Saison 2018/19 steht bevor: Wer kommt, wer geht?

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Die Saison 2017/2018 ist Geschichte. Was für ein Fazit kann aus Sicht des FC Barcelona gezogen werden? Mit Sicherheit ein gutes. Nach dem spektakulären und nicht für möglich gehaltenen Abgang von Neymar nach Paris schien eine Schwächung des Teams unumgänglich. Doch am Ende wurde es das achte Double der Vereinsgeschichte und eine insgesamt gelungene Premierensaison für Ernesto Valverde. Nun steht die Kaderplanung an, ohne Andrés Iniesta. Wer wird den Verein womöglich noch verlassen und was hat es mit Antoine Griezmann auf sich?

August 2017: Supercopa gegen Real Madrid, Gesamtscore 1:5. Die Leere in der Mannschaft war nicht zu übersehen. Das Loch, das Neymar hinterlassen hat, haben Lionel Messi & Co. noch nicht wieder füllen können. Gerard Deulofeu ist einmal mehr zurückgeholt worden und wusste zum Teil auch zu überzeugen. Die gefürchteten Angriffe über die linke Seite wurden aber schmerzlich vermisst. Von Real bekamen die Katalanen klar die Grenzen aufgezeigt und spätestens ab diesem Zeitpunkt dachten wohl viele: das wird ein Seuchenjahr für den FC Barcelona. Es kam bekanntlich anders und die Mannschaft konnte die Startschwierigkeiten sehr früh ausmerzen. Nun steht die Saison nach der WM an und daher werfen wir einen Blick auf mögliche Kaderumstellungen bei den Katalanen.

Marc-André Ter Stegen die klare Nummer 1

Es war wahrscheinlich seine beste Saison seit seiner Ankunft 2014. Der Rückhalt schlechthin, Ruhe am Ball, Passgenauigkeit, Übersicht und stark im 1 gegen 1. Marc-André Ter Stegen spielte sein zweites Jahr als Stammtorhüter und konnte dies mit zahlreichen Glanzparaden mehr als nur rechtfertigen. Mit Jasper Cillessen steht zwar ein ausgezeichneter Ersatztorwart parat, der in der Copa tolle Arbeit geleistet hat, doch am Deutschen wird es wohl auch in der kommenden Spielzeit kein Vorbeikommen geben. Zur Zamora Trophy reichte es auf der Zielgeraden leider nicht mehr, aber die fünfte Saison bei Barça bietet für Ter Stegen eine weitere Chance, mit seinen Qualitäten das Publikum zu begeistern.

Umtitis Verbleib unsicher – bleiben Vermaelen und Mina?

Über Gerard Piqué muss man als Culé nicht viele Worte verlieren, mit ihm ist auch in der nächsten Saison zu rechnen. Der 31-jährige Routinier steht vor seiner elften Saison bei Barça und dürfte nach Iniestas Abschied auch zu einem der Kapitäne im Team ernannt werden. Trotzdem könnte es in der Innenverteidigung bei Barça einige Veränderungen geben. Mit Samuel Umtiti hat sich ein bulliger Franzose ziemlich schnell zum Stammspieler entwickelt und trotz seines jungen Alters eine unglaubliche Souveränität gezeigt. Nun beginnt für ihn die dritte Saison im Camp Nou, könnte man meinen. Denn die von ihm verlangte Gehaltsaufstockung gab es von der Vereinsführung bisher nicht, mit 60 Mio. Euro ist die Ausstiegsklausel im heutigen Fußballalltag sehr niedrig beziffert. Manchester United wird als potenzieller neuer Arbeitgeber genannt, was für die Katalanen aus sportlicher Sicht ein großer Verlust wäre. Clément Lenglet vom FC Sevilla zählt zu den absoluten Aufsteigern der Saison. Ist der 22-Jährige aber ein Mann für den FC Barcelona? Glaubt man den Medien, könnte er nach nur einem Jahr in Andalusien zu Barça wechseln und das schwere Erbe von Landsmann Umtiti übernehmen.

