Kommentar: Lionel Messi in einem Formtief? Von wegen…

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Schon vier Ligaspiele sind vorbeigegangen und Messi hat in keinem einzigen treffen können. Das gab es zuletzt im April 2011, also vor gut zweieinhalb Jahren. Für die Medien ist die Torflaute des viermaligen Weltfußballers natürlich ein gefundenes Fressen. Bei der ‚Marca‘ ist es durchaus verständlich, dass man sich an der vermeintlichen Formkrise des Argentiniers erfreut. Aber wenn dann auch noch die ‚Sport‘, ein Barça-nahes Blatt, anfängt, dubiose Geschichten über vermeintliche Treffen mit den Mannschaftskapitänen zu drucken, in denen diese Messi angeblich fragten, wie sie ihm helfen könnten, dann geht das zu weit.

Vier Partien ohne Treffer, ja und?

Lionel Messi hat bekanntlich schon vier Spiele in Folge nicht getroffen, doch was ist dabei? Natürlich hat er sich selbst die Messlatte ganz schön hoch gesteckt, und es wirkt etwas verwunderlich, wenn er über einen vergleichsweise langen Zeitraum nicht trifft. Aber hat schon irgendjemand über die Faktoren, die mit Messis Torlosigkeit zusammenhängen, nachgedacht? Wohl kaum. Bei einer nur kurzen Überlegung sollten jedem Culé sofort drei Schlagwörter in den Kopf schießen: Verletzung, Position, Pech.

Verletzung – Lionel Messi noch nicht bei hundert Prozent

Letzte Saison zog sich Messi gegen Paris SG eine durchaus schwere und vor allem hartnäckige Verletzung am Oberschenkel zu. Auch in der neuen Spielzeit kehrte eine ähnliche Beeinträchtigung, wenngleich am anderen Oberschenkel angesiedelt, zurück. Messi, der nach seinem Ausfall in der wichtigsten Phase der letzten Saison ein spezielles Muskelaufbautraining absolvierte, um einen erneuten Ausfall zu vermeiden, muss durch die erneute Verletzung etwas verunsichert sein – das ist absolut verständlich. Tata Martino ließ Messi genug Zeit, um seine Verletzung auszukurieren. Trotzdem, der Argentinier wirkt gehemmt und etwas vorsichtig. Er spielt sozusagen mit angezogener Handbremse, um ein erneutes Handicap zu vermeiden. Erst kürzlich gab er auch über die sozialen Netzwerke bekannt, dass er physisch noch nicht bei hundert Prozent sei, und er hoffe, dass sich das mit vermehrtem Spielrhythmus lege. Wenn Messi selbst behauptet, noch nicht bei vollständiger Fitness zu sein, wieso dann die Beunruhigung?

Neue Position nicht optimal zum Toreschießen

All jenen, die sich die letzten Spiele des FC Barcelona angesehen haben, wird aufgefallen sein, dass sich Messis Position ein wenig verändert hat. Er spielt jetzt etwas weiter hinten, näher beim Mittelfeld beziehungsweise sogar schon im Mittelfeld. Und wenn er offensive Vorstöße setzt, dann laufen diese auch oft über den rechten Flügel ab. Es liegt in Natur des Flügels, dass von dort aus seltener Tore fallen, weil der Winkel einfach zu spitz ist oder ein Flügelspieler zumeist den Ball noch auf einen besser positionierten Spieler querlegt, der in der Mitte schon auf ein Zuspiel wartet. Gegen Celta de Vigo legte Messi Fàbregas auf diese Art zwei Tore auf.

Jetzt wirft sich aber eine weitere Frage auf. Wieso hat Gerardo Martino Messis Position verändert? Einstweilen sind noch zu wenige Partien gespielt, um von einer dauerhaften Änderung der Position zu sprechen. Aber fürs Erste drängen sich zwei Gründe auf: Zum einen die Unberechenbarkeit und zum anderen Leos Fitness. Messi auf der ‚Falschen 9‘ ist über die Jahre hinweg schlichtweg etwas zu ausrechenbar geworden. Wenn man zehn Feldspieler wie einen Autobus vor ihm aufstellt, dann hat auch ‚La Pulga‘ irgendwann keinen Platz mehr, um sein Spiel aufzuziehen. Die Positionierung auf dem Flügel ist aber wohl eher auf die Fitness von Messi zurückzuführen, da er dort zwar Spieler an sich bindet, aber selbst keinen so großen Arbeitsaufwand hat, da das Spiel nicht über ihn läuft. In Zukunft erscheint eine Entwicklung Messis zum Mittelfeldspieler viel wahrscheinlicher, da mit dem Alter auch seine Spritzigkeit abnehmen wird und er mit seiner Übersicht und Spielintelligenz im Mittelfeld ohnehin bestens aufgehoben ist.

Pech im Spiel gegen Celta

Pech ist nun schon der dritte Faktor. Es fehlte Messi nicht einfach nur das Glück, sondern er hatte bei der Chancenauswertung zusätzlich auch noch eine Menge Pech. Gegen Osasuna fand er eine gute Möglichkeit vor, im Clásico hätte er ebenso sein Tor machen können, nachdem er von Iniesta mit einem wirklich tollen Pass bedient wurde. Gegen Vigo waren es mehrere tolle Paraden von Vigo-Keeper Yoel und einige Zentimeter, die das Tor verhinderten, und gegen Espanyol wurde ein Kopfballversuch ebenfalls vom Keeper pariert. Ein Freistoß verfehlte nur knapp das Tor. Chancen waren also da, das Pech aber leider auch.

Alles in allem steht wohl dennoch außer Zweifel, wer der beste Spieler der Welt ist. Und von der Klasse her müsste Messi auch diesmal wieder Weltfußballer werden. Doch leider haben die Medien und alle anderen Neider schlichtweg etwas dagegen.

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