Paulinho: Barça lässt Neuzugang zu Wort kommen

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Über keine Personalie haben sich die Medien in den letzten Wochen so heftig echauffiert und gleichzeitig sparsam berichtet wie Paulinho. Vergangene Woche wurde die Ankunft des Mittelfeldspielers beim FC Barcelona von den tragischen Vorkommnissen auf den Rambles überschattet. Wenig später tauchte ein Screenshot auf, der angeblich zeigt, wie der 29-Jährige während seiner Zeit in England Barça via Twitter verhöhnte. Nun so scheint es, hat der Brasilianer die Höhen und Tiefen seiner Lebensgeschichte aufgearbeitet. Mit BarçaTV sprach Paulinho über Fußball, Rassismus, Familie und weshalb er kein chinesisch spricht.

Paulinho über …  

 … die Anfänge

Mit fünf Jahren habe ich angefangen, Fußball zu spielen. Mein Bruder spielte damals bereits. Er spielte bei Corinthians, einem Team, bei welchem auch ich später spielen sollte. Als ich drei oder vier Jahre alt war, brachte er mir das Schießen bei. Mit fünf oder sechs begann ich dann mit dem Hallenfußball. Ich hatte damals noch nicht begonnen, 11-gegen-11 zu spielen. Bis ich dreizehn war blieb ich dort. Dann hörte ich mit dem Fußball auf und fing erst später wieder an.

…  schwere Bedingungen

Ich hatte keine einfache Kindheit. Meine Eltern hatten nicht wirklich viel Geld, um uns zu unterstützen. In meinen jungen Jahren hatte ich ein schweres Leben. Wir lebten an einem Ort, der nicht der beste war. Ich wuchs damit auf, immer Fußball zu spielen. Daher waren meine Anfänge um einiges komplizierter als die von anderen Spielern. Aus diesem Grund ist es ein großartiger Erfolg, es zu Barça zu schaffen. Was ich in der Schule am meisten mochte, war Sport. Außerdem Mathe und Portugiesisch. Ich denke, am besten hat es mir gefallen, mit meinen Freunden zu spielen.

… den Rückhalt seiner Mutter

Meine Mutter hat mich immer bei allem unterstützt, als ich mit dem Fußballspielen begann. Sie hatte zwar nicht viel Geld, um mir zu helfen, aber sie brachte mich zum Training, zu Spielen und tat, was sie konnte, um mir Schuhe und Trikots zu kaufen. Ich werde ihr immer dankbar sein, weil sie eine wichtige Rolle in meiner Karriere gespielt hat.

… das erste Mal Ausland

Ich kam 2006 in Litauen an. Es war nicht einfach, sich einzuarbeiten. Mit 16 war das eine große Umgewöhnung, meine Eltern und Brasilien zurückzulassen. Das war neu für mich, aber ich hatte acht oder neun brasilianische Teamkollegen. Nach einem Jahr in Litauen wollte ich gehen, da ich rassistischen Beleidigungen ausgesetzt war. Eine Sache, die ich nicht verstand. Ich denke, es ist sehr traurig, dass Rassismus nach wie vor auf der Welt existiert.

… den Tiefpunkt seiner Karriere

2008 kam ich im Anschluss an meine Zeit in (Litauen und) Polen zurück nach Brasilien. Ich setzte mich mit meinen Eltern zusammen und sagte ihnen, dass ich mit dem Fußball aufhören wolle. Ich wollte nicht, dass das, was geschehen war, noch einmal passieren würde. Meine Eltern meinten, dass ich außer Fußball nichts anderes könne. (In der Folge) verbrachte ich zwei oder drei Wochen zuhause und tat nichts. Und dann kamen die Klubpräsidenten mit mir in Kontakt und nach vielen Konversationen und psychologischer Unterstützung kam ich zurück.

… die brasilianischen Ligen

Ich begann ganz unten in der vierten Liga. 2008 begann ich davon zu träumen, für Barça zu spielen. Jetzt lebe ich meinen Traum und danke meinen Eltern für ihren Support und meine Karriere. Der beste Moment, an den ich mich in meiner Karriere erinnere, war, als ich noch bei Bragatino war, bevor ich zu Corinthians kam. Bragatino war ein einfacher Klub. Ich spielte in den unteren Ligen und war glücklich dort. Ich erinnere mich daran, wie ich immer lächelte. Ich war froh über meinen Job und das Team und nach Bragatino ging es dann zu Corinthians. Vier spektakuläre Jahre in meinem Leben – wir spielten gut und gewannen Titel. Und wenn du einmal in diesem Flow drin bist, läuft alles gut.

… Tottenham

Ich denke, in der ersten Saison habe ich sehr gut gespielt. In der zweiten Saison kam ich nicht so oft zum Einsatz, da der Coach mehrere Optionen zur Auswahl hatte. Als ich die Saison 2014/15 beendete, setzte ich mich mit meinen Beratern zusammen und teilte ihnen mit, dass ich den Verein verlassen wollte. Ich bekam keine Spielzeit und war dementsprechend nicht glücklich.

… China
Das war ein sehr schwieriger Moment für mich. Ich entschied mich dazu, nach China zu wechseln. China ist komplett anders. Dort blieb ich zwei Jahre lang und habe (heute) sehr viel Respekt für die Leute dort. Das gilt auch für meine Familie. Das erste Jahr in China war besonders schwer, ich kam gerade aus England und dann folgte der chinesische Fußball. Alles war neu und nicht leicht. Aber ich habe es geschafft, mich schnell anzupassen und in der zweiten Saison lief alles seinen natürlichen Weg. Ich war angekommen und lebte an einem sehr schönen Ort. Es gab Restaurants aus aller Welt, spanische sowie italienische. Meine Familie, meine Frau waren glücklich und haben sich in China entspannt. Aber Chinesisch ist sehr schwer. Ich habe es versucht, bin aber kläglich gescheitert (lacht).

… Barcelonas Ballkunst
2015 hatte ich die Chance, gegen Barcelona in der Klub WM zu spielen. Danach habe ich mit meinen Teamkameraden darüber gesprochen, wie natürlich und mit welcher Qualität Barça den Ball gespielt hat. Das war unbeschreiblich.

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