Tata Martino beweist Mut mit seinen Entscheidungen (MD)

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Nach knapp eineinhalb Monaten im Amt lässt sich Tata Martino weiterhin nicht beirren auf seinem Weg weitreichende Entscheidungen zu treffen. Auch wenn er sich immer noch in der Phase der Entwicklung auf dem „Planeten Barça“ befindet, wo alles bis ins kleinste Detail und mit maximalem Druck analysiert und gewertet wird.
Mit der vollen Punkteausbeute in La Liga und dem ersten Titel in seiner Tasche (Anm.: Supercopa) lassen sich seine eingegangen Risiken im Moment auch leicht rechtfertigen. Trotz der Gefahr der möglichen Konsequenzen wird Gerardo Martino daher seinen eingeschlagenen Pfad gleichermaßen fortsetzen.

Hier einige der Entscheidungen, die in den letzten Wochen am meisten Aufsehen erregt haben:

Keine Verpflichtung eines Innenverteidigers

Es ist das Thema einer Debatte, die nunmehr seit fast zwei Jahren geführt wird. Beim ersten gemeinsamen Abendessen mit Sandro Rosell und Andoni Zubizarreta stimmte Tata der Notwendigkeit eines Innenverteidigers zu. Zwei Wochen später, nach der Rückkehr aus Asien, bat er um ein erneutes Treffen, in dem er alle Verhandlungen auf Eis legte. Kein David Luiz, kein Daniel Agger – gar niemand!

Martino vertraut seinem jetzigen Personal, namentlich Piqué, Mascherano, Bartra (Anm.: noch keine offizielle Spielminute) und sporadisch Adriano sowie Busquets. Außerdem hält er große Stücke auf Bagnack, der dieses Jahr seine erste Spielzeit mit der Barça B absolviert.
Den viel erhofften Transfer eines Innenverteidigers sieht der Argentinier übrigens in Puyol, dessen Rückkehr nach seiner Verletzung aber nicht vor Oktober erwartet wird.
Die Möglichkeit im Winter-Transferfenster zuzuschlagen, behält sich Martino aber weiterhin im Hinterkopf.

Auswechslung von Messi gegen Levante

Das letzte Mal als Messi in einem Liga-Match unverletzt ausgewechselt wurde, war im Mai 2010 unter dem damaligen Trainer Pep Guardiola. Sein direkter Nachfolger Tito Vilanova wagte es hingegen nie Messi frühzeitig vom Spielfeld zu nehmen, selbst wenn Barça ungefährdet in Front lag.
Um Messi zu überzeugen, dass es manchmal besser sei sich auszuruhen, musste schlussendlich Gerardo Martino kommen. In seinem ersten offiziellen Match als Barça-Coach nahm er „La Pulga“ beim Stand von 6:0 in Minute 71 vom Feld. Der Superstar nahm es gelassen.

Dosierung im Fall Neymar

Der Edeltechniker aus Brasilien, der diesen Sommer für 57 Mio. € vom FC Santos zum FC Barcelona transferiert wurde, befand sich nicht in der Startaufstellung bis zum vierten offiziellen Match, dem Supercopa-Rückspiel im Camp Nou. Im Hinspiel erzielte er das letztlich entscheidende Tor zum 1:1-Ausgleich, doch weder die Absenz von Messi in Málaga noch Neymars großer Name veranlassten Martino zu einem Umdenken.
Der Trainer hatte einen strikten Plan, auch wenn dieser Punkteverluste in La-Liga oder gar das Verpassen des Supercopa-Titels bedeuten hätte können.

Ungewohnte Zuseherrolle für Iniesta

Ein Weiterer, der sich unerwartet auf der Bank wiederfand, war Andrés Iniesta. Als er gegen Levante nicht in der Startaufstellung stand, konnte man das noch mit der Belastung des vier Tage zuvor gespielten Freundschaftsspieles mit der spanischen Nationalmannschaft in Ecuador erklären. Als  der spanische Superstar dann aber im Rückspiel der Supercopa erneut auf der Bank saß, waren viele vom Mut Tatas überrascht.
Auch das Spiel gegen Málaga zuvor durfte er trotz einer nur hauchdünnen Führung nicht zu Ende spielen.

Pause für Xavi und Alexis

Hier wurde zum ersten Mal klar und deutlich ersichtlich, wie ernsthaft Tata seinen Plan der Rotation verfolgt. Während Xavi und Alexis sich vergangenes Wochenende in Barcelona regenerierten, mussten ihre Mannschaftskollegen zu einem traditionellerweise sehr schweren Spiel nach Valencia ins Mestalla.

Mit drei Jugendspielern in Valencia

Von vielen erwartet, durfte sich Tello endlich in den ersten 18 Minuten der noch jungen Saison beweisen. Überraschender war hingegen die Einwechslung von Jonathan Dos Santos, der unter Tata sein Pflichtspieldebüt feierte und in Minute 80 für Cesc Fàbregas eingewechselt wurde. Viele Culés hätten eine Einwechslung von Alex Song aufgrund seiner körperlichen Vorteile gegenüber dem Mexikaner für angemessener empfunden. Doch Tata entschied anders und argumentierte nach dem Spiel wie folgt: „Ich wollte jemanden, der rechts neben Busquets spielt.“
Der dritte im Bunde der eingewechselten Spieler war Sergi Roberto. Obwohl es nur zu einem dreiminütigen Kurzeinsatz reichte, wurde eine wichtige Botschaft an alle drei hoffnungsvollen Zukunftstalente gesendet: In wichtigen Spielen und selbst in deren entscheidenden Phasen können alle Spieler von großer Bedeutung sein!

Kleiner Giftpfeil in Richtung Madrid

„Der Preis für Gareth Bale wirkt für mich fast wie fehlender Respekt“, meinte der Coach des FC Barcelona angesprochen auf den damals kurz bevorstehenden Transfer des Walisers. Weder die Reaktion Carlo Ancelottis („Tata Martino ist noch neu im europäischen Fußball und hat noch viel zu lernen“) noch das Wissen, dass dieser Satz sein Bild als „netten Kerl“ in Madrid ändern wird, ließ ihn dazu veranlassen, diese Aussage zu widerrufen.

Schiedsrichter

Angesprochen auf die Leistungen der Schiedsrichter hüllte sich der „Mister“ bis vor kurzem noch gänzlich in Schweigen. Vergangenen Sonntag gab er jedoch erstmals etwas scherzhaft zu Protokoll: „Ich weiß nicht für wie lange.“

Fazit

Man darf gespannt sein ob der in Rosario geborene Coach weiterhin so strikt an seinen Überzeugungen festhält. Bis jetzt gibt es keine Anzeichen, die etwas Gegenteiliges vermuten lassen. Gerardo Martino beweist sich bis jetzt als ein Trainer mit sehr viel Rückgrat und Fingerspitzengefühl. Hoffen wir, dass sein eingeschlagener Weg Barça in eine ruhmreiche Zukunft führt.

 

Originalartikel von MundoDeportivo – Wortgetreue Übersetzung ins Deutsche

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