Sergio Busquets: Brillant, aber von vielen nicht anerkannt

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Sergio Busquets, brillant, aber dennoch unterschätzt. Bei vielen ist er nicht anerkannt und genießt kaum Aufmerksamkeit. Das kann entweder daran liegen, dass er im Barça-Spiel neben all den namhaften Spielern wie Xavi, Iniesta, Messi oder Fabregas im Hintergrund steht und nicht mit Offensiv-Aktionen brilliert oder daran, dass Sergio Busquets oftmals nur mit Schwalben und unfairem Spiel in Verbindung gebracht wird. Dennoch gehört er zu den wichtigsten Spielern, die der FC Barcelona im Kader hat.

Der Anfang

Am 13.September 2008 feierte Sergio Busquets unter Pep Guardiola sein Liga-Debüt in der ersten Mannschaft des FC Barcelona gegen Racing Club Santander, wo er die gesamte Spielzeit mitwirkte. Einen Monat später erzielte Sergio Busquets im Champions League-Spiel gegen den FC Basel (5:0-Sieg für den FC Barcelona) sein erstes Pflichtspieltor. In seinem ersten Jahr verbuchte er insgesamt 24 Ligaeinsätze. Davon durfte er bei 16 Spielen von Anfang an mitwirken. Im spanischen Pokalfinale und im Champions League-Finale 2008/09 stand er in der Startformation und verhalf dem FC Barcelona zum Tripple-Sieg (Meisterschaft, spanischer Pokal, Champions League). Seine gute Form hielt auch in der kommenden Saison an und er verdrängte folgerichtig den bis dato gesetzten Yaya Toure. Schon vorher musste Yaya Toure des Öfteren in die Innenverteidigung rücken, weil Sergio Busquets extreme Fortschritte gemacht hat. Seitdem ist er in der Startformation des FC Barcelona gesetzt.

Als Schwalbenkönig betitelt

Im Halbfinal-Rückspiel der Champions League 2009/10 gegen Inter Mailand war es dann soweit: Nach einer Schwalbe von Sergio Busquets sah Thiago Motta die rote Karte und wurde vom Platz gestellt. Thiago Motta verpasste daraufhin das Champions League-Finale gegen den FC Bayern München. Inter Mailand gewann dennoch mit 2-0.

Wegen dieser Schwalbe wurde Sergio Busquets plötzlich zum Buh-Mann und man schenkte ihm nun mehr Aufmerksamkeit, die aber in dem Fall negativ war. Immer öfter wurde er als Schwalbenkönig betitelt, der nach Meinung vieler aufgrund seiner Show-Einlage einen Oscar verdient hätte. Aber nicht nur sein Image rückte langsam ins negative Licht. Mit der Zeit wurde Barça aufgrund dieses Vorfalls als „Meister der Schwalben“ bezeichnet. Nicht selten wurde der FC Barcelona beschuldigt, ein Foulspiel nur zu simulieren, wenn Busquets oder ein anderer Spieler des FC Barcelona gefoult wurde.

Doch sollte man nicht nur auf die in der Vergangenheit liegenden Taten eine Spielers achten, denn die Gegenwart sieht mittlerweile ganz anders aus. Obwohl Sergio Busquets seit geraumer Zeit keine einzige Schwalbe mehr gemacht hat, wird ihm dieser Vorfall immer noch nachgetragen. Wenn man sich seine Spiele anschaut, dann wird man feststellen, dass Sergio Busquets keinesfalls ein „dreckiger Spieler“ ist, der sich nur mit unfairen Mitteln zu helfen weiß.

Gelobt von Trainer und Spieler 

Seine Spielweise wird darum von vielen namhaften Trainern und Spielern gelobt. So sagte z.B. Del Bosque: „Könnte ich aussuchen, welcher Fußballer ich sein könnte, dann würde ich so sein wollen wie Busquets.“ Sergio Busquets wurde auch mit anderen großen Namen verglichen. So wagte Bianchi den Vergleich zwischen Riquelme und Busquets: „Wie Riquelme kann Busquets das Spiel beschleunigen. Nicht durch seine Schnelligkeit, sondern durch seine Intelligenz. Er spielt selten schlecht.“ Auch aus den eigenen Reihen wurde Sergio Busquets gelobt. So tituliert ihn sein ehemaliger Coach Pep Guardiola als den „besten defensiven Mittelfeldpieler der Welt“.  Xavi sagte, dass er noch nie einen Spieler mit „so vielen taktischen Möglichkeiten während des Spiels gesehen hat, der so viel Qualität hat und auch physisch sehr präsent ist – er ist unglaublich.“ Von Pique kam folgende Aussage: „Er fegt alles Weg, genau wie ein Schneepflug.“

