Der FC Barcelona räumt beim Ballon d’Or ab

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Lionel Messi wird zum dritten Mal hintereinander Weltfußballer und setzt sich dabei gegen Größen wie C.Ronaldo durch. Pep Guardiola ist Trainer des Jahres 2011 und hat damit ebenfalls Anlass zu feiern. Xavi landet auf dem dritten Platz.

Wie auch immer man der Verleihung dieser Preise gegenübersteht, kann man ihre Legitimität nicht grundsätzlich in Frage stellen. Die Entscheidungen besitzen immer auch einen Wahrheitskern, der nicht angetastet werden kann. Auch nicht von dem in der Entscheidung zum Ausdruck kommenden Werturteil, das in jeder menschlichen Entscheidung Einzug hält. Die Auszeichnung von Messi und Guardiola reflektiert die Leistungen derselben im Jahr 2011, in dem beide Sonderbares geleistet haben.

Messi der Größte

Der Versuch, Messis Leistungen aus dem vergangenen Jahr wiederzugeben, führt unweigerlich zu einer Reizflut, die eine Vielzahl an Bildern zum Vorschein bringt. Es waren nicht drei, nicht vier tolle Momente, die der kleine Argentinier uns beschert hat. Seine unglaublichen Dribblings, seine Ideen auf dem Platz und das Zusammenspiel mit Iniesta und Xavi haben uns verwöhnt und unserer Definition vom schönen Spiel eine gänzlich neue Bedeutung beigebracht. Er hat die Fußballfans auf der ganzen Welt bereichert wie kein Zweiter, völlig unbeeindruckt von den erdrückenden Erwartungshaltungen, die an ihn Tag für Tag herangetragen werden. Das muss Hingabe zum Fußball sein, eine Freundschaft, wie sie nur zwischen Brüdern denkbar ist. Er haucht einem Spiel Leben ein, wo keines mehr vorhanden ist, wie im Champions League Halbfinale gegen Real Madrid. In dem Spiel ging es um vieles, nur nicht primär um Fußball. Es war bereits spät, als Messi den Ball an sich nahm und in einem kurzen Moment bei den Sympathisanten des FC Barcelona und dem neutralen Fußballfan einen Vollrausch auslöste. Das ist eben Messi. Mit Mut und Entschlossenheit erobert er die Herzen der Fußballfans im Sturm. Der Kleinste ist einmal mehr der Größte. Er ist ein Symbol für all jene, die sich klein fühlen. Wenn man nur will, erreicht man alles.

Guardiola vor Mourinho

Fast alles erreicht hat auch Pep Guardiola als Trainer des FC Barcelona. Die zahlreichen wiederkehrenden Erfolge des FC Barcelona zeugen von seiner Fähigkeit, die Spieler immer wieder von neuem zu motivieren und ihnen Anreize zu vermitteln, ihr Leistungspotenzial in jedem Spiel uneingeschränkt abzurufen. Vereinzelt wird eingewandt, dass Guardiola lediglich die Früchte von Frank Rijkaard ernte und wenig zum Erfolg der Mannschaft beigetragen hat. Dieser Unterstellung ist energisch zu widersprechen. Das Spiel der Blaugrana hat sich unter der Führung von Guardiola stark weiterentwickelt, was nicht zuletzt an der Verwendung einer Mischformation bzw. eines Mischsystems abgelesen werden kann. Diese bildet allerdings nur den Abschluss einer Reihe von Maßnahmen, die auf eine stärkere Unberechenbarkeit der Spielweise seiner Mannschaft abzielen. Denn dem Kurzpassspiel ist, bei allen Vorteilen, die damit verbunden sind, immanent, dass die Vorgehensweise und die erwartete Ausrichtung leicht antizipierbar sind, was wiederum die relativen Vorteile konterkariert. Die zu beobachtenden ständigen Spielerrochaden sowie die damit einhergehende Positionsvariabilität der Spieler tragen die Handschrift Guardiolas und sind ein unverkennbares Zeichen seiner Mannschaftspolitik. Eine Mannschaft kann nicht aus sich heraus erfolgreich sein. Es bedarf hierzu immer eines Dirigenten, der aus den durch die individuelle spielerische Klasse begrenzten Möglichkeiten das Optimum herausholt. Er muss ein Kostüm maßschneidern, welches die Stärken der Mannschaft betont. Das ist Guardiola bisweilen sehr gut gelungen. Visca el Barca!

 

Raphael L.

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