FC Barcelona bezwingt Club Léon und gewinnt die Gamper-Trophäe

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Mit 6:0 gewann der FC Barcelona die Joan Gamper Trophy und ließ dem mexikanischen Meister Club Léon keine Chance. Disziplinierte Katalanen ließen nichts anbrennen und waren speziell in der ersten Halbzeit nicht zu bändigen. Nach Wiederanpfiff nahm die Blaugrana das Spieltempo etwas heraus und spielte sich die Bälle meist nur durch die eigenen Reihen, ohne allerdings mögliche Torchancen zu ignorieren. Am Ende waren es die Youngsters Munir El Haddadi und Sandro Ramírez, die mit ihren Toren in der zweiten Halbzeit nochmals für die katalanische Jugendakademie warben.

Barça startete im gewohnten 4-3-3-System mit Bravo im Tor. Seine Vorderleute waren Dani Alves, Mascherano, Neuzugang Jérémy Mathieu und Jordi Alba. Das Mittelfeld bestand aus Sergio Busquets, Rakitić sowie Iniesta und der Sturm aus dem wiedergenesenen Neymar, Lionel Messi und Rafinha Alcántara.

Enriques Handschrift: Inverse Außenstürmer, viel Platz für Außenverteidiger

Auffällig in der gestrigen Partie war, wie auch schon in den anderen Vorbereitungsspielen zuvor, das inverse Spiel der Außenstürmer. Zum einen zogen sie die Außenverteidiger von Club Léon mit, sodass Dani Alves und Jordi Alba mehr Platz hatten. Zum anderen verkürzte diese Spielweise, die es in der letzten Spielzeit in dieser Konsequenz nur selten zu bestaunen gab, den Weg in Richtung Tor. In Torraumszenen waren Rafinha als auch Neymar öfter mit eingebunden und kamen auch wesentlich öfter zum Torabschluss. Leider schafften es die Außenverteidiger des FC Barcelona nicht, den frei gewordenen Raum auf ihrer jeweiligen Seite zu nutzen. Defensiv agierten diese zwar sicher, in der Offensivbewegung konnten für ihre Verhältnisse dennoch nur wenige Akzente gesetzt werden.

Enriques Handschrift: Die Flügel agieren fast permanent invers und binden die Innen- und Außenverteidiger

Rakitić – ein Segen für das Pressing

Besonders herausgestochen hat der ehemalige Kapitän vom FC Sevilla: Ivan Rakitić. Sein Spiel zeichnete sich durch längere Laufwege, vertikales Spiel und vor allem ein intensives Pressing aus. Und genau dieses Pressing war es, das Barça viele Torchancen ermöglichte. Es fing schon früh an, als er das Führungstor nach einem starken Ballgewinn im Mittelfeld eingeleitet hat. Nachdem Messi den Ball zu Neymar gespielt und er dann wieder zurück in die Mitte gepasst hat, verwandelte Messi per Kopf. In der gestrigen Partie war Ivan genau der Spieler, gegen den der Gegner nicht spielen wollte. Sein hartnäckiges Spiel war der Grund, warum die Mexikaner rund um Rafa Márquez nur schwer eine vernünftige Spieleröffnung hinbekommen haben. Bei gegnerischem Ballbesitz attackierte er die meiste Zeit den Sechser von Club Léon. José Vázquez wurde gezielt aus dem Spiel genommen und so war meist der Ball nach hinten der einzige Ausweg. Aber nicht nur beim Pressen des defensiven Mittelfeldspielers zeigte sich Rakitić von einer starken Seite. Sein Spiel und seine Bewegungen ohne Ball waren ebenfalls interessant zu beobachten. Vor allem beim Pressing verdeckte er den einzigen Passweg für den Gegner. Außerdem sorgte er höchstpersönlich mit Torabschlüssen aus der Distanz für sehr gefährliche Aktionen. Schaut her! Ein Spieler, der Worten auch Taten folgen lässt!

Pressing Rakitic
Nur ein Bild von vielen: Der Kroate presste den spielaufbauenden Sechser sowohl aus einer offensiven (Bild) wie auch aus einer defensiven Mannschaftsposition heraus. Die daraus resultierenden Ballgewinne waren ein Faktor für die vielen Umschaltmöglichkeiten im Spiel von Barça.

Barça: Das Spiel mit und ohne Ball

Bei eigenem Ballbesitz agierte der FC Barcelona in einem 3-2-3-2- bzw. 3-5-2-System. Hierbei ließ sich Messi meist in das Mittelfeld fallen, die beiden Außenstürmer rückten dafür allerdings in das Zentrum, was weiterhin vertikale Spielzüge in Richtung gegnerisches Tor ermöglichte. Verlor die Heimmannschaft allerdings mal die Kugel, so war meist ein 4-3-3 zu sehen, welches aber variabel war. Durch intelligentes Verschieben und Einrücken der Spieler konnte außerdem auch ein 4-4-2 gesehen werden. Hier war das Pressingverhalten interessant. Meist waren es die beiden Achter, die den ballführenden Spieler attackierten. Die beiden Flügelflitzer rückten weiter nach hinten und coverten die pressenden Spieler. So wurde das Risiko, überlaufen zu werden, minimiert.

Akteure der Barcelona B trumpfen auf

Nachdem Messi und Neymar (Doppelpack) das Spiel schon in der ersten Hälfte klar gemacht haben, war es an der Zeit, die Youngsters ran zu lassen. Und diese überzeugten sofort! Zunächst wurde Munir El Haddadi für den letzten brasilianischen Samba-Fußballer eingewechselt. Mit einem hohen Laufpensum sorgte er direkt für Aufsehen. Vor allem der Außenverteidiger Jonny Magallón hatte unter der Anwesenheit des La Masia-Juwelen zu leiden. Ständig sah er sich unter Druck gesetzt. Später belohnte sich Munir mit zwei Toren. Dabei wollen wir besonders eines hervorheben, nämlich sein erstes. In der 55. Spielminute spielt der überragende Ivan Rakitić eine wunderschöne Flanke über die Abwehrreihe von Rafa Márquez zu Dani Alves. Dieser spielt gänzlich uneigennützig quer zu Munir, der nur noch einzuschieben braucht – 4:0.

Später war es dann eine Co-Produktion zweier Barça B-Akteure, die es im gegnerischen Kasten klingeln ließ. Der eingewechselte Sandro Ramírez brachte sich sofort ins Spiel ein und ließ seine bullige Physis und seine hohe Laufgeschwindigkeit sprechen. Er lässt den gegnerischen Verteidiger links stehen, behält die Übersicht, spielt die Murmel zu El Haddadi und Tor! Kurze Zeit später waren es wieder zwei Spieler der Barça B, die am letzten Treffer beteiligt waren. Sergi Samper, der nach seiner Einwechslung mit seiner dynamischen und abgeklärten Spielweise auf der Sechserposition zu überzeugen wusste, führt den Ball. Er weiß, dass er über eine überragende Spielübersicht verfügt. Das weiß Sandro auch. Samper spielt den Ball schön flach, präzise und vertikal zu dem durchstartenden Sandro. Ramírez nimmt die Kugel gekonnt an und verwandelt zum 6:0. Das war gleichzeitig auch der Schlusspunkt in einer unterhaltsamen Partie, die mangels Qualität des Gegners nicht überbewertet werden darf.

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