Technisch sehr stark

Obwohl Sergio Busquets nicht derjenige ist, der sehr gerne Übersteiger macht oder mit Slalom-Läufen einige Gegenspieler ausschaltet, muss man konstatieren, dass er derzeit zu den technisch stärksten Mittelfeldspielern gehört. Er ist nicht der klassische Abräumer, der nach Ballgewinn den Ball wegdonnert. Er ist ein Spieler, der nach Ballgewinn den Pass zu einem Mitspieler wagt und dies auch dann, wenn er unter Druck gesetzt wird. Auch schaltet Busquets seine Gegenspieler mit angetäuschten Pässen oder mit Körpertäuschungen aus. Seine Pässe sind nahezu perfekt. Einige wagen sogar zu behaupten, dass Busquets im One Touch-Fußball besser sei als Xavi oder zumindest das Potenzial besitze, der nächste Xavi zu werden. Alleine im Klub-WM Finale gegen Santos kamen alle seiner 66 Pässe an.

Taktisch wichtig

Abschließend ist noch auf Sergio Busquets‘ Bedeutung für das Spiel des FC Barcelona einzugehen. Sergio Busquets ist wahrscheinlich der taktisch wichtigste Spieler beim FC Barcelona. Das erkennt man insbesondere dann, wenn Barça von der 4-3-3-Formation in die 3-4-3-Formation wechselt. Denn: Wenn Barça in die 3-4-3-Formation wechselt, dann sind beide Außenverteidiger (Alves, Abidal) offensiver aufgestellt. Die beiden Innenverteidiger (Puyol und Pique) übernehmen die Positionen der Außenverteidiger und Busquets rückt dann in die Innenverteidigung.

4-3-3 zu 3-4-3

 

 

Auch kann man dank Busquets‘ Vielseitigkeit in einem modifizierten 3-4-3 spielen: 3-1-3-3

Hier spielt Busquets ebenfalls eine wichtige Rolle. Er balanciert die Defensive und die Offensive. Er ist die Verknüpfung zwischen Defensive und Offensive. Man erkennt das vor allem dann, wenn der FC Barcelona von der offensiven 3-1-3-3 Variante in die defensivere 4-3-3 Variante wechselt.

Das sieht dann so aus:

3-1-3-3

Man erkennt, dass diesmal nur ein Außenverteidiger (Dani Alves) offensiver aufgestellt ist. Die Abwehr besteht dann aus Pique,Abidal und Puyol. Busquets ist hier die Verknüpfung zwischen Offensive und Defensive.

Im nächsten Bild erkennt man, wie bedeutsam Busquets in der Rückwärtsbewegung ist, wenn Barça z.B. im Vorwärtsgang den Ball verloren hat. 

So sieht dann die 4-3-3-Formation aus

 

Sergio Busquets verdrängt Puyol in die rechte Außenverteidiger-Position, da Alves nun offensiver aufgestellt ist. Busquets nimmt Puyol’s Platz ein. Man steht hinten dann wieder mit vier Verteidigern anstatt nur mit drei. Das gibt die nötige Stabilität um beispielsweise Konter der gegnerischen Mannschaft leichter zu entschärfen. Die defensive Mittelfeldposition übernimmt dann Xavi, der früher auch oft im defensiven Mittelfeld aufgestellt worden ist.

Fazit:

Obgleich Busquets von vielen Fußball-Fans eher nicht beachtet und nur mit dreckigem Spiel in Verbindung gebracht wird, muss man festhalten, dass er ein hervorragender defensiver Mittelfeldspieler ist. Er verrichtet seine Arbeit im defensiven Mittelfeld wie kein anderer Spieler auf dieser Welt. Kein Wunder also, dass Trainergrößen wie Vicente Del Bosque oder Pep Guardiola ihn in diesem Maße loben. Das ist Sergio Busquets, brillant aber von vielen nicht anerkannt.

Eure Meinung: Ist Sergio Busquets der beste defensive Mittelfeldspieler der Welt? 

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