Douglas, Mathieu und Co.: Die fragwürdige Transferpolitik des FC Barcelona

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Der FC Barcelona steht kurz vor einer Sommerpause, die zumindest eine große Veränderung mit sich bringen wird. Doch nicht nur der Trainerwechsel steht bevor, es werden auch einige mehr oder weniger hochkarätige Spielertransfers erwartet. Fast jeder Mannschaftsteil bedarf einer Verbesserung. Die Transferpolitik des Vereins aus den vergangenen Jahren bietet allerdings nur wenig Grund zur Hoffnung. Ein kleiner Überblick über die letzten Jahre veranschaulicht die Fehler, die gemacht wurden.

Seit dem Sommertransferfenster des Jahres 2012 sind knapp 20 Spieler zum Verein gestoßen – die eigenen Jugendspieler ausgenommen. Die niedrigste Ablösesumme beläuft sich auf 3,25 Mio. Euro (Denis Suárez), die höchste auf ungefähr 82 Mio. Euro (Luis Suárez). Nicht miteinbezogen ist Neymar Jr., dessen Transfer und die dazu gehörenden Umstände einen der größten Skandale der Vereinsgeschichte bilden.

Die wirklich guten Transfers lassen sich an einer Hand abzählen. Neymar hat sich in den drei Jahren sehr weiterentwickelt und ist einer der Leistungsträger des Vereins geworden, ebenso wie Luis Suárez. Beide sind aus der jetzigen Mannschaft kaum wegzudenken. Hoffnung für die Zukunft machen darüber hinaus auch Marc-André ter Stegen und Samuel Umtiti. Diese beiden Spieler könnten zusammen mit Neymar die Zukunft des Vereins bilden. 

Auf der anderen Seite stehen die Verpflichtungen von Spielern wie Douglas, Thomas Vermaelen, Jérémy Mathieu, Arda Turan und Alex Song. Es macht den Eindruck, als wüsste man nicht, wozu man sie gekauft hat. Vermaelen kam aufgrund von Verletzungen kaum zum Einsatz und konnte deswegen nie in die Mannschaft integriert werden. Douglas enttäuschte leider und konnte in seiner Entwicklung nicht die Erfolge erzielen, für die man ihn geholt hat. Mathieu und Turan konnten der Mannschaft zwar helfen, ersterer ist jedoch für einen hohen Preis in fortgeschrittenem Alter verpflichtet worden, letzterer wurde nicht richtig eingesetzt und konnte dem Offensivspiel auch keine neue Komponente oder Dynamik verleihen. Rakitic war in seiner ersten Saison sehr wichtig für das Triple, allerdings zeigte sich in dieser Saison, dass er der Mannschaft wohl auch nicht mehr viel geben kann.

Im vergangenen Sommer wurden ebenfalls viele Einkäufe getätigt. Unser Fazit damals: „Der Sportdirektor der Blaugranas schaffte es, dem Kader sechs neue, qualitativ hochwertige Spieler hinzuzufügen.“ Dies war die Hoffnung vieler Fans. Wie lautet das Fazit nach dieser Spielzeit? Bis auf Umtiti vermochten die Spieler in den meisten Fällen nicht zu überzeugen. Einige stellen zwar gute Backups und Rotationsspieler dar, können aber den Konkurrenzkampf auf ihrer Position weder entfachen noch aufrechterhalten. Hinzu kamen schwächere Leistungsphasen von Schlüsselspielern wie Alba, Busquets, Iniesta, Rakitic und Neymar. Während des Spiels hatte man nicht den Eindruck, als könnte von der Bank jemand kommen, der für neuen Schwung sorgt. Über einige Spieler, wie André Gomes, kann man sich jetzt noch kein genaues und abschließendes Urteil erlauben, es bleibt also abzuwarten, wie sie sich entwickeln. 

Dieser kurze Überblick über die Transfers der letzten Jahre hat Folgendes gezeigt: Unabhängig davon, wer nächste Saison auf der Trainerbank sitzen und welches System er spielen lassen wird, der FC Barcelona braucht fertige Spieler, die weder zu alt noch zu jung sind. Spieler, die bei anderen Vereinen bereits überzeugen konnten und sofort mit guten Leistungen aufwarten. Und solche, die Elemente des Barça-Spiels in ihrem Spiel aufweisen, anstatt grundlegende Dinge erst noch erlernen müssen. Sollte man dennoch auf die Suche nach Talenten gehen, dann an erster Stelle im eigenen Verein und in der eigenen Jugend. Rafinha und Denis Suárez sollten zu mehr Einsätzen kommen, Spieler aus der eigenen Jugend sollten nicht weggegeben werden, wie es bei Grimaldo, Bartra, Sandro und Munir geschehen ist. Immerhin konnten die vier ehemaligen Spieler des FC Barcelona regelmäßig gute Leistungen in ihren neuen Vereinen aufweisen. 

Sollte man es schaffen, sich an den richtigen Stellen im Kader mit wirklich qualitativ hochwertigen Spielern aufzubessern und gleichzeitig die Spieler aus der eigenen Jugend nicht zu vernachlässigen, dann kann man zusammen mit einem neuen Trainer mit klaren Ideen zuversichtlich auf die nächste Saison blicken.

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