Barça-Stars bei der EM: Wie haben sich die Edelkicker aus Katalonien bisher geschlagen?

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Acht Barça-Spieler haben es in die zweite Etappe der laufenden Europameisterschaft geschafft. Nur Arda Turan musste schweren Herzens den Heimweg bereits nach der Gruppenphase antreten. Während Ivan Rakitic mit dem kroatischen Nationalteam den ersten Platz in Gruppe D noch vor Spanien ergatterte, durfte sich Marc-André ter Stegen ebenfalls über einen Gruppensieg des deutschen Teams freuen. Jordi Alba, Sergio Busquets, Andrés Iniesta und Gerard Piqué qualifizierten sich auch allesamt für das Achtelfinale der EM. Indes erreichte Thomas Vermaelen mit Belgien den zweiten Platz in Gruppe E und wird in der nächsten Stufe auf den Erstplatzierten aus Gruppe F, Ungarn, treffen. Grund genug für uns, ein kurzes Resümee der bisherigen Spieler-Leistungen zu vollziehen. Wir haben uns vorbehalten, einer Bewertung nach dem Schulnotensystem nachzugehen, denn erstens ist das Turnier dafür noch zu jung und zweitens haben noch zu viele Akteure der Blaugrana die Chance, uns Culés eines Besseren oder Schlechteren zu belehren. Stattdessen haben wir eine subjektive Tendenz der bisherigen Leistung der jeweiligen Spieler angegeben. Seht selbst.

Gerard Piqué: Spaßvogel und Vollblut-Profi zugleich

Wie zu erwarten, hat der Barça-Verteidiger von Beginn an eine leitende Rolle im Herzen der spanischen Defensive übernommen. In der Rückwärtsbewegung war der Katalane stets zur Stelle, wenn er von seinen Teamkollegen gebraucht wurde. Im Auftaktspiel gegen Tschechien gelang es dem Abwehrhünen sogar, das einzige Tor der Partie zu erzielen. Insgesamt schaffte es Piqué – wie gewohnt – auf einen beeindruckenden Passwert von 94 % angekommener Pässe. Dabei wusste sich der Defensiv-Mann immer mit fairen Mitteln zu helfen und kam in drei Spielen mit nur einem Foul aus. Obwohl der Vater von zwei Kindern des Öfteren im verbalen Clinch mit Madrid und der spanischen Identität steht, bekam er im zweiten Spiel Spaniens sogar Szenenapplaus für seinen Einsatz. Sogar mit Hass-Liebe Sergio Ramos scheinen die Wogen geglättet zu sein. Piqués stumme Haltung und seine etwas zweifelhafte Geste während der Nationalhymne vor dem Spiel gegen Kroatien bestätigten sein zweigespaltenes Image. Ja, Piqué polarisiert wie kein Zweiter, aber er liefert auch immer dann, wenn es von ihm gefordert wird. Für einen möglichen Titelgewinn ist er aufgrund seiner Führungsqualitäten, seiner jahrelangen Erfahrung und seines spielerischen Könnens unverzichtbar.

Leistungs-Tendenz: Sehr gut

Jordi Alba: Flügelflitzer und Kombinations-Ass

Alba – in spanischen Kreisen auch als ‚el Ferrari‘ bezeichnet – hat bislang eine der Schlüsselrollen in Vicente del Bosques Line-up inne. In allen drei Matches der Gruppenphase stand der Flügelflitzer in der Startelf. Auch er überzeugt wie sein Barça-Teamkollege durch eine starke Passquote. So konnte Alba ebenso wie Piqué 94% (199/211) seiner gespielten Bälle an den Mann bringen. Der Außenverteidiger musste drei Fouls über sich ergehen lassen, während er es zwei Mal verstand, selbst auszuteilen. Im Spiel gegen Arda Turan und die Türkei legte er zudem Alvaro Morata mustergütig einen Treffer vor. Somit steuerte Alba einen wichtigen Assist zum 3:0-Endstand bei. Albas dynamische Vorstöße und seine Kombinations-Freudigkeit machten es den Gegnern besonders schwer, sich auf die Angriffe der Spanier einzustellen. Durch seine Schnelligkeit und Ausdauer gelingt es dem 27-Jährigen immer wieder, sich auf eine neue Position zu bewegen, um Passstationen im Dreieck mit den Vordermännern zu bilden. Aus deutscher Sicht können sich Hektor, Höwedes und Kimmich in dieser Hinsicht eine Scheibe abschneiden. Einziger Kritikpunkt sind nach wie vor Albas Flanken, die oft zu unpräzise oder nur halbhoch in den Strafraum flattern. Für Spanien ist er auf der linken Seite dennoch eine kaum ersetzbare Lebensversicherung.

