Ein Kurzkommentar: Warum wir Culés uns vorerst noch glücklich schätzen können

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Was ist das vielleicht für ein zermürbender Sommer für alle Fans des FC Barcelona. Wenn wir Culés uns gerade nicht die Scheuklappen aufsetzen und Twitter sowie sämtliche Medien meiden, dann kann dieser Transfersommer beziehungsweise die derzeitige Kadersituation echt Stress hervorrufen. Ein Glück, dass es zumindest ein paar Lichtblicke gibt, ungeachtet dessen, wie der Sommer schlussendlich ausgeht. Auf diese möchte ich kurz einen freudigen Blick werfen.

Der beste Spieler aller Zeiten ist immer noch hier

Der größte Lichtblick ist natürlich ein Name, der in der Fußballwelt heller strahlt als jeder andere: Lionel Messi. Weiterer Erklärung bedarf es eigentlich nicht. Der beste Spieler aller Zeiten spielt immer noch bei uns Fußball und er scheint fitter denn je zu sein, zumindest wenn man übereinstimmenden Medienberichten glauben darf. Messi kann Barça auch heuer wieder in ungeahnte Höhen schweben lassen. Er ist ein Spieler, der Spiele alleine entscheiden kann und sogar ganze Turniere. Durch den Abgang von Neymar liegt nun vielleicht wieder etwas mehr Last auf Messis Schultern, aber ist es nicht auch oft das gewesen, was ihn aufblühen ließ? Man erinnere sich nur an die Saison 2012/13. Pep Guardiola sagte es ganz richtig: „Schaut jedes Spiel solange ihr noch könnt. Nachher werdet ihr sehr traurig sein, wenn ihr euch vorwerfen müsst, etwas verpasst zu haben. Ich bin damals für Michael Jordan auch früh morgens aufgestanden. Einfach, weil ich wusste, dass dieser Sport so einen einzigartigen Athleten nicht so schnell wiedersehen wird.“ (sinngemäß und frei übersetzt)

Natürlich wird Messi älter, aber er hat die Klasse – auch wenn er körperlich abbaut – immer noch der beste Spieler der Welt zu sein. Vier weitere Jahre Messi dürften uns wohl zugesichert worden sein, wenngleich die offizielle Unterschrift noch fehlen mag und auch die Ausstiegsklausel nur 300 Millionen Euro beträgt. Messi war bis jetzt immer für den Verein da, hoffentlich ist er es auch weiterhin. Dann sehen wir zumindest noch vier Jahre beeindruckenden Fußball.

Andrés Iniesta wirkt fit

Die Leistungen in der Vorbereitung von Barça-Kapitän Iniesta waren sehr ansprechend. Der 33-jährige präsentierte sich in Bestform und legte auch einige Sprints zur Defensivarbeit zurück. Insgesamt dürfte ihm das Spielsystem von Valverde, das bis dato doch wesentlich strukturierter wirkt als jenes von Luis Enrique, sehr gut bekommen. Im Mittelfeld ist hoffentlich heuer wieder fest mit Iniesta zu rechnen, wenn er auch einige Pausen benötigen wird.

Weiter wäre es auch interessant, Iniesta etwas tiefer zu sehen. Natürlich geht ihm die Spritzigkeit immer mehr verloren, das ändert aber nichts daran, dass er eine unfassbare Übersicht und Ballkontrolle hat. Wieso also nicht etwas tiefer agieren und von dort das Spiel leiten? Ein solcher Spielertyp fehlt uns seit dem Abgang von Xavi ohnehin.

Hoffentlich verlängert der Kapitän dann auch bald seinen Vertrag, der nämlich nächstes Jahr ausläuft. Beide Seiten sprachen sich für eine Verlängerung aus. Warum diese bis dato noch immer nicht vollzogen wurde, kann wohl auch nur dieses Präsidium erklären.

