10 Jahre Sergio Busquets – der Aufstieg einer Legende

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Wir schreiben das Jahr 2008. Am 13. September überrascht der damalige Trainer Pep Guardiola mit einer Startelfnominierung für das Ligaspiel gegen Racing Santander: Es ist der 20 jährige Sergio Busquets, der im defensiven Mittelfeld den Vorzug vor Spielern wie Yaya Touré und Seydou Keita erhält. Die Fans im Camp Nou und in der Fußballwelt fragen sich: wer ist dieser junge, schlacksige Busquets, der mit seiner Statur und Körpersprache kaum in Barças System und Philosophie zu passen scheint? 10 Jahre später ist diese Frage mehr als beantwortet, da sich Sergio nach (kurzen) anfänglichen Schwierigkeiten als einer der besten „Sechser“ aller Zeiten im Profifußball etabliert hat. Barçawelt gratuliert und blickt zurück auf diese einzigartige Karriere.

Vom „Nobody“ zum Stammspieler

Das Jahr 2008 wird wohl allen Barçafans auf ewig in Erinnerung bleiben. Mit der Beförderung des damaligen Trainers der B-Mannschaft, Pep Guardiola, beginnt in Barcelona eine neue Zeitrechnung. Nach zwei erfolglosen Jahren staunen einige Experten nicht schlecht, als ein solcher Weltklub einem so unerfahrenen Trainer eine Chance gibt. Das Motto „Chancen geben“ sollte sich wie ein roter Faden durch die nächsten Jahre ziehen und kein Spieler ist dafür wohl ein besseres Beispiel als Sergio Busquets. Im Alter von 17 Jahren schließt sich der Sohn des ehemaligen Barçatorwarts und heutigen Torwartrainers der B-Mannschaft, Carles Busquets, der A-Jugend des FC Barcelona an. Zwei Jahre später übernimmt Guardiola das Traineramt von Barça B und beruft den jungen Katalanen in sein Team. Es beginnt ein kometenhafter Aufstieg des Youngsters, der ein Jahr später zusammen mit seinem Trainer den Schritt zu den Profis wagt. Sein Debüt feiert er im Heimspiel gegen Racing Santander, wo er direkt über 90 Minuten agieren durfte. In seinen ersten Spielen unterlaufen ihm einige Fehler, die seiner riskaten und teils arroganten Spielweise geschuldet sind und viele fragen sich bereits, warum so ein „Grünschnabel“ den Vorzug vor einem gestandenen Spieler wie Yaya Touré erhält. Diese Zweifel verfliegen jedoch so rasch, wie Sergios Aufstieg in den Fußballhimmel sein sollte. Am Ende der Saison 2008/09 konnte Busquets 24 Spiele in La Liga, 9 im Pokal und 8 in der Champions League verbuchen, inklusive Startelfeinsätzen im Pokal- und Champions League Finale. Mit dem ersten Triplegewinn in der Geschichte des spanischen Fußballs war jedem Barça- und Fußballfan klar: Dieses Mittelfeld um Xavi, Iniesta und den jungen Busquets sollte den Fußball auf Jahre dominieren.

Barças Herzstück führt Spanien zu Ruhm und Ehre

Nach seiner Premierensaison im Dress der Blaugrana sollte sich Busquets Erfolg auch auf die spanische Nationalmannschaft ausweiten. Am 1. April 2009 gab er sein Debüt für die „Furia Roja“ bei einem Qualifikationsspiel für die ein Jahr später stattfindende WM. Bei dieser war Sergio neben seinen zahlreichen Barçakollegen ein entscheidender Faktor auf dem Weg zu Spaniens zweitem großen Titel innerhalb von zwei Jahren und dem ersten Weltmeistertitel in der Geschichte. Diese Dominanz setzte sich auch weitere zwei Jahre später bei der Europameisterschaft fort, als die Spanier souverän ihren Titel von 2008 verteidigen konnten. Folgerichtig wählte die UEFA Busquets, unter anderem neben seiner „Spielkameraden“ Xavi und Iniesta, in das All-Star-Team des Turniers. Seither ist er der Taktgeber im Spiel und gegenwärtig einer der letzten Verbliebenen dieser goldenen Generation.

Vizekapitän, MVP, Legende

10 Jahre sind vergangen seit diesem einen Spiel gegen Racing Santander. In dieser Zeit ist Sergio Busquets nicht nur zum Fanliebling, sondern auch aus der Sicht vieler Experten zum besten defensiven Mittelfeldspieler aller Zeiten geworden. Als aktueller Vizekapitän bestimmt er nicht nur auf dem Platz das Geschehen; er ist zur Identifikationsfigur für alle Culés gereift. Seine Zahlen und Titelsammlung sprechen für sich: 7 Meistertitel, 6 Mal Pokalsieger und Super Copa, sowie jeweils 3 Mal Champions League, Club WM und UEFA Supercup. Insgesamt 486 Spiele, davon 356 Siege und 38.284 gespielte Minuten. 13 Tore und 29 Vorlagen mögen für einen Mittelfeldspieler nicht weltklasse klingen, aber es sind andere Aspekte, die Sergio so wichtig und beliebt machen. Jeder Barçafan kennt dieses eine Gefühl: im Spielaufbau erhält Busquets etwa 30 Meter vor dem eigenen Tor den Ball, den Rücken zu den pressenden Gegenspielern gewandt. Dann bleibt dem Zuschauer kurz das Herz stehen: statt den einfachen Ball zurück zum Torwart oder den Verteidigern zu spielen, windet er sich elegant um die Gegner, macht zwei schnelle Schritte nach vorne und spielt einen wunderbar öffnenden Schnittstellenpass in die Spitze. Diese Eigenschaften sind es, die Busquets prägen und häufig das Pendel zwischen Genie und Wahnsinn hin und her schwingen lassen. Er besitzt eine unfassbare Ruhe am Ball, hat eine Übersicht, die seines gleichen sucht und vollbringt das ganze mit einer Eleganz, die man von einem „Abräumer“ so nicht gewohnt ist. Wenn man den außerirdischen Leo Messi mal ausklammert, ist Sergio seit Jahren der wichtigste Mann für das Spiel der Katalanen. Dabei ist er kein besonders auffälliger Spieler, sondern leitet das Spiel „im Hintergrund“ als stiller Anführer. Dies erkannte auch sein langjähriger Coach in der spanischen Nationalmannschaft, Vicente del Bosque, als er festhielt: „Wenn man sich ein Spiel anschaut, sieht man Busquets nicht, aber wenn man sich Busquets anschaut, sieht man das ganze Spiel.“ Barçawelt gratuliert Busquets und allen Barçafans zu diesen unglaublichen 10 Jahren und wir alle hoffen, dass noch viele weitere dazukommen werden. Danke Sergio!

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