Er ist endlich mal eine längere Zeit lang verwechslungsfrei geblieben. Und auch die spielerischen Leistungen waren zufriedenstellend. Die Rede ist von Thomas Vermaelen. Der Belgier durfte sich nach seiner Leihe bei der AS Roma wieder den Katalanen anschließen. Die Verletzung von Samuel Umtiti Anfang Dezember 2017 spielte ihm in die Karten, so dass ein Einsatz gegen Real Madrid im Bernabéu so gut wie sicher war. Der Routinier machte seine Sache nicht gut, er machte sie sehr gut. Lockerheit, Souveränität, Kampfgeist – die mangelnde Spielpraxis war ihm kaum bis gar nicht anzumerken. Vergeblich warteten Culés aber darauf, ihn beim bitteren 0:3 in Rom auf dem Platz zu sehen, da an diesem Abend Gerard Piqué und Samuel Umtiti zum Großteil wie ängstliche Amateurkicker agierten. Heißt anders formuliert: Thomas Vermaelen ist nicht zuletzt wegen seines fortgeschrittenen Alters ein wichtiger Bestandteil in der Abwehrreihe der Katalanen. Wird er aber aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit weiterhin seine Chancen bekommen und dem Kader für die neue Spielzeit angehören? Bleibt abzuwarten, schließlich musste er am vorletzten Spieltag gegen La Coruña erneut verletzt raus, ohne Fremdeinwirkung. Kein neues Szenario, gute Besserung Thomas!

Anders sieht es bei Yerry Mina aus. Der große Kolumbianer ist im Winter mit dem Ziel, die Zukunft der Innenverteidigung zu verkörpern, aus der brasilianischen Liga verpflichtet worden. Die Statistiken sprachen klar für ihn, doch in Katalonien fiel der 23-jährige eher mit seinen Tanzeinlagen auf. Teilweise konnte der junge Mann auch seine spielerischen Qualitäten unter Beweis stellen, in den Kaderlisten fand sich sein Name jedoch selten. Man könnte meinen, Valverde gab ihm nicht genug Chancen, was auch stimmen könnte. Dadurch wurde der Transfer von Woche zu Woche mehr und mehr in Frage gestellt, aber objektiv betrachtet ist das nun mal nicht die Kompetenz eines Umtiti, Piqué oder Vermaelen. Es ist dem jungen Mann zu wünschen, sich mit der Zeit durchzusetzen, wahrscheinlich ist dies jedoch nicht. Noch nicht.

Außenpositionen dürftenbesetzt sein

Mit Jordi Alba und Sergi Roberto hat Barça zwei Spieler als Außenverteidiger, die im Angriffsmodus absolute Waffen sind. Die Antritte von Jordi sind bekannt, seine Übersicht ebenso. Stichwort Lionel Messi. Mit seinen 29 Jahren befindet er sich zudem in den besten Jahren und dürfte auch in seiner siebten Saison zum Stamm der Mannschaft gehören. Mit Lucas Digne steht ein Backup parat, der zwar nicht die Technik mitbringt, aber mit engagierten Vorstößen durchaus gute Partien abgeliefert hat. Auf der Gegenseite ist mit Nélson Semedo ein Rechtsverteidiger einsetzbar, der seine Schnelligkeit von Partie zu Partie im Spiel nach vorne nutzte, um ab und zu auch selbst mal abzuschließen. Das Zusammenspiel mit Lionel Messi hat dabei ebenso gut funktioniert. Sicherlich ein guter Mann für diese Position, ein Einsatz gegen Sevilla im Supercopa-Hinspiel scheint nach Sergi Robertos Sperre so gut wie fix.

