Ein Segen für Barça: Neymar Jr. auf dem Weg zur Fußball-Elite

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In den letzten Spielen beförderte sich neben Lionel Messi noch ein anderer Barça-Akteur sehr in den Vordergrund. Die Rede ist von Neymar, dem 22-jährigen Superstar aus Brasilien. In seiner zweiten Saison bei den Katalanen scheint Neymar endgültig angekommen zu sein. Er ist eine wichtige Säule in den Offensivbemühungen der Blaugrana und ein kongenialer Partner für seine Kameraden.

Neymar

– immer öfter liest man diesen Namen nach Barça-Spielen. Der Brasilianer befindet sich momentan in einer herausragenden Verfassung und ist ein Segen für das Spiel von Barça. Der Brasilianer scheint jeden Cent seiner Ablösesumme zu rechtfertigen, ein Umstand, der keineswegs selbstverständlich ist, gab es doch eine Menge Theater um diesen Transfer.

Auch bei den eigenen Fans hatte es Neymar oft nicht leicht. Schnell wurde der Südamerikaner von manchem als „Youtube-Fußballer“ abgestempelt, der nur für die Galerie spiele. Jetzt ist davon nichts mehr zu hören. Im ersten Jahr tat sich Neymar noch etwas schwer, die Verantwortung hierfür trägt er aber keineswegs. Die erste Spielzeit auf einem anderen Kontinent, bei einer der besten Mannschaften der Welt, ist für niemanden leicht. Betonen muss man auch die vielen Verletzungen, die sich Neymar in seiner Anfangszeit in Europa zugezogen hat und die nicht förderlich für seine Entwicklung waren. Insgesamt kam er auf nicht mehr als 26 Liga-Einsätze. Hierbei erzielte er neun Tore und bereitete zehn vor. In dieser Statistik lag er relativ deutlich hinter Pedro Rodríguez und Alexis Sánchez, seinen damaligen zwei Konkurrenten um einen Platz in der ersten Elf. Neymar hatte einen schweren Stand und sein Platz in der Startelf war nicht unumstritten. Er war zwar bemüht und zeigte auch seine Fähigkeiten – das Gelbe vom Ei war es aber nicht. Ein weiterer Faktor, der ihm das Leben über Gebühr erschwerte, war sein Aufgebot auf dem rechten Flügel. In den Ko-Duellen der UEFA Champions League musste der etatmäßige Linksflügel auf die andere Seite ausweichen. Auf dieser Position kam er allerdings nicht so gut zurecht, was sich auch in den Leistungen widerspiegelte.

Neymar spielte wahrlich keine schlechte erste Saison bei Barça, vor allem, wenn man sich die Gegebenheiten vor Augen führt. Trotzdem fragte sich wohl ein jeder Culé, warum der Brasilianer, der bei der WM unglaubliche Leistungen bot, nicht auch im Dress der Blaugrana so auftrumpfen konnte. Die Frage ist hinfällig geworden – Neymar hat sich zu einem absoluten Weltklasse-Spieler entwickelt.

Neymar und Lionel Messi – Ein Traum-Duo

Bei der WM im eigenen Land übernahm Neymar Verantwortung und war die tragende Säule im Spiel der Brasilianer. Mit ihm stand und fiel das Spiel. Nachdem er im WM-Viertelfinale gegen Kolumbien schwer verletzt wurde, war Brasilien chancenlos. Die Verletzung von Neymar machte aber einen jeden Culé unruhig, da er somit fast die ganze Vorbereitung verpassen würde. Für den gewünschten Durchbruch im zweiten Jahr war das natürlich nicht wünschenswert. Trotzdem brachte dies Neymar nicht aus der Bahn.

