El Clásico: Real Madrids Wandel von Rafa Benítez zu Zinédine Zidane

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Am Samstag ist es endlich wieder soweit, wenn die ganze Welt beim kommenden El Clásico den Atem anhalten wird. Während die Saison beim FC Barcelona weitestgehend nach Plan verlief, beschreibt das Wort chaotisch den Saisonverlauf der Königlichen wohl am besten. Hauptgrund für das Auf und Ab von Real Madrid ist sicherlich der Trainerwechsel, der mitten in der Saison durchgeführt wurde. Doch wie genau hat sich dieser Wechsel auf das Auftreten der Mannschaft ausgewirkt und welche positiven und negativen Auswirkungen hatte dieser? Im Folgenden gehen wir darauf etwas näher ein.

Rafa Benítez

Als Rafa Benítez im Juni 2015 unter Vertrag genommen wurde, erhoffte man sich in erster Linie eine solide Defensive sowie ein kreatives Offensivspiel – Aspekte, die Vorgänger Carlo Ancelotti in seiner letzten Saison vermissen ließ. Benítez wollte den Waliser Gareth Bale zur zentralen Figur seines Systems machen. Unter Rafa fand Gareth Bale zu einer sehr guten Form, die gewiss noch besser hätte sein können, wenn er nicht durch unglückliche Verletzungen zurückgeworfen worden wäre. Auch Karim Benzema hat für Aufsehen gesorgt, denn der Franzose spielt zurzeit wohl die beste Saison seiner Karriere.

Immer wieder keimte der Vorwurf auf, dass das Mittelfeld der Madrilenen inexistent sei, vorne absolut keine Kreativität vorhanden sei und die Spiele einzig durch die individuelle Klasse entschieden würden. Kreativposten der Madrilenen waren vor allem Linksverteidiger Marcelo sowie Mittelfeldstratege Luka Modric. Ebenso sorgte ein bis dato unbeschriebenes Blatt, namentlich Casemiro, für Aufsehen. Der bullige Brasilianer brachte oftmals die Sicherheit zurück ins Mittelfeld, die von vielen Fans vermisst wurde. Spieler wie Isco und James Rodríguez gerieten immer mehr in den Hintergrund, dafür bekam lobenswerterweise Eigengewächs Lucas Vázquez mehr Einsatzzeiten und wusste auch zu überzeugen. Eine wichtige Personalie sei noch angesprochen, und zwar die Torhüterposition. Keylor Navas hätte es vor der Saison beinahe nach England verschlagen, doch der Transfer von David de Gea scheiterte und so konnte sich der Costa Ricaner in die Herzen der Fans spielen. Navas zeigt seit dem ersten Spieltag konstant herausragende Leistungen und galt als Lebensversicherung für Rafa Benítez.

Mannschaftsintern konnte Rafa Benítez wohl nie ein besonders gutes Verhältnis zum Team aufbauen, auch die Fans wandten sich immer mehr von ihm ab. Der Höhepunkt wurde erreicht, als Rafa vor Heimspielen im Bernabéu ausgepfiffen wurde. Am Ende blieb dem Präsidenten Pérez nichts anderes übrig, als die Reißleine zu ziehen. Letztendlich holte Real Madrid unter Rafa Benítez pro Spiel 2,24 Punkte, was die beste Punkteausbeute seiner bisherigen Trainerkarriere bedeutet. Leider war das nicht gut genug für die Königlichen.

Zinédine Zidane

Mit der Beförderung Zidanes vom Trainer der Real Madrid Castilla zum Coach der ersten Mannschaft wollte man diesem Negativtrend entgegenwirken und die verloren geglaubten Fans zurückgewinnen und mobilisieren. Zinédine Zidane übernahm die Blancos zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, dennoch konnte er schon einige Akzente setzen. Der Franzose konnte in der letzten Saison des Italieners Carlo Ancelotti bereits als Co-Trainer die Mannschaft kennenlernen und auch einige taktische Kniffe übernehmen. Vor allem in Kontersituationen erinnert Real Madrid heutzutage sehr an die Zeiten unter Ancelotti. Laut Zidane hatte die Mannschaft erhebliche konditionelle Defizite, die er schnellstmöglich beheben wollte. Mission geglückt, die Spieler wirken deutlich lauffreudiger als zuvor. Auch die Punktestatistik kann sich durchaus sehen lassen: In seinen 14 Spielen als Trainer der ersten Mannschaft von Real Madrid kommt Zidane auf 2,50 Punkte pro Spiel.

Doch unter Zidane zeigt Real Madrid zwei Gesichter. In Heimspielen zeigte man, bis auf die 0:1-Pleite im Stadtderby gegen Atlético Madrid, stets eindrucksvolle Leistungen. Zuletzt schickte man selbst den FC Sevilla humorlos mit 4:0 nach Hause. Die Mannschaft macht wieder einen geschlossenen Eindruck. In der Verteidigung wirken die Madrilenen mit dem Dreiermittelfeld Casemiro-Kroos-Modric etwas sicherer als noch mit Kroos-Modric-Isco/James, ihre Verwundbarkeit ist aber weiterhin mehr als deutlich. Auffällig ist auch die Standardstärke der Hauptstädter. Wenn es spielerisch mal nicht laufen will, erzielen sie ihre Tore meist nach Eckbällen. Barça sollte also stets wachsam sein, denn diesen Gegner darf man nie vollständig abschreiben.

Tipp:

Man kann dieses Real Madrid selbst in dieser späten Saisonphase nur schwer einschätzen. Natürlich sprechen die aktuellen Umstände (Auswärtsschwäche der Blancos sowie die Serie der ungeschlagenen Spiele von Barça) eher für die Blaugrana. Auch die defensive Unsicherheit der Königlichen spielt vor allem Messi, Suárez und Neymar in die Karten. Allen Statistiken und Serien zum Trotze spielt im Clásico die Tagesform eine Hauptrolle, da beide Teams bis in die Haarspitzen motiviert sein werden – einzig bei Mascherano und Iniesta kann man hierbei eine Ausnahme machen. Barcelona will einen riesigen Schritt in Richtung Vorentscheidung des Ligatitels gehen, Real Madrid will es noch einmal spannend machen. Bei einem Sieg von Real Madrid hätte Barcelona nur noch 7 Punkte Vorsprung in 7 verbleibenden Spielen. 3:0 für den FC Barcelona.

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