Das neue Mittelfeld ohne Iniesta

Das Mittelfeld wird aller Voraussicht nach von Sergio Busquets und Ivan Rakitic angeführt. Erstgenannter ist der letzte verbliebene Baustein des legendären Mittelfelds, das mit Xavi und Iniesta unter Pep Guardiola eine neue Ära einläutete und mit dem berüchtigten Tiki-Taka den Gegnern das Fürchten lehrte. Mit seinen fast 30 Jahren ist Busquets außerdem ein routinierter Mann, der nach Iniestas Abschied nun das Herz der Mannschaft darstellen sollte. Mit dem Verbleib von Ivan Rakitic dürfen Fans des FC Barcelona wohl weiterhin rechnen, der Kroate hat eine sehr starke Saison hinter sich und ist auf der Liste der Spieler mit den meisten Einsätzen weiter oben zu finden. Konstant gute Leistungen, beherzter Einsatz in der Defensive sowie sein starker rechter Fuß, wobei auch das eine oder andere Tor daraus resultierte, machten Rakitic zu einem verlässlichen Mann in der Mitte des Feldes. Seine Antritte in Kombination mit seiner Übersicht dürfen wir dabei nicht vergessen, dies hat Real im Ligahinspiel zu spüren bekommen, als er fast das gesamte Spielfeld durchlief und das 1:0 durch Luis Suárez einleitete.

Philippe Coutinho wird eine sehr wichtige Rolle zukommen. Nach seiner Verpflichtung im Winter darf der Brasilianer nun die erste volle Saison mit Barça bestreiten und endlich in der Champions League für die Katalanen auflaufen. Wo wird Valverde ihn aber gerne sehen wollen? Es wird erwartet, dass er den Platz von Andrés Iniesta übernimmt, da er aus dem Mittelfeld heraus neben seiner Spritzigkeit und Technik auch seine Torgefährlichkeit demonstrieren kann. Schüsse aus der zweiten Reihe hat der 26-jährige drauf, jüngstes Beispiel ist der Treffer zum 1:0 am letzten Spieltag gegen Real Sociedad. Es wird also spannend, zu erfahren, was Ernesto Valverde mit Coutinho vor hat.

Paulinho wurde nach seiner Ankunft noch belächelt, niemand hat diesen Transfer nachvollziehen können. Neun Saisontore sprechen aber Bände, der Brasilianer erwies sich in seiner ersten Saison als Volltreffer. Schnell ist er nicht, bringt aber Routine mit, die nicht unwichtig ist. Er wird in den Planungen von Ernesto Valverde wohl weiterhin eine Rolle spielen, ein Stammplatz wäre trotzdem eine Überraschung.

Was passiert mit Denis Suárez und André Gomes? Es sind wohl die zwei Sorgenkinder des FC Barcelona. Denis ist mit seinen 24 Jahren noch ein Juwel in den Reihen von Barça, hat die wenigen Einsätze aber nicht zur Gänze nützen können. Zwei Treffer konnte er in La Liga erzielen, die Hektik am Ball wurde ihm aber oft zum Verhängnis, weswegen auch die Einsatzzeiten immer weniger wurden. Bekommt er nun nach Iniestas Abgang seine Chance, dieses schwere Erbe anzutreten? Jung ist er ja noch. Bei André Gomes wäre ein Abschied nicht mehr ganz unwahrscheinlich. Anfangs hat Valverde noch oft auf den Portugiesen gesetzt, bei insgesamt 16 Einsätzen in der Meisterschaft wird ein Stammplatz auch in der kommenden Saison ein Ding der Unmöglichkeit sein. Zwischendurch musste er sich zudem Pfiffe der eigenen Fans anhören, was teilweise aber nicht ohne Grund geschehen ist. Fehlpässe, Ballverluste, schwache Leistungen in der Defensivarbeit, all das hat der amtierende Europameister an den Tag gelegt. Bleibt abzuwarten, welche Rolle André Gomes künftig zukommt, falls es für einen Verbleib im Camp Nou reichen sollte.

Ein weiterer wichtiger Name ist Arthur Melo von Porto Alegre. 21 Jahre alt, zentraler Mittelfeldspieler, ein Talent auf dieser Position. Nach dem Erwerb einer Kaufoption bleibt abzuwarten, was sich die Vereinsführung mit diesem jungen Mann überlegt hat. Einige sprechen sogar schon vom „neuen Iniesta“. Titel hat der kleine Brasilianer in seinem Heimatland bereits gewonnen und galt als große Entdeckung 2017. Vom spielerischen Standpunkt aus bestimmt ein interessanter Mann für den FC Barcelona.

