert zu werden.

Zugutehalten kann man Griezmann, dass seine Mitspieler ihn viel zu selten suchten und kaum mit Bällen in die Tiefe gefüttert werden konnte – was natürlich auch an Getafes Abwehrriegel lag. Vor Kreativität wollte am Samstagabend bei den Katalanen niemand sprühen, so gingen nahezu alle Offensivvorstöße durch die Mitte, wodurch vor allem die Außenverteidiger Sergi Roberto und Sergiño Dest (der Neuzugang gab den Linksverteidiger) nur bedingt eingebunden wurden.

Viel mehr zogen Messi und Dembélé immer wieder ins Zentrum, wo man sich ein ums andere Mal in den Zweikämpfen aufrieb. Erst mit Ansu Fatis Einwechslung konnte der FC Barcelona ein vertikales Flügelspiel aufziehen, doch auch der Nationalspieler Spaniens konnte gegen kompakt stehende Männer in Blau nicht für den Ausgleich sorgen.

 

Getafes typisches Spiel 

Die Herangehensweise des Teams aus dem gleichnamigen Vorort Madrids brachte keine Überraschungen mit sich und dennoch wurde der FC Barcelona kalt erwischt. Kein spanisches Team begibt sich gerne auf die Fahrt zum Coliseum Alfonso Pérez, schließlich erwartet die Gastmannschaft ein hervorragend organisiertes und bissiges Team. Und so trat die Truppe von José Bordalás auch auf. Barça wurde durch aggressives Anlaufen daran gehindert, frei aufspielen zu können und zum geordneten, strukturierten Spielaufbau zu kommen.

Vor allem die jüngeren Spieler um Frenkie de Jong und Clément Lenglet hatten mit dem Offensivpressing der Azulones zu kämpfen, was ihre Spielgestaltung stark beeinträchtigte. Außerdem führte dieses hohe Anlaufen dazu, dass die Blaugrana phasenweiße nicht aus der eigenen Hälfte kam und sich damit weit weg vom Gehäuse Sorias befand. Stattdessen schaffte es Getafe oftmals bei Ballbesitz im letzten Drittel dran zu bleiben, um den Weg zum Tor oder Fouls zu suchen, wodurch schlussendlich der Elfmeter entstand, der zum einzigen Treffer des Tages führte.

Gegen die harte und giftige Zweikampfführung der Heimmannschaft fanden vor allem die erfahrenen Spieler um Gerard Piqué, Sergio Busquets und Lionel Messi Lösungen. Letzterer holte in der ersten Halbzeit des Öfteren Freistöße durch kluge Dribblings heraus, Busquets leitete Bälle schnell weiter um nicht ständig in Zweikämpfe verwickelt zu werden (nahm jedoch diese auch an) und Piqué adaptierte Getafes Spielweise, indem auch er clevere Fouls zog und auszuteilen wusste. Insgesamt agierte Barça zu brav, musste dagegen ordentlich einstecken.

Allen voran Allan Nyom ließ die Spieler der Blaugrana spüren, aus was für einem Holz Getafes Spieler geschnitzt sind. Dem Rechtsverteidiger wurde dabei viel durchgehen lassen, so sorgte erst sein siebtes (!) Foul für eine Gelbe Karte. 

Keine klare Linie des Schiedsrichters 

Dass Spiele mit Getafes Beteiligung meist intensiv geführt werden, ist bekannt. Schiedsrichter César Soto Grado schaffte es trotzdem nicht, klare Zeichen zu setzen und schien mit einigen Situationen überfordert gewesen zu sein. Dass Nyom das Spiel beenden durfte, hat der Kameruner wohl dem Referee zu verdanken. Nyom wurde erst nach 73 Minuten verwarnt, sechs gepfiffene Foulspiele blieben zuvor unbestraft.

In der 40. Spielminute rempelte er mit ordentlichem Ellenbogeneinsatz Messi um, ließ sich dabei selber fallen und rollte sich noch auf dem Boden herum – es gab kein Gelb. Stattdessen sah Sergi Roberto nach dieser Szene fürs Meckern den Karton, was im unmittelbaren Vergleich nicht nachvollziehbar daherkommt. Zudem konnte man wiederholt den Eindruck bekommen, der Unparteiische verteile seine Karten auf Zuruf. So gab es innerhalb kürzester Zeit (23. und 27. Minute) nach zwei Luftduellen Gelb für Piqué und Jaime Mata, nachdem ihre jeweiligen Gegenspieler Cucho Hernández und Lenglet etwas Theatralik in den Duellen an den Tag legten und damit Soto Grado durch ihre Schauspieleinlagen täuschten.

Kontrolliertes Schiedsrichterspiel sieht anders aus. Spielentscheidend dürften zudem zwei heikle Situationen im Strafraum gewesen sein. In der 55. Minute erhielten die Gastgeber einen Elfmeter, nachdem de Jong äußerst unglücklich das Standbein von Djene Dakonam, welcher nur darauf bedacht war, diesen Elfmeter herauszuholen, traf. Ein mindestens softer Elfmeterpfiff.

Auf der anderen Seite gab es keinen Strafstoß, als Nyom im Duell mit Fati seinen Arm gen Hals des 17-Jährigen beförderte und ihn auflaufen ließ. Einige Culés dürften sich gefragt haben, warum der Referee sich diese Szene nicht noch einmal auf dem Monitor anschaute. Nichtsdestotrotz hat der FC Barcelona das Spiel nicht alleine durch die Schiedsrichterleistung verloren. Eine enttäuschende Offensivleistung und die robuste Gangart Getafes dürften als Hauptgründe der ersten Saisonniederlage genannt werden.  

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