Sergio Busquets überragt in der Vorbereitung

Klar, von Busquets ist man hohe Standards in Sachen Leistung und Konstanz gewohnt. Umso mehr schmerzt es, wenn er dann, wie letzte Saison, etwas hilflos im Mittelfeld wirkt. Natürlich ist festzuhalten, dass es im letzten Jahr im Mittelfeld suboptimal lief, aber auch Busquets konnte das nicht kompensieren und schwächelte teilweise sogar ziemlich. Wenn man sich die Vorbereitung ansieht, dürfte er wieder zu alter Stärke gefunden haben. Gerade sein Clásico, aber auch das Spiel im Gamper-Cup waren überragend. Die Supercopa wird die nächste Probe sein. Ist er dort auch wieder einer der besten Akteure, dann dürfen wir uns hoffentlich wieder auf den alten Busquets einstellen. Dass er neben Iniesta am besten funktioniert, dürfte jetzt nicht weiter überraschend sein. Hoffentlich sehen das auch Iniestas Gesundheit, Valverde und hoffentlich auch das Präsidium.

Gerard Piqué: Vom Abwehrchef zum Klub-Präsidenten?

Auch wenn er bei Neymar nicht Recht behalten sollte und auch wenn Piqué den Mund sehr schnell aufmacht, so ist es doch schön, einen Spieler in den eigenen Reihen zu wissen, dem dieser Verein so viel zu bedeuten scheint. Piqué äußerte mehrfach seine Ambitionen, irgendwann das Amt des Barça-Präsidenten zu bekleiden und macht(e) dafür sogar schon Ausbildungen. Nun muss er sich noch einige Zeit als Abwehrchef erweisen, der Samuel Umtiti, aber vor allem auch Marlon neben sich Sicherheit gibt. Insgesamt wirkt er auch in der Innenverteidigung seit geraumer Zeit sehr „präsidentiell“ und erlaubt sich wenige Fehler beziehungsweise hat seine Entscheidungsfindung stark verbessert. Oft musste man sich nach Puyols Abgang schließlich fragen, ob Piqué je die Rolle als Abwehrchef übernehmen wird können. Das kann man nun ganz klar mit „ja“ beantworten.

Samper, Aleñá und Deulofeu

In der Vorbereitung haben vor allem drei Spieler durch überzeugende Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Samper, Aleñá und Deulofeu überzeugten auf ihren Positionen jeweils während der Einsatzzeit, die ihnen gewährt wurde. Samper seinerseits zeigte sich ruhig am Ball und wirkte auch so als hätte ihm das eher schwache Jahr in Granada nicht allzu viel Selbstvertrauen geraubt. Aleñá wirkte trotz seines jungen Alters unfassbar abgebrüht und ballsicher, während Deulofeu sich durch starke Verbesserungen in seiner Antizipation und seinem Spielverständnis auszeichnen konnte. Hier ist weiterhin anzumerken, dass von der Eigensinnigkeit, die ihm den Weg nach oben bis dato versperrt hatte, wenig bis gar nichts zu sehen war. Gegen Chapecoense agierte Deulofeu für die Mannschaft, nicht für sich. Das hat schon alles sehr gut gewirkt.

Fazit

Damit will ich sagen, dass keineswegs jede Entwicklung negativ ist. Was ich jedoch eher befürchte, ist, dass im Mittelfeld noch Spieler geholt werden, die Samper und Aleñá den Weg verbauen. Versteht mich nicht falsch, ich hätte absolut nichts gegen Seri und wäre ein Befürworter seines Transfers, aber gleichzeitig müsste man sich auch von Mittelfeldspielern wie Gomes, Arda oder auch Rafinha trennen, um nicht weiterhin ein Überangebot zu haben.

Übrigens: Was haben alle Namen in den Überschriften gemeinsam? Richtig, sie wurden in La Masia ausgebildet. Also wenn das nicht Fingerzeig genug ist, um dort wieder mehr anzusetzen. Aber bei diesem Präsidium darf man sich dort leider keine Hoffnung mehr machen. Da muss man eher hoffen, dass das mit Samper, Aleñá und Deulofeu nicht noch versaut wird.

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