Neymar hat es mittlerweile geschafft, auch jene Culés auf seine Seite zu ziehen, die dem Transfer eher skeptisch gegenübersahen. Im vergangenen Jahr war er noch einer unter vielen – nun ist er ein Spieler, der herausragt. Gemeinsam mit Lionel Messi stellt er eine der gefährlichsten, höchstwahrscheinlich sogar die gefährlichste Flügelzange der Welt dar. Die Beziehung zu seinem argentinischen Kollegen ist überhaupt prächtig: Sowohl auf als auch neben dem Platz verstehen sich Neymar und Messi sehr gut. Nachdem das Zusammenspiel im ersten Jahr noch nicht vollständig funktioniert hat, kann man jetzt getrost sagen, dass Johan Cruyff, der bei Neymars Verpflichtung behauptet hat, dass dieser sich mit Messi nicht verstehen werde, relativ weit daneben lag. Neymar und Messi sind die Spieler, die mit ihrer individuellen Klasse aus dem Nichts Tore erzielen können. Schon oft konnten die Anhänger ein überragendes Zusammenspiel der beiden Spieler genießen, das zu zahlreichen Toren geführt hat. Nach einem Anpassungsjahr wissen nun beide, wie der andere sich in bestimmten Situationen verhält und nutzen das eiskalt aus. Gelingt es dem Gegner nicht, Messi und Neymar auszuschalten, ist es um dessen Schicksal schon geschehen.

Neymars neu gewonnene Torgefährlichkeit

Vor allem eines fällt bei Neymar auf, wovon man bisweilen dachte, dass es bei ihm nicht so stark ausgeprägt ist: Seine Abschlussstärke. War er im letzten Jahr vor dem Tor noch eher schwach, hat er sich in dieser Hinsicht deutlich gesteigert. Er hat durchaus Zug zum Tor, das war nicht immer so. Er zieht fast immer in die Mitte und kann dort ob seiner Dribbelstärke oder seinem tollen Distanzschuss Gefahr heraufbeschwören.

Eine weitere positive Entwicklung betrifft seinen Reifegrad als Spieler. War er letztes Jahr noch eher unsicher bei seinen Entscheidungen, den Abschluss zu suchen oder doch noch aufzuspielen (wobei er sich zu oft für Letzteres entschied), ist er sich seiner Sache nun hundertprozentig sicher und trifft meistens die richtigen Entscheidungen. Ein weiteres Indiz für seine Reife sind seine Dribblings. Der Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft war in der Saison 2013/14 ein Spieler, der sich in Dribblings oft verhedderte und es mit seiner Verspieltheit und mitunter auch Lässigkeit etwas übertrieben hat. Nun macht er alles in dosierten Mengen und weiß, wann er etwas machen kann und wann er es bleiben lassen sollte. Alles, was der Brasilianer mit dem Ball macht, hat Hand und Fuß. Seine Dribblings haben sich ebenso verbessert wie seine Ballannahme, die ihm letztes Jahr noch zu schaffen machte. Auch seine so oft kritisierte Fallsucht hat sich mittlerweile gelegt.

Bemerkenswert ist außerdem, dass er sich nicht alles vom Gegner gefallen lässt; ist Neymar beteiligt, kann es schon mal feurig zur Sache gehen. Es ist wichtig, auch solche Spieler im Kader zu haben, um zu zeigen, dass man dagegenhalten kann. Der Brasilianer versteht es gut, allein durch seine Spielweise den Gegner zur Weißglut zu bringen. So geschehen im Copa-del-Rey Rückspiel gegen Atlético Madrid. Auf der anderen Seite ist Neymar aber kein Spieler, der Auseinandersetzungen auf dem Feld sucht – mit ihm wird nicht zimperlich umgegangen. Der Stürmer geht mit Provokationen seiner Gegner allerdings schon wie ein Routinier um und lässt sich zu keiner Tätlichkeit hinreißen – auch wenn es manchmal den Anschein hat, als würde er seine Nerven verlieren.

 Vielen Brasilianern wird ferner vorgeworfen, nicht immer hundertprozentig bei der Sache zu sein, einen schwierigen Charakter zu haben oder zu früh abzuheben. Bei Neymars Entwicklung zeichnet sich weder das eine noch das andere ab. In diesem Sinne kann man nur hoffen, dass sich Neymar weiterhin so entwickelt – dann steht ihm nämlich eine glorreiche Zukunft bevor.

Vergleich der Statistiken von Neymar 2013/14 und 2014/15 zum gleichen Saison-Zeitpunkt:

Nach 21 Spieltagen Einsätze La Liga Tore (Torvorlagen) Einsätze Champions League Tore (Vorlagen) Einsätze Copa-del-Rey Tore (Torvorlagen)
2013/14 16 6 (8) 6 3 (4) 2 1 (0)
2014/15 18 15 (5) 5 3 (1) 3 4 (1)

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