Meine Gedanken zur Kaderplanung

StartFC BarcelonaSonstigesMeine Gedanken zur Kaderplanung
- Anzeige -
- Anzeige -

Neymar ist Geschichte und Barça steht inklusive dem ursprünglichen Transferbudget etc. wohl mit 240 bis 300 Millionen Euro da, die investiert werden können. Normalerweise halte ich persönlich ja nicht viel von „Milchbubenrechnungen“, die in diversen Zeitungen angestellt werden, um mögliche Wechsel auch vom finanziellen Standpunkt aus zu betrachten. Die Kaderplanung ist ein sehr komplexes Thema und im Prinzip ist jeder Fan im Herzen auch Trainer und Sportdirektor. Das macht diesen Sport ja auch irgendwie so speziell. Deshalb sehe ich für einen kurzen Moment über meine persönlichen Prinzipien hinweg und versuche mich doch als „Sportdirektor“.

Wer sollte Barça noch verlassen?

Aktuell hat der FC Barcelona ganze 26 Spieler in seinem Kader. 25 dürfen in La Liga in die Mannschaft einberufen werden. Insofern kann der derzeitige Kader ohnehin nicht bestehen bleiben. In meinen Augen gibt es eine ganze Reihe an Kandidaten, die keine Rolle in Valverdes Planungen für nächste Saison spielen sollten. Douglas ist in dieser Hinsicht wohl der erste Name, der einem in den Sinn kommt. Benfica soll angeblich reges Interesse am Brasilianer hegen und bereits beim Semedo-Transfer erste Gespräche begonnen haben. Aktuell ist von einer Leihe mit Kaufoption die Rede, wobei Benfica zu fordern scheint, dass Barça einen Teil des Gehalts des Brasilianers übernimmt. Das soll für die Gespräche nicht unbedingt förderlich sein.

Vermaelen ist der nächste Name, der wohl auf der Abgangsliste steht. Zwar waren seine Leistungen relativ passabel, doch seine Fitness lässt es einfach nicht zu, mit ihm als festem Bestandteil zu planen. Weiter steht Marlon in den Startlöchern, der auch auf Minuten kommen soll. Für Vermaelen gab es zuletzt angeblich Interesse aus England.

Auch hinter Munir steht aktuell noch ein Fragezeichen. An einen Verbleib glaubt aktuell niemand, doch von konkreten Wechselbemühungen ist auch noch nicht viel zu hören. Deulofeu verpasste die Vorbereitung bekanntlich auf Grund einer Verletzung und auch bei Arda Turan sah es lange Zeit nach einem Abgang aus, während die Zeichen aktuell eher auf Verbleib stehen. André Gomes wird hingegen aktuell angeblich von Juventus umworben und für Rafinha gibt es auch einige Interessenten. Soweit zum derzeitigen Stand der Dinge, die genauen Wechsel werde ich erst im Rahmen der Verpflichtungen diskutieren, da bei den Gerüchten aktuell auch oft von Tauschgeschäften die Rede ist.

Iñigo Martínez

Der Innenverteidiger von Real Sociedad soll bei Coach Ernesto Valverde angeblich hoch im Kurs stehen. Valverde sieht die Innenverteidigung offensichtlich noch als zu dünn besetzt. Eventuell ist Marlon für ihn noch nicht weit genug, tatsächlich zu den vier Innenverteidigern zu gehören oder Vermaelen hat ihn als Innenverteidiger Nummer fünf nicht wirklich überzeugt. Jedenfalls ist Martínez Linksfuß. Eine Eigenschaft, die von Barças Innenverteidigern aktuell nur Samuel Umtiti mitbringt. Die Ausstiegsklausel für den Basken soll bei ca. 32 Millionen Euro liegen. Für heutige Verhältnisse ein echtes Schnäppchen. Eventuell haben die Basken ja auch an Douglas und oder Vermaelen Interesse. Ersterer will ja ohnehin die spanische Staatsbürgerschaft. Europa League würde ja jetzt auch nicht so schlecht klingen. Damit könnte Barça sich die Steuern für die Ausstiegsklausel sparen und hätte durch die beiden Abgänge den Kader ausgedünnt. Insgesamt stehe ich einem Transfer von Martínez für diesen Preis sehr positiv gegenüber. Piqué wird gemeinsam mit Umtiti wohl die meisten Spiele in der Innenverteidigung machen. Ein Abgang von Mascherano 2018 scheint nicht unwahrscheinlich und vor allem ist auch er nicht mehr der jüngste. Verletzungen gibt es immer und mit Piqué, Umtiti, Mascherano und Marlon ist die Innenverteidigung auf lange Sicht einfach zu dünn. Je nach System könnte Umtiti ja sogar auf der linken Seite gebraucht werden und sofern Valverde mit Dreierkette plant, sind vier Innenverteidiger ohnehin zu wenig.