Leistungs-Tendenz: Gut

Sergio Busquets: Ruhepol und Impulsgeber

Auch ‚Busi‘ stand bis jetzt erwartungsgemäß in jedem EM-Spiel der ‚roten Furie‘ von Beginn an auf dem Platz. Vier Mal wurde das Mittelfeldgenie mit unfairen Mitteln gestoppt und drei Mal packte der Barça-Star selbst einen regelwidrigen Stopp zum Unterbinden des gegnerischen Spielflusses aus. Seinen Mangel an Geschwindigkeit macht Busquets durch sein überragendes Antizipationsvermögen und seine formidable Technik wett. Sowohl gegen die Türken als auch gegen die Kroaten und die Tschechen fiel auf, wie Busquets gar nicht erst in die Not kommt, einen Ball nicht zu erreichen, da er bereits vorausschauend vor der gegnerischen Aktion die entscheidenden Schritte in die nötige Richtung zurücklegt. Von 247 gespielten Pässen fanden 235 einen Teamkollegen. Dadurch kommt Busquets auf eine Passgenauigkeit von 95%. Bei einem Blick auf das spanische Spiel fällt Busquets kaum auf. Richtet man den Blick aber genau auf den Sechser, so wird dem Zuschauerauge erst der gesamte spanische Kombinations-Flow bewusst. Wenn Iniesta den Takt des Spieles bestimmt, dann liefert Busquets mindestens den nötigen Impuls für diesen.

Leistungs-Tendenz: Sehr Gut

Andrés Iniesta: Kreativgeist und Taktgeber

‚Maestro‘ Iniesta hat in den vergangenen drei Partien gezeigt, wieso er qualitativ auch im Jahr 2016 auf aller höchstem Niveau spielen kann. Iniesta spielt nicht nur mit, sondern diktiert in gewohnter Manier den Rhythmus des Spieles. Gegen Spaniens Gruppengegner war es im Besonderen auffällig, wie ‚Don Andrés‘ nach Belieben als ruhiger Ballverteiler im Mittelfeld agieren und im letzten Drittel das Tempo abrupt anziehen konnte. Wie Butter gleitet er mit seinen 30 Jahren durch die weitaus jüngeren Reihen des Gegners. Den Ball führte er stets eng am Fuß und verlor ihn selten bis gar nicht. Seine Körperbalance erlaubte es ihm, sich das eine oder andere Mal aus einer brenzligen Situation zu befreien. Zwei Mal hintereinander wurde Iniesta berechtigt zum Man Of The Match gewählt. Mit 265 angekommenen Pässen rangiert er auf Platz 3 der besten Passspieler. Seine Passversuche haben eine Erfolgsrate von 93%. Eine von Iniestas Hereingaben führte zu einem wundervollen Assist für Gerard Piqué im ersten Spiel gegen Tschechien. Im weiteren EM-Verlauf wartet mit Italien nun ein echtes Schwergewicht auf Iniesta, Piqué und Co. Ein Endspiel quasi – doch wer kennt sich mit Finalspielen besser aus als Andrés Iniesta?

