Lionel Messi über La Liga, Atlético Madrid und die Copa América

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Einen Tag nach dem 5:0-Sieg gegen Español Barcelona meldete sich Lionel Messi in einem Interview mit Quique Wolff von der ESPN zu Wort. Darin erklärte der argentinische Zauberfloh die aktuelle Lage in La Liga, nannte seinen Titelfavoriten für die Champions League und äußerte sich auch zur Copa América.

Mittlerweile ist viel Zeit seit unserem letzten Interview vergangen. Alle Ihre Träume haben sich verwirklicht, nicht wahr?

Ja, eine lange Zeit ist seitdem vergangen! Ich freue mich, dass ich einige glückliche Momente erleben durfte. Allerdings hatte ich auch einige nicht so schöne Erlebnisse, was aber normal ist im Fußball. Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr froh über alles, was wir bisher gewonnen haben. Besonders für den Club war es gut, da wir mehr Titel gewannen, als sich einer hätte vorstellen können. In der Nationalmannschaft haben wir so viele Finalspiele bestritten und sind dennoch nicht imstande gewesen, einen Titel zu gewinnen. Das habe ich noch in meinem Hinterkopf, aber das ist Fußball.

Es ist nur noch ein Spiel, welches entscheidet, ob Barcelona die Spanische Liga gewinnt und Barça hat alles in seiner Hand.

Ja, zum Glück haben wir genug Punkte gesammelt, sodass wir nun an der Spitze stehen. Nach der Länderspielpause haben wir eine schwierige Phase durchlebt, als es am wenigsten zu erwarten war: Wir spielten gegen [Real] Madrid, danach das Viertelfinale gegen Atlético und die Spiele danach in der Liga, wo wir viele Punkte liegen ließen. Aber wir haben an uns geglaubt und sind nun nach wie vor an der Spitze.

Ist dies der Schlüssel, dass der Klub zusammensteht und sich stärkt, indem man sagt: „Leute, wir müssen uns vertrauen und uns auf unsere Stärken verlassen?”

Ja, glücklicherweise haben wir uns rechtzeitig gefangen und haben zu unseren Stärken zurückgefunden. Im Hinspiel [gegen Atlético] waren wir recht gut und wir hätten uns für das Halbfinale qualifizieren können. Aber Atlético Madrid tat das, was sie immer sehr gut tun, und das hat alles nicht einfacher gemacht. Und dann sind wir ausgeschieden und mussten aber noch weiter in der Liga spielen, das war sehr schwierig für uns.

Fänden Sie es gut, wenn Atlético Madrid die Champions League gewinnt?

Ja, in Barcelona sehen die Fans es nicht gern, wenn Real Madrid irgendetwas gewinnt, das Gleiche denken ihre Fans von uns. Doch letztendlich ist es ein Finale, welches die beiden Klubs erreicht haben und für uns zählt nur, was wir gewinnen können. Für uns gibt es noch zwei Finalspiele und es wäre großartig, beide Pokale zu gewinnen. Natürlich wäre es auch schön gewesen, im Champions-League-Finale zu stehen, aber es sollte nicht sein. Zwei von drei Trophäen zu gewinnen, wäre auch spektakulär.

Es ist schwer, gegen Diego Simeones Team zu spielen, nicht wahr?

Ja, sie sind ein schwer zu bespielendes Team. Und er [Simeone] verdient viel Anerkennung dafür, was er geleistet hat. Er schafft es, dass die Spieler an ihn glauben und er macht seine Sache nahezu perfekt, da Atlético schon seit längerem in dieser Position ist. Außerdem hat er einen sehr guten Kader zur Verfügung und auch die Reservespieler machen ihren Job gut, wenn sie ihre Chance bekommen.

Bezüglich des Freistoßtores am Sonntag denken die Leute, das sei alles nur Glück, aber die Wahrheit ist doch, dass Sie schon Ihr ganzen Leben Freistöße üben.

Ja, wir üben tatsächlich dafür. Wir arbeiten daran, so präzise wie möglich zu schießen, das lernt man natürlich im Laufe seiner Karriere.

Sie verwirren die Torhüter, weil sie sich nicht sicher sein können, ob der Ball in Richtung ihres Pfostens geht oder über die Mauer geschlagen wird. Das sorgt für Zweifel bei den Torhütern und gibt Ihnen einen kleinen Vorteil, nicht wahr?

Ja, um ehrlich zu sein, mir gefällt es sehr, den Ball über die Mauer zu schlagen, aber hin und wieder wandle ich das ein bisschen ab, damit der Torhüter nicht weiß, wohin ich schieße. Ich möchte, dass er sich nicht sicher sein kann, bis ich schieße.

Die Jahrhundertfeier der Copa América – neue Vorfreude?

Das ist ein neuer Pokal, das wird anders. Ich freue mich, dass er in den USA stattfinden wird und sich völlig von allem, woran ich bisher teilgenommen habe, unterscheiden wird. Die Leute, die Stadien etc. Es ist vor allem eine neue Chance für uns.

Olympische Spiele? Ich wette, Sie hätten gern teilgenommen?

Ja, ich hätte gern teilgenommen, weil es eine sensationelle Erfahrung für mich war [2008], genauso wie es die U20-Weltmeisterschaft [2005] war. Nicht nur, weil wir gewonnen haben, sondern auch wegen der Erfahrung, die ich machen durfte. Es war eine großartige Erfahrung, im olympischen Dorf zu sein und andere Athleten von anderen Sportarten zu treffen und einfach nur ein anderer Athlet neben ihnen zu sein. Das war großartig, auch wenn wir nur wenig Zeit im olympischen Dorf verbracht haben.

Alle Athleten sagen, dass die Olympischen Spiele etwas Spezielles sind.

Ja, allein die Weltmeisterschaft ist großartig, aber die Olympischen Spiele sind einfach etwas Besonderes.

Beschäftigt Sie es, dass Sie im Finale der Weltmeisterschaft standen und nicht gewonnen haben? Und dann noch der Wirbel in den Medien…

Gut, das ist eben immer so, daran bin ich gewöhnt. Aber ja, wir haben es bis ins Finale geschafft, nicht nur bis zur zweiten Runde, sondern ins Finale, und das ist nicht einfach. Ich habe es auch schon in anderen Interviews gesagt: Es ist nicht leicht. Wir waren sehr nahe dran und dann haben wir gegen Deutschland verloren, welches eine sehr gute Mannschaft mit großartigen Spielern hat. Das war so ähnlich wie im Finale der Copa América [2015]. Es kommt eben auf die kleinen Dinge an. Ich stehe darüber, wenn man sagt, dass die Medien mir damals schaden wollten.

Sie haben fünf Ballons d’Ors! Fünf!

Ich hätte mir so etwas niemals vorstellen können. Alles, was ich in meiner Kariere gewonnen habe, ist mehr, als ich mir jemals in meinem Leben erträumt hätte. Die Titel, die ich mit dem Verein und der Nationalmannschaft gewonnen habe, sind mir sehr wichtig, aber jene [Ballons d’Ors] sind auch etwas Besonderes.

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