Kommentar: Mit Frenkie und Matthijs in die Zukunft!

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Die Länderspielpause – Eine Zeit, die alle Fußball-affinen Menschen seit Jahren begleitet und auf die eigentlich keiner so richtig Lust hat. Da ist man als Fan gerade so richtig in der Saison angekommen, fiebert mit seinem Klub mit, begleitet diesen durch Erfolgserlebnisse und Rückschläge, um den Spielern mittendrin dabei zuzuschauen, wie sie zu ihren Nationalmannschaften fahren, in deren Kreise sie an einem Schaulaufen im Rahmen eines relativ sinnlosen Wettbewerbs teilnehmen. Auch die Spieler selbst, besonders die routinierteren unter ihnen, scheinen nicht besonders viel Lust auf diese Ausflüge zu haben. Das ist verständlich, hält doch neben der ohnehin schon großen Belastung in den Klubwettbewerben noch eine recht unnötige Zusatzbelastung Einzug in ihren vollgepackten Terminkalender. Wenigstens gibt uns diese Pause die Möglichkeit, einen Blick auf einige der interessantesten Spieler zu werfen, den der internationale Fußball momentan so hergibt. So standen beim Nations-League-Spiel zwischen den Mannschaften aus Deutschland und den Niederlanden zwei Spieler auf Seiten der Oranje auf dem Platz, welche nicht nur das Potential haben, die Zukunft ihrer Nationalelf zu prägen, sondern auch die Zukunft des Klubfußballs. Es geht um zwei junge Profis, um die sich auch der FC Barcelona bemüht und für die dieser Klub bis an die absolute Grenze gehen sollte, um sie zu bekommen. Es geht um zwei Spieler von Ajax Amsterdam. Es geht um Frenkie de Jong und Matthijs de Ligt.

Barças aktuelle Baustellen: Die Defensive

Wenn es der Mannschaft des FC Barcelona momentan an einem nicht mangelt, dann an Verbesserungspotential, um in der Zukunft ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen. Die Probleme existieren dabei in so gut wie jedem Mannschaftsteil. Beginnen wir mit der Verteidigung: Die Spieler, welche hierbei wohl am ehesten von der Kritik auszuschließen sind, befinden sich auf den Außenverteidigerpositionen. Jordi Alba lieferte bereits in den vergangenen Jahren genügend Argumente, warum man ihn aus einer Diskussion, in der es um den besten Liksverteidiger der Welt geht, nicht ausschließen sollte. Sergi Roberto wiederum liefert auf der rechten Seite konstant starke Leistungen ab und überzeugt vor allem mit seinem Offensivdrang und seinem Einschalten ins Mittelfeldzentrum, um dort für Überzahl zu sorgen. Die meisten Falten bereitet in der Defensive die Innenverteidigung. Samuel Umtiti ist hierbei der größte Hoffnungsschimmer. Er ist unglaublich robust, extrem stark im Zweikampf und hat eine solide Spieleröffnung. Er ist im großen und ganzen ein Innenverteidiger ohne wirkliche Schwächen, hat allerdings einige Aussetzer, die den FC Barcelona in wichtigen Spielen Punkte, oder sogar das Weiterkommen in einem der Pokalwettbewerbe kosten könnte. Exemplarisch soll hier seine recht plump errungene rote Karte im Champions-League-Spiel gegen PSV Eindhoven dienen. Trotz allem ist er wohl einer derjenigen, die in Zukunft gesetzt sein sollten, hat er doch das Potential zur Weltklasse. Neuzugang Clément Lenglet wiederum ist, in allem was er tut, durchaus solide. Er ist ein Spieler, der die ihm zugeteilte Backup-Rolle momentan mehr als ordentlich ausfüllt. Das Problem liegt allerdings darin, dass es bei ihm hinsichtlich des Potentials wohl nicht ausreichen dürfte, langfristig als Starter der Mannschaft zu fungieren. Für die Backup-Rolle wiederum ist er bei einem Klub der Größe Barcelonas ideal. Ähnliches gilt für Thomas Vermaelen, welcher den Klub jedoch im Sommer verlassen könnte. Das eigentliche Problem liegt (und es tut sehr weh, diese Worte zu schreiben) bei unserem langjährigen Innenverteidiger Gerard Piqué. Jahrelang galt er an der Seite von Carles Puyol als einer der besten auf seiner Position, doch diese Zeiten scheinen vorbei. Zu viele Unachtsamkeiten, zu viele leichte Fehler, die ein Innenverteidiger bei einem solch großen Klub nicht machen darf. Man muss es so sagen: In seiner derzeitigen Verfassung ist Gerard Piqué für die Mannschaft des FC Barcelona keine verlässliche Alternative auf seiner Position.    

