Ex-Barça-Stars im Fokus: Wie schlägt sich Pedro bei Chelsea London?

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Der FC Barcelona hat in den letzten Jahren namhafte Spieler in die katalanische Metropole gebracht. Spieler, die dem Verein aktuell sehr viel geben. Allerdings hat die Blaugrana ebenfalls namhafte Spieler verkauft. Da ist beispielsweise ein Pedro Rodríguez, der es bei Barça nie leicht hatte und sich immer wieder aufs Neue beweisen musste. Oder der verlorene Sohn Cesc Fàbregas, der zwar Saison für Saison sagenhafte Werte vorweisen konnte, allerdings in den entscheidenden Phasen der Saison untertauchte. Wir möchten in der mehrteiligen Ausgabe einen Blick auf die Ex-Barça-Akteure werfen und schauen, wie sie sich in ihren aktuellen Klubs schlagen. Den Beginn macht Pedro.

Pedro Rodríguez: War er bei Barça nur eine Übergangslösung größeren Kalibers?

Beim FC Barcelona sah sich Pedro immer wieder im Konkurrenzkampf gegen international hochangesehene Akteure und große Talente. Zu den Talenten, gegen die er bei Barça um einen Stammplatz kämpfen musste, gehörte beispielsweise Bojan Krkić. Bojan galt immerhin als eine der größten Hoffnungen, die die berühmte Talentschmiede ‚La Masia‘ jemals hervorgebracht hat. Verletzungen warfen ihn allerdings öfter zurück, sodass Pedro an dem Youngster vorbeiziehen konnte. Bojan fand den Anschluss nicht mehr und Pedro bekam aufgrund seiner starken Leistungen den Vorzug.

Es waren allerdings nicht nur Spieler aus der eigenen Talentschmiede, gegen die Pedro um einen Platz in der Startelf kämpfen musste. Spieler wie Thierry Henry, Zlatan Ibrahimović oder auch Alexis Sánchez waren große Hürden beim Kampf um einen Platz in der Startelf. Bei Thierry Henry war es so, dass er seinen Zenit zu Pedros Anfängen bereits überschritten hatte und Pedro ihn relativ schnell in der Saison 2009/10 aus der Startelf verdrängen konnte. Dagegen gestaltete es sich der Konkurrenzkampf zu Zeiten von Zlatan Ibrahimović komplizierter, als Messi die zentrale Position im Sturm für sich beanspruchte und den Schweden auf die Außenposition verwies. Die Frage lautete: Ibrahimović oder Pedro? Letztlich erhielt der polarisierende Schwede weniger Einsätze als der Spanier und unzufrieden mit seiner Situation verließ er den Verein auch zunächst auf Leihbasis in Richtung AC Mailand. Thierry Henry konnte dem FC Barcelona nicht mehr viel geben und verließ den Verein ebenso in der gleichen Transferperiode. In der darauffolgenden Saison gab es daher keine Debatte darüber, ob Pedro auf die Bank müsse oder nicht. Gemeinsam mit David Villa und Lionel Messi bildete er das damals wohl stärkste Sturmtrio der Welt.

Interessant wurde es nach dem Kauf von Alexis Sánchez zur Spielzeit 2011/12. Nun standen gleich vier hochklassige Stürmer für drei Positionen zur Verfügung und eines war im Vorfeld schon klar: David Villa hat in Anbetracht der vorangegangenen Spielzeit und aufgrund seines Status als einer der besten Stürmer der Welt die Nase vorne. Hinzu kam, dass er die Positionierung auf die Außenpositionen akzeptierte. Es entwickelte sich daher vor allem ein Konkurrenzkampf zwischen Pedro und Sánchez um den dritten Platz im Sturm. Dieses Duell begleitete die Katalanen drei Jahre lang. Mal konnte sich Sánchez durchsetzen, mal bekam Pedro den Vorzug – es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Spieler gaben dem FC Barcelona auf ihrer Art und Weise sehr viel, nur dass ein Spieler letzten Endes profitieren konnte: Einmal mehr Pedro Rodríguez. Alexis Sánchez war es in der Vergangenheit bei Udinese gewohnt, mehr Handlungsspielraum zu haben. Bei Barça war er allerdings an einer Position gebunden und anderen Spielern in der Hierarchie quasi untergeordnet. Dadurch konnte er niemals sein Talent wirklich ausspielen und zeigen. Ein Pedro dagegen hatte sich bereits beim FC Barcelona einen Namen gemacht. Als einer der Publikums- und Trainerlieblinge konnte er sich nach und nach durchsetzen; natürlich eher durch Kampf als durch Talent. Vor allem deshalb, weil er die Rollen akzeptieren konnte und zur Einsicht fand, dass er nur durch harte Arbeit wieder in die Startformation zurückfinden kann.

