Sergi Roberto – Leuchtet der Hoffnungsschimmer noch?

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Sergi Roberto war vor der Saison noch ein heißes Thema beim FC Barcelona. Viele spekulierten über seine Einsatzzeiten und ob er den Durchbruch schon im ersten Jahr schaffen würde. Vor allem in der zweiten Saisonhälfte rückte die Rolle Robertos mehr und mehr in den Hintergrund. Im Kampf um alle möglichen Titel war Roberto für Trainer Martino keine ernsthafte Option. Doch wie sah es davor aus?

Der Hoffnungsschimmer leuchtete – ein neues Talent aus dem Nachwuchs war in den Kader der 1. Mannschaft aufgestiegen. Sein Name lautet Sergi Roberto

. Viele Culés waren sich sicher: Sergi wird dem Spiel des FC Barcelona seinen Stempel aufdrücken und immer näher an die Startformation kommen. Man schwärmte von Roberto und dessen Fähigkeiten, mit Tempo vorzudringen, unwiderstehliche Dribblings anzusetzen und dem Spiel und vor allen Dingen dem Mittelfeld eine neue Komponente zu geben. Das freilich noch nicht auf Weltklasse-Niveau, aber das könnte ja noch kommen. Man war der vollen Überzeugung, Sergi Roberto wird noch diese Saison noch wertvoll werden und die Fans begeistern können. Auch Ex-Trainer Tata Martino zeigte sich angetan vom Jungspund. Mit Xavi, Iniesta und Fàbregas standen in der Rangordnung auch nur drei Spieler im zentralen Mittelfeld vor ihm. Es sollte rotiert werden, damit Roberto seine Chancen erhält. Das waren die Eindrücke vor der Saison. Doch dann kam alles ganz anders. Man kann mit Robertos erster Saison definitiv nicht zufrieden sein.

Sergi Robertos Einsatzzeiten in La Liga

Die Einsatzzeiten von Sergi Roberto ließen sicherlich zu wünschen übrig. In La Liga durfte der 22-Jährige nur einmal als Startelfspieler in die Partie gehen, nämlich am 17. Spieltag in Getafe. Ohne das Fehlen von Xavi und Messi wäre dieser Platz wohl auch nicht für Roberto reserviert gewesen. Die Saison startete für den Katalanen wie man es erwarten konnte: In den ersten sechs Saisonbegegnungen gab es drei Einwechslungen; dabei spielte er 20 Minuten. Tata Martino wechselte ihn gegen Real Sociedad sogar für die Position auf der Falschen Neun ein. Danach folgte eine Leere – bis zum 13. Spieltag mussten die Culés auf einen weiteren Einsatz warten, was manche negativ aufstieß, da es sicherlich Begegnungen gab, bei denen der Mittelfeldspieler wenigstens eingewechselt werden hätte können.

Dann lief es allerdings besser für die ‚Nummer 24‘ der Katalanen. Bis zum 22. Spieltag, der Niederlage gegen Valencia, durfte er in jedem Spiel mitwirken. Selbst beim 0:0 im Vicente Calderón wurde er in Minute 82 eingewechselt. Roberto zeigte in seinen Kurzeinsätzen durchaus, welches Potenzial in ihm steckt. Nach seinen Einwechslungen kam sofort mehr Dynamik ins Spiel und für 10-15 Minuten konnte Roberto durchaus frische Impulse setzen. Für die Startelf reichte es aber wie gesagt nur einmal – er durfte beim 5:2-Triumph in Getafe zwar durchspielen, blieb dabei aber eher blass. Seit dem Spiel gegen Valencia ging es wieder abwärts für das Talent, er fand sich immer häufiger sogar nur noch auf der Tribüne wieder. Für Einwechslungen reichte es nur noch selten – zu erwähnen ist das Spiel gegen Celta Vigo am 30. Spieltag, wo er zur Halbzeitpause reinkam, aber nur wenige Akzente setzen konnte. Das war es dann leider auch schon, seitdem durfte Sergi Roberto nur mehr drei mickrige Minuten mitwirken. Man hatte nicht den Eindruck, als ob irgendjemand überhaupt noch daran dachte, den Katalanen in den letzten Spielen einzusetzen.