Barças aktuelle Baustellen: Das Mittelfeld

Doch nicht nur in der Defensive liefert momentan Grund zur Sorge. Die Probleme finden ihre Fortsetzung, wenn man einen Blick auf die nächste Reihe wirft. Das zentrale Mittelfeld benötigt dringend einen Umbruch. Hier tummelt sich eine große Anzahl von Spielern, die dem Verein auf Sicht nicht weiterhelfen wird. Zu nennen seien hier Ivan Rakitić, Rafinha und Arturo Vidal. Bei Rakitić täuschen einzelne Momente wie sein Tor gegen Tottenham in der Champions-League über seine konstant durchschnittlichen Leistungen hinweg. Dabei hat Ivan eigentlich viele Stärken. Er ist gut im Zweikampf, verfügt über ein solides Passspiel und hat einen starken Schuss. Das Problem ist, dass er in keinster Weise in der Lage ist, aus dem Mittelfeld heraus im Kombinationsspiel für Gefahr zu sorgen – Eine Eigenschaft die für einen Mittelfeldspieler in Diensten des FC Barcelona absolut notwendig ist. Für Arturo Vidal gilt im Grunde genommen das gleiche. Rafinha wiederum galt lange Zeit als eine der großen Hoffnungen für die Zukunft in Barças Mitteldfeld, da er das gewünschte Anforderungsprofil durchaus erfüllt. Nach mehreren Chancen muss man jedoch sagen, dass es qualitativ einfach nicht ausreicht, um sich beim FC Barcelona als konstante Alternative zu den vorhandenen Kräften zu etablieren. Nichtsdestotrotz sind die wirklich guten Alternativen vorhanden. Mit Arthur, Riqui Puig und Carles Aleñá stehen drei hervorragende, junge Mittelfeldspieler bereit, welchen über kurz oder lang zugetraut wird, das zentrale Mittelfeld des FC Barcelona auf ein neues Level zu heben. Jedoch vereint alle drei Spieler auch, dass sie nicht unbedingt dafür bekannt sind, besonders fähige Defensivarbeiter zu sein. Der einzige Spieler, der aktuell im Kader steht und ein ausgeprägt-starkes Defensivverhalten mit unwiderstehlicher technischer Klasse kombiniert, ist Sergio Busquets. Dieser hat jedoch in diesem Jahr bereits die 30 geknackt und scheint, so wichtig er für das aktuelle Spiel des FC Barcelona ist, in den nächsten Jahren zu den Spielern zu gehören, die man adäquat ersetzen muss. Das Problem liegt darin, dass es auf der Welt momentan nur wenige Spieler gibt, denen man es in Zukunft zutrauen kann, eben jene Rolle auszufüllen.

Matthijs de Ligt – Ajax-Kapitän mit 19

Doch welche Möglichkeiten gibt es, die genannten Probleme zu lösen? Schon seit geraumer Zeit ranken sich dahingehend viele Gerüchte darum, dass der FC Barcelona im Sommer zwei Spieler ins Visier nehmen könnte, die wie gemacht dafür wären, die genannten Mannschaftsteile zu verstärken. Es handelt sich um die beiden Ajax-Juwele Frenkie de Jong und Matthijs de Ligt. Orientieren wir uns hier zuerst an der Reihenfolge der beiden Problemstellungen und beginnen wir in der Defensivreihe. Die Innenverteidigerposition ist dabei das Zuhause von de Ligt.. Und verdammt: Der Junge ist gut. Wenn man de Ligt beim Verrichten seiner Arbeit zusieht, kommt man aus dem Schwärmen kaum noch heraus. Der Niederländer zeichnet sich durch eine extrem gute Zweikampfführung, Sicherheit im Kopfball- und Aufbauspiel und eine technische Beschlagenheit aus, wie man sie bei einem Innenverteidiger heutzutage kaum vorzufinden vermag. Selbst schwierigste Situationen gegen mehrere Gegner kann de Ligt in der Defensive teilweise im Dribbling lösen. Auf der einen Seite ist das natürlich sehr riskant, auf der anderen Seite jedoch genau der Mut (gepaart mit einem Schuss Frechheit), den man als Innenverteidiger in einem ballorientierten Spielsystem braucht, wie wir es uns alle von Barça vorstellen. Zusätzlich ist er mit 89kg bei einer Größe von 188cm körperlich extrem robust, was allerdings auch seiner Schnelligkeit keinen Abbruch tut. Eine weitere Eigenschaft die de Ligt auszeichnet ist seine Führungsqualität. Nicht anders ist es zu erklären, dass der junge Niederländer bereits im Alter von 19 Jahren zum Kapitän von Ajax Amsterdam gemacht wurde. Alles in allem bringt Matthijs de Ligt das perfekte Paket mit, um vor allem Gerard Piqué in einigen Jahren zu ersetzen oder sich vielleicht schon jetzt im Zweikampf mit diesem um eine Position in der katalanischen Innenverteidigung durchzusetzen. Und da Barça im Sommer anscheinend Thomas Vermaelen ersetzen muss, wird sowieso ein neuer Innenverteidiger gebraucht. In dieser Hinsicht ist ein Kauf des 19-jährigen in diesem Sommer ein absolutes Muss.

