Der „Moskito“ sticht endlich zu

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Hinter Ousmane Dembélé liegt eine Saison zum Vergessen. Erst der unrühmlich verlaufene Wechsel von Borussia Dortmund in Richtung Katalonien, welcher in erster Linie durch einen Streik zustande kam. Anschließend eine schlimmere Verletzung, welche Dembélé für einen Großteil der Saison zum Zuschauen zwang und sein Ansehen in der Gunst des Trainers Ernesto Valverde deutlich sinken ließ. Warum die Chancen auf ein Aufblühen des jungen Franzosen in dieser Saison alles andere als schlecht stehen und Dembélé sich ernsthafte Hoffnungen machen darf, einen Großteil der Saison als Stammspieler zu bestreiten, soll hier dargelegt werden.

Ein ungünstiger Start

Die Vorraussetzungen für eine großartige Karriere beim FC Barcelona standen eigentlich gar nicht so schlecht. Da war dieser junge, pfeilschnelle und dribbelstarke Franzose, der gerade erst mit Borussia Dortmund die Bundesliga aufgemischt hatte und seine herausragende Spielzeit in der deutschen Eliteklasse mit dem Gewinn des DFB-Pokals krönte. Unvergessen hierbei sein Siegtreffer im Halbfinale eben jenes DFB-Pokals gegen den deutschen Branchenprimus aus der bayerischen Hauptstadt München. Da passte es sehr gut, dass gerade erst ein ebenfalls sehr junger, pfeilschneller und dribbelstarker Brasilianer den FC Barcelona für eine neue Rekordablöse verließ, was letztendlich einen freien Kaderplatz in der Mannschaft des katalanischen Klubs bedeutete. Folglich setzte Barça alles daran, den Spieler von Borussia Dortmund loszueisen und ihn als den neuen Superstar auf dem eigenen linken Flügel aufzubauen. Der BVB wiederum spielte dabei nicht so wirklich mit und wollte sein Juwel lieber in den eigenen Reihen behalten. Schlussendlich führte dieser Interessenskonflikt zu der Entscheidung des Spielers, seinen Wechsel nach Katalonien mit der unrühmlichen Methode des Streiks zu forcieren, sowie zur Entscheidung des Klubs, für diesen Spieler eine damalige vereinsinterne Rekordablöse zu zahlen. Es mag den Umständen des Wechsels geschuldet sein, aber Dembélé fand sich in der Folge nie so richtig im Starensemble des spanischen Meisters zurecht. Auch wenn sein Potential in einigen Spielen nicht zu übersehen war, merkte man Dembélé doch an, dass er alles andere als befreit aufspielen konnte. Gründe könnten hierbei die Rekordablöse und die damit verbundenen Erwartungen sein, einen Weltstar wie Neymar auf Anhieb ersetzen zu müssen. Auch die immer wieder aufkommenden Undiszipliniertheiten (Stichwort: Fast Food) spielten hierbei mit Sicherheit eine Rolle. Der womöglich größte Grund für die teils mageren Leistungen findet sich allerdings wohl in dem Muskelbündelriss, welchen sich Dembélé im Verlauf der Saison zuzog und in dessen Folge er es nicht mehr schaffte, an vergangene Leistungen anzuknüpfen. Dadurch setzte der Trainer in den folgenden Saisonspielen nur noch sehr sporadisch auf ihn, auch weil sich mittlerweile ein Team geformt hatte, dass auch ohne ihn in der Lage war, das Double aus Meisterschaft und Pokal zu gewinnen.