Champions League

Wenn es für Startelf-Einsätze in La Liga nicht reichte, dann erst recht nicht für die Königsklasse, sollte man denken. Damit lag man keineswegs falsch. Bei der Niederlage in Amsterdam am 5. Spieltag gab Roberto sein Champions-League-Saisondebüt, durfte dabei aber lediglich 15 Minuten sein Glück versuchen. Am 6. Spieltag gab es eine Überraschung – Roberto fand sich gegen Celtic in der Startformation wieder und durfte das ganze Match bestreiten. Der 22-Jährige löste seine Aufgabe gut. Er absolvierte ein nahezu fehlerloses Spiel und brachte sich gut in das Mannschaftsgefüge und das Kurzpassspiel ein. Zwar hätte man gerne mehr von seinen Qualitäten gesehen, die ihn in gewisser Weise von den anderen Mittelfeldspielern unterscheiden, aber man konnte durchaus zufrieden sein. Im Achtelfinale ging es gegen Manchester City. Roberto wurde in beiden Begegnungen in Minute 86 eingewechselt, was sicherlich kein schlechtes Zeichen war. Dass Roberto das Abseits für den Ausgleichstreffer von City im Rückspiel aufhob, ist aber dennoch ein wenig bezeichnend. In den Viertelfinal-Duellen gegen Atlético Madrid saß der Katalane beide Male über 90 Minuten auf der Ersatzbank.

Die Bilanz in der Copa del Rey

Nun zur Copa del Rey, dem für Sergi Roberto wohl wichtigsten Wettbewerb der abgelaufenen Spielzeit. Bis zum Halbfinale gegen Real Sociedad durfte er in allen sechs Spielen durchspielen. Dies waren also seine Gelegenheiten, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Leider muss man ganz deutlich sagen, dass der Spanier diese Gelegenheiten nicht genutzt hat. Roberto wirkte wie ein Fremdkörper im Spiel der Katalanen. Zumeist schlich er eher herum und machte den Eindruck, sich auf dem Platz nicht wirklich wohlzufühlen. Seine Qualitäten, die er zweifelsohne hat, konnte er nicht zeigen, vielmehr sah man, wie er sich dem Spiel seiner Kollegen anpasste. Beim reinen Ballhalten werden seine technischen Mängel noch deutlicher sichtbar. Roberto lebt von seinem Antritt mit Ball, mit dem er Druck entfachen kann.

Zugegebenermaßen muss man auch sagen, dass es für ihn alles andere als leicht war. Die Auftritte in der Copa del Rey zählten teambezogen nicht zu den lustvollsten in der Saison – ganz im Gegenteil. Daher war es auch schwierig, überhaupt in einen für ihn wertvollen Bereich vordringen zu können, nämlich den gegnerischen Strafraum. Gründe dafür waren, dass das Spiel häufig stand und Anspielmöglichkeiten rar waren.
Trotzdem machte Roberto keinen guten Eindruck, es machte den Anschein, als fehle ihm das nötige Selbstvertrauen, sich auch an 1-1 Duelle zu trauen oder zum Dribbling anzusetzen. Leider kam dann auch noch ein unglückliches Eigentor gegen Levante zustande, was sicherlich auch keine positiven Auswirkungen hatte. Im Endeffekt war es also eine enttäuschende Saison für Roberto, der ohne den Ausfall von Jonathan dos Santos wohl noch weniger Spielanteile hätte verbuchen können.

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Sergi Robertos Rolle 2014/15

Neuer Trainer, neues Glück? Das denken sich wohl viele Spieler, die unter dem alten Coach kaum zum Zug kamen. Aber trotz der Neuverpflichtung von Trainer Luis Enrique bleibt es um Sergi Roberto sehr ruhig. Kaum einmal wird über seine Zukunft oder Weiterentwicklung im Dress der Blaugrana geredet. Auch die Culés verlieren kaum Wörter über den 22-Jährigen. Es scheint, als wäre er eine Randerscheinung. Viel eher geht es um den Rückkehrer Rafinha, über den momentan geschwärmt wird und der den Durchbruch schaffen soll. Für Roberto wäre damit noch weniger Platz im Team als in der Vorsaison.

Ist für Sergi Roberto vor diesem Hintergrund noch Platz in der Mannschaft? Kann er zeigen, wozu er imstande ist? Oder reicht es nicht, um bei Barça bleiben zu können? Anscheinend soll Luis Enrique entscheiden können, ob er mit dem Katalanen plant oder nicht. Wenn nicht, würde Barça es bevorzugen, den Mittelfeldakteur zu verleihen. Ein Verbleib bei Barça mit mehr Einsätzen erscheint äußerst unwahrscheinlich. Roberto würde das Jahr wieder mehr oder weniger auf der Bank oder der Tribüne verbringen, außer er schafft es, sich in der Vorbereitung ins Rampenlicht zu spielen. Ansonsten wäre eine Leihe wohl das Sinnvollste: Wie Rafinha könnte auch Roberto auf diesem Wege reifen und Spielpraxis sammeln. Ein Verkauf wäre um des Talents willens zu schade und voreilig, denn Potenzial besitzt der Spanier zweifelsohne. Nun ist an der Zeit, dies auch zu zeigen.

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