Jérémy Mathieu im großen Interview über Barça, den Clásico, die Titelchancen u.v.m.

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In einem ausführlichen Interview mit der spanischen ‚Mundo Deportivo‘ sprach Jérémy Mathieu über zahlreiche spannende Themen. Beispielsweise waren der ‚El Clásico‘ und sein Treffer gegen Real Madrid sowie die Spielweise von Barça in dieser Begegnung zentrale Elemente der Unterhaltung. Darüber hinaus stellte sich der Franzose einigen Fragen über seine Person sowie die Titelchancen der Blaugrana und richtete abschließend noch einige Worte an die Culés.

Wie hast du dich nach deinem Tor gegen Real Madrid gefühlt?

Ich fühlte mich sehr glücklich, sehr zufrieden – es war mein erstes Tor für Barça in der Liga und es war fantastisch. Ich habe jetzt 24 Spiele als Startspieler für Barça absolviert.

Hast du erwartet in deinem ersten Jahr hier so viel zu spielen?

Ich wusste nicht, wie viel ich spielen werde, aber ich bin mit der Idee gekommen, so viel zu spielen wie nur möglich. Das hängt natürlich vom Trainer ab und von meiner Form. Jetzt sind wir Tabellenführer, Finalteilnehmer im Cup und im Viertelfinale der Champions League.

Gibt es gute Gründe daran zu glauben, dass dies eine großartige Saison werden wird?

Ich denke schon – derzeit läuft alles wunderbar, aber es fehlt noch immer viel, um Titel zu gewinnen. Wir stehen im Finale der Copa del Rey, aber in den anderen Wettbewerben fehlt noch viel.

Hast du eine Präferenz für einen der möglichen Titel?

Nein, das Ziel des Klubs sind alle drei Titel. Wir sind momentan sehr gut in Form und werden alles geben, um diesen Zustand aufrechtzuerhalten.

Hat Barça im Clásico mehr gelitten oder es mehr genossen?

Beides. Wir Spieler haben auf dem Platz nicht wirklich gelitten, nur ein bisschen am Ende der ersten Halbzeit. Aber die ganze Mannschaft war sehr stark, wir alle gemeinsam. Man muss auch leiden können.

Was passierte in jener Phase der Partie, als Madrid sehr stark presste und Barça zurückdrängte?

Wie ich gesagt habe: Man muss auch leiden können. Wir haben dann versucht, auch auf Konter zu spielen. Es soll nicht als Ausrede dienen, aber ich glaube, dass uns das Spiel gegen Manchester City in einigen Momenten noch in den Knochen steckte.

Ist der FC Barcelona nun mit vier Punkten Vorsprung Favorit auf den Ligatitel oder fehlt noch sehr viel, wie es Luis Enrique anmerkte?

Es fehlt noch immer viel – es sind noch viele Punkte zu vergeben. Der jetzige Monat wird sehr kompliziert, aber wir haben unser Ziel in unseren Händen. Wir müssen wie immer spielen und alles gewinnen.

Warst du von Real Madrid überrascht?

Nein. Wir haben eine solche Partie erwartet – sehr schwer, es ist ein Clásico. Madrid ging durch eine schwere Phase – so wie wir – aber in einem Clásico musst du 100 Prozent geben. Wenn nicht, verlierst du.

Wie oft habt ihr solche Szenen, die zu deinem Tor führten, im Training geübt?

Wir arbeiten daran sehr oft im Training und gegen Madrid hat es sehr gut geklappt. Zuvor war es Gerard Piqué, der schon einige Treffer erzielen konnte und jetzt war eben ich dran.

Warum trifft Jérémy Mathieu so gerne gegen Real Madrid – alle nach Standardsituationen?

Ja, ich habe zwei Treffer nach Eckbällen mit Valencia in der vergangenen Saison erzielt und jenes im Clásico war nach einem Freistoß. Dieser Gegner liegt mir scheinbar ganz gut. Naja, das passt mir natürlich und ist sehr schön, aber das Wichtigste ist die Mannschaft.

Wir erwähnen das, da Madrid zwei Innenverteidiger wie Pepe und Sergio Ramos besitzt, die sehr stark im Kopfballspiel sind. Das hat doppelten Wert, oder nicht?

Es gibt Situationen, in denen die Spieler sehr viel Vertrauen in sich selbst haben. Sergio Ramos und Pepe haben das – vielleicht fehlte ihnen ein wenig die Konzentration in dieser Phase, da sie sich beide sehr stark fühlen. Es kommt häufig auf Details an.