Jean Michaël Seri

Der Mittelfeldspieler von Nizza, der von sich selbst sagt, Xavi nachzueifern, wirkt geradezu prädestiniert für eine Rolle bei Barça. Mit einer Ausstiegsklausel, die bei 40 Millionen Euro liegen soll, wäre er bei heutigen Preisen absolut leistbar und sein Spielertyp ist einer, der Barça im Mittelfeld aktuell mehr als fehlt. Samper und Aleñá sind, wenn man vom perfekten Mittelfeld Xavi-Busquets-Iniesta ausgeht, nahe an Busquets (Samper) bzw. Iniesta (Aleñá), nicht aber an Xavi. Rakitić ist ein ganz anderer Spielertyp, ebenso wie Sergi Roberto. Denis Suárez ist auch eher offensiv veranlagt und auch kein kontrollierender Mittelfeldspieler. Rafinha und Gomes spielen in meiner Planung keine Rolle, dazu aber später mehr. Beide wären aber ohnehin nicht der Typ Spieler, den Barça unbedingt braucht. Seri ist in meinen Augen die einzige wirkliche Option. Verratti, Kroos und Thiago sind unmöglich zu bekommen, Modrić ebenso. Pjanić würde sich mit Sicherheit als schwierig und vor allem als teuer erweisen, genauso wie Eriksen von Tottenham (wenn gleich dieser aktuell offensiver agiert). Coutinho ist sowieso nicht dieser Typ Mittelfeldspieler. Insofern bleibt auf dem Markt nur Seri und da er erschwinglich ist und auch keinem Jugendspieler einen Platz wegnehmen würde, sehe ich diesen Transfer sogar als den wohl wichtigsten an. Ein starkes Mittelfeld bedeutet unweigerlich ein starkes Barça.

Paulo Dybala

Dybala ist zwar nicht der klassische Flügelspieler, würde Barça aber in Sachen Spielsystem eine enorme Flexibilität bringen und kann zusätzlich noch auf dem Flügel spielen. Eine Doppelspitze mit Luis Suárez gemeinsam, hinter der dann Lionel Messi agiert, wäre auch eine denkbare Option. Genauso wie, dass Dybala Messis Position zumindest ansatzweise bekleiden könnte, sollte dieser einmal ausfallen. Dybala ist ein relativ flexibler Spieler, der sich mit 23 noch absolut in seiner Entwicklung befindet. Eine gutes Spielverständnis mit Lionel Messi könnte auch durch die gemeinsame Nationalmannschaft weiter intensiviert werden. In diesem Zusammenhang möchte ich jetzt auch auf André Gomes und Rafinha zu sprechen kommen. Juventus Turin soll angeblich an beiden Spielern Interesse zeigen. Ein Deal könnte durch Inkludieren der beiden Spieler als äußerst erschwinglich gestaltet werden. Sogar so erschwinglich, dass sich Dembélé, auf den ich im nächsten Absatz zu sprechen komme, immer noch leistbar wäre.

