Supercopa 2016: Der FC Barcelona bezwingt den FC Sevilla dank überzeugendem Konzept

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Nach dem 2:0-Erfolg des FC Barcelona im Hinspiel machten die Blaugranas im Rückspiel der Supercopa mit dem 3:0 gegen den FC Sevilla den ersten Titelerfolg der Saison 2016/17 perfekt. Zweimal konnte sich Arda Turan und einmal Lionel Messi in die Torschützenliste eintragen. Der Türke erzielte hierbei die ersten beiden Treffer – wovon vor allem der zweite Treffer wunderschön gewesen ist -, Messi machte den Sieg mit dem 3:0 per Kopf perfekt. Auf der anderen Seite vergab Sevilla die Ausgleichschance in der ersten Halbzeit, als Claudio Bravo einen Elfmeter parierte.

Die Aufstellung

Der FC Barcelona präsentierte sich im typischen 4-3-3-System. Im Vergleich zum Hinspiel wurden allerdings auf mehreren Positionen Veränderungen vorgenommen. Im Tor stand wie erwartet Claudio Bravo. Die Viererkette vor dem eigenen Tor wurde von Aleix Vidal, Mascherano, Umtiti und Lucas Digne gebildet. Das Mittelfeld bestand aus Sergio Busquets, André Gomes und Denís Suárez. Arda Turan, Munir El Haddadi und Lionel Messi bildeten das Sturmtrio.

FC Sevilla: Schnelles Umschalten nach Ballgewinn

Das Spielkonzept vom FC Sevilla war darauf ausgelegt, dass man aus einer stabilen Defensive heraus schnelle Angriffe nach vorne vollzieht, sobald der Ball gewonnen werden konnte. Und tatsächlich: Der FC Barcelona hatte seine Probleme. Also, wenn nur die ersten fünf Minuten und das Zustandekommen des Elfmeters beleuchtet und die restlichen 85 Minuten ausgeblendet werden sollen. Rein offensiv war von Sevilla nämlich nach der kurzen Findungsphase des FC Barcelona kaum etwas zu sehen. Defensiv, das muss gesagt werden, agierte man trotz der drei Gegentore stabil und ließ weniger Torchancen zu als man vermuten könnte, wenn man nur vom Spielstand ausgeht. Im 4-4-2-System agierten die Andalusier bei gegnerischem Ballbesitz und übten Druck auf den ballführenden Barcelona-Spieler aus, sobald sich dieser in Mittelfeldnähe befand. Das Zentrum konnte dadurch ganz gut verdichtet werden, sodass der FC Barcelona des Öfteren auf die Außenpositionen ausweichen musste und die Katalanen gezwungen wurden, diese Räume zu bespielen. Auf den Außenpositionen agierte die Defensive des FC Sevilla allerdings nicht wirklich strukturiert. Auf diesen Positionen schienen die Gäste aus Andalusien äußerst anfällig zu sein, vor allem dann, wenn der FC Barcelona über die Außen Fahrt aufgenommen hat. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in der ersten Halbzeit der schnelle Aleix Vidal öfter in Szene trat und durch gefährliche Ablagen in den Rückraum für Gefahr sorgte. Man merkte dem FC Sevilla an, dass sich das Team nach dem Umbruch noch in der Findungsphase befindet.

Freigeist Messi, invers agierender Arda Turan und mehr: Die Blaugranas hebeln das Defensivkonzept des FC Sevilla aus

Der FC Barcelona hat sich in der gestrigen Partie von einer guten und disziplinierten Seite gezeigt. In einem 3-4-3-System wussten die Katalanen die zwischenzeitlichen Pressing-Situationen des FC Sevilla gut zu umspielen. Hierbei bewegte sich Sergio Busquets in die Dreierabwehrkette zwischen Javier Mascherano und Neuzugang Umtiti. Lucas Digne als auch Aleix Vidal rückten weiter auf und verliehen dem Spiel im Mittelfeld dafür mehr Breite. André Gomes als auch Denís Suárez waren sichere Anspielpartner im Zentrum. Sobald das Pressing umspielt wurde und man sich in der Hälfte des Gegners befand, waren mehrere interessante Bewegungsabläufe zu sehen. André Gomes als auch Denís Suárez agierten im Wechsel als offensive Anspielstationen beziehungsweise defensive Absicherung. So agierte beispielsweise Denís Suárez offensiver als André Gomes, wenn sich André Gomes in Ballbesitz befand. Dasselbe Bild war zu erkennen, als Denís Suárez am Ball war. Weiterhin muss aufgeführt werden, dass Suárez und Gomes das Spiel als Achter breit gemacht haben. Hierbei diente Gomes als Kombinationspartner sowie als Anspielstation für Arda Turan oder auch Lucas Digne. Denís Suárez füllte dieselbe Rolle aus, nur dass seine Spielpartner eher Messi und Vidal waren. Ging der Ball verloren, zogen sich die Katalanen nicht wirklich zurück. In einem 4-2-3-1 wurde versucht, auf den ballführenden Spieler Druck auszuüben, indem einheitlich in Richtung Ball verschoben wurde. Nach einer kurzen Zeit wurde aus dem 4-2-3-1 ein 4-4-2. Im 4-4-2-System war der FC Barcelona darauf bedacht, im Mittelfeld Druck auszuüben.

