TAS bestätigt Transfersperre gegen Barça: Wie geht es für die Katalanen nun weiter?

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Am gestrigen Dienstag gab der internationale Sportgerichtshof (TAS) nach einem langem Verfahrensprozedere die endgültige Bestätigung, dass der FC Barcelona für die kommenden zwei Transferperioden keine Spieler unter Vertrag nehmen darf. Für die Katalanen bedeutet dies nun, dass mit dem aktuellen im Verein vorhandenen und verliehenen Spielermaterial das Kalenderjahr 2015 bestritten werden muss. Wir haben aus diesem Grund kritische Spielerpositionen unter die Lupe genommen und wagen diesbezüglich auch eine kleine Prognose für die Zukunft.

Lange hatten sich die Gremium-Mitglieder des TAS im Falle des FC Barcelona Zeit gelassen. Den Katalanen wurde vom Fußballweltverband FIFA vorgeworfen, gegen die Paragraphen 19 und 19bis der FIFA-Statuten, die den Transfer von minderjährigen Fußballern betreffen, verstoßen zu haben. Die Funktionäre der Blaugrana haben das Urteil angefochten und gingen damit bis zum internationalen Sportsgerichtshof, dem TAS. Doch selbst dieser Schritt brachte keine Wende: – den Katalanen ist es untersagt, bis zum 1.1.2016 Spieler an den Verein vertraglich zu binden, ein Umstand, der nun Raum für viele vereinsinterne personelle Überlegungen offen lässt.

Vom Rechtsverteidiger bis zum Mittelfeld: Worst-Case-Szenarien vorprogrammiert

Besonders auf diesen beiden Positionen könnte es in den nächsten beiden Monaten spannend zugehen, zumindest außerhalb des Platzes. Mit Dani Alves, Martín Montoya und Douglas Pereira dos Santos besitzen die Katalanen drei gestandene Rechtsverteidiger. Dies könnte sich allerdings in der nächsten Zeit schlagartig ändern. Laut einem erst vor ein paar Wochen veröffentlichten schriftlichen Statement von Eigengewächs Martín Montoya wolle dieser den Verein in der kommenden Wintertransferperiode, die am 1. Januar 2015 beginnt, verlassen. Diversen spanischen und italienischen Medienberichten zufolge stehe ein Wechsel zu Juventus Turin im Raum. Wann und ob der Spanier den Verein nun nach Bekanntgabe des Urteils verlassen wird, sollte sich in den nächsten Wochen herausstellen.

Neben Montoya könnte ein weiterer Rechtsverteidiger den Verein ein halbes Jahr später im Sommer verlassen, namentlich Dani Alves. Der Brasilianer stand schon im Sommer kurz vor dem Absprung ins Ausland, beschloss dann aber nach vereinsinternen Gesprächen seinen bis 2015 laufenden Vertrag zu erfüllen. ‘Erfüllen’ ist in diesem Zusammenhang auch das richtige Stichwort. Der Brasilianer habe laut Medienberichten nicht im Sinne, den Kontrakt um weitere Spielzeiten zu verlängern und wolle zu einem anderen Champions-League-Aspiranten wechseln.

Somit würde auf dieser Position, sollten beide oben genannten Fälle tatsächlich eintreffen, nur noch Douglas Pereira dos Santos übrig bleiben. Der Brasilianer stieß erst in der letzten Sommertransferperiode zu den Katalanen, kam aber bislang lediglich auf drei Pflichtspiel-Einsätze in der Copa del Rey beziehungsweise in der Primera División. Es ist nach wie vor zweifelhaft, ob der 24-jährige Spieler nach seinen gezeigten Auftritten den leistungsbezogenen Ansprüchen auf dieser Position gerecht werden kann.

Zu einer weiteren Baustelle könnte sich zudem das Mittelfeld der Katalanen, genauer gesagt das zentrale Mittelfeld entwickeln. Mit Xavi Hernández, Andrés Iniesta, Sergi Roberto, Rafinha Alcántara sowie Ivan Rakitić besitzen die Katalanen fünf zentrale Mittelfeldspieler. Sowohl Andrés Iniesta als auch Ivan Rakitić konnten in der Hinrunde bei Weitem noch nicht an ihre Leistungen von der letzten Saison anschließen. Sind es bei Iniesta Anpassungsprobleme mit der neuen, von Enrique vorgegebenen Positionierung der Mittelfeldspieler im Zentrum gewesen, so fielen beim Kroaten technische Fehler mit dem Ball auf. Ob beide mit diesem Niveau in der heißen Phase der Rückrunde wichtige und tragende Stützen sein können, bleibt abzuwarten. Dass bei beiden in gewissen Aspekten noch Luft nach oben ist, lässt sich aber kaum abstreiten.

Bislang war es, im Verhältnis zu den bereits genannten Akteuren, eher Xavi Hernández, der bei der Blaugrana mit guten Leistungen glänzen konnte. Diese Tatsache ist insofern problematisch, als der Katalane im nächsten Monat seinen 35. Geburtstag feiern und sein Verbleib in der Mannschaft für die nächste Saison durchaus angezweifelt werden darf.