Leistungs-Tendenz: Sehr Gut

Ivan Rakitic: Allrounder und Team-Leader

Nachdem sich Teamkollege Luka Modric verletzt hatte, begann Rakitic damit, die Rolle des Leaders im kroatischen Team an sich zu nehmen.  Barças Nummer 4 kam in allen drei EM-Spielen für Kroatien zum Einsatz und wurde zum maßgeblichen Kernelement einer bislang mehr als überzeugenden Vorstellung seines Nationalteams. Im zweiten Gruppenspiel erzielte der ehemalige Schalke-Spieler einen sehenswerten Treffer gegen Tschechien. Auch gegen Spanien setzte Rakitic zu einem Lupfer an und konnte in dieser Aktion nur durch das gegnerische Aluminium und Gerard Piqué geschlagen werden. Da sich Rakitic weder für Defensiv- noch für Offensivaufgaben zu schade ist, zählt er zu Kroatiens wichtigsten Personalien.

Leistungs-Tendenz: Gut – Sehr Gut

Thomas Vermaelen: Abwehrsäule und Passmonster

Der belgische Innenverteidiger hat alle Spiele in der Startformation begonnen. Nach einer Niederlage gegen Italien folgten zwei wichtige Siege gegen Irland und Schweden. Unter dem Strich machte Vermaelen eine gute Figur und konnte wie gewohnt durch sein intelligentes Stellungsspiel überzeugen. Größere raumöffnende Wege über die Mittellinie wagte er allerdings genau wie bei Barça nicht. Vermaelen wurde einmal verwarnt und liegt mit einer Passsicherheit von 95 % noch vor Gerard Piqué. Für Belgien ist er eine bedeutende Säule in der Verteidigung. Was Luis Enrique und Barça für ihn bereithalten, wird sich in naher Zukunft zeigen. 

Leistungs-Tendenz: Befriedigend – Gut

Arda Turan: Techniker mit Startschwierigkeiten

Arda ist der einzige Barça-Spieler, für den das Turnier alles andere als erfolgreich verlief. Der türkische Nationalspieler hat es mit seiner Mannschaft nicht über die Gruppenphase hinaus geschafft. Mit der Kapitänsbinde um den Arm bestritt Turan 245 von 270 möglichen Spielminuten. Im Vergleich zu seinen Barça-Mitspielern fällt er in Bezug auf seine Passqualitäten etwas zurück. Mit 99 von 113 erfolgreichen Pässen beträgt seine Passrate dennoch solide 88%. Trotz eines durchschnittlichen spielerischen Wertes wurde die türkische Fußballikone von den eigenen Fans lauthals ausgepfiffen – und das bei jedem Ballkontakt: Was sich zum Großteil als ungerechtfertigte Schikane gegen die eigene Mannschaft äußerte, verweist zugleich auf einen realistischen Umstand: Im Großen und Ganzen spiegelt Turans enttäuschende EM-Form seine Leistung in der zurückliegenden Saison beim FC Barcelona wieder. Er verschleppt zumeist das Tempo und entscheidet sich lieber für den Sicherheitspass als für den Ball in die Spitze. Seine Leistungen reichten aus, um sich keine individuellen Fehler zu erlauben. Dass er technisch und spielerlisch nahe an das Weltklasseformat heranreicht, steht außer Frage; um aber die Fan-Gemüter zu befriedigen oder im Vorwärtsgang zu überzeugen, fehlt ihm noch ein ganzes Stück Energie und Selbstvertrauen. Bei Barça werden von Turan in Zukunft mehr Spritzigkeit, Wachsamkeit und Wagnis abverlangt werden. Denn wie seine spanischen Mittelfeldkollegen bewiesen haben, gehört für einen Barça-Star eben mehr dazu, als nur mitzuspielen.

Leistungs-Tendenz: Außer Bewertung

Marc André Ter-Stegen: Weltklasse-Nachwuchs auf der Reservebank

Ter-Stegen kam bislang noch nicht zum Einsatz für die Elf von Joachim Löw. Welt-Keeper Manuel Neuer hütet wie gewohnt das Tor der Deutschen. Ob sich daran in den restlichen Spielen eines solch kurzen Turniers noch etwas ändern wird, ist unwahrscheinlich.

Leistungs-Tendenz: Außer Bewertung

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