Dembélé oder Malcom: Wer setzt sich durch?

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Mit Malcom hat der FC Barcelona in diesem Sommer einen jungen Spieler verpflichtet, dessen bevorzugte Position der rechte Flügel ist. Ebenfalls auf dieser Position findet sich Dembélé, einer der teuersten Transfers der letzten Jahre. In der vergangenen Saison hatte er es alles andere als leicht, nicht zuletzt wegen seiner Verletzung im vergangenen Herbst. Daraufhin stand er teilweise zu Recht unter Kritik. Nun ist seine Situation durch den neuen Konkurrenten noch komplizierter geworden. Wer wird sich aber am Ende durchsetzen können?

Dembélé unter Druck 

Dembélé galt bei seiner Ankunft im Sommer des letzten Jahres als Neymar-Ersatz und sollte dafür sorgen, dass man nach dem Verlust des Brasilianers zumindest nicht vollkommen wieder in die gewohnte Abhängigkeit von Messi verfällt. Aufgrund eines Muskelrisses im Oberschenkel verpasste er jedoch fast die gesamte erste Saisonhälfte. Es folgte Kritik an seiner Ernährungsweise und Disziplin im Training. Im Februar war der 21-Jährige wieder einsatzbereit, am Ende sind 17 Einsätze in der Liga mit drei Toren und sieben Vorlagen zu verzeichnen. Das persönliche Saisonhighlight war wohl das Achtelfinalrückspiel gegen Chelsea in der Champions League, in dem Dembélé für das zwischenzeitliche 2:0 sorgte. Dennoch konnte er sich das Vertrauen von Valverde nicht sichern. So wurde er bei der 3:0 Niederlage gegen Rom nur fünf Minuten vor Schluss eingewechselt, sorgte aber durchaus für mehr Bewegung in der Offensive. 

Gerade dieses Spiel zeigte, dass es der Franzose auch in Zukunft sehr schwer unter Valverde haben wird. Ernesto Valverde ist zum jetzigen Zeitpunkt ein Trainer, der kaum bereit ist, ein Risiko einzugehen und sich mehr auf die Defensive fokussiert. Als junger, unerfahrener Spieler hat Dembélé die Schwäche, nicht jede Situation richtig einschätzen zu können. Er trifft oft die falschen Entscheidungen und verliert in der Folge auch häufig den Ball. Das ist allerdings eine typische Eigenschaft junger Spieler und gilt ebenso für Malcom. Mit seinen Stärken im Antritt und Eins-gegen-Eins ist er der Spielertyp, den es bei Barça neben Messi braucht. Insbesondere gegen tiefstehende Gegner ist das Flügelspiel enorm wichtig, wobei dribbelstarke Spieler wie Dembélé Räume schaffen können. Auch im Zusammenspiel mit Semedo kann das Offensivspiel viel unberechenbarer werden. Das eben Gesagte gilt für Malcom gleichermaßen, da sich beide in ihrem Spiel sehr ähneln. Beide sind dribbelstark und schnell. Mit zwölf Toren und sieben Vorlagen für Bordeaux war er fester Bestandteil des Teams. Bei den Vorebereitungsspielen hat er bereits sein Potential gezeigt. Im Unterschied zu Dembélé schießt Malcom öfter aus der Distanz.

Noch ist jedoch Dembélé im Vorteil, da er das größere Talent aufweist und dieses bereits auf sehr hohem Niveau bei Borussia Dortmund und trotz der wenigen Einsätze auch beim FC Barcelona gezeigt hat. Sollte Valverde beide Spieler für den rechten Flügel einplanen, muss Dembélé daher den Vorzug erhalten. Dennoch wird er hart arbeiten müssen, um seine Schwächen im Passspiel und bei der Entscheidungsfindung zu beseitigen. Ansonsten könnte Malcom schon bald bevorzugt werden, denn auch er hat viel Potential. Somit steht Dembélé abgesehen von seinem hohen Preis und den Erwartungen seitens der Fans auch durch Malcom unter Druck. Es scheint aber, dass es bei ihm genau diesen Druck braucht, um sich zu verbessern. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist Malcom als Neuzugang sehr wertvoll.    

Weitere Alternativen

Doch es muss nicht zwangsläufig so sein, dass nur einer von beiden spielt. Der momentane Stand ist der folgende: Mit Denis Suárez und Coutinho hat man zwei Optionen für den linken Flügel. Coutinho ist nach dem Abgang von Iniesta gesetzt, allerdings ist noch unklar, welche Pläne Valverde mit ihm hat. Denis ist, sofern er bleibt, nur ein Rotationsspieler. Für den rechten Flügel hat man vor allem die Wahl zwischen Malcom und Dembélé. Daneben eignen sich auch Munir und Rafinha für diese Position. Im äußersten Notfall kann auch Sergi Roberto rechts außen eingesetzt werden. Paco und Luis Suárez wurden in der vergangenen Saison auch auf dem Flügel eingesetzt, sodass diese Variante nicht gänzlich wegzudenken ist. Dennoch ist sie nicht empfehlenswert, denn beiden Spielern fehlt es mindestens an Geschwindigkeit, im Übrigen aber auch an Technik und Dribbelstärke.

Darüber hinaus könnte sich Valverde auch für ein 4-4-2 mit einem Mittelfeld aus Coutinho, Arturo Vidal, Busquets und Rakitic mit Messi und Suárez in der Offensive entscheiden. Diese Aufstellung passt zwar zum wenig risikofreudigen Stil von Valverde, würde aber dem Offensivspiel enorm schaden. Zudem würde Coutinho eher auf dem linken Flügel besser zur Geltung kommen, schließlich ist er beispielsweise im Vergleich zu Iniesta offensiver ausgerichtet. Hinzu kommt, dass das Mittelfeld von Barça ohnehin überbesetzt ist und auch Spieler wie Arthur weiterentwickelt werden müssen. Eine weitere denkbare Möglichkeit ist ein Einsatz von Malcom auf dem linken und Dembélé auf dem rechten Flügel (oder umgekehrt). Malcom spielte bereits in seiner Vergangenheit auf dem linken Flügel, auch in der jetzigen Saisonvorbereitung bekleidete er diese Poisition, unter anderem gegen AC Mailand. Dembélé mit seiner Beidfüßigkeit würde sich auch auf dem linken Flügel wohl fühlen. 

Gerade mit Dembélé und Malcom hat Valverde viele Möglichkeiten für die Offensive. Wer wird sich eurer Meinung nach durchsetzen? Oder seid ihr für eine der anderen Alternativen? 

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