Messis Maracanazo: Argentiniens Copa-America-Triumph als Erlösung

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Ein “schöner Wahnsinn”: Lionel Messi ist seinen “Stachel” endlich losgeworden, der Superstar des FC Barcelona besiegte die quälenden Geister der Vergangenheit und holte mit Argentinien endlich den ersehnten Titel. Der Gewinn der Copa America gegen Erzrivale Brasilien gleicht einer Erlösung.

Die Erleichterung war zu spüren und zu greifen. Lionel Messi und seine Argentinier sind endlich am Ziel, und man sah das den Kickern in Himmelblau an. Messi hat seinen Titel-Fluch mit der Albiceleste gebrochen und endlich den langersehnten Pokal in die Luft recken können, im berühmten Maracana in Rio de Janeiro glückte der Final-Triumph gegen den Erzrivalen Brasilien. Durch das 1:0 krönte sich Argentinien nach langen 28 Jahren wieder zum Südamerika-Champion.

Damit erfüllte sich Messi einen Traum und holte seinen ersten bedeutenden internationalen Titel mit Argentiniens Nationalmannschaft – bislang hatte er lediglich die U-20-WM 2005 sowie die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2008 mit der Albiceleste gewonnen. Triumphe, die aber nicht wirklich Gewicht haben, denn sie wurden von Messi mit Jugendmannschaften errungen. Mit der A-Nationalmannschaft jagte er gut 16 Jahre lang vergeblich dem ersehnten Titel hinterher. Viermal scheiterten La Pulga und Argentinien in Finalspielen knapp: Bei der Copa America 2007 unterlag der noch junge Messi Brasilien mit 0:3 im Endspiel, bei der WM 2014 gab es das bittere 0:1 gegen Deutschland nach Verlängerung, bei den Copa-America-Finals 2015 und 2016 unterlagen Messis Argentinier jeweils Chile dramatisch im Elfmeterschießen.

Im vierten Anlauf klappte es also endlich mit dem Finaltriumph, der einer Erlösung gleichkam – für die Nationalmannschaft, das Land aber besonders für Messi selbst. Man sah das direkt mit Schlusspfiff, als fast alle argentinischen Akteure sofort zu Messi rannten, dem Tränen der Erleichterung und Freude die Wangen herunterkullerten. Anschließend warfen ihn seine Mitspieler in die Luft, herzerwärmende Bilder waren das, sicherlich auch für neutrale Zuschauer. Bilder, die eine klare Message beinhalteten: Dieser Copa-America-Titel, er ist vor allem Messis Titel.

“Schöner Wahnsinn”: Messi ist “Stachel” endlich losgeworden

“Was für ein schöner Wahnsinn. Das ist unglaublich, danke Gott”, kommentierte Messi den erlösenden Copa-Triumph im Maracana auf Instagram unter seinem Bild mit dem Pokal und erklärte hernach: “Ich musste diesen Stachel loswerden und mit der Nationalmannschaft etwas erreichen. Es ist ein unerklärlicher Wahnsinn, welches Glück ich empfinde. Viele Male musste ich traurig weggehen, aber ich wusste, dass es dieses Mal klappen würde. Es gab keinen besseren Moment, als in Brasilien gegen Brasilien zu gewinnen.”

Ein echter Maracanazo, ein geschichtsträchtiger dazu. Brasilien verlor erstmals im eigenen Land ein Pflichtspiel gegen Argentinien und erstmals wieder ein Spiel im Maracana-Stadion seit 1950! Damals unterlag der große Favorit Brasilien bei der WM zuhause Underdog Uruguay, der Begriff Maracanazo war geboren. Nun schafften Messi und Co. im heiligen Wohnzimmer der Brasilianer in Rio de Janeiro Historisches.

“Champion im Hof des Feindes”, schreib die argentinische Zeitung La Nación, während die Olé kommentierte: “Die Freude Lionel Messis ist die Freude von Millionen von Argentiniern.” Messi und Argentinien – sie haben die bösen Geister der Vergangenheit besiegt und sind endlich am Ziel ihrer Träume. 

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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