Hat dich Pepe während des Spiels auch zu deiner Familie befragt – so wie Piqué?

Nein, mit mir hat er nicht gesprochen. Mit mir hat Karim [Benzema] ein bisschen geplaudert, aber Pepe nicht.

Was dachtest du dir bei deinem Kopfballtor?

Als ich den Ball gesehen habe, dachte ich bloß: ‚Du musst ihn reinmachen.‘ Nicht mehr.

Und die Freude zu sehen, dass der Ball im Tor landet?

Mein Körper explodierte förmlich – es war ein unbeschreibliches Gefühl. In einem Clásico zu treffen, ist einfach phänomenal.

Hatte der Treffer eine spezielle Widmung?

Er ist ein bisschen für all jene, die hinter mir stehen, mir helfen, Vertrauen in meine Fähigkeiten und mein Spiel setzen. Und für Barça – die mich unter Vertrag genommen haben – für das Vertrauen, das sie in mich hatten.

War diese eine Woche – als Stammspieler in den Spielen gegen Manchester City und Real Madrid – eine ganz besondere für Jérémy Mathieu?

Ganz normal – wenn der Trainer mich aufstellt, dann nur, weil er Vertrauen in mein Spiel und meine Fähigkeiten hat. Und ich möchte – so wie immer – das Bestmögliche daraus machen, um das Vertrauen zu rechtfertigen.

Ist die derzeitige Phase eine Rekompensation für all das, was vergangenen Sommer vorfiel, als der Vertrag mit Barça lange am seidenen Faden hing?

Ich habe sehr viel gearbeitet, um hierher zu kommen. […] Valencia war sehr zäh in den Verhandlungen, aber es war alle Anstrengung wert. Jeder Spieler will bei Klubs wie Barça, Madrid oder Bayern spielen. Als ich die Gelegenheit hatte, erkannte ich, welch großer Schritt das in meiner Karriere wäre.

Du hast Barça 20 Millionen Euro gekostet – es wurde viel darüber gesprochen. Denkst du, dass es sehr viel gekostet hat?

Für mich persönlich ist das natürlich sehr viel Geld, aber ich habe mit dem Präsidenten von Valencia gesprochen, um meinen Wechsel voranzutreiben. Er meinte, es wäre ein großer Schritt in meiner Karriere und er könnte mir nicht die Tür davor verschließen. […] Es sind die Menschen, die sehr viel über mich sprechen, aber innerhalb des Teams, mit dem Trainer und dem Verein, fühle ich mich sehr gut und ich glaube, dass die Mannschaft auch Vertrauen in meine Person hat.

Was hat sich seit der Krise Anfang Januar geändert?

Das Team, wir Spieler. Hätten wir uns in diesem Moment nicht geändert, wäre es sehr kompliziert geworden. Nach der Niederlage gegen Real Sociedad mussten wir einfach etwas verändern. Wir waren in dieser Partie nicht wirklich auf der Höhe unseres Niveaus.

War es eine Änderung der Einstellung?

Auch. Es ist möglich, dass wir damals zu viel Vertrauen hatten. Egal – jetzt läuft alles sehr gut. Aber wenn man sehr viel Selbstvertrauen hat, kann es passieren, dass du dich manchmal zu viel entspannst.

Ist Ehrlichkeit im Fußball ein Hindernis?

Die ganze Welt weiß, dass ich so bin und immer die Wahrheit sage. Für mich ist es das Beste – Lügen zu erzählen, bringt nichts. So einfach ist das.

Wie werdet ihr das Duell gegen Paris Saint-Germain angehen?

Es ist ein sehr kompliziertes Aufeinandertreffen. Als wir in der Gruppenphase in Paris verloren haben, war es ein sehr schweres Spiel – wir wissen, dass es jetzt nicht anders sein wird. PSG ist eine Mannschaft, die die Champions League gewinnen kann. Wie immer müssen wir in solchen Spielen bei 100 Prozent sein.

Ist es ein Vorteil, dass Ibrahimović im Hinspiel fehlen wird?

Es ist ein möglicher Vorteil, aber der Fußball ist unberechenbar.

Hast du eine Botschaft an die Fans?

Nur, dass sie so weitermachen sollen wie bisher. Das Wichtigste ist, dass sie uns weiterhin unterstützen – ob wir gewinnen, oder verlieren. Das zeichnet eine ehrliche Anhängerschaft aus. Wenn wir verlieren, sollte man trotzdem hinter uns stehen. Wenn sie uns bestmöglichst unterstützen, ist es das Beste für alle.

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