„Wir verdienen dich nicht, Lionel Messi” – Argentinien kämpft um den Superstar der Albiceleste

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Es war das dritte Finale mit der argentinischen Nationalmannschaft in drei aufeinanderfolgenden Jahren, mit drei Niederlagen. Das ist die traurige Bilanz von den Barça-Stars Javier Mascherano und Lionel Messi. Insbesondere für Messi ist dieses Pech unbegreiflich, sodass er prompt nach der erneuten Niederlage im Copa-América-Finale gegen Chile seinen Rücktritt bekanntgab. Javier Mascherano und Aguero folgten. Daraufhin meldete sich quasi die gesamte Fußballwelt und vor allem auch das argentinische Volk mit all ihren (Fußball-)Persönlichkeiten wie Maradona zu Wort.

Maradona will Lionel Messi zum Weitermachen bewegen

Da will einer mal den Maradona verstehen! Vor dem Turnier ließ Diego Armando Maradona noch kein gutes Haar an Messi und nach der Bekanntgabe des Rücktritts des kleinen argentinischen Zauberkünstlers heult man ihm sofort hinterher. Maradona wolle Messi persönlich überreden, von seinem Rücktritt zurückzutreten und ihm in einem Moment zur Seite stehen, in dem jeder ihn alleine gelassen habe. Gegen diejenigen möchte er nämlich kämpfen – dazu gehört auch der argentinische Verband, der Messi ausnutzt, damit er seinen Kopf für deren Fehler hinhält. Dass selbst er eine dieser Personen war, die ihn scharf attackiert haben, scheint Maradona längst vergessen zu haben. Ein Fingerzeig? Ja! Ohne Messi läuft es nicht! Als Kapitän hat er es immerhin geschafft, die Nationalmannschaft drei Mal in Folge mit sehr starken Leistungen in ein Finale zu führen. Ausgerechnet das eigene Unvermögen vor dem gegnerischen Tor in den Endspielen hat den Traum vom Titelgewinn mit Argentinien zerstört.

Argentinische Fans melden sich zu Wort: „Wir verdienen dich nicht, Messi!”

Lionel Messi hat einen schweren Stand in Argentinien. Regelmäßig sah sich ‚la Pulga‘ Hetzkampagnen aus Argentinien ausgesetzt. Nur beim FC Barcelona scheine er, bei Argentinien ist er ein Spieler von vielen. Auch zuletzt gab es diese Stimmen unter den argentinischen Normalsterblichen. Immerhin, so heißt es, würde er dort erst dann in den Fußball-Olymp steigen, sobald er einen Titel mit der Nationalmannschaft gewinnt. Nach mehreren fehlgeschlagenen Anläufen sah sich Messi gezwungen, zurückzutreten. Um sich auch vor dem Hohn und Spott aus Argentinien zu schützen. Diesmal reagierte Argentinien allerdings anders als erwartet. Anstatt nach dem Rücktritt die Hetzkampagne ihm gegenüber wieder entfacht wurde, suchte man diesmal versöhnlichere Worte. Auch hier ist derselbe Effekt wie bei Maradona erkennbar. Mit Plakaten mit der Aufschrift „Wir verdienen nicht, aber bitte bleib” oder mit „Messi, geh doch nicht”-Kundgebungen am Flughafen wurde versucht, Messi umzustimmen.

Argentinischer Staatspräsident Mauricio Marci meldet sich zu Wort

Selbst der mächtigste Mann Argentiniens, Mauricio Macri, meldete sich zur ‚Causa Messi‘ zu Wort. Während eines Telefonats nach dem Copa-América-Finale habe Macri zu Messi gesagt, dass seine Mannschaft ein starkes Turnier gespielt habe und er nicht auf die Kritik hören solle. „Lionel Messi ist das Größte, was wir in Argentinien haben, man muss ihn schützen”, sagte Macri vor einer Kabinettssitzung. Immerhin sei es laut Macri ein „Geschenk Gottes, den besten Fußballspieler der Welt” in Argentinien zu haben. Vor der Rückreise nach Barcelona soll sich Messi bereit erklärt haben, sich mit dem argentinischen Staatspräsidenten persönlich zu treffen.

Die Sicht eines Lehrers: „Du musst mir bei der schwierigen Mission helfen”

Aus Anlass des Rücktritts Lionel Messis wandte sich ein argentinischer Lehrer mit einem Brief an ihn:

Du wirst wahrscheinlich niemals diesen Brief lesen. Aber ich werde dir diesen Brief dennoch schreiben, nicht als Fan, aber als ein argentinischer Lehrer.

