Roundtable Teil 2: Umbruch bei Real Madrid – wie gefährlich werden sie Barça?

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Am Wochenende verlor Real Madrid etwas überraschend das Heimspiel gegen den Stadtrivalen Atlético Madrid. Die Abgänge von Ángel Di María und Xabi Alonso könnten ein möglicher Grund für den schwachen Saisonauftakt sein. Im Gegenzug verstärkten sich die Hauptstädter mit den Neuzugängen Toni Kroos und James Rodríguez. Ob und wie gefährlich Real Madrid für den FC Barcelona werden kann, damit haben sich unsere Mitglieder im zweiten Teil unserer Roundtable-Serie zu den Hauptstädtern befasst.

Barca_undso: Di María für James Rodríguez – ein schlechter Tausch

Unser Mitglied Barca_undso sieht wie der Großteil beim Thema Real Madrid eine personelle Schwächung zur Vorsaison:

„Ich bin der Meinung, dass sich Real Madrid im Vergleich zur letzten Saison personell verschlechtert hat. Bei allem Respekt: Die Abgänge wurden in meinen Augen nicht gut genug kompensiert bzw. herrscht beim Konkurrenzkampf um die Stammplätze ein ziemliches Ungleichgewicht – ähnlich wie bei Barça im letzten Jahr. Eine ganz spezielle Schwächung ist der Abgang von Di María. Ich möchte ehrlich sein: Ich bin noch nicht von James überzeugt. Eine gute Weltmeisterschaft reicht definitiv nicht aus, um sich ein Bild von dem Spieler zu machen. Dazu kommt noch, dass er in der Defensivarbeit nicht stärker ist als ‚el Fideo‘. Di María war der Spieler bei Real Madrid, der den Gegnern die meisten Probleme bereitete – ob man es wahrhaben will oder nicht. Die Dynamik mit dem Ball und seine Defensivstärke gaben den Madrilenen etwas Unberechenbares. Ronaldo und Bale profitierten in der letzten Saison erheblich von diesem Spieler. Zusammen mit Modrić war er wohl der wichtigste Spieler in der letzten Saison. Man war defensiv als auch offensiv stark.

Nun zu Toni Kroos: Ein klasse Spieler. Kann er das Mittelfeld defensiv stabilisieren? Ich weiß es nicht. Bei den Bayern war es eher sein Mittelfeldpartner, der durch starke Defensivszenen aufgefallen ist. Ich finde ihn in der Offensive als Ballverteiler bzw. als Spielmacher stärker. Wie das Mittelfeld in der kommenden Saison aussehen wird, weiß ich nicht. Gesagt werden muss allerdings, dass das Mittelfeld offensiv weiterhin stark ist, dafür defensiv schwächer wurde. Dies war schon gegen Atlético Madrid und gegen Real Sociedad zu sehen (4:2-Niederlage). Zu leicht konnte das Mittelfeld mit einfachen Bällen überbrückt werden. Positiv für Real Madrid empfinde ich die Leihgabe aus Manchester. Chicharito wird auf längere Sicht ein echter Konkurrent für Benzema sein. Leistungsexplosionen auf beiden Seiten sind hier möglich.

Insgesamt bin ich der Meinung, dass Real Madrid im Vergleich zur letzten Saison schlechter aufgestellt ist. In der Defensive mangelt es ihnen an Breite, wovon es in der Offensive genug gibt. Das Mittelfeld handelt sich hierbei um eine Problemzone. Wir müssen trotzdem auf Überraschungen gefasst sein: Bale spielte zu Beginn der letzten Saison auch nicht berauschend und steigerte sich stetig. Es kann sein, dass James tatsächlich der Spieler ist, für den man ihn hält, und Di María ebenbürtig ersetzt. Real Madrid darf nicht unterschätzt werden.“

ViscaBarca: Wen soll Ancelotti einwechseln?

