Espanyol Barcelona – Gründe für den Punktverlust

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Die Auszeichnungen beim Ballon d’Or vermochten nur kurzweilig Freude zu entfachen. Noch überwiegt die Trauer ob des Unentschieden gegen Espanyol. Höchste Zeit, die Hintergründe zu beleuchten.

Ohne Fleiß, kein Preis, lautet eine banale Phrase, die lediglich eine logische Gesetzmäßigkeit zum Inhalt hat. Entbehrungen und Aufopferungen sind erforderlich, um sein Ziel zu erreichen und nicht hinter den Erwartungen zurückzubleiben. Espanyol Barcelona hatte ein richtiges Verständnis davon, was sich hinter diesem Erfordernis verbirgt. Von einem großen Einsatzwillen wurden die Spieler getragen und haben ihrem Kontrahenten mehr abverlangt, als dieser zu geben bereit war.

Die Einstellung mach den Unterschied

Es ist sehr bedauerlich, dass wenig bis gar nichts von den unbedingten  Anstrengungen der Gastgeber auf die Spieler des FC Barcelona abgefärbt hat. Dann nämlich hätten sie sich ihrer überragenden Fähigkeiten bemüht und die Begegnung in spielerischer Art und Weise mit einer Differenz von mehreren Toren zu ihren Gunsten entschieden. Wenn man aber das Spielfeld unter dem Vorbehalt betritt, seinen Körper mit der größtmöglichen Schonung zu behandeln, obschon keine körperlichen Beschwerden vorhanden sind, dann darf man sich über die im Nachhinein aufkeimende Kritik nicht beklagen. Mit einer medialen Rüge ist es aber in diesem Fall wohl nicht getan. Die gesamte Hinrunde wird überschattet von teilweise schmerzlichen Auftritten in der Ferne. Es gab nicht viele Spiele, in denen die Darbietung der Blaugrana Souveränität vermittelte. Der Grund hierfür kann – selbstredend – nicht in dem fehlenden Leistungsvermögen erblickt werden. Auch eine fortschreitende Ermüdung kann nicht als Ausflucht herhalten, ist der FC Barcelona seit dieser Saison auch in der Breite sehr gut besetzt. Somit verbleiben lediglich zwei Aspekte, zum einen die innere Haltung der Spieler und zum anderen die strategische Vorgehensweise der gegnerischen Mannschaften. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Gegner ihre Ausrichtung verändert haben und nun defensiver bzw. kompakter stehen. Zehn Meter vor dem Strafraum werden die Spieler des FC Barcelona gestellt und mit Pressing gestört. Dies kann aber angesichts der Klasse des FC Barcelona nicht als alleinige Begründung angeführt werden. Wenn man die Körpersprache der Spieler beobachtet, wird man erkennen, dass die nötige Aggressivität und der Biss fehlen. Der Gegenspieler wird nicht sofort energisch angegangen, was ihm Raum und Zeit zum Handeln lässt. So war das Gegentor in der Schlussphase nur folgerichtig. In aller Seelenruhe konnte Espanyol den Ball vor dem Strafraum der Katalanen umher spielen, bis sich eine passende Gelegenheit auf dem rechten Flügel auftat. Dieses Tor resultierte aus einem Kollektivversagen und war sinnbildlich für die gesamte Spieldauer. Ohne die Bereitschaft zur Verausgabung wird man auswärts auch weiterhin Punkte liegen lassen. Im heimischen Umfeld haben die Gegner viel mehr Anreize, alles aus sich herauszuholen und über sich hinauszuwachsen. Um diesem Gegenwind standzuhalten, muss ein Leistungsabruf wie im Clasico zur Normalität werden.

Guardiola reagiert nicht

Einen rabenschwarzen Tag erwischte Lionel Messi, der an diesem Abend in der regulären Spielzeit keine Impulse im Spiel des Champions League-Siegers setzen konnte. Woher seine offenkundige Lustlosigkeit herrührte, ist nicht bekannt. Es liegt allerdings im Verantwortungsbereich des Spielers, dem Trainer mitzuteilen, wenn man sich nicht gut fühlt. Tut der Spieler dies nicht, weil er sich z.B. selbst überschätzt, dann ist es die Aufgabe des Trainers, dem Spieler den Weg vom Feld zu weisen. Dies würde auch eine Signalwirkung an die Mannschaft zu Folge haben. Pep Guardiola hat sich in dieser Situation nicht richtig verhalten und nicht zum Wohle des Vereins gehandelt. Nicht Sanchez und Fabregas hätten einer Auswechslung bedurft, sondern ausnahmsweise nur Messi, der einen regenerativen Spaziergang auf dem Platz unternahm. Sanchez und Fabregas präsentierten sich noch verhältnismäßig angriffslustig und hätten zum Spiel womöglich noch den einen oder anderen Schuss beitragen können. Für Pedro hätte somit bei einer wohlgesonnenen Abwägung Messi seinen Abgang nehmen müssen. Sofort nach seiner Einwechslung sorgte Pedro für viel Betrieb auf der rechten Seite. Unter anderem schlug er einen sehr guten Pass, der quer das Tor passierte, weil kein Abnehmer zur Stelle war; Messi ist nicht mehr an den Ball herangekommen. Wer zu einem Sprint in dem Bewusstsein ansetzt, dass er womöglich zu spät kommt, befindet sich bereits im Verzug. Dies hat jedoch nicht ausschließlich Messi zu verschulden, sondern auch der Trainer, der die Zeichen im Spiel verkannt hat. So musste sich der FC Barcelona faktisch mit zehn Mann gegen den Punkteverlust stemmen. Es bleibt zu hoffen, dass aus diesen Fehlern die richtigen Lehren gezogen werden. Visca el Barca!

 

Raphael L.

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