Frenkie de Jong – der ideale Busquets-Nachfolger

Ein weiterer Transfer, den der FC Barcelona unbedingt tätigen muss, findet sich, wie bereits erwähnt, ebenfalls bei Ajax Amsterdam und hört auf den Namen Frenkie de Jong. Bereits im Sommer versuchte Barça es laut verschiedenen Medienberichten mit einer Offerte, um den jungen Mittelfeldstrategen ins Camp Nou zu locken. Geklappt hat dies nicht und die Zahl der Interessenten hat seitdem merklich zugenommen. Von Manchester City über Real Madrid bis Bayern München will nahezu jeder europäische Topklub, dass de Jong in deren Stadion aufläuft. Er selbst äußerte einmal sehr offensiv, dass es ein Wunsch von ihm sei, eines Tages mit Lionel Messi zusammen zu spielen. Ein größerer Wink in Richtung der Führung des FC Barcelona könnte von seiner Seite wohl kaum ausgesprochen werden. Bartomeu und Co. sollten daher dringend handeln.. Nein: Sie müssen dringend handeln! Wenn man sich Frenkie de Jongs Spiel einmal anschaut, so kommt man zu dem Schluss, dass dieser wohl dazu geboren sein muss, für den FC Barcelona zu spielen. Eine unglaubliche Ball- und Passsicherheit, schnelle Dribblings, Zweikampfstärke – de Jong hat absolut alles was es braucht, um beim FC Barcelona zu spielen. Und nicht nur das: Er könnte auf Jahre hinaus genau die Stelle im Mittelfeld besetzen, von der man seit Sergio Busquets dachte, dass es wohl nie wieder einen Spieler geben würde, der sie mit dieser herausragenden Qualität ausfüllen könnte – Die 6er-Position. Wenn man de Jong zuschaut, so fühlt man sich unweigerlich an den inzwischen 30-jährigen Katalanen erinnert. Mit welcher Ruhe und Abgeklärtheit der 21-jährige Niederländer im Mittelfeld Bälle erobert, Zuspiele verteilt und nebenbei auch immer wieder gefährliche Vertikalbälle in sein Spiel einbaut, ist schlicht phänomenal. Frenkie de Jong vereint all diese Qualitäten in einer Ausprägung auf sich, die im modernen Fußball wohl spätestens mit dem Karriereende von Sergio Busquets seinesgleichen suchen könnten. Genau deswegen ist de Jong so begehrt und genau deswegen muss der FC Barcelona zuschlagen. Geben wir dem Jungen ein paar Jahre an der Seite von Busquets und wir können womöglich eine der besten Barça-Investitionen der letzten Jahre begutachten. Es wird einem jedenfalls Angst und Bange, wenn man sich vorstellt, de Jong könnte in der Champions League auf Seiten eines anderen Klubs gegen Barça auflaufen.

Fazit: Zwei absolute Pflichtkäufe

In der Begehrtheit beider Spieler liegt womöglich das große Problem. So gut wie alle europäischen Topklubs werden im Sommer alles daran setzen, zumindest einen der beiden unter Vertrag nehmen zu können. Die Ausgangsposition bei beiden Spielern ist dabei für den FC Barcelona eigentlich absolut hervorragend. Matthijs de Ligt scheint einem Transfer nach Katalonien alles andere als abgeneigt und auch Frenkie de Jong hat seinen Wunschklub mit der Messi-Aussage indirekt verraten. Es scheint so, als müsse der FC Barcelona nur noch zuschlagen. Die Betonung hierbei liegt auf dem Wort „müssen“. Angesichts der in diesem Artikel genannten Schwächen, die das aktuelle Barça-Team hat, besteht dringend handlungsbedarf, wenn man in Zukunft mit den anderen europäischen Topklubs konkurrieren möchte. Dass es nun bei Ajax Amsterdam zwei Spieler gibt, die auf der einen Seite jeweils ein hervorragendes Alter mit genügend Verbesserungspotential bieten, sowie eine fast schon implementierte Barça-DNA, macht die beiden zu absoluten Pflichtkäufen. Knackpunkt könnte zwar in beiden Fällen ein enorm hoher Preis sein, allerdings könnte die Abgabe einiger Stars des Klubs, die schon lange nicht mehr die von ihnen geforderten Leistungen bringen, genügend Geld in die Kassen spülen, um die Kosten für beide Transfers etwas abzufedern. Für diesen Tausch wäre ein Mut erforderlich, welcher der jetzigen Führungsriege des FC Barcelona eigentlich kaum zuzutrauen ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Personen, welche im Klub die Verantwortung tragen, bereit sind, dieses Risiko einzugehen und erkennen, welch ungeahnte Chancen sich mit den Verpflichtungen der beiden Ajax-Talente auftuen würden.                 

 

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