Ebenfalls interessant ist die Rolle von Arda Turan als auch die Spielweise von Lionel Messi gewesen. Arda agierte als Außenstürmer invers und öffnete für den Außenverteidiger die Räume. Es muss erwähnt werden, dass Turan als vertikale Anspielstation zur Verfügung stand, um die Defensivstaffelungen im Zentrum des FC Sevilla zu durchbrechen. So ist es nicht verwunderlich, dass Arda Turan in der zehnten Minute das 1:0 erzielt hat, nachdem ihm Messi einen vertikalen Pass zugespielt hat, den der Türke gekonnt verwerten und in den Führungstreffer verwandeln konnte. Für Messi war dagegen keine bestimmte Rolle bestimmt. Er war Freigeist und befand sich nahezu überall auf dem Spielfeld. Mit einem hohen Laufpensum und starken Dribblings konnte er Löcher im Mittelfeld öffnen, durch die Spielzüge vollzogen werden konnten, die Potenzial hatten, Torchancen zu kreieren. Auffallend war, dass er hinter der Sturmspitze agiert hat. Munir El Haddadi konnte die Innenverteidiger und die zentralen Mittelfeldspieler auf sich ziehen, sodass für Messi mehr Platz vorhanden war. Somit war ein anderes Bild gegeben als noch in der vergangenen Saison. Damals befand sich meist kein weiterer Spieler vor Messi. In der Regel rückte Luis Suárez, nachdem Messi sich gen Zentrum bewegt hat, auf die Außenposition.

Lucas Digne und Aleix Vidal: Eine gefährliche Offensivwaffe

In der ersten Halbzeit war es eher Aleix Vidal, der von den Freiräumen aufgrund der zentraleren Spielausrichtung Sevillas profitiert hat. Dieses Bild änderte sich in der zweiten Halbzeit, auch wenn der Unterschied nicht eklatant gewesen ist. Diesmal trat allerdings Digne öfter in den Fokus. Identisch waren die Positionierungen der Außenverteidiger. Diese agierten auf derselben Höhe und waren in der Regel freie Anspielstationen. Sie profitierten von der inversen Spielweise der restlichen Spieler. In der zweiten Halbzeit wusste Digne die Räume aufgrund von Ardas Positionierung vermehrt und effektiver zu bespielen. Insbesondere Vertikalpässe oder -flanken waren es, die die Außenverteidiger in Szene setzten. Dem 3:0 durch Lionel Messi ging ein wundervoller einleitender und vertikaler Pass von André Gomes aus dem Mittelfeld hervor. Digne flankte mustergültig in Richtung Messi, der per Kopf fantastisch einnetzen konnte.

Fazit: Ein Konzept mit Potenzial!

Defensiv als auch offensiv agierte der FC Barcelona überzeugend. Die Idee des inversen Außenstürmers, der die Räume für die Außenverteidiger öffnet und als vertikale Anspielstation fungiert, hat sich als effektiv entpuppt. Weiterhin lässt sich auch darauf aufbauen, dass Messi im Zentrum hinter einem Stürmer für viel Gefahr in den Defensivketten des Gegners sorgen kann. Die beiden Achter wussten sich perfekt abzustimmen und im Wechselspiel für viel Offensivgefahr und gleichzeitig auch für die nötige Stabilität in der Defensive zu sorgen. Es ist auch ein Verdienst der Mittelfeldspieler, dass der FC Sevilla offensiv kaum etwas zu melden hatte. Insgesamt ist das ein Spielkonzept, auf dem man aufbauen kann.

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