Neymar bärenstark – Alves unzulänglich: ‚MOTM‘

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Das gestrige Spiel gegen den FC Sevilla war spannender als es der ein oder andere Zuschauer es haben wollte. Im gestrigen Spiel tummelten sich nicht nur Glanzleistungen der Barça-Spieler. Neymar zeigte seine Klasse und sorgte in der Offensive für ein Spektakel nach dem anderen, Mascherano war gestern der Abwehrchef und verhinderte Schlimmeres. Werfen wir nur einen genaueren Blick auf manche Spieler.

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Wie im Prolog erwähnt, muss man Neymar 

für seine gestrige Präsentation loben – die Gründe folgen jetzt. Es war Neymar, der schon zu Beginn des Spiels oft den Zug zum Tor entwickelte und auch selbst oft abschloss. Lediglich der Torhüter Beto verhinderte einen Torerfolg und die Führung für die Katalanen. Auch ohne Ball zeigte sich Neymar agil und lief sich immer frei, um perfekt angespielt zu werden, das ermöglichte natürlich wieder neue Tormöglichkeiten. Neymar zeigte nicht nur, dass er Tore vorbereiten kann und selber welche erzielen könnte, er ließ seine technischen Fähigkeiten aufblitzen und zeigte seine Klasse mit einem Hackentrick. Ein ums andere Mal verzückte er die Zuseher mit seinen technischen Feinheiten. Hackenpass hier – Hackpass da. Das Sahnehäubchen war dann der Assist zum 2:0. Neymar zeigte gestern dennoch nicht seine ganze Qualität und es existiert noch viel Luft nach oben, wenn er nicht so oft Messi suchen würde. Um diese Unterstellung mit einem Beispiel zu illustrieren, können wir uns auf eine Szene in der zweiten Halbzeit besinnen. Neymar wird von Messi im Sechzehner zugespielt um den Torabschluss zu suchen und die Führung auszubauen, aber statt das Spielgerät aus so kurzer Distanz ins Tor zu befördern, legt Neymar unverständlicherweise auf Messi zurück – unnötig.

Der nächste erwähnenswerte Spieler befindet sich in der Verteidigung – Mascherano. Einmal mehr war Mascherano der Fels in der Brandung. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und kleinen Fauxpas stabilisierte sich nicht nur Mascherano, sondern auch damit die ganze Abwehr. Der kleine argentinische Verteidiger zeigte oftmals schön anzusehende Tacklings und Grätschen in brandgefährlichen Situationen und scheute keinen Zweikampf oder Körperkontakt. Ohne Mascherano wäre das Spiel anders verlaufen, denn er klärte zweimal in höchster Not und bewahrte seine Mannschaft vor einem Rückstand. Von seinen phänomenalen Spieleröffnungen zeigte Mascherano nicht allzu viel, sondern dosierte diese weniger, aber dafür dennoch präzise wie gewohnt. Mascherano stand mit Adriano gestern ziemlich sicher und zusammen sorgten sie für Stabilität in der Abwehr. Adriano klärte viele Situationen mit seiner Schnelligkeit und seinem Körpereinsatz. Adriano wählte auch die Anzahl der Ausflüge in die Offensive richtig aus und zeigte seine phänomenale Schusstechnik, welche leider nicht mit einem Tor belohnt wurde.

Flop

Wer gestern ein Auge auf Dani Alves geworfen hat, wird schnell zur Erkenntnis gelangen, dass dieser seinen Zenit schon längst überschritten hat. Alves tummelte sich bei gegnerischen Vorstößen oftmals im Zentrum der eigenen Verteidigung und nicht wie eigentlich gedacht auf der rechten Abwehrseite. Dass es dabei innerhalb der Verteidigung zu einer gewissen Verwirrung kommt, erklärt sich von selbst. Auch ist somit die linke Außenbahn, aus Sicht des Gegners, komplett frei und lädt nur so zu Chancen und zum Aufbau ein. Ein ähnlich schwerwiegendes Manko ist das Zuspiel in der Offensive. Es ist unerklärlich was sich Alves dabei immer denkt, er stößt in die Offensive und wird dort angespielt, statt einen effizienten Pass oder einen sicheren Pass zu wählen und zu spielen, spielt Dani Alves dem Gegner den Ball direkt zu – unerklärlich. Dieses Vorgehen wurde natürlich gerne vom FC Sevilla angenommen und in Konter umgemünzt und sorgte für unnötige Gefahr. Wenn sich Alves bei verteidigenden Situationen nicht im Zentrum der Verteidigung befinden sollte, steht er dennoch meistens viel zu hoch für einen Rechtsverteidiger. Bei technisch versierten Gegenspieler sieht Alves kein Land und wird kinderleicht ausgespielt. Anschließend zeigt sich Alves nicht energisch genug und kriecht dem Gegenspieler nur hinterher statt sich an diesem festzubeißen, als Konsequenz muss einer der Innenverteidiger sich um den Gegenspieler kümmern und es entsteht ein kleiner Teufelskreis und Löcher in der Abwehr, welche leicht zu verhindern wären. Die Führung, welche von Alves erzielt wurde, hilft nicht über seine defensiven Schwächen hinweg. Kommen wir nun zu den einzigen positiven Aktionen im Spiel. Es ist allen hinlängst bekannt, dass Alves größte Stärke seine Flanken sind. In der Minute 57 war es dann soweit, er tritt zur Flanke und schlägt diese zentral in den Sechzehner, aber leider konnte keiner seiner Teamkameraden diese ungefähr fünf Meter zu hoch angesetzte, aber dennoch exzellente Flanke verwerten – fahrlässig von den Mitspielern solch eine Topchance auszulassen. Dani Alves benutzt im Defensivverhalten nicht etwa seinen Verstand, sondern begnügt sich mit dem Wegzerren des Gegenspielers durch seine Hände und Arme. Ein Indikator für mangelndes beziehungsweise schlechtes Defensivverhalten. Er erahnt die Situation nicht und ist mit der anstehenden Situation restlos überfordert.

Cristian Tello stand gestern das erste Mal in dieser Saison in der Startformation und die Zuschauer waren auf seine Performance gespannt, leider gab es nicht allzu viel zu bestaunen. Tello begann auf der für ihn nicht bevorzugten Position des rechten Flügelstürmers. Er konnte auf der rechten Seite keine Akzente setzen, gefährliche Zuspiele ermöglichen oder für Torgefahr sorgen. Aufgrund dessen, dass der rechte Fuß von Tello der stärkere ist, bemühte sich Tello, Zuspiele in die Zentrale zu ermöglichen, er wollte dabei seine Schnelligkeit zunutze machen – vergeblich. Alberto Moreno, der Linksverteidiger von Sevilla, ahnte die Spielweise von Tello und konnte seine Angriffsversuche im Keim ersticken. Es fand während des Spieles Rotation im Sturm statt, aber in dieser konnte Tello auch nichts vorweisen. Tello blieb dieses Spiel unter seinen Möglichkeiten und konnte seiner Mannschaft nicht unter die Arme greifen, lediglich die Defensivarbeit war in Ordnung.

Im nächsten Spiel gegen Ajax Amsterdam in der Champions League ist Rotation zu erwarten und womöglich auch ein Montoya oder Sergi Roberto zu sehen. Lassen wir uns überraschen und schauen, ob die Jungspunde sich besser präsentieren, als so mancher aus der ‚alten Garde‘.

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