Ich könnte über dein wundervolles Talent schreiben, über das Vergnügen, zu dieser Generation zu gehören, die deine Magie sehen kann. Allerdings wären all das nur wiederholte Phrasen. Das ist der Grund, weshalb ich dir schreibe: Ich möchte, dass du mir bei der schwierigen Mission hilfst, Kinder zu bilden, die dich als ihr Held und als Vorbild ansehen, dem man folgen kann. So sehr ich meine Arbeit auch liebe und ich mich engagiere, werde ich bei meinen Schülern niemals dieses faszinierende Gefühl wecken können, das sie bei dir haben. Und heute werden sie ihr Idol aufgeben sehen. Ich bitte dich darum, diese Aufgabe nicht unbedeutend werden zu lassen.

Bitte trete nicht zurück. Wecke in ihnen nicht den Glauben, dass es in diesem Land nur um das Gewinnen und darum geht, Erster zu sein. Zeige nicht, dass alles, was du tust, getan wird, damit es anderen komfortabel geht. Du hast schon seitdem du ein Kind bist gekämpft, um der Mann zu sein, der du heute bist. Du hast schon in einem jungen Alter Verantwortung übernommen und hast für deinen Traum gekämpft. All das würde fad wirken, genauso wie die Kritik, die aus Neid entsteht, neben denjenigen, die genauso sein möchte wie du. Wenn du, der die Unterstützung seiner Familie, ein reiches Erbe und die Unterstützung vieler Menschen hat, es nicht schaffen kann, wie können sie [Anm.: seine Schüler] dann glauben, dass sie dazu in der Lage seien, gegen all ihre Probleme anzukämpfen und trotz all dieser Schwierigkeiten weiter zu gehen? 

Ich rede nicht mit ihnen über den Messi, der fantastischen Fußball spielt, aber über diesen, der Hunderte von Freistößen trainiert, um sicherzugehen, dass der Ball in diesem Winkel das Tor erreicht. Ich rede über den Messi, der als Kind viele schmerzhafte Injektionen hinnehmen musste, um seinen Traum zu erfüllen. Ich rede über den Messi, der viel Geld verdient hat, um anderen Kindern beim Überwinden ihrer Schwierigkeiten zu helfen. Ich rede über den Mann, der eine Familie gegründet hat und ein guter Vater ist. Ich rede über den Messi, der überrascht ist, wenn ein Spielfeldflitzer den Platz betritt und dieser den Platz mit einem Lächeln im Gesicht verlässt. Ich rede mit ihnen über den Messi, der manchmal einen Elfmeter verschießt. Das zeigt, dass selbst die Größten aller Zeiten nicht perfekt sind!

Gib nicht auf, verstecke das Trikot mit den Farben unserer Nation nicht, weil wenn du es trägst, bist du ein weiterer Argentinier, der uns repräsentiert. Nicht jeder von uns wartet auf Medaillen und Pokale, um stolz sein zu können, dass du einer von uns bist. Gib meinen Schülern nicht das Gefühl, dass Zweiter zu sein eine Niederlage ist, dass der Wert eines Menschen sich an den Trophäen misst, die man im Schrank hat und dass wenn man ein Spiel verliert, auch den Ruhm verliert. Meine Schüler müssen verstehen, dass die demütigsten Helden diejenigen sind, die das Beste aus sich rausholen, um andere glücklich zu machen. Auch wenn man weiß, dass keiner sie dafür mehr bewerten wird. Dass die Person, die das Heldentum genießt, mit Stärke kämpfen und über das hinwegkommen muss, was er verloren hat.

Eines Tages werden sie den größten Sieg erringen: Glücklich mit sich selbst sein und dabei keine Sorgen um die Dämonen zu haben, um eben das zu erreichen.

Ich glaube an die Stärke deines Herzens.

Segne deine Weisheit, Lehrer.

Lionel Messi: Rücktritt vom Rücktritt?

Laut der Zeitung „La Nación” soll Messi wohl wieder zur argentinischen Nationalmannschaft zurückkehren. Die Zeitung beruft sich demnach auf Meinungen aus dem Umfeld von Lionel Messi. Am Samstag gab es noch eine Pro-Messi-Demonstration, mit der man die Rückkehr Messis erreichen und zeigen wollte, dass er weiterhin ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der Nationalmannschaft ist und auch bleibt – wenn er denn bleiben sollte. Es ist in der ‚Causa Messi‘ also weiterhin spannend um den Argentinier und ob die Entscheidung zurückgenommen wird oder nicht, wird sich wohl bald zeigen.

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