Messi und Co. bezwingen Belgien und stehen im WM-Halbfinale

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Im Vergleich zu den vorherigen Viertelfinal-Partien, war die Begegnung zwischen Argentinien und Belgien meist durch faires Spiel geprägt. Beide Teams versuchten ihr Spiel aufzuziehen. Die erste Halbzeit gehörte Messis Argentiniern, ehe Belgien motivierter aus der Kabine kam und den Druck erhöhte. Eine disziplinierte argentinische Defensive konnte die 1:0-Führung durch Higuaín in der achten Spielminute verwalten und Hazard, De Bruyne und Fellaini neutralisieren. Insgesamt steht Argentinien verdient im Halbfinale, da sie die besseren Torchancen hatten und selbst kaum etwas zugelassen haben.

Belgiens Spielweise für Argentinien optimal

Belgien, beflügelt von der eindrucksvollen Partie gegen die USA, vertraute auf ihre Fähigkeiten und agierte anders als die vorherigen Gegner der Argentinier offensiver. Diese Spielweise erwies sich als eine dankbare, denn es ist schließlich bekannt, dass das schnelle Umschaltspiel die wohl größte Stärke der argentinischen Nationalelf ist. Eindrucksvoll bewies das beispielsweise auch der Führungstreffer. Nach einem Ballverlust an Messi im Mittelfeld, leitet er den Pass weiter zu Di María. Dieser möchte Zabaleta anspielen, doch wird der Ball unglücklich zu Higuaín abgefälscht. Higuaín nimmt den Ball direkt und lässt Courtois keine Chance – 1:0 für die Albiceleste (8′). Dies sollte allerdings nicht das einzige Beispiel für das herausragende Umschaltspiel der Südamerikaner sein. Die 28. Spielminute bricht an, eine Offensivaktion der Belgier verpufft und der Ball landet im Mittelfeld bei Messi. ‚La Pulga‘ hat den Ball, wartet kurz und schickt einen wunderschönen Pass durch die Schnittstelle zum durchstartenden Di María. Der Real Madrid-Spieler nimmt die Kugel an, legt sie sich zurecht und schießt, Kompany blockt ab. Eine wunderschöne, aber auch folgenschwere Aktion. Beim Schuss verletzt sich Di María und muss nur kurze Zeit später ausgewechselt werden, was eine enorme Schwächung für das Offensivspiel der Argentinier bedeutete.

Lionel Messi ändert die Spielweise

Die Auswechslung Di Marías hatte auch taktische Konsequenzen. Die Spielweise von Lionel Messi

änderte sich seitdem, vor allem in der zweiten Halbzeit. Als die ‚Nummer 7‘ noch auf dem Feld war, agierte der vierfache Weltfußballer oft rechtslastig, sodass er die linke Offensivseite der Belgier entschärfen konnte. Weiterhin presste er die Sechser der belgischen Nationalelf. Vor dem 1:0 war es Messi, der nach seinem Pressing auf den herausstürmenden Kompany für den Ballgewinn sorgte und somit einen hohen Anteil daran hatte, dass es überhaupt zum Tor kam. Nach Di Marías Auswechslung war von nun an vermehrt ein 4-4-2 zu sehen. Higuaín und Messi bildeten die vorderen Spitzen und waren weitestgehend von Defensivaktionen befreit. Die Statistik belegt, dass Messi in der zweiten Halbzeit rund 400 Meter weniger gelaufen ist, als noch in der ersten Halbzeit. Weiterhin ist aufzuführen, dass der Kapitän in der zweiten Halbzeit weniger die direkten Zweikämpfe suchte – ein Beleg dafür, dass er und seine Mitspieler aufgrund der Verletzung Di Marías die Spielweise ändern mussten.

Spielverwaltung ist angesagt

In der zweiten Halbzeit war es mehr ein taktieren seitens der argentinischen Nationalelf als auch die Planlosigkeit Belgiens, die das Spiel weniger attraktiv machten. Im 4-4-2 wusste Argentinien jegliche Offensivaktion des gegnerischen Teams zu unterbinden. Die meist kritisierte Defensivreihe Argentiniens spielte nun abgeklärt, wie man es von ihr normalerweise nicht kennt. Das Zentrum wurde dichtgemacht und Belgien musste oft auf die Außenbahn ausweichen. Doch auch da schaffte es die Albiceleste durch diszipliniertes Verschieben die Gefahr einzudämmen.

Belgien sah sich nun gezwungen, die Brechstange auszupacken. Mit langen Bällen nach vorne versuchten sie hinter die Abwehr zu gelangen, doch Garay und Co. hatten etwas dagegen und bewiesen ihre Lufthoheit gegen die großgewachsenen Gegner. Auch Standards wurden zumeist mit Leichtigkeit entschärft. Dennoch wurde die Verteidigung der Gauchos nicht wirklich entlastet. Unnötige Fehlpässe im Mittelfeld und das Fehlen von Di María machten es der Defensive um einiges schwerer. Mit dem einzigen Torschützen im Match gegen die Schweizer, fehlte der Akteur im Spiel Argentiniens, der in wenigen Sekunden mit seiner starken Ballführung das Mittelfeld überbrücken kann. So ein Spieler war nicht mehr da und auch die Offensive war aufgrund dieser fehlenden Personalie schwächer.

Trotzdem ging eines nicht verloren: Die Qualität im Umschaltspiel. Zwar waren es die Europäer, die in der zweiten Halbzeit am Drücker waren, allerdings hatte Argentinien die eindeutig besseren Tormöglichkeiten. Zunächst wurde Higuaín nach einem Ballgewinn schnell bedient. Er setzte sich phänomenal durch, traf jedoch nur die Latte. In der letzten Minute der Nachspielzeit war es dann Lionel Messi, der gegen weit aufgerückte Belgier plötzlich alleine vor Courtois auftauchte. Aber auch er scheiterte, sodass es beim 1:0 für das Team von Alejandro Sabella blieb.

Barça-Spieler in der Einzelkritik

Lionel Messi spielte eine insgesamt gute Partie. Die erste Halbzeit war stärker als die Zweite. In den ersten 45 Minuten hatte er eine Passgenauigkeit von 100%, gewann zwei Zweikämpfe und leitete nach seinem Ballgewinn die Führung durch Higuaín ein. Doch spätestens in der zweiten Halbzeit machte sich auch bei ihm das Fehlen Di Marías bemerkbar. Es fehlte an Tempo und durch seine neue Positionierung war er nicht mehr so stark ins Spiel eingebunden. In der Schlussminute vergab er eine hochkarätige Tormöglichkeit, die er normalerweise im Schlaf verwandelt.

Javier Mascherano spielte seinen Part souverän herunter. Er war gemeinsam mit Biglia der Taktgeber im Mittelfeld und wusste defensiv und auch als Passgeber zu überzeugen. Während der Druckphase Belgiens unterlief ihm hie und da mal ein Fehlpass, doch sein Mittelfeldpartner und er, die beide eine Passgenauigkeit von 89% hatten (whoscored), waren im Mittelfeld die sichersten Anspielstationen. Schlussendlich konnte er noch zwei gewonnene Zweikämpfe verbuchen.

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