Griezmann ante portas – Dembélé vor Leihe?

Dass das Team ohne Neymar gut auskommen kann, hat die abgelaufene Saison ja bewiesen. Bei Lionel Messi muss man gar nicht nach Worten suchen, Weltklasse ist bei diesem Mann fast schon vorsichtig ausgedrückt. Sein kongenialer Partner im Sturm, Luis Suárez, hat nach zwischenzeitlichen Kniebeschwerden wieder in die Spur gefunden, 31 Saisontore sind es am Ende geworden, was für den Uruguayer längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Ein Tor in der Champions League bereitete den Fans allerdings Sorgenfalten, zurecht. Von Luis war klar mehr zu erwarten. Seine Kaltschnäuzigkeit und Laufbereitschaft machen ihn aber zu einem unverzichtbaren Akteur im Sturm, der mit seiner Statur sämtliche Abwehrreihen durchbrechen kann. Seine Qualitäten als Assistgeber hat „El Pistolero“ ja mehrmals unter Beweis gestellt. Ein Verbleib ist somit mehr als wahrscheinlich.

Ousmane Dembélé ist die momentan interessanteste Personalie im Angriff. Eine Verletzung bremste den Shootingstar früh aus, 3 ½ Monate Pause waren die Folge einer unnötigen Verletzung gegen Getafe. Leider hat ihm Ernesto Valverde nicht mehr so das Vertrauen geschenkt, am Ende kann der junge Franzose aber 23 Saisoneinsätze in seiner ersten Saison bei den Katalanen verbuchen, woraus 4 Tore resultierten. Seine Aktionen am Ball konnten auch das Publikum begeistern. Das, was gegen ihn sprechen könnte, ist seine Ballverliebtheit, die nicht selten zu Ballverlusten geführt hat. Außerdem hat er es sich paar Mal erlaubt, freistehende Kollegen nicht immer anzuspielen – Stichwort Semedo – was beim FC Barcelona ein absolutes No-Go ist.

Um ihm die Situation noch zu erschweren, ist das Theater um Antoine Griezmann noch nicht abgeschlossen. Kommt er, kommt er nicht? Nach dem Europa League-Titel mit Atlético Madrid will der Franzose mehr. Dieses Thema kommt in den Medien nicht mehr zur Ruhe. Bei einer Verpflichtung besteht die Gefahr, dass für den jungen Dembélé nur ein Leihgeschäft in Frage kommen würde, um mehr Spielpraxis zu erlangen. Ist da ein Tauschgeschäft mit den „Colchoneros“ möglicherweise eine Option? Einen Griezmann in der Mannschaft zu haben, wäre eine schöne Bereicherung. Ob er mit dem Spielsystem der Katalanen eins werden kann, wird die spannende Frage sein.

Mentalitätsfrage im Team entscheidend

Faktum ist: Andrés Iniesta hat sich nach 22 Jahren im Verein nach Japan verabschiedet, was dazu führt, dass das Team eine neue Ordnung aufbauen muss. Mit dem jetzigen Kader ist dies sicherlich zu schaffen und mit der Supercopa gegen Sevilla wartet auch der erste Prüfstein der neuen Saison auf den FC Barcelona. Eins steht allerdings auch fest: in Sachen Champions League braucht die Mannschaft eine stärkere Mentalität und Qualität, um nach drei K.O. im Viertelfinale wieder um den Titel mitspielen zu können. Ein Philippe Coutinho kann diesmal zwar mithelfen, die Mentalität muss aber das Kollektiv zusammen tragen und in den großen Spielen zum Vorschein bringen.

Jetzt seid ihr gefragt: Was ist Barça in der kommenden Saison zuzutrauen? Auf welchen Positionen besteht Handlungsbedarf? Ist das dritte Triple realistisch oder sind böse Überraschungen wie in Rom weiter nicht ausgeschlossen?

 

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