Roundtable: Passt Luis Suárez zum FC Barcelona?

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Diese Frage, über welche sich zahlreiche Culés derzeit den Kopf zerbrechen, bezieht sich ausschließlich auf die sportliche Komponente. Suárez, der vor der Saison um umgerechnet 81 Millionen Euro aus Liverpool verpflichtet wurde, konnte sein Potenzial bis auf wenige Ausnahmen noch nicht abrufen. Deshalb wurde es Zeit, die Meinungen unserer Barçawelt-Mitglieder einzuholen, die wir nun in diesem Roundtable präsentieren.

Grandoli Newells Barca: Suárez bringt alles mit, um bei Barça bestehen zu können

Unser Mitglied Grandoli Newells Barça

ist sich sicher, dass der Uruguayer eine große Bereicherung für das Team ist und sehr wohl zum Spiel der Blaugrana passt.

„Suárez ist einer der besten Mittelstürmer der Welt und sehr torgefährlich – solche Spieler helfen immer. Bekanntlich braucht es aber noch einige Attribute mehr, um in diesem Kollektiv wirklich funktionieren zu können – und in diesem Aspekt trumpft Suárez auf. Er besitzt eine gute Übersicht und ist grundsätzlich stark im Passspiel. Er kann seine Mitspieler in Szene setzen, selber in Position gehen, um angespielt zu werden oder durch unterstützende Läufe Räume schaffen. Suárez ist sich für unterstützende, selbstlose Arbeit auf dem Feld nicht zu schade und vollbringt diese vorbildlich. Er ist ein Arbeiter und mit einem Kämpferherz gesegnet.

Luis Suárez bringt alles mit, was man braucht, um bei Barça bestehen zu können. Darüber hinaus verfügt er über Eigenschaften, die eine Bereicherung für das Spiel unserer Mannschaft darstellen. Durch seine stetigen Läufe in den Strafraum besetzt er diesen und bindet gleichzeitig die gegnerischen Innenverteidiger. Er füllt damit eine Rolle aus, die ich in den letzten Jahren schmerzlich vermisst habe. Endlich haben wir in Person von Suárez eine konstante Anspielstation im Strafraum, aus taktischer Sicht kann man den daraus resultierenden Vorteil kaum überbewerten. Das bringt mich zu einem letzten und wichtigen Punkt, nämlich zu der Art und Weise, wie Suárez eingesetzt wird. Er hat durchaus gut gespielt auf dem Flügel und seine Arbeit dort anständig verrichtet. Aber für einen Spieler in der Breite hätten keine 80 Millionen investiert werden müssen. Man muss die taktischen Innovationen, welche Suárez mitbringt, auch nutzen. Und diese sind im Strafraum am größten. Mein Fazit lautet demnach: Suárez passt ganz hervorragend zum FC Barcelona, sofern er denn richtig eingesetzt wird. Diese Bedingung trifft auf jeden Spieler zu. Was daraus wird, liegt in den Händen des Trainers.“

Messinho: In Barças System gibt es keinen Platz für solch einen Spielertypen

Das Mitglied Messinho ist hingegen fast gänzlich anderer Auffassung – für ihn stimmt die Chemie zwischen Barça und Suárez noch nicht.

„Die Frage ist nach den bisher bescheidenen Leistungen berechtigt. In den letzten Jahren hegten viele Culés den Wunsch nach einem Stürmer und einem Plan B. Suárez schien der perfekte Mann dafür zu sein. Suárez war in der letzten Saison der beste Torschütze in der Premier League, obwohl er nicht einmal die Elfmeter schoss. Hinzu kam eine Sperre, durch die er die ersten fünf Spieltage verpasste. Wie kann ein so kaltblütiger Stürmer bei Barça nur so untertauchen? Natürlich hat er selbst durch die vier Monate Sperre einen erheblichen Anteil daran, aber dennoch konnte er mit der Mannschaft trainieren und sich mit der Spielweise etwas vertraut machen. Bei Barça hat Suárez viel weniger Platz auf dem Spielfeld, als er es zu Liverpool-Zeiten in der Premier League hatte. Manchmal bewegt er sich so, als wüsste er nicht, wohin er laufen sollte. Dazu kommt noch, dass Messi ihn auf den rechten Flügel drängt, was jedoch logisch ist, da Messi sich in der Mitte sichtlich wohler fühlt. Suárez wirkt wie ein Fremdkörper im Spiel – er läuft oft in die Tiefe, wird jedoch nicht angespielt.

Um die Frage zu beantworten: Nein, er passt nicht ins System, aber grundsätzlich wollte man doch so einen Spieler, einen echten Stürmer. Einen, der auch aus der Distanz abziehen und Kopfballtore erzielen kann. In Barças System gibt es jedoch keinen Platz für so einen Spielertyp. Nach seinem Kauf hatte ich die Hoffnung, dass man das System etwas verändert, sodass Suárez sich einfügen kann – daraus wurde aber nichts. Wenn Luis Enrique von Anfang an gewusst hat, dass er ihn nicht so einsetzen wird, dass seine Stärken zum Zuge kommen, dann frage ich mich, warum man ihn geholt hat. Eines ist aber klar: Abschreiben tue ich Suárez nicht.“

ViscaBarca: Suárez agiert zu hektisch

ViscaBarca zieht eine erste Bilanz bezüglich des Südamerikaners und ist mit diesem keineswegs zufrieden.

„Nach insgesamt 14 Pflichtspieleinsätzen und 1040 Einsatzminuten stehen bei Suárez, der dem FC Barcelona eine Menge Geld wert war, vier Tore und sieben Vorlagen zu Buche. Dies ist eine sehr überschaubare Statistik, wenn man an seine letzte Saison beim FC Liverpool zurückdenkt. Doch was könnten die Gründe dafür sein? Bei kaum einem anderen Team dieser Welt wird so viel Wert auf Ballkontrolle und Ballbesitz gesetzt. Als Sturmspitze muss Suàrez deswegen das Spiel schnell auffassen und unter hohem Druck den Ball behaupten und abschirmen können. Ich vertrete nicht die Meinung, dass er das gut kann. Als einfachstes Beispiel kann man die Treffer gegen Nikosia und Elche nennen: Der Ball wird auf Suárez gespielt, dieser lässt ihn durch, um den Gegenspieler zu irritieren und läuft an diesem vorbei. Diese Aktionen gehen von zehn Versuchen einmal gut, aber neunmal gibt es einen Ballverlust. Mir persönlich gefällt diese Art und Weise nicht.

Auch wirkt Suárez oftmals zu hektisch und agiert in manchen Situationen unglücklich. Loben kann man den Uruguayer aber für seinen Einsatz – er gibt immer alles und hängt sich voll rein – doch ist diese Einstellung das, was Barcelona unbedingt braucht? Mit Pedro und vielen anderen Nachwuchsspielern hat man genügend Leute, die diese Attribute ausreichend erfüllen. Ich stelle mir die Frage, ob man das Geld, welches man für Suárez ausgegeben hat, auch durch Tore und Erfolge wieder einnehmen kann. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und hoffe, dass er an die Liverpool-Zeit anknüpfen kann.“

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