Ousmane Dembélé

Durch den Abgang von Neymar bräuchte man auch auf dem Flügel natürlich einen entsprechenden Ersatz. Dembélé gilt als beidfüßig und kann beide Flügelpositionen spielen, wenn gleich er bei Dortmund die rechte Seite bekleidete. Das stellt sich aber auch nicht weiter als Problem dar, wie ich finde, da durch Neymars Abgang sowieso ein Systemwechsel notwendig wird, da er als Spieler sowieso nicht eins zu eins ersetzt werden kann. Dembélé hätte die nötigen Anlagen, wäre eine Investition für die Zukunft und der Preis könnte durch Gerard Deulofeu sogar gedrückt werden, da Dortmund angeblich an ihm Interesse haben soll.

Die Ab- und Zugänge in der Milchbubenrechnung

Die genauen Details bei Transfers sind natürlich immer komplex und mich erinnern solche Rechnungen sehr an FIFA-Manager und ich halte nicht sehr viel von ihnen. Dennoch möchte ich sie der Vollständigkeit halber anstellen, da man dann auch einen sehr schönen Überblick darüber bekommt, dass sich das alles mit Barças Transferbudget gut ausgehen würde.

  • Martínez für 35 Mio. € + Douglas und Vermaelen
  • Seri für 45 Mio. €
  • Dybala für 70 Mio. € + Gomes und Rafinha
  • Dembélé für 90 Mio. € + Deulofeu

Das würde insgesamt Ausgaben von 240 Mio. Euro bedeuten. Man hätte also sogar noch Verhandlungsspielraum, wenn Tauschgeschäfte nicht zustande kommen würden oder die abgebenden Vereine mehr Geld verlangen würden. Nach diesen Transferoperationen hätte man 25 Spieler im Kader. Meines Erachtens nach sollten von diesen 25 noch Arda Turan und Munir abgegeben werden. Arda könnte zwar auf dem Flügel spielen, da hat man mit Denis und Aleix aber zwei jüngere Spieler, die dies ebenfalls könnten. Zu große Kader sorgen immer für Unzufriedenheit und Arda kassiert auch nicht gerade wenig Gehalt. Munir scheint in den Planungen von Valverde keine Rolle zu spielen und hätte auch keinen Platz, sofern man Paco Alcácer behält.

Der Kader im Überblick

Viele Spieler können mehrere Positionen spielen. Ich habe sie jetzt auf den Positionen platziert, auf denen ich sie vorwiegend sehe und bin dabei bei Barças klassischem 4-3-3 geblieben. Dass Messi ohnehin, wenn überhaupt, nur nominell auf dem Flügel spielen wird, sei einmal dahin gestellt. Auf mögliche Systemvarianten gehe ich später separat ein. (Meine Wunschnummern habe ich der Vollständigkeit halber auch schon angeführt, auch wenn die komplett irrelevant sind. Zugegeben, die 11 für Semedo fände ich aber schon sehr cool!)

#1 – Marc André ter Stegen
#13 – Jasper Cillessen

#11 – Nélson Semedo
#22 – Aleix Vidal

#3 – Gerard Piqué
#2 – Marlon Santos

#22 – Samuel Umtiti
#14 – Javier Mascherano
#15 – Iñigo Martínez

#18 – Jordi Alba
#19 – Lucas Digne

#5 – Sergio Busquets
#16 – Sergi Samper

#4 – Ivan Rakitić
#24 – Jean Michaël Seri

#8 – Andrés Iniesta
#20 – Sergi Roberto
(#28 – Carles Aleñá)

#10 – Lionel Messi
#7 – Ousmane Dembélé
#6 – Denis Suárez
#21 – Paulo Dybala
#9 – Luis Suárez
#17 – Paco Alcácer

Möglichkeiten in Sachen Taktik

Abschließen möchte ich diese Analyse mit einigen Gedanken zu möglichen Spielsystemen. Klar, es ist noch viel zu früh, um Valverdes Pläne fundiert beurteilen zu können, dennoch würde dieser Kader sehr viele taktische Facetten ermöglichen, da in ihm quasi jeder Spielertyp vorhanden ist. Einzig ein waschechter linker Flügel fehlt, aber das war Neymar bekanntlich auch nicht und Dembélé kann auf der anderen Seite schließlich auch spielen.

