Kommentar: Frenkie de Jong entscheidet sich wohl für PSG

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Die Medienberichte der vergangenen Wochen stimmten viel Culers optimistisch, dass sich Frenkie de Jong für den FC Barcelona entscheiden würde. Nun hat Paris aber wie es aussieht das Rennen um de Jong gewonnen. Der Niederländer soll sich für die Franzosen entschieden haben und damit dem FC Barcelona eine Absage erteilt haben. 

Kommentar zur Transfer-Saga

In erster Linie ist es gut, dass die Saga ein Ende hat. Die Medien und Fans, welche vom Wechsel eingenommen waren (zu denen ich mich übrigens auch zähle) und jede Neuigkeit dazu sofort veröffentlicht und wie ein Lauffeuer verbreitet haben, werden jetzt endlich wieder etwas ruhiger. Barça verpasst es hier wohl erneut, eines der Mittelfeldtalente schlechthin zu verpflichten. Mit Riqui Puig, Carles Aleñà, Oriol Busquets und Jandro Orellana ist im Mittelfeld zwar zweifelsfrei genug Potenzial vorhanden, doch ob die sportliche Führung den Mut aufbringt, auf dieses Potenzial entsprechend zu setzen, darf angezweifelt werden.

Schlussendlich wird man sich nun mit Adrien Rabiot zufriedengeben müssen, dem man, so scheint es – im Gegensatz zu Frenkie de Jong – nicht nur seine finanziellen, sondern auch sportlichen Wünsche entsprechend zusichern wird.

Eines ist durch diesen Transfer aber wohl Gewissheit: Barça ist für Top-Talente wohl keineswegs mehr die Adresse schlechthin. Spieler wie Arthur und Dembélé, für die Barça wohl die erste und einzige Option war, werden immer seltener. Die Gründe dafür sind evident. Barça fehlt eine überzeugendes Langzeitprojekt. Nur die Aussicht, mit Lionel Messi spielen zu dürfen, reicht am Ende des Tages wohl nicht mehr, da der GOAT mittlerweile 31,5 Jahre alt ist und man somit, so weh es tut, langsam auch an die Zeit nach ihn denkt. Dass tun die Top-Talente auch und sehen in der Kaderplanung wohl ebenfalls keine wirkliche Richtung.

Ter Stegen, Umtiti, Arthur und Lenglet waren strategisch allesamt kluge Transfers. Bei Dembélé und Malcom wird es sich zeigen. Insgesamt gibt es in der Personalpolitik allerdings keine klare Linie und Jugendspieler wissen nicht so recht, woran sie sind. Aleñà bekommt insgesamt zu wenige Minuten, auch, wenn ein Spiel bereits gelaufen ist. Miranda und Chumi werden in wild zusammengewürfelten Abwehrreihen eingesetzt und dann ist die Verwunderung groß, warum die Performance eher überschaubar ist. Munir und Samper haben bzw. werden den Verein verlassen und auch für Rafinha und Denis ist Endstation, wie es scheint. Während Munir, Rafinha und Denis allesamt mehr oder weniger ihre Chance erhalten haben, hat Samper nie eine faire Chance bekommen und dabei stand ihm nicht nur sein Körper im Weg.

Man kann nur hoffen, dass dasselbe nicht für Riqui, Carles und Oriol ebenfalls eintreffen wird. Ersterer überstrahlt sie vom Talent her alle, wie es scheint. Doch der Hype um ihn ist auch am größten, was nicht unbedingt förderlich ist.

Um den Kreis zu schließen und wieder zu Frenkie de Jong zu kommen. Schlussendlich kann ihm Einsatzminuten versprechen und ihn zum Star im Mittelfeld machen. Dass das bei ihrer Personalnot auf der Position nicht schwer ist, liegt ausnahmsweise nicht an Barças Vereinsführung. Dass sich diese aber sehr wohl an die Fahnen heften muss, bei de Jong und de Ligt ein wenig verschlafen zu haben und wohl nicht den letzten Nachdruck an den Tag gelegt hat, steht auf einem anderen Blatt.

Wenn man im Mittelfeld keine klare Linie vorgibt und im Prinzip niemand weiß, welchen Plan man auf Dauer verfolgt (Ist Coutinho ein Mittelfeldspieler? Wie lange bleibt Vidal? Plant man noch dauerhaft mit Rakitić?) und dann Rabiot und de Jong will, wo Stand jetzt mit Busquets und Rakitić zwei Spieler absolut gesetzt sind, während sich Arthur immer mehr und mehr zur Stammkraft macht, braucht man sich nicht wundern, dass de Jong Zweifel für seine persönliche Karriere hat.

Dass es ein bisschen feige ist, diesen Konkurrenzkampf nicht antreten zu wollen, kann man durchaus behaupten. Wenn man Vertrauen in sein eigenes Können hat, dann sollte man voller Ehrgeiz zu jedem Verein der Welt gehen können. Dass sich bei Barça aber nicht immer das größte Potenzial durchsetzt, haben wir in den letzten Jahren aber zu oft gesehen. André Gomes, Arda Turan, Paulinho und Arturo Vidal haben alle auf ihre Art und Weise (und es ist explizit nicht die Schuld der Spieler) jungen, talentierten Spielern mit Perspektive Minuten gekostet. Mit Valverde, Luis Enrique, dem gegenwärtigen Präsidium und deren sportlicher Leitung hatte man in der Vergangenheit leider allerdings oft Personen in der Entscheidungsposition, die weder an die Zukunft noch an eine konkrete Spielidee denken.

Das fußballerische Leben geht auch nach der de-Jong-Saga weiter, aber ob es nach Lionel Messi weiter geht, steht aktuell in den Sternen.

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