Neben Xavi konnte auch Rafinha Alcántara für einige Glanzmomente in der Hinrunde sorgen. Der Rückkehrer aus Celta de Vigo stach nicht nur mit seinen teils sehr beeindruckenden technischen Fähigkeiten heraus, sondern konnte auch des Öfteren für eine Menge Dynamik im Mittelfeld der Blauroten sorgen. Einzig und allein die bisher, in Relation zu seiner Leistung, mäßigen Spielzeiten des Katalanen unter Enrique – immerhin sein Trainer in der letzten Spielzeit in Celta – sorgen für Fragezeichen (13 Einsätze / davon sechs Einwechslungen beziehungsweise sieben Startelfeinsätze und insgesamt 554 Einsatzminuten). Und auch der zweite Youngster, sofern man ihn noch so nennen kann, Sergi Roberto, konnte die in ihn gesteckten Hoffnungen kaum erfüllen. Lediglich acht Einsätze im Trikot seines Arbeitgebers, wobei er fünf Mal eingewechselt wurde, standen am Ende der Hinrunde zu Buche. Genauer gesagt absolvierte der Spanier 322 Minuten auf dem Spielfeld. Eine Säule im Spiel des FC Barcelona wird er wohl nicht mehr werden.

Barça 2015/2016: Zurück zu den Wurzeln?

Für den Verein könnte es aber einen Notausgang geben. Denn frei nach dem Motto ‘Back to the roots’ könnte der FC Barcelona seit langem wieder, gezwungenermaßen, auf eine beträchtliche Anzahl an Jugendspielern aufbauen müssen. Mit Denis Suárez befindet sich im nicht weit entfernten Sevilla bereits ein kleines Talent mitten in einer offensichtlich erfolgreich verlaufenden Entwicklungsphase. Der Spanier kam in den 24 Pflichtspielen des FC Sevilla insgesamt 21 Mal zum Einsatz, bestritt 15 Spiele gar von Beginn an. Mit einem Tor und drei Assists in der Liga, womit er zusammen mit Gerard Deulofeu zu den besten Assistgebern der Mannschaft zählt, konnte er sich zudem auch schon in den Scorer-Listen verewigen und zu einer Stütze im Team entwickeln.

Allerdings stellt nicht nur Suárez ein hoffnungsvolles Jugendtalent für die Culés dar. Auch in der zweiten Mannschaft des FC Barcelona finden sich so einige potenzielle Stammkandidaten für die erste Mannschaft, allen voran Alen Halilović und Alejandro Grimaldo. Der Kroate, erst in der Sommertransferperiode zur Blaugrana gestoßen, zeigte bereits ordentliche Vorstellungen im blauroten Dress und könnte schon in der nächsten Saison gelegentlich in die erste Mannschaft einberufen werden. Darauf darf auch Grimaldo hoffen. Der äußerst flexibel agierende Spanier sticht besonders durch seine kluge Vorgehensweise im Defensivverhalten heraus und wäre für die erste Mannschaft durchaus von Nutzen. Beide zusammen haben wir bereits einer Spieler-Analyse unterzogen.

Neben Halilović und Grimaldo wäre da auch noch die hervorragende Offensivabteilung zu erwähnen. Der bereits angesprochene Gerard Deulofeu im Dress des FC Sevilla, Christian Tello beim FC Porto und die Barça B Spieler Adama Traoré, Sandro Ramírez, Jean Marie Dongou sowie Munir El Haddadi wären über einen Platz in der mit vier Spielern eher dünn besetzten Offensive hocherfreut. Da die Transfersperre keine Leihen betrifft, wäre es den angesprochenen Jugendspielern auch erlaubt, zu ihrem eigentlichen Arbeitgeber zurückzukehren.

Fazit

Letztendlich werden die nächsten Wochen und Monate zeigen, wie die personelle Entwicklung beim FC Barcelona aussehen wird. Abgesehen von möglichen Engpässen auf der Rechtsverteidiger-Position und bislang eher mäßigen Auftritten des Mittelfeldes sind die Katalanen in einer Gesamtschau auf jeder Position recht ordentlich aufgestellt. In Verbindung mit besonderen taktischen Mitteln wie in dem Spiel gegen Paris Saint-Germain und einem allmählich immer besser eingespielten Barça-Offensivspiel muss den Anhängern des Vereins nicht Angst und Bange werden, was mögliche Titel angeht.

Des Weiteren gibt es an der ganzen Angelegenheit letzten Endes auch etwas Positives. Die Sanktion könnte am Ende bedeuten, dass der FC Barcelona vermehrt auf seine Jugendspieler zurückgreifen muss – eine seltsame Paradoxie, die das Schicksal hier anscheinend besiegelt hat. Uns von Barçawelt und wahrscheinlich die Mehrheit der Culés würde das aber wohl kaum stören.

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