Zunächst ist natürlich das klassische 4-3-3 möglich, wobei Dembélé oder Dybala die Neymar-Rolle einnehmen. Man könnte sogar Dybala in der Mitte spielen lassen, oder Messi wieder als hängende Spitze. Es ist also problemlos möglich sowohl personell als auch Positionell zwischen Messi, Suárez, Dybala und Dembélé zu rotieren. Etwas, das mit MSN alleine undenkbar gewesen wäre. Weiter kann Dybala auf dem Papier Messi zumindest ansatzweise in dessen Rolle ersetzen. Dass niemand auf diesem Planeten an Leos Klasse herankommt, ist ohnehin unbestritten.

Weiter ist auch eine Dreierkette denkbar. Mit Piqué, Mascherano und Umtiti wäre hierbei eine sehr konservative Variante möglich. Auch eine Variante mit Alba oder Aleix bzw. Semedo auf ihrer jeweiligen Seite ist denkbar. Dies wäre aber nur dann möglich, wenn man im Mittelfeld wirklich mit Doppelsechs agieren würde. Ansonsten würde man hinten sehr offen stehen. Mit Busquets und Samper, aber auch Busquets und Sergi Roberto oder Seri wäre das möglich. Die Variante Busquets und Seri würde ich persönlich ab er nur gegen schwächere Teams einsetzen. Sergi Roberto könnte durch seine durchaus annehmbare Geschwindigkeit besser absichern und vor allem auch durch seine Erfahrung auf den Außenbahnen auch die Seiten gut absichern. In diesem System könnte Messi dann im offensiven Mittelfeld agieren und die Bälle in alle Richtungen verteilen, während man auf den äußeren MF-Positionen Denis und Rakitić oder Aleix agieren lassen könnte.

Meine persönliche Präferenz wäre jedoch eine Variante, in der Messi von drei Mittelfeldspielern gestützt wird und sich mehr auf die Offensive konzentrieren kann, sich die Bälle also nicht, wie zuletzt so oft, aus dem Mittelfeld holen muss. Suárez und Dybala vor ihm wären dabei eine Option. Dembélé müsste dann tiefer agieren und die Außenbahn gut abdecken. Auf links kann man es mit Alba versuchen, der von Busquets und Seri im defensiven Mittelfeld gestützt wird. Die Dreierkette würde ich in diesem Fall eher konservativer auslegen und zwar mit Piqué, Mascherano und Umtiti. Alba müsste in diesem System offensiv wieder an Durchschlagskraft gewinnen, man könnte es aber eventuell auch mit Digne probieren. Denis wäre auch eine Option, wobei für die Breite ein Linksfuß sicher besser geeignet wäre. Albas Problem wäre in dem System seine Schwäche im Eins-gegen-Eins. Aleix wäre in dieser Hinsicht wohl deutlich stärker, dafür müsste Dembélé aber auf seine schwächere Seite weichen.

Summa summarum kann man sagen, dass sich durch diesen Kader taktisch enorm viele Möglichkeiten bieten würden. Die einzige Schwachstelle, die ich darin sehe, ist, dass auf der linken Seite kein Flügelspieler vorhanden wäre, der auch im Eins-gegen-Eins gut ist. Dembélé ist aber auf beiden Seiten annehmbar und es ist schließlich nicht vermeidbar, einen Kader ohne Schwachstellen zu planen. Dafür reicht das Neymar-Budget dann leider doch nicht aus. Aber gut, Mboula wurde ja zu Monaco verjagt. Der wäre zwar ein Rechtsfuß gewesen, man hätte es mit ihm auf links aber durchaus auch probieren können. Stichwort: Eins-gegen-Eins. Deulofeu wäre natürlich auch eine Option, sofern er nicht in einen möglichen Dembélé-Deal eingebunden wird. Arda Turan erwähne ich an dieser Stelle nicht, da er in meinen Augen auch nicht wirklich die Stärken im Eins-gegen-Eins vorzuweisen hat, die in diesem Zusammenhang notwendig wären.

Wie seht ihr das? Wie würdet ihr den Kader zusammenstellen? Wen würdet ihr holen und wieso? Für wen seht ihr bei Barça keine Zukunft?

- Anzeige -

AKTUELLE USER-KOMMENTARE