Arthur verletzt – des einen Leid, des anderen Freud

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Nachdem der FC Barcelona heute vermeldete, dass Arthur Melo für drei bis vier Wochen ausfallen würde, stellt sich natürlich die Frage, wie Ernesto Valverde diesen Ausfall zu kompensieren gedenkt. Der junge Brasilianer übernimmt in seiner ersten Saison bereits viel Verantwortung und war daher auch in wichtigen Spielen wie dem Clásico gesetzt. Nun muss Valverde überlegen, welchem Spieler er die Chance gibt, sich anstatt Arthurs zu beweisen. Alternativen gäbe es zumindest genügend. Ein Überblick.

Arthur Melo mit Oberschenkelverletzung

Eine Muskelverletzung im Oberschenkel wird Arthur laut Vereinsangaben etwa drei bis vier Wochen außer Gefecht setzen. Es handelt sich wohl um keine schlimme Sache, aber dennoch kann man damit rechnen, dass Arthur sicher ein Monat nicht wirklich einsatzfähig sein wird. Noch dazu muss bedacht werden, dass er direkt nach seiner Verletzung wieder ein wenig Zeit brauchen wird, um Spielpraxis zu bekommen und in den wichtigen Rhythmus zu kommen. Es bleibt zu hoffen, dass er sich wieder schnell zurück auf dem Platz meldet und dort überzeugt, denn Anfang März stehen mit Sicherheit entscheidende Spiele für den FC Barcelona an. In der Zwischenzeit stehen jedoch andere Spieler im Fokus, die jetzt die sich ergebenden Einsatzzeiten hoffentlich nutzen können.

Welche Alternativen gibt es für Barcelona?

Hält Valverde an seinen bisherigen Systemen fest, wie vermutet werden darf, werden auch in den kommenden Partien drei oder vier Mittelfeldspieler benötigt werden. Nachdem Arthur nie als Sechser gespielt hat, bleibt Sergio Busquets bzw. dessen Ersatz Rakitić dort natürlich gesetzt. In der Zentrale ergeben sich allerdings ohne Zweifel mehr Minuten für einen anderen Achter, der Arthurs Position und Aufgaben eins zu eins übernehmen soll. Da Rakitić in den wichtigen Spielen wohl sowieso spielen wird und Coutinho nur sehr selten im Mittelfeld spielt, stellt sich nur die Frage nach der letzten offenen Stelle.
Als erste Alternative könnte Arturo Vidal zum Einsatz kommen. Er würde Arthurs Rolle aber ganz anders interpretieren, da auch seine Spielweise sehr konträr ist. In einem Mittelfeld zusammen mit Busquets und Rakitić ginge auf diese Weise die Kreativität verloren. Vidal brächte zwar viel Durchschlagskraft, Einsatz und Offensivgeist, aber er ist nun mal nicht in der Lage, eine Partie mit seinen Pässen zu kontrollieren.
Der absolute Wunschkandidat der meisten Culés ist wohl Carles Aleñà. Der quirlige Spanier scheint sich immer mehr das Vertrauen des Trainers erarbeitet zu haben und seine Leistungen bestätigen sein Talent. In Bezug auf die Ballsicherheit und Technik steht er Arthur in nichts nach und wäre dementsprechend eine logische Alternative. Aleñà ist allerdings auch ein deutlich offensiver denkender Geist, der gerne ins Dribbling geht und den Ball schnell nach vorne bringt. Dadurch unterscheidet er sich etwas von Arthur. Grundsätzlich ist es aber vorstellbar, dass Barça genau jenen Offensivschub braucht, um in einigen Partien ins Rollen zu kommen. Außerdem sollte Aleñà nach seinen guten Leistungen mit Einsätzen belohnt werden, um ihn noch mehr ins Team zu integrieren. Gewisse Abläufe können nur in realen Spielen geübt werden. Abschließend schwelt in eines jeden blauroten Herz der Wunsch, den La Masia-Absolventen endlich zu einer Stütze aufzubauen.
Im Grund ist es sehr wahrscheinlich, dass sich Vidal und Aleñà die Einsatzzeiten teilen werden, aber der Ordnung halber müssen auch noch andere Spieler berücksichtigt werden. So könnte beispielsweise Sergi Roberto ins Mittelfeld rücken. Semedos starke Spiele bescheren ihm mit Sicherheit viele weitere Minuten als Rechtsverteidiger, womit Sergi Roberto jederzeit einen offensiveren Part ausführen könnte. In der Vergangenheit setzte Valverde jedoch nur äußerst selten von Beginn an auf Sergi im Mittelfeld, weshalb diese Möglichkeit ein wenig unwahrscheinlicher ist. In ein paar Partien könnte er dennoch in der Zentrale zum Einsatz kommen. Zumindest weiß man, dass er diese Rolle übernehmen kann. Dazu muss man sich im Hinterkopf behalten, dass
Rafinha ist immer noch verletzt und kann dementsprechend vernachlässigt werden. Sergi Samper sollte eigentlich wieder einsatzbereit sein, aber seine Zeit bei den Katalanen scheint abgelaufen zu sein. Es darf stark bezweifelt werden, dass er sich noch einmal hochkämpft. Kevin Prince Boateng hat in der Vergangenheit auch oft als offensiver Mittelfeldspieler gespielt, aber er wurde definitiv nicht geholt, um bei Barça auf dieser Position zu spielen. Irgendwie fällt es auch schwer sich vorzustellen, dass er neben Busquets in der Zentrale die Fäden zieht. Die Aufgaben im Mittelfeld der Blaugrana unterscheiden sich außerdem teils deutlich von denen in anderen Teams. Selbstverständlich lässt sich jeder Culé gerne positiv überraschen, aber wenn Valverde diesen Schachzug wählt und er geht daneben, wird sicher nicht mit Kritik gespart werden.
Schlussendlich könnte Coutinho wieder ins Mittelfeld rücken, aber nach den Gerüchten über die Beschwerden Messis wird er wohl in offensiverer Form benötigt werden. Dass er nebenbei genug damit zu tun hat, wieder zurück  zu alter Stärke finden, steht auch fest. Eventuell täte ihm ein Positionswechsel aber gut. Selbst Valverde scheint sich noch nicht endgültig festgelegt zu haben, wo der Brasilianer denn am besten spielt. Eine andere Position mit anderen Aufgaben könnte genau der Anstoß sein, den er braucht. Ob dem wirklich so ist, bleibt abzuwarten.

Wie würdet ihr Arthus Ausfall kompensieren? Welcher Spieler hätte es eurer Meinung nach am meisten verdient, zu mehr Spielzeit zu gelangen?

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