Bartra: „Ich war niemals demoralisiert”

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Die Meinungen darüber, warum der 22-jährige Marc Bartra unter Tito Vilanova nur selten zum Zug kommt, gehen weit auseinander. Während die einen davon überzeugt sind, dass dem jungen Spieler mit dieser Umgangsform Unrecht getan wird und diese nicht seinem Leistungsstand entspreche, vertreten andere einen gänzlich anderen Standpunkt. Bartra habe sich im Training nicht genug aufgedrängt, so der Vorwurf, der in der rationalen Entscheidungsfindung von Tito Vilanova eine gewichtige Stütze findet. Die Wahrheit wird trotz dieser konträren Erklärungsansätze wohl irgendwo in der Mitte liegen. Wenn Bartra im Training ausnahmslos überzeugt hätte, würde er deutlicher auf dem Radar des Chefcoaches auftauchen. Andererseits scheint Letzterem das nötige Fingerspitzengefühl für die jungen Spieler ein wenig abhandengekommen zu sein. Ohne Überforderung wird sich kein Spieler weiterentwickeln können, und eine solche lässt sich im Training nicht einmal im Ansatz simulieren.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Überforderung Bartra nicht gerade in der wichtigsten Partie der Saison gegen den FC Bayern München heimsucht, denn ein Aufgebot des Innenverteidigers gilt aufgrund der zahlreichen Verletzten und der Gelbsperre von Adriano als nahezu sicher. „Wenn sie mir für das Spiel in München das Vertrauen aussprechen, werde ich nicht enttäuschen. […] Je größer die Herausforderung, desto motivierter bin ich, mein Bestes zu geben. […] Ich habe mich die ganze Saison auf den großen Moment vorbereitet”

, zeigt sich Bartra überzeugt von seinen Fähigkeiten.

Risikofaktor beim Pressing?

Diese selbstbewusste Einstellung wird Bartra in München auch dringend brauchen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Bayern den Spieler als Schwachstelle ausmachen und ihn hart angehen werden, sei es, dass sie ihre Angriffe häufiger über die Seite von Bartra vortragen oder aber beim Angriffspressing ein Zuspiel auf Bartra provozieren, um ihn sodann energisch anzugehen. Unter Druck wirkte Bartra in den vergangenen Partien noch etwas unsouverän und preschte den Ball häufig unkontrolliert nach vorne, obgleich der vom Gegner ausgehende Druck noch relativ verhalten war. Gegen die Bayern könnten solche banalen Lösungen zu wenig sein, sodass eine Leistungssteigerung auch unter Berücksichtigung der ansonsten soliden Darbietung dringend notwendig erscheint. Marc Bartra ist sich aber sicher, auf dem richtigen Weg zu sein: „Ich fühle mich sehr wohl bei meinen Teamkameraden. Ich werde immer besser und haben einen guten Rhythmus gefunden.”

Der FC Barcelona kann nicht gerade von Glück sprechen, bereits im Halbfinale auf die starken Münchener getroffen zu sein. Juventus Turin hatte keine Chance gegen Mandzukic und Co., und auch im DFB-Pokal hat der FC Bayern seinen Gegner das Fürchten gelehrt. Für Bartra bestehe aber kein Grund, sich zu verstecken. „Um europäischer Champion zu werden, muss man die besten Mannschaften schlagen; Bayern und Madrid, aber auch Borussia”, so der Verteidiger, der weiter ausführt: „Schon als Kind habe ich es genossen, im Finale und in Turnieren gegen Madrid zu spielen und bei meinen Teamkameraden wird dies nicht anders sein.” Nur muss man hier natürlich sehen, dass die letzten großen Spiele von Bartra schon einige Jahre zurückliegen und nicht annähernd die Größenordnung eines Champions League-Halbfinals aufwiesen. Es bleibt abzuwarten, wie er mit der mentalen Ausnahmesituation zurechtkommt, sollte er tatsächlich zum Aufgebot gehören, wonach nach dem Stand der Dinge auszugehen ist.

Bartra liebt die Herausforderung

Selbst wenn Bartra gegen München zum Einsatz kommen sollte, darf man keinen Hehl daraus machen, dass er in den Planungen des Vereins nur eine untergeordnete Rolle spielt. Tito Vilanova hat vor Beginn der Saison verlauten lassen, dass der FC Barcelona kein Wohlfahrtsverein sei und er ausschließlich unter Leistungsgesichtspunkten Entscheidungen treffe. Zeitgleich hat er einigen Spielern nahegelegt, den Verein zu verlassen. Auch wenn Marc Bartra nicht zu diesen Spielern gehörte, so musste sich bei ihm die Gewissheit aufdrängen, dass er diese Saison einen sehr schweren Stand in der Mannschaft haben wird. Und trotzdem hat sich Bartra für den FC Barcelona entschieden, weil er an sich und seine Fähigkeiten glaubt und nur darauf wartet, den Trainer in seiner Einschätzung über sein Potenzial zu widerlegen. „Ich bin mir darüber bewusst, in welcher Mannschaft ich mich befinde und war deswegen niemals demoralisiert. Ich habe die Umstände als Herausforderung verstanden und immer gedacht, dass meine Zeit bald kommen könnte. Nun denke ich, dass ich langsam besser werde und das ist sehr wichtig.”

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