Lucas Digne im Interview: „Es ist eine Freude, für den FC Barcelona zu spielen “

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Lucas Digne – im Sommer dieses Jahres kam er zum FC Barcelona. Flink, schnell, kämpferisch, bemüht und engagiert – so wurde seine Leistung in unserer Spielerkritik nach jedem Spiel in der Regel beschrieben. In einem Interview Anfang September sprach der Außenverteidiger bereits über die Ankunft bei seinem neuen Verein. Nun – zwei Monate später – erzählt der 23-Jährige gegenüber ’Mundo Deportivo’, wie sein Integrationsprozess verläuft und wie er sich mit seiner Aufgabe als Ersatz für Jordi Alba zurechtfindet. Auch die allgemeine Situation des FC Barcelona, die Geschehnisse rund um den Verein sowie Mannschaftskollege Umtiti waren Teil der Fragerunde.

Nach Jordi Albas Verletzung [vom 07. Oktober bis heute] kommst du öfter zum Einsatz. Bist du mit deinen Auftritten zufrieden?

Ja, ich bin froh darüber, eingesetzt zu werden und dem Team helfen zu können. Das Wichtigste ist jedoch nicht die individuelle Leistung, sondern das wir als Mannschaft die Spiele gewinnen. 

Wie ist es, jemanden ersetzen zu müssen, der in den letzten Saisons immer Stammspieler gewesen ist?

Es ist, wie es ist. Für mich ist es gut, in einer Mannschaft mit so tollen Spielern wie Alba und den anderen zu sein. Bei diesem Verein zu spielen, ist einfach eine Freude.

Seit deiner Ankunft sind schon einige Monate vergangen. Was kannst du über den Anpassungsprozeß an die Mannschaft und Barças Spielstil sagen?

Ich habe mich noch nicht zu 100 Prozent anpassen können. Aber dafür arbeite ich jeden Tag hart, versuche, jedes Detail zu verinnerlichen und mich stetig zu verbessern. Unter anderem muss ich meine Spanisch-Kenntnisse verbessern. Das ist sehr wichtig für meine Integration. 

Gibt es außer der Sprache noch etwas, worin du dich verbessern musst?

Da gibt es noch sehr viele Dinge; wir arbeiten an den alltäglichen Dingen. Zum Beispiel muss ich noch viele Automatismen kennenlernen und verinnerlichen. Aber ich arbeite dran.

Wenn man als Außenverteidiger aus einer anderen Liga und einem anderen Land kommt, genießt man dann das Offensivspiel beim FC Barcelona oder gibt es da auch irgendwelche Schwierigkeiten?

Viele fokussieren sich beim FC Barcelona nur auf den offensiven Aspekt und denken, wir würden den ganzen Tag nur das Angriffsspiel üben. Allerdings muss man auch sehr viel in der Defensive arbeiten, es kommt im Spiel sehr oft zu ungünstigen Eins-gegen-Eins Situationen. Auch wenn die Leute dazu tendieren, mehr über den Sturm und die Offensive zu sprechen, steckt auch unglaublich viel Arbeit hinter dem Verteidigen und Pressing, das wir ausüben.

Momentan hat Barça viele Verletzte zu beklagen [Piqué, Iniesta, Jordi Alba, Aleix Vidal und Mathieu]. Bedeutet das mehr Druck für die Ersatzspieler?

Wir versuchen, im Kollektiv stark zu sein und die Spiele zu gewinnen. 

Umtiti ist eine der Überraschungen in dieser Saison. Hast du das kommen sehen?

Ich kenne ihn sehr gut, da wir vor langer Zeit die Umkleidekabinen geteilt haben, als wir noch für die Unterkategorien Frankreichs spielten. Ich bin nicht überrascht, da er sich seitdem linear entwickelt hat. Er verbessert sich ständig, arbeitet sehr hart und ich wünsche ihm das Beste.

Ist es für dich als Neuankömmling schwierig, mit den Kontroversen rund um den Verein, zum Beispiel der Auseinandersetzung mit dem Ligapräsidenten [nach dem Spiel gegen Valencia], umzugehen?

Ich schenke diesen Dingen kaum Aufmerksamkeit. Aber ich komme aus Italien [AS Rom], wo so etwas auch hin und wieder passiert. Daher bin ich davon nicht besonders überrascht.  

Anmerkung zum interview: In bisher acht Einsätzen in der Liga und der Champions League – sechs davon in der Startelf (aufgrund der Verletzung Albas) – zeigte sich Digne solide. Kaum bis gar nicht fallen bei ihm technische Fehler, beispielsweise bei der Ballannahme, auf. Bemerkenswert ist auch seine Schnelligkeit und die aggressiven Zweikämpfe, die er führt. Zum Torerfolg konnte Digne bisher nicht beitragen. Anscheinend fehlen – wie im Interview erwähnt – die Automatismen noch zu einem gewissen Teil. Im Vergleich zu Jordi Alba scheint er noch nicht ganz so gut ins Offensivspiel mit Messi und vor allem Neymar eingebunden. Als Backup ist er dennoch eine wirklich gute Option. Und vielleicht ist er auch eine ernsthafte Alternative zu Alba, der nicht in allen Spielen der bisherigen Saison gute Leistungen abliefern konnte. 

 

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