Die WM und der Wechsel von Malcom

Die Saison mit Barça war nun also gelaufen und es war an Dembélé, diese für sich abzuhaken und sich auf die zukünftigen Aufgaben zu konzentrieren. Schließlich stand er zum damaligen Zeitpunkt vor seiner ersten Weltmeisterschaft und wollte unbedingt den WM-Pokal in die Luft stemmen, und das im Bestfall auch als Stammspieler. Die Hoffnungen waren groß, schließlich zählte Dembélé bereits in der WM-Qualifikation zu den wichtigen Stützen der französischen Mannschaft und hatte mit Sicherheit das Potential, einer der Shootingstars der Weltmeisterschaft zu werden. Doch auch diesmal kam alles anders als gewünscht. Die mannschaftlichen Ziele der französischen Elf wurden mit dem Weltmeistertitel zwar erreicht, der Anteil Dembélés an diesem Titel war im Großen und Ganzen aber recht überschaubar, schaffte er es während der gesamten WM doch nur auf knapp 180 Einsatzminuten, von denen gerade einmal zwei der KO-Runde zuzurechnen sind. Trainer Didier Deschampes setzte im Sturm lieber auf Antoine Griezmann, Olivier Giroud und einen anderen jungen, pfeilschnellen und dribbelstarken Spieler, der anstelle von Dembélé zum absoluten Shootingstar dieser WM wurde – Kylian Mbappé. Entsprechend enttäuscht kehrte Dembélé aus Russland zurück. Doch die Karriere eines Spielers ist gerade in jungen Jahren oftmals von Rückschlägen und einem Fehlen von Konstanz geprägt und so beschloss Dembélé, sich auf die neue Saison mit Barça vorzubereiten um dem Klub zum Erreichen aller Ziele zu verhelfen, doch es folgte der nächste, wenn auch recht kleine Rückschlag. Kurz vor dem bevorstehenden Wechsel des Brasilaners Malcom Filipe Silva de Oliveira nach Italien zum AS Rom, fiel der sportlichen Führung des FC Barcelona auf, dass anscheinend noch Bedarf auf den offensiven Flügeln der Mannschaft bestand. So beschloss der Klub zu intervenieren und den Spieler in letzter Sekunde von einem Wechsel nach Katalonien zu überzeugen, wo er schlussendlich auch landete. Um nur ein paar der Attribute des brasilianischen Flügelstürmers zu nennen: jung, pfeilschnell, dribbelstark. Werden wir also wieder eine Saison zum Vergessen für Ousmane Dembélé sehen?

Vielversprechender Saisonstart

Meine Prognose: Nein, das werden wir nicht. Ganz im Gegenteil. Die ersten Spiele der Saison legen nahe, dass wir in dieser Saison den endgültigen Durchbruch von Ousmane Dembélé beim FC Barcelona bestaunen dürfen. In allen drei bisherigen Pflichtspielen dieser Saison stand der junge Franzose in der Startelf der Katalanen und bereits im Supercup gegen den FC Sevilla zeigte Dembélé, wie wichtig er in dieser Saison für den FC Barcelona werden kann, indem er den entscheidenden Siegtreffer mit einem wunderbaren Fernschuss erzielte. Auch am zweiten Spieltag der La-Liga-Saison erzielte Dembélé den Siegtreffer, diesmal gegen Real Valladolid. Auch ansonsten war der Spieler ein ständiger Unruheherd und stellte die bisherigen gegnerischen Defensivverbunde ein ums andere mal vor schwierige Aufgaben. Fast scheint es so, als ob die Verpflichtung von Malcom Dembélé nochmal zusätzlich beflügelte, sodass der ehemalige Borusse jetzt endlich in der Lage zu sein scheint, sein enormes Potential abzurufen, die perfekte Ergänzung zu Suarez und Messi darzustellen und somit das Versprechen, Neymar zu ersetzen, mit einem Jahr Verspätung einzulösen. Uns bleibt zu hoffen, dass Dembélé auf diesem Level weiter macht und alles daran setzt, der Mannschaft eine noch erfolgreichere Saison zu bescheren, als es ohnehin schon in der letzten der Fall war – und wir wissen alle, was das bedeuten würde. In dieser Form ist Dembélé in jedem Fall sehr viel zuzutrauen und momentan dürfte es für Ernesto Valverde schwierig werden, seinen Jungstar auf die Bank zu setzen. In Spanien nennen sie Ousmane Dembélé den „Moskito“. Jetzt scheint es endlich soweit, dass der Moskito bereit ist, zuzustechen. Die Eigenschaften eines solchen Moskitos? Nein Moment, das passt jetzt nicht so ganz..       

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