Nach der Saison 2014/15 war es ihm allerdings zu viel: Nach der Verpflichtung von Neymar im Jahr 2013 und der weiteren Verpflichtung von Luis Suárez im Jahr 2014 hat sich bereits angedeutet: Die Zukunft Pedros liegt nicht mehr beim FC Barcelona. Mit dem Kauf von Luis Suárez würde sich der nicht verdrängbare Lionel Messi zurück auf die Außenposition bewegen, damit Suárez auf seiner Lieblingsposition agieren konnte. Außerdem kam mit Neymar ein Spieler zum FC Barcelona, der als jung und hochtalentiert galt. Auf Dauer würde sich Pedro nicht durchsetzen können – gute Leistungen hin oder her. Somit sah er, auch wenn er seinen Vertrag verlängert hat, keinen anderen Ausweg als den Wechsel zum FC Chelsea London. Mit dem Wechsel erhoffte er sich, öfter zum Zug zu kommen. Hat sich sein Wunsch realisiert?

Kommt Pedro Rodríguez beim FC Chelsea London endlich zum Zug?

In der vergangenen Spielzeit 2014/15 kam Pedro beim FC Barcelona zu 50 Einsätzen und einer Spielzeit von 2197 Spielminuten. In diesen Einsatzzeiten war Pedro an insgesamt 20 Toren direkt beteiligt (elf Tore, neun Vorlagen). Im Vergleich zu seinen Mitspielern in der Offensive, namentlich Lionel Messi (5059 Minuten), Neymar (4039 Minuten) und Luis Suárez (3528 Minuten) kam er also nicht wirklich oft zum Einsatz. Hinzu kommt, dass Luis Suárez erst seit Oktober 2014 spielberechtigt war. Das rückte die Einsatzzeit Pedros dann noch deutlicher in ein anderes Licht und verdeutlichte, dass Pedro in der Spielzeit 2014/15 eher als eine Art Übergangslösung und Rotationsspieler fungierte. Etwas, was für einen Spieler wie Pedro eindeutig zu wenig war.

Zur Saison 2015/16 gab es den Wechsel Richtung London zum FC Chelsea. Vor seinem Wechsel spielte er noch drei Pokalspiele für den FC Barcelona und sicherte Barça gegen den FC Sevilla in der Verlängerung mit seinem Treffer den 5:4-Pokalerfolg. Bis dato kam Pedro 32 Mal für den FC Chelsea zum Einsatz. Hört sich zunächst im Vergleich zu den 50 Einsätzen beim FC Barcelona nicht nach viel an, wirft man allerdings einen Blick auf die Einsatzminuten, so wird klar, dass er beim Londoner Klub eine gewichtigere Rolle spielt als bei den Katalanen. Insgesamt kommt er bis hierhin auf 2058 Spielminuten. Zum Vergleich: In 50 Einsätzen beim FC Barcelona in der letztjährigen Spielzeit konnte er lediglich 239 Minuten mehr verbuchen. Verletzungsbedingt musste er allerdings sieben Spiele aussetzen. Für den FC Chelsea London hat er bisher fünf Tore erzielt. Nicht unterschlagen werden soll allerdings ein Tor für den FC Barcelona im Finale des europäischen Supercups.

Die fünf Tore sehen zwar nicht nach viel aus, allerdings muss man hier die Form von Chelsea und die Positionierung von Pedro betrachten: Der Londoner Klub ist in dieser Spielzeit alles andere als souverän. Außerdem hat Pedro auch bei Chelsea die Rolle des Arbeiters und ist des Öfteren auch am eigenen Strafraum vorzufinden und bringt sich defensiv ein. Weiterhin hat Pedro nicht die Handlungsfreiheiten eines Eden Hazards – der dennoch lange Zeit auf sein erstes Tor in dieser Spielzeit warten musste – und agiert eher positionsgebunden auf der Außenbahn. Pedro ist bei Chelsea für das schnelle Umschaltspiel quasi unentbehrlich. Gegen Paris Saint-Germain konnte neben Willian vor allem Pedro durch schnelle Gegenstöße für Gefahr sorgen – über die Außenbahn als auch durch das Zentrum. Der Spanier zeigte sich hier insbesondere als ein Spieler, der den Ball sicher zum Mitspieler transportieren und auch die Mittelfeldketten durchbrechen kann, auch wenn der Erfolg am Ende ausblieb und PSG das Duell für sich entscheiden konnte.

Hat Pedro seinen Stammplatz bei Chelsea?

In den Interviews deutet nichts darauf hin, dass Pedro unglücklich ist. Ganz im Gegenteil: Er möchte liebend gern auch in den nächsten Spielzeiten für Chelsea spielen. Bei Chelsea kommt Pedro auch in den wichtigen Spielen zum Einsatz und gilt als einer der Antreiber im Offensivspiel. Dennoch muss gesagt werden, dass er zu mehr in der Lage ist. Vermutlich haben seine Verletzungen insbesondere in der Hinrunde dafür gesorgt, dass er immer wieder ausgebremst wurde. Es ist abzuwarten, wie Pedro in einem funktionierenden Chelsea-Team agieren wird und ob er sich auch dann einen Stammplatz sichern kann.

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