Mitglied ViscaBarca vertritt die Meinung, dass sich Real Madrid sowohl taktisch als auch personell eingeengt habe:

„Meiner Meinung nach hat Real Madrid ohne Frage die Klasse, dieses Jahr wieder Titel zu holen, doch dafür muss eine gewisse Balance in ihr Spiel eingebracht werden. Diese haben Di María und Xabi Alonso eingebracht, die beiden, die jetzt von Kroos und James verdrängt wurden. Um ihre Balance wiederherzustellen, würde für mich das Mittelfeld aus einem fitten Khedira, Modrić und Kroos Sinn machen. In diesem Paket ist genug Physis, aber auch genug Kreativität vorhanden. Vor ihnen ein James, der den Sturm füttern soll. Auf ihren Ausrutscher bei Real Sociedad lege ich nicht viel Wert, normalerweise muss man das Spiel nach einem 2:0-Vorsprung in Ruhe nach Hause schaukeln, und Chancen auf ein 3:0 waren zur Genüge da. Aber natürlich ist Real Sociedad keine Karnevalstruppe und hat eine super Partie abgeliefert!

Mit Chicharito hat man sich nochmal in der Breite verbessert. Doch das war es dann auch schon. Für mich stellt sich die Frage, wen Real einwechseln soll, sobald sie auf verschiedene Spielsituationen reagieren müssen wie in San Sebastian. […] Ancelotti hat viel Arbeit vor sich und ich bin mir sicher, dass er noch das eine oder andere verbessern wird und Real zur zweiten Hälfte der Saison auf ihren Höhepunkt bringt. Wir dürfen uns, denke ich, auf einen spannenden Clásico einstellen, in dem meiner Meinung nach die bessere Defensive das Spiel entscheiden wird.“

Roland: Die Balance ist nicht mehr vorhanden

Unser Mitglied Roland nimmt eine taktische Perspektive ein und vergleicht die Transfers des FC Barcelona mit den Transferaktivitäten von Real Madrid.

„Es geht um Balance. Das zumindest behauptet Carlo Ancelotti gebetsmühlenartig. Und er sollte recht behalten. Denn in einer offensiv ausgerichteten Spielidee ist eine ausgewogene Defensive enorm wichtig. Diese Erfahrung mussten die Katalanen in jüngster Vergangenheit öfter machen. Auch die Blancos mussten die besagte Balance nach dem Abgang von Star-Trainer Mourinho erst finden.

Nach einigen glücklosen Experimenten im 4-4-2, 4-2-2-2 und 4-2-3-1 wurde man in einem 4-3-3 fündig. Im Mittelfeld spielte Alonso den Abräumer und Spielgestalter, während Di María mit seiner Pferdelunge die Spielwiese auf und ab rannte, um Lücken zu schließen und Offensivakzente zu setzen. Diese beiden Spieler waren nicht nur das Bindeglied zwischen Offensive und Defensive, sie sicherten auch die Offensivkünstler aus der Hauptstadt ab und machten ein ausgewogenes Spielsystem erst möglich. Nun sind sie fort und mit ihnen die Balance gleich mit, denn adäquat ersetzt wurden sie aus meiner Sicht nicht. Kroos und James sind tolle Spieler, aber Zweikampfstärke oder eine überdurchschnittliche Laufleistung gehören nicht zu ihrem Repertoire. Für mich stellen die Transferaktivitäten eine große Schwächung des Kaders dar, obwohl ich denke, dass Ancelotti auch diesmal irgendwie eine Balance finden wird, doch wird er hierfür Zeit benötigen. Zeit, die am Ende womöglich den Titel kosten wird.

Die Katalanen hingegen haben ihre Balance weiter ausgebaut. Mit Rakitić ist ein fehlendes Puzzlestück ins Camp Nou eingezogen. Von seinen Fähigkeiten profitiert die gesamte Mannschaft und ganz besonders Busquets, der nun nicht mehr allein auf weiter Flur Konter unterbinden muss.“

Ihr seid gefragt: Was hat Real Madrid, das die Katalanen nicht haben?

Falls sich noch nicht registrierte Leser an dieser neuen Rubrik erfreut haben und gerne bei dem nächsten Roundtable mitmachen wollen, dann kontaktiert uns über diese E-Mail Adresse: alvan.d@barcawelt.de. Allen Mitgliedern empfehlen wir, über das Forum (Rubrik Ankündigungen) Bescheid zu geben.

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